Inspector Ghote reist 1. Klasse

Erschienen: Januar 1975

Bibliographische Angaben

  • London: Collins, 1971, Titel: 'Inspector Ghote goes by train', Seiten: 222, Originalsprache
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1975, Seiten: 124, Übersetzt: Mechthild Sandberg
  • Zürich: Unionsverlag, 2007, Seiten: 190

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Thomas Kürten
Duell auf engstem Raum

Buch-Rezension von Thomas Kürten Jul 2007

Ausgerechnet in Kalcutta ist der berüchtigte Betrüger A.K. Bhattacharya von der Polizei gestellt worden. Unbedarften Ausländern hat er Gips- und Wachsimitate von antikem Tempelschmuck für teures Geld als echt verkauft und wurde deshalb schon seit langem von der Polizei in Bombay gesucht. Nun muss der Verbrecher nach Bombay überführt werden und dem lieben Ganesh Ghote fällt diese schwere Aufgabe zu. Doch da Ghote lieber mit dem Zug fährt als mit dem Flugzeug fliegt und dafür auch bereitwillig einen Urlaubstag opfert, macht er sich mit der Bahn auf eine 40 Stunden lange Reise durch das indische Hinterland. Doch mit einer wie erhofft ruhigen Reise wird es nichts, da zum einen die Tageszeitung von seiner Mission vorab berichtet und zum anderen er sich das Abteil mit anderen Passagieren teilen muss.

A.K. Bhattacharya, der Zeit seines Lebens vorsichtig genug war, dass nie ein Foto von ihm geschossen wurde, ist nämlich gar nicht in Kalcutta inhaftiert worden. Und was ein eingebildeter Meisterbetrüger ist, der macht seine Obsession zum Sport, weswegen der echte A.K. Bhattacharya zusammen mit Ghote in Bombay in den Zug steigt und sich auf eine vergnügliche Reise freut. Schon früh kommt dem Inspektor die nervige Redseeligkeit des Bengalen merkwürdig vor, aber erst als er per Telex erfährt, dass die Identifizierung des in Kalcutta eingesperrten Ganoven negativ verlaufen ist, reift allmählich der Verdacht, dem echten Betrüger gegenüber zu sitzen.

Stimmige Figuren, lebhafte Dialoge

Eine wundervolle Erzählung aus dem Jahre 1975, die in der metro-Reihe des Unionsverlag nun die vierte Veröffentlichung aus der Ghote-Reihe des Briten HRF Keating ist. Auf engstem Raum sitzen sich Polizist und Verbrecher gegenüber und versuchen sich gegenseitig auszutricksen. Auch die anderen Passagiere, die später zusteigen, erhalten wichtige Rollen auf der langen Zugfahrt. Ein herrlich arroganter, eingebildeter Ganove, der letztlich natürlich in Ganesh Ghote seinen Meister findet. Bis dahin ist es aber ein langer Weg, zwei mal quer durch Indien und bei der Überführung des Betrügers stehen nicht dessen Taten und nicht die Frage, ob ihm Gerechtigkeit widerfährt, sondern wie er letztlich gestellt und ihm ein Geständnis entlockt werden kann, im Vordergrund.

Vieles an diesem Roman ist stimmig, die Figuren, ihre Aktionen, die Dialoge. Man darf sich nur eine wesentliche Frage nicht stellen: Warum fliegt dieser Ghote nicht? Warum kann nur er den Ganoven abholen, warum nicht ein Anderer? Und warum muss er das alleine machen? Gönnen wir dem Autor seine Freiheit und vertiefen diese Fragen nicht weiter. Fragen wir lieber auch nicht, warum auch die gleichen Mitreisenden wieder zusammen mit auf die Rückfahrt gehen. Besonders die Einspannung der jungen europäischen Rucksacktouristen durch A.K. Bhattacharya und deren Verständnis von Recht und Unrecht geben dem Roman eine spezielle Note. Die Reise des Inspektors mit der indischen Bahn, die mit Elementen des Locked-Room-Mystery spielt, darf als Klassiker gesehen werden. Lob und Dank an den Herausgeber, dass der Buchsommer 2007 durch einen Roman bereichert wird, der in punkto Stil und Inhalt heutzutage ziemlich konkurrenzfrei sein dürfte.

Inspector Ghote reist 1. Klasse

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