Das Gesetz der Insel

Erschienen: Januar 2007

Bibliographische Angaben

  • Montréal: La Courte échelle, 2003, Titel: 'On finit toujours par payer', Originalsprache
  • München: Knaur, 2007, Seiten: 299, Übersetzt: Anna Krantz

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Wolfgang Weninger
Ein verregnter Oktober in Kanada

Buch-Rezension von Wolfgang Weninger Mai 2007

Sergent-Détective André Surprenant ist Polizist auf den kanadischen Madeleine-Inseln. In dieser Eigenschaft wird er zum Bürgermeister gerufen, denn dessen Tochter ist verschwunden. In der Nacht wurde sie noch in der Caverne, einer Bar gesichtet, die sie kurz nach zwei Uhr früh verließ. Ihr Auto blieb allerdings vor der Bar stehen, ihre Zigaretten hat sie liegengelassen, als wolle sie gleich zurück kommen.

Und bald darauf wird sie an den hohen, roten Sandsteinklippen tot gefunden. Vermutlich erdrosselt liegt sie nackt im Gras, mit gefesselten Händen und gespreizten Beinen und unter den Brüsten mit zehn Muscheln verziert.

Der erste Mord seit fünfzehn Jahren ruft aber nicht nur die Presse auf den Plan, sondern auch das Bundeskriminalamt Quebec, das einen Beamten schickt, weil man den örtlichen Ermittlern die Lösung des Falles nicht zutraut, obwohl diese jeden Menschen auf der Insel kennen. Und dieser Ermittler aus der Stadt, namens Denis Gingras, reißt auch sofort die Leitung des Falles an sich und präsentiert den Landeiern in aller Schnelle einen Täter. Doch Surprenant kann die offensichtliche Lösung nicht glauben und ermittelt auf eigene Faust, geht somit auf Konfrontationskurs zu Gingras. Doch dieser lässt keinen Alleingang zu und Surprenant gerät in schiefes Licht und ihm droht sogar die Suspendierung, aber er gräbt weiter, denn irgendwer auf der Insel hat Dreck am Stecken ...

Das Gesetz der Insel von Jean Lemieux hat der Knaur Taschenbuch Verlag in der Übersetzung aus dem Französischen von Anna Krantz auf den deutschen Buchmarkt gebracht. Lemieux, der als Arzt drei Jahre lang auf der Inselgruppe Iles-de-la-Madeleine praktiziert hat und nach einer längeren Weltreise zehn Jahre dort schriftstellerisch tätig war, hat diesen Roman schon 2003 als On finit toujours par payer veröffentlicht.

Leider gelingt es ihm im Verlauf der Handlung nicht, die Faszination dieser Inselgruppe im Atlantik, die fast 1500 km von Montreal entfernt ist, politisch zu Quebec gehört und deren größte Insel nur knapp 3000 Einwohner hat, dem Leser näher zu bringen.

Der sturschädelige Sergent Surprenant ist dem Leser auf Anhieb sympathisch, auch wenn seine Ermittlungen keineswegs sehr spannungsgeladen ablaufen. Die meiste Spannung in diesem Roman kommt aus dem Konflikt zwischen dem städtischem Großmaulpolizisten und dem bauernschlauen dörflichen Kriminalisten. Dazu hat der Autor auch noch einige unvorhergesehene Wendungen eingebaut, die Surprenant eher durch Zufall und Beobachtung der ihm bekannten Inselmenschen zu lösen vermag. Bis zum nicht ganz unerwarteten finalen Showdown plätschert das Gesetz eher saft- und kraftlos auf der Insel dahin und mit seinem kanadischen Bestsellerkollegen Giles Blunt kann Lemieux schreiberisch beileibe nicht mithalten, vor allem was Spannung und Vermittlung kanadischen Ambientes betrifft.

Die düstere, verregnete Oktoberstimmung tut ihr übriges dazu, die Menschen auf der Insel alle trübsinnig wirken zu lassen und Lemieux unterstreicht bei der Charakterisierung der Personen die relative Einsamkeit der Menschen, die zwar Tür an Tür wohnen, aber nicht miteinander sondern nur nebeneinander. Und nur so ist es erklärlich, dass jahrelang dunkle Geheimnisse des Nachbarn und Mitbewohners unentdeckt bleiben konnten und von dem schreibenden Allgemeinmediziner als Lösung präsentiert werden.

Jean Lemieux hat einen ganz brauchbaren Roman produziert, der aber nicht vom Hocker reißt und vor allem wegen des fehlenden Ambientes als durchschnittlicher Lesestoff betrachtet werden kann. Nicht unerwähnt soll allerdings bleiben, dass Lemieux mit diesem Krimi 2004 den Literaturpreis der "Association France-Québec/Philippe-Rossillon" errungen hat.

Bei der statistischen Mordrate auf den Iles-de-la-Madeleine sollte man eigentlich keine weiteren Bücher von den Inseln erwarten, doch Jean Lemieux hat mit La Lune Rouge noch einen bislang unübersetzten Krimi aus dem Jahr 2000 in der Hinterhand, der in den kanadischen Medien deutlich besser bewertet wurde und ebenfalls dort spielt.

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