Pfaffengold

Erschienen: Januar 2006

Bibliographische Angaben

  • Köln: Emons, 2006, Seiten: 173, Originalsprache

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Jörg Kijanski
Kurzweilige Story mit mehreren Schwachpunkten

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Apr 2007

Karen Pütz recherchiert für ihre bevorstehende Doktorarbeit im Archiv der Kölner Diözese und entdeckt dabei zufällig ein in einem Buchrücken verstecktes Jahrhunderte altes Pergament. Ein großes Geheimnis witternd, entwendet sie kurzentschlossen das Pergament und will es zunächst mit Hilfe eines alten Freundes so weit wie möglich übersetzen lassen und danach entscheiden, wie sie mit dem Fundstück weiter verfahren soll. Nachdem sie Fotokopien gefertigt hat, will sie das Original in ihr Bankschließfach bringen, jedoch wird ihr bei einer kurzen Kaffeepause in einer Bäckerei ihr Portemonnaie samt Pergament von dem Kleinganoven Cerkan Öger gestohlen. Dieser wittert ein großes Geschäft und bringt die "Beute" zu seinem Rechtsanwalt, dem zwielichtigen und in schwere Finanznöte geratenen Dr. Stöcker.

Fast zeitgleich entdecken Karen und ihr Bekannter sowie Dr. Stöcker auf der anderen Seite, dass das Papier offenbar im 14. Jahrhundert verfasst wurde. Demnach geriet der damalige Kölner Bürgermeister Heinrich von Stave in große politische Schwierigkeiten und bereitete seine Flucht aus der Domstadt vor. Hierzu begrub er in einer Truhe einen Großteil seines gesamten Vermögens in einer Rodenkirchener Kapelle, für den Fall seiner Rückkehr. Aber all dies ist bereits über 600 Jahre her. Sollte sich die Truhe tatsächlich noch in der Kapelle befinden?

Cerkan und drei seiner Freunde beschließen der Sache im wahrsten Wortsinn auf den Grund zu gehen und finden tatsächlich den geheimnisvollen Schatz. Leider jedoch nicht ganz unbeobachtet und so wartet Dr. Stöcker vergeblich auf Cerkans Rückkehr. Karen erfährt von dem Einbruch in der Kapelle aus der Zeitung und vertraut sich dem berichtenden Mitarbeiter des Kölner "Express" an, ihrem Freund aus Kindertagen, Mathias Zimmermann. Beide recherchieren auf eigene Faust und begeben sich damit in Gefahr...

Dialekt oder kein Dialekt? Manchmal muss man Entscheidungen treffen!

Der Emons-Verlag veröffentlichte den zweiten Roman des Kölner Autors Hans-Josef Walterscheidt passenderweise in seiner "Köln-Krimi-Reihe" (wie schon zuvor das Debüt "Tutti Frutti"). Damit ist dann auch schon viel über das gerade einmal 167 Seiten dünne Werk gesagt. Auf den Seiten 37-39 etwa wird Karen in ein Gespräch mit einem Kölner verstrickt, das ein "Imi" (ein Nichtkölner also) sicher bestenfalls nur ansatzweise verstehen dürfte. Allerdings könnte hier ein fünfseitiges (!) Glossar am Ende des Romans bei der Übersetzung helfen, sofern man denn Lust hat, hierfür entsprechend lang die Lektüre zu unterbrechen. Dem Autor muss man allerdings zu Gute halten, dass gerade solche Passagen für ein enorm hohes Lokalkollorit sorgen (die Seiten 37-39 sind diesbezüglich vergleichbar etwa mit zahlreichen Dialogen in den "Katejan-Romanen" von Robert Hültner). Später jedoch folgt auf den Seiten 111-112 ein weiteres Gespräch mit einem Einheimischen und hier wird es dann - diesmal für alle Leser - richtig problematisch. Offenbar hatte der Autor plötzlich Bedenken, dass ihm durch den rein kölschen Dialekt zu viele Leser verloren gehen und versuchte es mit einer kölsch-deutschen Sprachmixtur ("Meine Frau und ich haben uns, als wir dat Jeschäff...".). Im Ergebnis ein unerträgliches Kauderwelsch.

Der Plot selber liest sich hingegen flüssig und wechselt immer wieder von der Gegenwart in die Ereignisse der Jahre 1395/96 und beschreibt nach und nach das Schicksal Heinrich von Staves. Dazwischen wechseln sich sehr kurzweilig die verschiedenen Handlungsstränge um Karen, Cerkan, Dr. Stöcker und später Mathias sowie den großen Unbekannten ab. Dies alles eignet sich hervorragend für eine drei- bis vierstündige Zugfahrt oder ähnliches, jedoch muss der Autor dem Buchumfang deutlichst Tribut zollen. So schafft es Hans-Josef Walterscheidt nicht, seine Figuren mit Leben zu füllen und die Ereignisse selber werden nicht immer sauber aufgelöst. Karens Freund macht mit ihr Schluss (erfährt man in einem Nebensatz - okay, hat mit der Story nichts zu tun und interessiert vermutlich keinen, aber dann hätte man den Freund halt auch gleich weglassen können) und Jens, ihr Bekannter, der ihr bei der Übersetzung des Pergaments hilft, verschwindet ebenso schnell wie unerwartet aus der Story.

Neben den lieblos und oberflächlich beschriebenen Figuren enttäuscht leider auch das Ende. Klischeehaft gerät Karen in die Fänge des "Mr. X", doch wie und warum sie diesem entkommen kann, wird zumindest nicht ganz eindeutig geklärt. Das folgende "Finale" (Festnahme "Mr. X" und Auflösung der Geschehnisse in der Kapelle) ist dann etwas sehr einfach oder besser gesagt etwas sehr stark konstruiert.

Alles in allem hat hier Hans-Josef Walterscheidt zu viel Handlung in die kurze Geschichte gepackt und dabei die Liebe zum Detail verloren. Wer es damit nicht so genau nimmt und einfach nur für ein paar Stunden Unterhaltung sucht, der kann hier - notfalls auch ohne kölsche Sprachkenntnisse - dennoch zugreifen. Unterhaltsam ist die Geschichte.

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