Wenn es ans Sterben geht

Erschienen: Januar 2007

Bibliographische Angaben

  • London: Hodder & Stoughton, 2006, Titel: 'The Darkness and the Deep', Originalsprache
  • Berlin: Marion von Schröder, 2007, Seiten: 393, Übersetzt: Theda Krohm-Linke
  • Berlin: Ullstein, 2008, Seiten: 393

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Eva Bergschneider
Mord und Melancholie

Buch-Rezension von Eva Bergschneider Feb 2007

Den beschaulichen, schottischen Küstenort Knockhaven, wählte die aus einem ebensolchen Fischerdorf stammende Aline Templeton als Schauplatz für ihren Kriminalroman "Wenn es ans Sterben geht". Der englische Originaltitel "The Darkness and the Deep" bringt etwas besser zum Ausdruck, was den Leser in diesem Krimi erwartet; nach einem nächtlichen Einsatz inmitten stürmischer See, zerschellt das Rettungsboot der Gemeinde an der Küste auf scharfkantigem Fels.

Beinahe ein Unfall

Als das Rettungsboot "Maud'n Milly" zu seinem letzten Einsatz gerufen wurde, musste Rob Anderson die Position des Steuermanns ersatzweise übernehmen, denn der bekiffte Willie Duncan war nicht dazu in der Lage, das Boot durch die Fluten zu lenken. Als dritter Helfer im Rettungsteam sprang Luke Smith ein, der bis dahin nur an Land mitgearbeitet hatte. Wie gewohnt, begleitete Dr. Ashley Randall als betreuende Ärztin den Einsatz. Trotz des stürmischen Wetters, glaubte man fest daran, auch mit der veränderten Besatzung die Bergung bewältigen zu können. Alles lief wie geplant, doch die Rückfahrt zum Hafen endete auf den scharfkantigen Felsen der steilen Landzunge von Fuill's Inlat. Zunächst deutet alles auf einen tragischen Unfall hin, bis DC Tam McNee falsche Positionslichter am Unfallort entdeckt.

Wer ist das Mordopfer?

Jeder der Toten kann offenbar die Zielperson dieses Mordanschlages gewesen sein. Der Wirt Rob Anderson war allgemein beliebt, zog allerdings immer wieder den Hass seines Stiefsohns Nat Rettie auf sich. Der Lehrer Luke Smith hatte schwerwiegende Probleme in seiner Schule, unmittelbar vor dem Unfall wurde ihm sogar Pädophilie nachgesagt. Die Ärztin Ashley Randall betrog ihren Ehemann Lewis Randall mit dem reichen Bauunternehmer Ritchie Elder. Oder hatte es der Täter doch auf Willie Duncan abgesehen, der von der Polizei des Drogenschmuggels verdächtigt wird?

DI Marjorie Fleming muss nicht nur interne Querelen in ihrem Ermittlungsteam schlichten, sie hat es auch noch mit einem raffiniertem Mörder zu tun, der kaum Spuren hinterlassen hat. Die Psychologin Laura Harvey versucht anhand der wenigen Anhaltspunkte ein Täterprofil zu skizzieren, als ein weiterer Mord geschieht.

Menschen wie Du und Ich

Leser, die bisher keinen Band der Marjorie-Fleming-Reihe von Aline Templeton gelesen haben, brauchen nicht die geringste Sorge wegen mangelnder Vorkenntnisse zu haben, denn alle Charaktere werden umfassend eingeführt.
Aline Templetons Ermittler sind keine "Super-Bullen", sondern normale Menschen mit Stärken und Schwächen, die die Autorin wunderbar treffend darzulegen versteht. Marjorie Fleming ist eine sympathische, humorvolle und taffe Cheffin, die über eine exzellente Menschenkenntnis verfügt und ihre Pappenheimer genau kennt. Es menschelt auch dann, wenn sie ihre Mitarbeiter stramm stehen lässt, sie wirkt fast wie eine Mutter, die ihren ungezogenen Kindern die Leviten liest.

Und als Mutter hat sie es dann auch mit den Problemen zu tun, die viele Frauen, die Familie und Job unter einen Hut bringen, bewältigen müssen: Teenager mit Pubertätsproblemen und zu wenig Zeit für das Familienleben.

Detailverliebt und typisch schottisch

Trotz der dramatischen Ereignisse, ist das Erzähltempo dieses Kriminalromans eher bedächtig.
Bevor es richtig zur Sache geht, stellt die Autorin erst einmal ausführlich die Lebensumstände der späteren Mordopfer jeweils aus deren Perspektive vor.

Nach den dramatisch geschilderten Ereignissen um das fehlgeleitete Rettungsboot, wird die Ermittlungsarbeit detailliert aus dem Blickwinkel der unterschiedlichen Ermittler erzählt. Psychologisch geschickt fügt die Autorin die sich abzeichnenden seelischen Abgründe des Täters, sowie die verzweifelten Gedanken der Hinterbliebenen der potentiellen Opfer ein. Die anhaltende Ungewissheit fordert Geduld, immer wieder werden Leser und Ermittler aufs Glatteis geführt, bevor endlich die Katze, bzw. der Täter aus dem Sack gelassen und eine unerwartete Auflösung präsentiert wird.

Aline Templeton integriert außerdem die typische Charakteristik der schottischen Küstenregion. Das rauhe schottische Wetter und die beschauliche aber auch unwirtliche Landschaft prägen die typische Atmosphäre des Romans, man hört und riecht förmlich die Brandung und spürt den eisigen Wind. Die lokalpatriotischen Fehden zwischen dem aus den Glasgower Ghettos stammenden Tam MacNee und dem englischen Akademiker Jon Kingsley, sowie die wirtschaftlichen Probleme der Region, verursacht durch Maul- und Klauenseuche und das Fischerei-Sterben, runden das überaus authentische Bild ab.

Schmöker für faule Sonntage

Wenn es ans Sterben geht ist insgesamt ein atmosphärisch dichter, flüssig zu lesender Schmöker für angenehme Lese-Stunden. Leider bleibt bei soviel schottischem Flair die Spannung etwas auf der Strecke. Der unmittelbare Tathergang ist durchaus so bildhaft beschrieben, dass einem vor Beklemmung der Atem stockt, auch der abschließende Show-Down erzeugt Nervenkitzel. Die Passagen, in denen das Verbrechen eingeleitet und die Ermittlung geschildert wird, sind allerdings etwas zu ausschweifend geraten, die Geduld des Lesers wird manchmal über strapaziert.

Wenn es ans Sterben geht reiht sich in die Riege der klassisch-britischen Kriminalromane ein und kann Lesern, die es eher stimmungsvoll und nicht ganz so aufregend mögen, bedenkenlos empfohlen werden.

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