Stirb, Brüderchen, stirb

Erschienen: Januar 2007

Bibliographische Angaben

  • Moskau: Eksmo, 2003, Titel: 'Podruga osobogo naznachenija', Originalsprache
  • Reinbek bei Hamburg: Wunderlich, 2007, Seiten: 397, Übersetzt: Margret Fieseler
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2008, Seiten: 397

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Wolfgang Weninger
Satirisch gefärbtes Alltagsmilieu und Moskauer Krimiflair

Buch-Rezension von Wolfgang Weninger Feb 2007

Plötzlich scheint im Leben der Sekretärin Warwara Laptewa, zu der alle Warja sagen, alles schief zu laufen. Zuerst wird sie vor ihrem Wohnhaus von einer Limousine angefahren. In dem dabei entstehenden Tumult wird ihre Handtasche ausgeräumt und die fehlenden fünfhundert Rubel und der geklaute Pass schmerzen. Und das alles nach einem Arbeitstag im Sender der "Moskauer Zeit", an dem im Büro des Chefs ein gewisser Pjotr Borrisowitsch unter mysteriösen Umständen einem Herztod erlag. Und ausgerechnet heute schneit auch noch ein Bekannter aus Jugendtagen, Dimka, der jetzt in Amerika lebt, zur Tür herein und bittet um Quartier.

Doch bei diesen seltsamen Zufällen bleibt es nicht. Dimka wird in ihrer Wohnung niedergeschlagen und ihr Chef schickt sie dringend nach Prag auf Dienstreise, um dort ein Kuvert abzuliefern. Im Flugzeug sitzt ausgerechnet jener Mann neben ihr, dessen Chaffeur sie zuvor angefahren hat und dieser Mann hat eine Zeitung bei sich, in der eine Abbildung des totgeglaubten Pjotr zu sehen ist, allerdings steht unter dem Foto ein anderer Namen. Im Hotel wird ihr prompt das Kuvert geklaut, aber sie hätte es ohnehin nicht abliefern können, denn die Adresse gibt es in Prag nicht. Und als Warja nach Hause kommt, ist ihre Wohnung nur mehr ein Trümmerhaufen. Irgendjemand spielt ein falsches Spiel. Ist es Warjas Chef? Oder der Unbekannte aus dem Flugzeug? Und warum lebt der Tote aus dem Büro? Warja blickt nicht mehr durch, aber sie beginnt zu ermitteln und gerät zusehends in Gefahr, selbst als Leiche zu enden ...

Der Rowohlt Verlag hat diesen schon 2003 in Russland veröffentlichten Roman von Tatjana Ustinowa, in der Übersetzung von Margret Fieseler als Stirb, Brüderchen, stirb auf den deutschsprachigen Buchmarkt gebracht und hat nunmehr fünf Bücher aus dem fünfzehn Romane umfassenden Schaffen der russischen Krimilady in seinem Programm.

Auf 400 Seiten zelebriert die studierte Aerodynamikerin Ustinowa einen gehaltvollen Mix aus satirisch gefärbtem Alltagsmilieu und Moskauer Krimiflair, wobei die Szenen aus dem Leben der Warwara Laptewa bei Weitem unterhaltsamer sind, als die kriminalistischen Elemente. Die Autorin versteht es ganz ausgezeichnet, ihre kleinbürgerlichen Mitmenschen mit diffizilem Humor zu präsentieren und den Leser am beschwerlichen Leben im Russland von Heute teilhaben zu lassen. Alle Figuren sind wunderbar authentisch und die Kluft zwischen arm und reich, Bürokratie und modernem Unternehmertum, ist permanent gegenwärtig und macht einen Gutteil der stimmigen Atmosphäre in diesem Roman aus.

Die kriminalistischen Elemente in diesem Roman sind reichlich stark konstruiert. Ein richtiges Detektivfeeling kann dabei nicht aufkommen und es dauert seine Zeit, bis die Geschichte auf Touren kommt. Die wenigen Spannungselemente sind nicht dazu angetan, eine durchgehende Spannung zu vermitteln, aber es reicht, um den Leser bei der Stange zu halten, weil der Roman in erster Linie von den Personen und dem Ambiente lebt.

So nebenbei flicht Frau Ustinowa auch noch eine Liebesgeschichte ein, damit der leicht zu lesende Roman in einem Happy End ausklingen kann. Große Anstrengungen werden in dieser Lektüre nicht vom Leser verlangt, dafür bekommt man einen netten Feierabendkrimi, bei dem man oft genug schmunzeln muss. Die Autorin, die auch für das russische Fernsehen gearbeitet hat, zeigt hier die schreiberischen Qualitäten für das Drehbuch einer anspruchslosen Vorabendserie, ohne dabei zu tief in das Soap-Opera-Image abzurutschen. Die Leichtigkeit, mit der dieser Krimi dahin plätschert, ohne banal zu werden, macht verständlich, warum die Autorin in ihrer Heimat bereits Millionenauflagen erzielt hat und findet sicherlich auch bei uns ihre Freunde.

Stirb, Brüderchen, stirb

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