Land der guten Hoffnung

Erschienen: Januar 2006

Bibliographische Angaben

  • Bielefeld: Pendragon, 2006, Seiten: 287, Originalsprache
  • Bielefeld: Pendragon, 2010, Seiten: 287, Originalsprache

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Thomas Kürten
Einer der besten Erzähler deutscher Kriminalromane

Buch-Rezension von Thomas Kürten Jul 2006

D.B. Blettenberg unterhält uns ein ums andere mal mit Kriminalromanen, die an exotischen Schauplätzen spielen. Hierfür greift er gerne auf seine Kenntnisse aus seiner Zeit beim Entwicklungsdienst zurück, für den er lange Zeit im Ausland tätig war. Nach Südafrika brachte ihn jedoch vor nicht allzu langer Zeit ein Filmprojekt, in dessen Anschluss er noch einige Tage am Kap verbrachte, um das Hinterland von Kapstadt und die Provinz Western Cape zu erkunden. Genug Zeit, um hier seinen Kriminalroman "Land der Guten Hoffnung" spielen zu lassen.

Helm Tempow, sein Protagonist in diesem Roman, war auch mal beim Entwicklungsdienst, hat sich inzwischen aber auf Ermittlungen aller Art, insbesondere aber Personenfahndung spezialisiert. Bei Auslandseinsätzen kommt ihm natürlich seine berufliche Vergangenheit sehr zugute. Von einem Anwalt erhält er den Auftrag, den vermutlichen Entführer Tim Butler zu suchen, der vor sieben Jahren für die Freilassung der Tochter eines Hamburger Industriellen viel Geld erpresste. Seine Spur verliert sich in Südafrika, die dortigen Behörden hatten zu keiner Zeit mit der deutschen Polizei kooperiert und nun ist Butler endgültig abgetaucht. Höchste Zeit also, dass Tempow die Suche aufnimmt.

Stockholm-Syndrom am Kap der Guten Hoffnung

Wie sich herausstellt ein brisanter Auftrag, denn zwei seiner Gesprächspartner in Kapstadt sterben jeweils am folgenden Tag einen ominösen Unfalltod. Hinzu kommt, dass Tempow selbst beschattet wird - von niemand anderem als Rena Carsten, die vor sieben Jahren das Entführungsopfer von Tim Butler war und ein ganz eigenes Interesse hat, ihren Peiniger von einst wieder zu sehen. Während ihrer Gefangenschaft hat sie nämlich eigenartige Gefühle für ihre Entführer entwickelt.

Blettenberg ist ohne Zweifel einer der besten Erzähler deutscher Kriminalromane. Die regelmäßige Prämierung seiner Romane mit dem Deutschen Krimipreis kommt nicht von ungefähr. Erwartungsgemäß geradlinig erzählt er auch die Geschichte von der Suche Helm Tempows in Südafrika. Die Seiten fliegen unter den Fingern von rechts nach links und Abschnitte und Kapitelsprünge werden nicht als Hindernisse, sondern als Beschleuniger wahrgenommen. Schließlich scheint alles aufgeklärt, Tempow soll nach Hause reisen, sein Auftraggeber hat bekommen, was er verlangte - aber man ist komischerweise erst in der Mitte des Buches angelangt.

Ein Bruch in der Erzählung

Genau hier, wenn gerade mal die Hälfte des Romanes erzählt ist, baut Blettenberg einen Bruch ein. Bis hier war es nicht mehr als die Jagd nach einem Gesuchten, hier mal eine kleine Spur, da mal ein gemütliches Gespräch. Alles an den Orten, die der Südafrika-Tourist auch auf seinen Rundreisen durch die Kapregion zu sehen bekommt. Da ist der Badeort Camps Bay, die Einkaufsmeile V&A Waterfront in Kapstadt, da sind die Orte der Weinbauregion im Hinterland und das Städtchen Hermanus, wo jedes Jahr die Wale nah bis an die Küste kommen. Und dann - ziemlich unvermittelt - wagt sich Helm Tempow einen Schritt weiter, verlässt die Winelands, taucht ein in das Verborgene, Unbekannte, das gefährliche Südafrika. Er entdeckt dabei die wahren Hintermänner der damaligen Entführung.

Der Roman bekommt hier, typisch für Blettenberg, eine politische Dimension. Geheimagenten, Guerillakämpfer, Söldner und skrupellose Profiteure geben der Handlung ihre Impulse. Ein paar mal dreht und wendet sich das Blatt, sehr glaubhaft gewürzt durch eine auf den ersten Blick ziemlich irrational handelnde Rena Carsten, ehe der Autor ein dramatisches Ende präsentiert.

Wer Südafrika, das "Land der Guten Hoffnung" bereist, findet in dem gleichnamigen Roman von Blettenberg eine hervorragende Lektüre für den Urlaub. Er wird in der Kapregion an viele Orte kommen, die der Autor auch seinen Helden Tempow besuchen lässt. Er bewegt sich dabei im weißen Südafrika, in dem die inneren Konflikte des Landes nicht unmittelbar offensichtlich werden. Bei dem Versuch, diese Konflikte in seinem Roman zu verarbeiten, muss Blettenberg an der Oberfläche bleiben. Auch Helm Tempow fährt nur bis kurz hinter Villiersdorp, dem ersten Ort hinter der Weinregion, und dringt nicht ins tiefe Herz Südafrikas ein. Aber das macht auch gar nichts. "Land der Guten Hoffnung" ist tempo(w)reich erzählt und bietet mit ausgereiften Charakteren hervorragende Unterhaltung - auch für Leser, die gerade keinen Urlaub machen.

Land der guten Hoffnung

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Letzte Kommentare:
11.01.2007 19:36:19
Wolle

Selten ein so genaues und spannendes Buch gelesen. Auf jeder Seite entsteht das Bild, das Blettenberg beschreibt, im Kopf. Wer einmal am Kap war, ist sofort wieder dort unten. Der Plot ist spannend, die Wendungen lassen sich immer nur kurz vorher erkennen. Einziger Kritikpunkt: der Held tappt gelegentlich in ärgerliche Fallen. Diese "Schusseligkeit" lässt sich aus seiner Figur heraus eigentlich nicht erklären. Es wirkt so, wie in manchen Filmen wenn man denkt:"Mensch, mach das bloßnicht, das ist doch eine Falle". Bis einem klar wird: es steht so im Drehbuch. Aber vielleicht liegt es auch an Blettenbergs zweitem Talent: dem Drehbuch schreiben.