Der Herr des Regens

Erschienen: Januar 2004

Bibliographische Angaben

  • London: Bantam, 2002, Titel: 'The Master of Rain', Seiten: 605, Originalsprache
  • München: Heyne, 2004, Seiten: 575, Übersetzt: Ina Kleinod
  • München: Heyne, 2006, Seiten: 575

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In der exotischen und pulsierenden Metropole Shanghai scheint 1926 alles möglich. Der junge und unerfahrene Polizist Richard Field soll den Mord an einer schönen Russin aufklären und wird verschluckt von einer aufregenden und mörderisch korrupten Stadt.

Der Herr des Regens

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06.07.2020 17:19:06
tassieteufel

Kaum hat Richard Field seine Stelle bei der Geheimpolizei in Shanghai angetreten, wird er auch schon mit dem Mordfall an einer schönen Russin konfrontiert, den außer ihm scheinbar niemand wirklich klären will. Hilfe bekommt er nur von seinem Kollegen Caprisi, einem Amerikaner der bei Kriminalpolizei arbeitet und mit der den Fall gemeinsam bearbeitet. Während der Ermittlungen begegnet Field der faszinieren Natasha, deren Charme er schon bald verfällt.

Mit „Der Herr des Regens“ hat Tom Bradby nicht nur einen spannenden historischen Krimi geschrieben, sondern auch ein stimmungsvolles Bild der exotischen Metropole Shanghai um 1926 gezeichnet. Die Stadt brodelt vor Leben, hier treffen traditionelles chinesisches Leben und das moderne Europa aufeinander, es herrscht Korruption an jeder Ecke, neben unvorstellbarem Luxus existiert bitterste Armut, Gangsterbanden beherrschen den Alltag und jeder versucht das Beste für sich abzugreifen. Engländer, Amerikaner, Franzosen und Chinesen leben in getrennten Vierteln, die auch unterschiedlicher Gerichtsbarkeit unterstehen, mittendrin viele russische Flüchtlinge, die nach dem Sieg der Bolschwiken aus Russland geflohen sind und nun hier versuchen, ein neues Leben anzufangen. Lu Huang ein legendärer Gangsterboss, hat über die Jahre die „Grüne Triade“ zu einer mächtigen Organisation aufgebaut, die nun überall ihre Finger im Spiel hat und die gesamte Stadt beherrscht. In diesem Schmelztigel versucht nun der recht unbedarfte Richard Field seinen Weg zu gehen und verfolgt dabei mit einer Hartnäckigkeit seine Ermittlungen, die ihm weder bei seinen Kollegen und Vorgesetzten, noch im Gangstermilieu Freunde macht. Sowohl für Field als auch für den Leser ist kaum erkennbar, wer Freund, wer Feind, wer korrupt und wer ehrlich ist. Als Richard Field Natasha kennenlernt, eine Freundin der Ermordeten, die auch als Prostituierte arbeitet, gerät er schnell in den Bann der undurchsichtigen Schönheit, die wie fast jeder in der Stadt eine düstere Vergangenheit mit sich herum schleppt.
Neben dem undurchsichtigen Mordfall ist es vor allem das exotische und wunderbar bildhafte, geradezu vor Leben und Geschäftigkeit brodelnde Shanghai, dass hier eine atmosphärisch dichte Kulisse bildet, in die man beim lesen eintauchen kann. Schnell hält einen die feucht-schwüle, düstere und auch gewalttätige Stimmung gefangen, so dass nur schwer mit Lesen aufhören kann.
Mit geschickten Wendungen und überraschenden Geschehnissen hält der Autor die Spannung bis zum Ende hin aufrecht. Field und der Leser wissen bald gar nicht mehr, wem zu trauen ist und wem nicht und wenn das Ende auch ein typisches Happy End ist, so gönnt man es den Charakteren doch von Herzen.

FaziT: ein atmosphärisch dichter und sehr stimmungsvoller historischer Krimi vor exotischer Kulisse, der mir ausnehmend gut gefallen und mich bestens unterhalten hat. Krimifall, historisches Setting und interessante Charaktere verbinden sich hier zu einem gelungenen Ganzen!

14.10.2008 11:14:48
Stefan83

Nachdem mich schon Bradbys späterer Roman „Der Gott der Dunkelheit“ restlos begeistert hat, hab ich auch den Kauf von „Der Herr des Regens“ keine Sekunde bereut, auch wenn dieser in Sachen Spannung noch nicht ganz die Qualität des Nachfolgers erreicht. Fakt bleibt aber: Tom Bradbys detaillierter und doch nie langatmiger Schreibstil begeistert mich jedes Mal aufs Neue. Diesmal schickt er den Leser ins Shanghai des Jahres 1926. Die Stadt ist ein Schmelztiegel der verschiedensten Nationen. Chinesen, Engländer, Amerikaner, Russen und Franzosen leben eng an eng, in einzelne so genannte „Settlements“ unterteilt und arbeiten in einigen Behörden, wie der Polizei und dem Geheimdienst, sogar zusammen. Hier beginnt die Geschichte um Richard Field, einem jungen Grünschnabel von der Polizeiakademie aus Yorkshire, der vor seiner Vergangenheit in den Fernen Osten geflüchtet ist, um neu anzufangen. Erst wenige Tage im Dienst wird er sogleich mit einem Mordfall konfrontiert. Eine russische Prostituierte wurde brutal gefoltert und schließlich getötet. Und die Indizien weisen daraufhin, dass der Gangsterboss „Lu Huang“, Oberhaupt der mächtigen „Grünen Triade“, seine Finger mit ihm Spiel hat. Von Eifer und Idealismus beseelt stürzt sich Field in die Ermittlungen, um schon bald zu erfahren, dass es in der exotischen und pulsierenden Metropole vor allem eine Regel gibt: Traue niemanden. Durch seine Hartnäckigkeit gerät der junge Polizist immer tiefer in ein verstricktes Netz der Korruption und kriminellen Machenschaften, die auch vor dem Geheimdienst selbst nicht halt macht. Vom Verrat und Widerstand in den eigenen Reihen desillusioniert scheint die wunderschöne Natascha, eine weitere russische Prostituierte und Freundin der Ermordeten, das einzig Beständige. Wie schon in „Der Gott der Dunkelheit“ brilliert Bradby auch hier bei der Schilderung der Kulisse des Shanghais der 20er Jahre. Unwillkürlich hat der Leser ein Bild vor Augen: Männer mit großen Hüten und langläufigen Thompsons in der Hand, schwarze Limousinen, stinkende Gassen und verdreckte Nachtclubs. Bradby konstruiert einen Sündenpfuhl aus Hass, Verrat und Gewalt, der einem den Atem stocken lässt. Er erzählt nicht nur wie es war, sondern erweckt eine längst vergangene Epoche neu zum Leben. Da stört es auch nicht, dass „Der Herr des Regens“ vom Spannungsaufbau wesentlich länger braucht, denn die Detailtreue und diese unheimlich düstere und gleichzeitig faszinierende Atmosphäre ziehen stattdessen den Leser von der ersten Seite an in ihren Bann. Hinzu kommt die besonders gegen Ende grandios inszenierten Wendungen, die einem bald an jeder Figur zweifeln lassen und bis hin zu Fields engsten Vertrauten Misstrauen säen. Das Ende riecht zwar wieder arg nach Hollywood, passt hier aber wie die Faust aufs Auge. Insgesamt ist „Der Herr des Regens“ eine schillernde, mitreißende Lektüre, die dringend auf die Leinwand gehört. Eine absolute Empfehlung für alle Fans klassischer Gangstergeschichten (wer Filme wie „Die Unbestechlichen“ und „Chinatown“ liebt, kommt an diesem Buch nicht vorbei), die aufgrund der ausschweifenden Erzählweise allerdings Geduld und Einfühlungsvermögen beim Leser voraussetzt.

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