Der Schneemann

Erschienen: Januar 1981

Bibliographische Angaben

  • München: Rogner & Bernhard, 1981, Seiten: 241, Originalsprache
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1983, Seiten: 182, Originalsprache
  • Hamburg; Zürich: Luchterhand, 1992, Seiten: 248, Originalsprache
  • München: Verlag der Criminale, 2000, Seiten: 191, Originalsprache
  • Berlin: Alexander, 2004, Seiten: 263, Originalsprache
  • München: Süddeutsche Zeitung, 2006, Seiten: 185, Originalsprache
  • Hamburg: Hörbuch Hamburg, 2007, Seiten: 6, Übersetzt: Heikko Deutschmann
  • Zürich: Diogenes, 2009, Seiten: 263, Originalsprache

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Thomas Kürten
DER deutsche Thriller

Buch-Rezension von Thomas Kürten Mai 2006

Siggi Blum ist ziemlich gekniffen. Auf Malta versucht er sich mit dem Verkauf von Pornoheftchen über Wasser zu halten, doch seine Anwesenheit auf der Insel wird von der dortigen Polizei nicht gern gesehen. In drei Tagen wird sein Visum auslaufen, höchste Zeit, dass er die Heftchen an den Mann bringt. Doch seine Verabredung mit einem potenziellen Käufer gerät zum Fiasko. Er selbst wird auf dem Weg zum Treffpunkt in einem Hotel seiner Ware beraubt und als er mit leeren Händen das Zimmer seines vermeintlichen Kunden aufsucht, ist dies verwüstet und verlassen. Doch Blum findet in dem Wirrwarr das Toupet seines Kunden und darin versteckt einen Gepäckschein vom Münchener Hauptbahnhof.

Blum hält nichts mehr auf Malta und mit dem ersten Flugzeug fliegt er nach München, weil er wissen will, was in dem Gepäckfach liegt. Er findet ein Paket mit 20 Spraydosen voller Rasierschaum. Aber das ist nur das, was darauf steht, denn in den Dosen ist statt weißem Schaum weißer Schnee: zusammen gut und gern 2,5 kg Kokain, höchste Qualität, Peruvian Flake. Das ist sie, die Chance seines Lebens. Siggi Blum hält unversehens einen Schatz in Händen, der sein Leben ändern kann. Doch er muss den Schnee unter die Leute bringen, um ihn zu Geld zu machen und das möglichst schnell, denn an jeder Ecke wähnt er sich verfolgt: von Amerikanern, Italienern, Pakistanern. Alle Leute, denen er auf Malta begegnet ist, stehen bei ihm in Generalverdacht, hinter dem Schnee her zu sein und ihn deshalb zu jagen. Siggi muss das Zeug schnell los werden und ist darum bereit, es zu einem Bruchteil des Marktwertes zu verschachern. Doch wem kann er noch trauen?

Jörg Fauser war so was wie das Enfant Terrible der deutschen Literaturszene, oft beschrieben als ein Freak, der zwischen Drogen- und Alkoholgeschichten auch mal ganz gute Ergüsse zu Papier gebracht hat. Aber er war ein sehr konzentriertes Arbeitstier. Ab 1974 war er als freier Schriftsteller tätig, schrieb Gedichte, Reportagen, Erzählungen, lieferte bissige Studien des Milieus und der Gesellschaft. Nur richtig leben konnte er davon nicht. Darum entschied er sich, es mit einem Roman zu versuchen, ein Werk, bei dem so richtig die Kasse klingeln sollte. 1981 erschien "Der Schneemann", es war ein Thriller geworden. Und was für einer.

Beim Schneemann überzeugt die erzählerische Lässigkeit, mit der Siggi Blum von einer Katastrophe in die nächste eilt. Ein sympathischer Kleinkrimineller, der sich mit abgeklärten und eiskalten Drogendealern auf ein gefährliches Spiel einlässt. Besonders packend, weil Blum immer wieder Fehler macht und man ihn als Leser ein ums andere mal anschreien will. Tu es nicht! Aber er tut es doch. Dann dieser Verfolgungswahn, hinter jeder Ecke lauern bekannte Gesichter, der bildet sich das doch alles ein. Aber es sind genau diese Ängste, die ihm das Überleben letztlich sichern, die ihn von Malta, quer durch die Bundesrepublik, in die Niederlande und nach Belgien treiben. Das ist fesselnd, spannend und lebensecht, weil es so selbstverständlich und normal wirkt. Sensationslust und die Jagd nach billigen Pointen oder unglaubwürdigen Überraschungen sind Fauser fremd.

"Der Schneemann" brachte Fauser den kommerziellen Erfolg und die Anerkennung, die er sich erhofft hatte. 1984 wurde der Roman sogar verfilmt mit Marius Müller-Westernhagen in der Hauptrolle. Heute könnte man sich wohl einen Jürgen Vogel in der Figur Siggi Blum vorstellen. Viel Zeit um weitere Krimis zu schreiben, blieb Fauser nicht. Es war auch nicht sein Anliegen, als Krimiautor abgestempelt zu werden. Er war ein deutscher Schriftsteller, der sich nicht so leicht in eine Schublade ablegen lassen wollte. 1987 verunglückte er in der Nacht nach seinem 43. Geburtstag auf tragische Weise.

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