Meierhoffs Verschwörung

Erschienen: Januar 2006

Bibliographische Angaben

  • Rio de Janeiro: Objetiva, 2004, Titel: 'O Opositor', Originalsprache
  • München: Droemer Knaur, 2006, Seiten: 153, Übersetzt: Barbara Mesquita

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Lars Schafft
Der Brasilianer, der Pole und die Säfte des Urwalds

Buch-Rezension von Lars Schafft Apr 2006

Cashew — für den Anfang. Açaí — für den Morgen nach einer langen Nacht. Serigüela — gegen das, was uns am Leben und den Menschen verblüfft. Buriti — zur Reinigung der Gehörgänge. Bacuri — der kuriert alles außer Schielaugen und Wahnsinn. Patavá — gegen die großen Enttäuschungen. Sapiri — er hypnotisiert, tötet, oder lässt vergessen, ganz nach Wahl. Wasser.

 

"Mein Name ist Jósef Theodor, und ich kann Ihnen eine tolle Geschichte erzählen."
Er streckte mir die Hand entgegen, damit ich sie drückte. Sein Gesicht war noch röter als tags zuvor.
"Ich weiß. Sie haben gestern angefagen, sie mir zu erzählen."
"Welche?"
"Die von dem Doktor. Den Sie umgebracht haben."
"Ich habe einen Doktor umgebracht?"
"Das haben Sie mir jedenfalls erzählt. Gestern. Erinnern Sie sich nicht?"
Er grinst. Seine Zähne waren noch gelber.
"Doch, doch. Ich wollte sehen, ob Sie sich daran erinnern."

 

Verwirrt? Das kann schnell passieren in dieser wunderbaren Erzählung des Brasilianers Luis Fernando Verissimo. Nur etwa 150 Seiten lang begeistert "Meierhoffs Verschwörung" mit einer humorvollen Prosa, die jedoch jede dieser Seiten zu einem Genuss machen.

Aber lösen wir die Verwirrung schnell etwas auf. Cashew, Açaí, Serigüela, Buriti, Bacuri, Patavá, Sapiri  und Wasser sind nicht nur die Namen der Kapitel in diesem schönen Roman, sondern auch die exotischen Getränke, die sich der Ich-Erzähler, ein junger Journalist, in einer kleinen Kneipe in Manaus hinter die Binde gießt. In der Reihenfolge, pro Tag aber nur eine Sorte. Jósef Theodor trinkt keines davon. Er bleibt stur bei seinem Cachaça, den sich der Pole jeden Tag bis zur Besinnungslosigkeit in sich hineinschüttet. Und der Pole wird dabei geschwätzig. Doch was ist dran, an dieser so unglaublichen Geschichte? Davon, dass er der "Auslöscher" einer geheimen Gruppe, die sich "Meierhoff" nennt, war? Dass man diesen heruntergekommenen Mann den "Torpedo" nannte, weil er so zielsicher nur mit bloßen Händen einen Menschen töten kann?

Der junge Journalist, der eigentlich nach Manaus gekommen war, um eine Reportage über halluzinogene Pflanzen des Regenwalds zu schreiben, findet Interesse an der abenteuerlichen Erzählung des Polen. Kann es wirklich sein, dass die Meierhoff-Gruppe die mächtigsten Menschen der Welt vereint? Die praktisch das gesamte Geschehen auf dem Globus steuern? Und — jetzt kommt´s —, die ein Virus entwickeln gelassen hat, dass alle nicht-weißen Menschen komplett dahinraffen soll? Das sich verselbständigt hat? Und das nun von eben jenem Doktor, dem Schöpfer dieses Virus, aufgehalten werden soll? Eine ungeheuerliche Geschichte.

Eine ungeheuerliche Geschichte, die Luis Fernando Verissimo leicht, beschwingt, mit einem breiten Grinsen auf den Lippen erzählt, und dabei wie ganz nebenbei die ganzen Verschwörungs-Thriller, die derzeit den Markt überschwemmen, auf die Schippe nimmt. Lakonisch, ironisch, formidabel. "Meierhoffs Verschwörung" ist ein Juwel, das man nur jedem Leser ganz nah ans Herz legen kann.

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Letzte Kommentare:
25.01.2008 20:01:48
engelmicha

Eine herrliche Persiflage auf alle Verschwörungs-Thriller. Dan Brown lässt unfreiwillig grüssen. Ich kann Krimi-Couch-Kritiker Lars Schafft nur zustimmen, auch ich kann „Meierhoffs Verschwörung“ nur jedem Leser ans Herz legen, insbesondere den Fans von Dan Brown und sonstigen Verschörungstheoretikern. Vermutlich waren es die, die diesem Krimi so wenige Prozente gegönnt haben.
Nicht böse sein: Humor ist schliesslich wenn man trotzdem lacht! Und dazu gab mir dieser etwas andere Krimi reichlich Anlass.