Der Duft des Bösen

Erschienen: Januar 2005

Bibliographische Angaben

  • London: Hutchinson, 2003, Titel: 'The Rottweiler', Originalsprache
  • München: Blanvalet, 2005, Seiten: 448, Übersetzt: Eva L. Wahser
  • München: Goldmann, 2008, Seiten: 445

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Sabine Reiß
Man möchte einige Personen selbst umbringen

Buch-Rezension von Sabine Reiß Feb 2006

Ruth Rendell ist vielen bekannt als Autorin der Krimireihe um Chief Inspector Wexford, die schon über viele Jahre eine große Leserschaft begeistert. Doch über die Jahre hat sie auch viele serienunabhängige Romane verfasst, deren Anzahl die Wexford-Romane sogar übersteigt, nicht nur unter ihrem eigenen Namen, sondern auch unter dem Pseudonym Barbara Vine. Ihr neuestes Werk "Der Duft des Bösen" spielt in London. Sie erzählt dabei im Grunde eine Geschichte, die sich um die Bewohner eines Hauses rankt, wobei sich ein recht illustres Völkchen zusammengefunden hat:

 

  • Inez Ferry, Inhaberin von "Star Antiquitäten", die nicht über den Tod ihres Mannes hinwegkommt und sich mit Videos seiner Krimiserie tröstet;
  • Will Cobbett, ein in seiner Entwicklung zurückgebliebener, gut aussehender junger Mann mit der Naivität eines Zehnjährigen, der sich nichts lieber wünscht, als bei seiner Tante Becky zu wohnen;
  • Ludmilla, die mit einem russischen Akzent ihre Herkunft übertünchen möchte;
  • Jeremy Quick, ein Mann, der nicht nur scheinbar ein Doppelleben führt;
  • Zeinab, Verkäuferin bei Inez, die es mit der Wahrheit gar nicht so genau nimmt;
  • Freddy Perfect, der Verlobte Ludmillas, der sich permanent bei "Star Antiquitäten" herumtreibt und wahrlich nicht perfekt ist.

Die Nachrichten der Stadt sind voll davon, dass sich ein Serienmörder herumtreibt, der junge Mädchen mit einer Art Garotte erwürgt und anschließend um ein Schmuckstück oder ähnliches erleichtert. Die Presse nennt ihn fälschlicherweise den "Rottweiler", weil das erste Opfer eine Bissspur am Hals aufwies.

Von Spannung keine Spur!

Erstaunlicherweise offenbart die Autorin den Mörder schon recht früh, nämlich auf S. 141. Wer also einen astreinen Whodunit erwartet hat, ist hier schon enttäuscht. Aber auch eine derart aufgebaute Geschichte besitzt ein großes Spannungspotenzial, das haben viele Autoren schon bewiesen. Es bleiben ja immer noch einige Fragen offen, z.B. wie gestaltet sich die Tätersuche und gelingt es der Polizei, einen weiteren Mord zu verhindern? Aber auch das wird im weiteren Verlauf der Geschichte nicht thematisiert. Das Leben bei Star Antiquitäten plätschert dahin und dreht sich im Großen und Ganzen nur um Nebensächlichkeiten bzw. Geheimnisse der Mitbewohner. Ab einem gewissen Punkt kann man das Buch zwar kaum mehr aus der Hand legen, aber nicht, weil es so unglaublich spannend wäre - weit gefehlt -, sondern leider weil man permanent darauf wartet, dass nun doch endlich etwas passieren würde. Von Spannung also keine Spur!

Immerhin entwickelt Ruth Rendell gegen Ende noch ein Motiv für den Mörder, das jedoch nur ein großes Stirnrunzeln hervorruft. Zudem ist die Charakterisierung der Figuren recht eintönig und voller Klischees, eine Tatsache, die den Ruth-Rendell-Kenner absolut verwundert, da sie in ihren anderen Büchern immer wieder gezeigt hat, dass sie es besser kann. Sie lässt eine Reihe von Stereotypen auftreten, die sich so verhalten, dass man sie als Leser am liebsten selbst umbringen möchte, um dem Elend zu entfliehen. Auch die Polizei tritt nur sporadisch auf, tut aber nichts, um den Täter zu finden und versteift sich stattdessen bei ihren Untersuchungen auf den harmlosen Will, der nach einem Aufenthalt auf dem Polizeirevier so verstört ist, dass man fast meint, er würde bleibende Schäden zurückbehalten.

Und wo bleibt der Krimi?

Den Titel Krimi verdient das Buch jedenfalls nicht und wer es gar in die Sparte Psychothriller einordnet, der hat es wohl vorher nicht gelesen. Für einen solchen reicht es nämlich nicht aus, wenn man das Motiv in der Kindheit des Mörders versteckt. "Der Duft des Bösen" glänzt weder mit einer einfallsreichen Story noch mit großer Spannung und kann allenfalls als gute Einschlaflektüre dienen. Schade, von Ruth Rendell ist man Besseres gewohnt. Diesen Blick in die vermeintlichen Abgründe des Kleinbürgertums bzw. Mittelstandes kann man sich ersparen und getrost auf den nächsten Wexford warten, der das Bild der Autorin hoffentlich wieder gerade rückt.

Der Duft des Bösen

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Letzte Kommentare:
13.03.2014 21:05:43
Theresa

Ich kann mich den anderen Meinugen nur anschliessen. Manche Geschichten waren zwar interessant, doch doch "nerven" mich Geschichten wie die von Becky immer in Büchern. Ich weiß jetzt auch nicht so Bescheid wie man sich in solch einer Situation verhaltn sollte, kann. Das war wahrer Terror. Das einzige wirkliche unschuldige Opfer in dem Buch, abgesehen vvon den kaum erwähnten Mordopfern.

19.09.2009 11:58:17
Dr.Dieter Rohnfelder

Das "Grundübel" besteht darin, dass die Bücher inzwischen so endlos lang geworden sind! An sich war die Idee, die handelnden Personen auf eine Hausgemeinschaft zu beschränken, sehr gut (wie bereits im "Dämon hinter Spitzenstores"!), aber dann wird alles viel zu breit ausgewalzt. Freilich sind gute "Teil-Geschichten" dabei, z.B. Zeinabs Heiratsversprechen an 2 Männer, die Vereinnahmung von Becky durch ihren geistig behinderten Neffen und die Entwickung des hochbegabten Anwar zum Verbrecher - aber ein stimmiges Gesamtbild entsteht nicht. Und das Motiv für die Frauenmorde überzeugt überhaupt nicht. Alles in allem enttäuschend - selbst von mir als absolutem R.R.-Fan nur 55 Punkte (!).

06.02.2009 11:13:52
2fler

Meiner Meinung nach hätte sich die Rendell gegen die Veröffentlichung dieses "Krimis" wehren müssen. Eine üble Enttäuschung für mich, nachdem ich eine Rendell Pause eingelegt hatte. Das schlechteste Buch, dass ich bis jetzt von ihr gelesen habe. Ich meine Humor oder Komik findet man in ihren Büchern eigentlich eh nur zwischen den Zeilen, aber hier wirkt es so als ob jemand krampfhaft versucht hätte einen etwas lustigeren Krimi zu schreiben. Herausgekommen sind dabei nur seltsame Charaktere, die sich allenfalls albern aufführen. Null Punkte von mir

02.01.2008 22:40:39
Bettina

mein erstes Rendell - Buch...nicht wirklich ein "saftiger Krimi", leider. Erinnert mich ein bischen an patricia highsmith, aber bei weitem nicht so spannend in den Charakterdarstellungen.Ich habe es "wohlwollend" zuende gelesen, aber es wird garantiert auf dem naechsten Flohmarkt wieder verkauft. Ich muss vorangehenden Kommentaren allen Recht geben. Verschenken wuerde ich das Buch allerdings nicht - denn ich verschenke nur Buecher die ich selbst nicht kenne oder super finde. Vielleicht gebe ich bei Gelegenheit einem anderem Rendell die Chance - aber nur geschenkt...oder vom flohmarkt.

22.12.2007 14:13:20
Bernd Gothe

Dame Rendell ist meine absolute Favoritin in Sachen Thriller und Krimis (selbst der inzwischen 110 Jahr alte Wexford ist große Klasse.)
Nach einem Rendell muss ich eine sehr lange Krimipause einlegen, damit ich andere Damen und vor allem Herren nicht sofort an die Wand schmeiße. Schlimme Finger gibts unter den Autoren dieses Genres, besonders die amerikanischen Herren, die in fast jedem Buch mittels hahnebüchener Sexszenen ihre schwächliches Geschreibsel aufpeppen wollen und einen nur zum würgen bringen.
Einige Damenmachen da auch schon mit: Karen Rose z.b.
Man kann nur hoffen, dass Ruth Rendell 100 Jahre wird und bei klarem Verstand und flinken Fingern bleibt.
Ich freu mich schon auf ihr nächstes. ALLE anderen habe ich.

18.10.2007 13:22:07
Knetkobold

Ich muss leider ebenfalls vor diesem Buch warnen. Es ist zum Einschlafen langweilig - habe mich fast zwei Wochen rumgequält, bis ich es durch hatte. Die Figuren sind unglaubwürdig, eine Kriminalhandlung findet nur gaaanz nebenbei statt, meistens dreht sich alles um die Leute die in Ines' Antiquitätenladen ein und aus gehen.
Tut Euch einen Gefallen und holt Euch einen anderen Roman von Ruth Rendell, falls Ihr von dieser, von mir eigentlich geschätzten Autorin, noch nichts kennt.

18.10.2007 12:45:47
silke

Sicher,ich habe schon weit bessere Bücher gelesen,als dieses,aber auch schlechtere.Spannung ist wirklich nicht da,aber eigentlich finde ich die Geschichte so langweilig nicht.Ganz interessant sogar.Wenn es mich tödlich gelangweilt hätte,hätte ich es abgebrochen,aber dem war nicht so.

11.04.2006 16:16:21
ute

Ich muss leider sagen, dass das Buch meine Erwartungen leider nicht erfüllt hat. Es langweilt von der ersten bis zur letzten Seite, von Nervenkitzel oder Spannung keine Spur, Krimi oder sogar Thriller ist die absolut falsche Bezeichnung für dieses Buch. Schade, denn die Vorgänger waren durchaus lesenswert. Finger weg, wenn ihr keine Enttäuschung erleben wollt.

09.03.2006 20:24:51
Tabea B.

Nicht zu vergleichen mit früheren Titel Ruth Rendell´s!
Langweilig, konfus, zäh...
Die ersten geschätzten 120 Seiten plätschern so vor sich hin - es passiert eigentlich nichts, außer daß ein Londoner Haus mit seinen Bewohnern beschrieben wird und die momentane Aufregung in der Bevölkerung über einen/ bzw wegen eines Serienmörders.
Auf Seite 121 erfahren wir dann wer der Mörder ist... und da hab ich mich dann allen Ernstes gefragt, warum ich noch ca 300 Seiten weiter lesen sollte?!
Fazit: Finger weg! Es sei denn es gibt im Buchladen wirklich keinen anderen Krimi mehr und man leidet schon an Entzugserscheinungen.

12.02.2006 01:07:51
c.ross

Ich habe mich tapfer durch die ca. 450 Seiten durchgequält und dann beschlossen, das Buch zu verschenken. An jemanden, der mit dieser Art von schrulligem "cozy crime" was anfangen kann. Die breitgewalzten Charakterschilderungen sind so langweilig wie unglaubwürdig, die eigentliche Protagonistin Inez mit ihrem putzigen Antikladen tritt weit weniger in Erscheinung als irgendwelche der viel zu zahlreichen Nebenfiguren und die Morde an den jungen Frauen scheinen auch nur Nebensache zu sein. Dafür weiß man allerdings schon sehr früh, wer der Täter ist (und geahnt hat man es natürlich noch viel früher) , der doch tatsächlich scheinbar ernsthaft sein Motiv hinterfragt. Und das ist letztlich dann so was von platt und an den Haaren herbeigezogen, dass man es kaum glauben mag. Hinzu kommen etliche Fehler in der Chronologie und eine nervige Konzentration auf handlungsferne Details, die die Lektüre äußerst mühsam machen. Dazu der hausbackene Stil - und tödliche Langeweile ist garantiert. Wenn er nicht mitten in London spielen würde, könnte man diesen Roman unter "gemütlich verspieltem Landhauskrimi" ablegen und sich allenfals wundern, dass keine Rezepte für Plumpudding drin vorkommen. Good old Agatha hätte das vor Jahrzehnten schon besser hingekriegt und von einem Psychothriller ist dieser Roman in etwa so weit entfernt wie die Schilderung meiner Blinddarmoperation, als ich so ungefähr sechs war.