Fuckwoman

Erschienen: Januar 2002

Bibliographische Angaben

  • London: Old Street, 2009, Titel: 'F***woman', Seiten: 320, Originalsprache
  • München: Kunstmann, 2002, Seiten: 272, Übersetzt: Uda Strätling
  • München: Knaur, 2004, Seiten: 349

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Jörg Kijanski
Das meint Krimi-Couch.de:

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Feb 2006

In Los Angeles sorgen immer mehr Sexualstraftäter für Unruhe vor allem in der weiblichen Bevölkerung, zumal die Polizei den Tätern ständig hinterherläuft. So zum Beispiel im Fall Cipasso, der zuletzt gleich drei Frauen auf einmal vergewaltigte, eine Mutter und ihre beiden volljährigen Töchter. Während sich das LAPD und dort vor allem der Kriminalpsychologe Dr. Holocenter überwiegend in ausschweifenden TV- und Presseinterviews zu dem Thema äußern, ansonsten aber nichts Erfolg versprechendes auf die Reihe kriegen, rückt mehr und mehr eine andere Person in den Focus des öffentlichen Interesses: Fuckwoman! So wird die Frau vom LAPD und der Presse genannt, die sich als einsame Rächerin auf die Spur der Sexualstraftäter macht und jenes vollbringt, zu dem das LAPD offensichtlich nicht in der Lage ist. Sie findet die Täter, um sie dann das gleiche Schicksal erleiden zu lassen, welches sie zuvor den Frauen angetan haben. Sie demütigt sie, zwingt sie fast immer zum Sex und gibt anschließend der Polizei einen Hinweis, der zur Verhaftung führt.

Jene Frau, die von der Öffentlichkeit als F...woman gefeiert wird, weil endlich mal jemand für Ordnung sorgt, ist die feministische Journalistin der Angels Times, Cynthia Lelague, wie der Leser bereits nach gut 50 Seiten erfährt. Als ihr ahnungsloser Chef Gore Emhard aufgrund des allgemeinen Pressewirbels um F-Woman sie bittet, ein Interview mit Dr. Holocenter zu führen, nimmt Cynthia die Herausforderung an und stellt sich ihrem größten Widersacher in einem längeren Gespräch. Dieser scheint jedoch von Beginn an zu wissen, mit wem er es zu tun hat...

Das Buchcover, welches an einen Comic à la Supermann erinnert (auch F-Woman arbeitet als Journalistin!), lässt in Verbindung mit dem reißerischen Titel zunächst nichts Gutes erahnen und tatsächlich geht einem mit zunehmender Seitenzahl die ständige Wiederholung des Buchtitels ordentlich auf den Nervenstrang. Weitere artverwandte, ungezählte F-Wörter tragen auf Dauer ebenfalls nicht zum Lesegenuss bei. Der Plot um eine feministische Kämpferin, die auf Rache für vergewaltigte Frauen sinnt und daher zur Selbstjustiz greift, ist natürlich "politisch inkorrekt" und so hinterlässt vor allem der Schluss des Buches einen faden Beigeschmack, in dem der Autor in jeder Hinsicht über das Ziel hinaus schießt. Dennoch hätte man aus dem Plot viel herausholen können, denn so mancher (Selbstjustiz-)Film mit Charles Bronson, in dem dieser den einsamen Rächer gab, war ja durchaus unterhaltsam und die "Tokio-Killer"-Romane von Barry Eisler, in denen gar ein Auftragsmörder den "Helden" gibt, sind ja auch nicht die schlechtesten Bücher, zu denen man greifen kann.

In "Fuckwoman" werden zunächst seitenlange Presse- und Fernsehberichte ausgewälzt und diese mit ebenso umfangreichen Interviews mit Dr. Holocenter (die sprachliche Nähe zu "Holocaust" dürfte dabei nicht zufällig sein) garniert. Hier hätte der kriminalpsychologische Chefberater des LAPD aber ähnlich kompetent auftreten müssen wie beispielsweise ein Tony Hill bei Val McDermid. Stattdessen eher oberflächliches Psycho-Geschwafel, das beim Leser keinen nachhaltigen Eindruck hinterlässt, wie überhaupt alle Figuren sehr blass gezeichnet sind. Bei den wenigen Racheakten von Fuckwoman wiederum hätte der Autor auch mal ein wenig ins Detail gehen dürfen. Mo Hayder, Tess Gerritsen und die bereits erwähnte McDermid haben ja gezeigt wie man vergleichbare Szenen schreiben kann, zumal wenn es um eine glaubwürdige Darstellungsweise geht. Stattdessen provoziert Fuckwoman gleich ein ganzes Rudel "wilder Kerle", die sich bereits auf eine Massenvergewaltigung "freuen" und anschließend allesamt im Krankenhaus landen. "16 auf einen Streich" schaffte selbst eine bekannte Märchenfigur nicht und spätestens in dieser Szene gewinnen die Zweifel Oberhand. Nein, bei allem Verständnis für schriftstellerische Freiheit, aber eine Frau im Kampf gegen 16 Männer, dass geht dann doch nicht. Comicvergleich hin oder her.

Rund 100 Seiten vor Schluss geht Fuckwoman dann Dr. Holocenter in die (sehr offensichtliche) Falle und was dem Leser auf den dann folgenden Seiten zugemutet wird ist schlicht atemberaubend, wenngleich im negativen Sinne. Nur gut, dass selbst die "Militanten Tunten" ordentlich mitmischen und tausende Menschen aus Sympathie "Fuck, Fuck, Fuckwoman" skandieren.

Nein, dieses Buch ist nicht nur politisch "inkorrekt" und selbst für jene Personen, die angesichts des Titels womöglich auf gewisse Szenarien spekulieren, gänzlich ungeeignet. Einzig als schrillen Comic könnte man dieses Buch mit seinen zahlreichen Überzeichnungen und völlig überdrehten Charakteren durchgehen lassen. Aber besteht ein Comic nicht überwiegend aus Bildern?

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