Des Teufels Werk

Erschienen: Januar 2006

Bibliographische Angaben

  • Köln: Random House Audio, 2006, Seiten: 6, Übersetzt: Andrea Sawatzki, Bemerkung: gekürzt
  • London: Macmillan, 2005, Titel: 'The devil´s feather', Seiten: 356, Originalsprache
  • München: Goldmann, 2007, Seiten: 414

Couch-Wertung:

85°

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
 50° 100°

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

0 x 91°-100°
0 x 81°-90°
1 x 71°-80°
0 x 61°-70°
0 x 51°-60°
0 x 41°-50°
0 x 31°-40°
0 x 21°-30°
0 x 11°-20°
0 x 1°-10°
B:77
V:0
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":1,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":0,"86":0,"87":0,"88":0,"89":0,"90":0,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":0}
Peter Kümmel
Erfreuliche Entwicklung einer fast festgefahrenen Autorin

Buch-Rezension von Peter Kümmel Jan 2006

Ort der Handlung: Sierra Leone während des Bürgerkriegs 2002. Die in Simbabwe aufgewachsene Reuters-Korrespondentin Conny Burns, tätig in den Krisengebieten dieser Welt, berichtet von einer Serie von Morden an Frauen, die vorher vergewaltigt wurden. Drei Jugendliche wurden schließlich für die Taten verantwortlich gemacht, als man sie bei der versuchten Entführung eines jungen Mädchens erwischte. Doch Conny glaubt nicht, dass man die wirklichen Täter erwischt hat. Sie verdächtigt den sadistischen Söldner John Harwood, den sie in einem Lokal dabei beobachtete, wie er einer Prostituierten den Arm brach. Sie kennt Harwood bereits aus dem Kongo, wo er unter dem Namen MacKenzie lebte. Als Connie Harwood um ein Interview mit dessen Vorgesetzten bittet, weist er sie rigoros ab. Ebenso ablehnend reagiert Connie, als sie vor ihrer Ausreise von Harwood gebeten wird, ein Päckchen an eine Mrs. MacKenzie mit nach England zu nehmen, worauf er eine versteckte Drohung ausspricht.

Zwei Jahre später ist Connie im Irak tätig. Dort entdeckt sie MacKenzie wieder als Ausbilder für irakische Polizisten. Jetzt nennt er sich Kenneth O'Connell. Als Connie bei dessen Arbeitgeber nachhakt, ist O'Connell plötzlich verschwunden. Connie recherchiert nach Morden an jungen Frauen im Irak und wird fündig. Nachdem Connie bemerkt, dass jemand in ihrem Hotelzimmer war und den Laptop benutzt hat, auf dem sie über ihren Verdacht gegen MacKenzie geschrieben hat, bekommt sie es mit der Angst zu tun und beschließt, das Land zu verlassen.

Auf dem Weg zum Flughafen wird Connie entführt und nach drei Tagen fast unversehrt wieder freigelassen. Connie schweigt über ihre Entführung. Die Öffentlichkeit vermutet, dass es sich nur um eine Inszenierung handelte, um Schlagzeilen zu machen.

Eine "neue" Minette Walters?

Ein Action-Thriller? Habe ich hier wirklich einen Roman von Minette Walters in den Händen? Oberflächlich betrachtet sieht alles vertraut aus: Einschübe von Zeitungsmeldungen und E-Mails, doch ansonsten hat man das Gefühl von angenehmer Abwechslung. Dann jedoch die schriftstellerische Kehtwendung: Connie zieht sich zurück in ein einsames heruntergekommenes Haus nach Dorset. Sie leidet unter Panikattacken und ist für keinen Menschen außer ihre Eltern auffindbar. Kontakt hat sie dort nur mit Jess Derbyshire, einer schweigsamen jungen Frau, die einen Bauernhof bewirtschaftet und als Außenseiterin gilt, sowie dem Arzt Peter Coleman. Das Buch scheint sich zunächst dem Cozy-Genre zuzuwenden, wandelt sich dann jedoch zu einem Psychogramm einer Frau, die unter Ängsten leidet, die keinem vertraut und sich dann nach und nach langsam öffnet und wieder an Selbtvertrauen gewinnt. Doch da ist noch mehr. Auch Jess Derbyshire scheint ein Geheimnis zu umgeben. Die ungewöhnliche Beziehung zweier verschlossener Frauen wird nun von Minette Walters langsam aufgearbeitet. Was hat Connie wirklich in ihrer Gefangenschaft erlebt? Ist MacKenzie eine Bedrohung für sie?

"Des Teufels Werk" ist ein Roman, der dem oft leichtfertig vergebenen Begriff "Psychothriller" gerecht wird, den man aber ob seiner Vielschichtigkeit trotzdem nicht ausschließlich als solchen klassifizieren sollte. Er deutet außerdem eine erfreuliche Entwicklung einer Autorin an, die ich nach ihren letzten Romanen als "festgefahren" bezeichnet habe. Minette Walters schafft in dem einsamen Haus in idyllischer Landschaft eine düstere, bedrückende Atmosphäre mit einer Einleitung in Kriegsgebieten, die optisch zwar einen Kostrast bieten, doch eigentlich mit offener Gewalt nur die Einstimmung auf die versteckte Drohung des Bösen bietet. Die Handlung ist absolut dialoglastig. Selbst die spannendsten Abschnitte werden nicht "live" geschildert, sondern als Beschreibung eines Polizeiverhörs nach Art eines Theaterstücks, ohne daß dies jedoch der Spannung Abbruch täte.

Ein aktuelles und brisantes Thema

Wenige Charaktere, die genau durchleuchtet werden. So kennt man die britische Autorin. Und endlich ist es einmal nicht das soziale Umfeld der englischen Arbeiterschicht, das für Verbrechen sorgt. Mit der Entführung einer Ausländerin in Krisengebieten und der Stellungnahme der Medien zu diesen Fällen streift sie ein hochaktuelles brisantes Thema.

"Des Teufels Werk" ist eindeutig das Beste, was Minette Walters seit ihrer Anfangszeit veröffentlicht hat und bei dem sie endlich wieder einmal mit ihren Worten brillieren kann. Die offene Frage zum Ende ist nicht als negativ anzusehen, sondern lässt dem Leser Spielraum für eigene Schlüsse.

Des Teufels Werk

Des Teufels Werk

Deine Meinung zu »Des Teufels Werk«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
12.12.2014 17:32:13
krimifresserin

Es ist das erste Mal, dass ich einen Krimi am Ende nur quergelesen habe. Extrem langweilig und uninteressant! Was geschehen ist, liest man nicht direkt, sondern erfährt es nur durch langatmige Gespräche der Protagonisten oder eingestreute e-mails. Ständig wird sich außerdem unterhalten über Dinge, die für die eigentliche Geschichte völlig irrelevant sind. Der Gipfel für mich war die nervige, todlangweilige Befragung der Hauptperson durch den Polizisten gegen Ende des Romans. Von mir nicht mehr als 20 Grad.

01.08.2011 12:29:23
Büchermaus

Leider bleibt dieses Buch ein Entwurf. Man könnte die Hälfte wegstreichen, das würde es wahrscheinlich sogar eher verständlich machen. Anfangs eine leidlich spannende Geschichte um eine Journalistin, die in einem Krisengebiet als Geisel genommen wird, verkommt der Roman zu einer bizarren Familiengeschichte, bei der man irgendwann die Lust verliert mit zu denken. Wer hat denn nun mit wem Kinder gezeugt, wer erpresst wen, wer ist eigentlich wer in dieser Story und wieso zum Teufel schnüffelt eine schwer traumatisierte Frau, die sich völlig aus der Welt zurück zieht, nicht isst, nicht schläft und sich nur noch fürchtet, so leidenschaftlich im Leben ihrer Nachbarin herum? Das passt alles von vorne bis hinten nicht zusammen. Das Finale um den wieder aufgetauchten Entführer und das seltsam offene Ende bringen auch nichts mehr, die Geschichte ist durch und durch enttäuschend.

11.07.2011 13:14:45
Dr. Michael Mandel

Langweilig, langatmig, verworren. Der Schluss vorhersehbar, ohne jede Spannung. Habe mich selten bei einem Krimi so durchgequält und gelangweilt. Abzuraten.

Minette Walters erreciht leider nicht mehr das Niveau ihrer früheren Veröffentlichungen und als Krimiautorin muss man sie wohl endgültig abschreiben.
Thematisch und aktualitätsbezogen ist das Ganze ja ganz nett, aber die Umsetzung lässt sehr zu wünschen übrig.

Ich habe aus der Buchbesprechung mehr über den Inhalt erfahren als bei der Lektüre.

Vielleicht zum Einschlafen anstatt Schlafmittel geeignet.

18.08.2009 18:44:09
Lesemaus

Also ich muss sagen, es ist ganz gut das Buch.

Zwischenzeitlich dachte ich, es ist ein wenig langatmig. Dann wurde es aber ein wenig spannender. Die Geschichte um Jess und Madleine war irgendwie länger als das eigentliche Thema. Dennoch ganz interessant.
Zum halbwegs offenen Ende kann ich nur sagen, dass Frau Walters es klug gewählt hat. Denn eine plötzliche Auflösung hätte mir wahrscheinlich den Chara von Connie zerstört.

Dennoch, ich denke für mich wird es das letzte buch von Minette Walters gewesen sein.

26.05.2009 10:15:20
tedesca

Ein Thriller, der einerseits die grausamen Handlungen im kriegsgeschüttelten Sierra Leone zum Thema hat und andererseits einem Fraunmörder auf der Spur ist, dem Connie Burns nur durch ein Wunder entkommen ist. Minette Walters beschreibt minutiös die Geschichte von Connie und Jess, zwei Frauen, die jede mit ihrem Trauma und ihrer Geschichte leben müssen. Das Buch zeichnet sich weniger durch reisserische Szenen und superspannende Handlung aus, als vielmehr durch die beklemmende und düstere Schilderung der Geschehnisse in der Vergangenheit. Die Geschichte wird fast ausschließlich in Dialogform erzählt, was ihr noch einen ganz eigenen Touch verleiht. Nichts für Fans von rasanten Thrillers, sondern eher etwas für Leute mit einem Sinn für Tiefgang.
Das Hörbuch zeichnet sich ausserdem noch aus durch das hervorragende Lesen von Andrea Sawatzki.

28.11.2008 15:19:30
kamei

Bis anhin war oder bin ich ein Fan von Minette Walters. Ich habe alle Bücher regelrecht verschlungen, und kann alle nur empfeheln. Nur mit Des Teufels Werk wurde auch ich nicht richtig "warm". Der Anfang ist sehr schwerfällig und ich konnte mich nicht aufraffen weiterzulesen.nun viellecht packe ichs noch und lese es zuende.

12.08.2008 13:59:58
Bio-Fan

Das zentrale Thema dieses Romans ist Gewalt- genauer Gewalt gegen Personen. Minette Walters spannt einen weiten Bogen von der kollektiven, meist sanktionierten Gewalt, sei es wie hier ein Bürgerkrieg in Sierra Leone oder der Interventionskrieg im Irak, über die individuelle Gewaltausübung sadistischer Männer, die ihre perversen Neigungen in Kriegen meist ungestraft ausleben können, bis hin zur "häuslichen Gewalt", die in ihrer Vielschichtigkeit auch von Frauen ausgeübt werden kann.
Gleichzeitig erleben wir,
wie aus der selbstbewußten Auslandskorrespondentin Conny Burns durch ihre Gefangenschaft ein traumatisiertes Opfer wird, das aber durch eine erneute Konfrontation mit seinem Peiniger seine Ängste überwinden kann.
Man merkt das diese gewonnene Souveränität genau Waters "Ding" ist, denn gegen Ende kostet sie diese Überlegenheit der beiden Frauen weitlich aus und das sind keine "feministischen bzw. pseudofeministischen Auslassungen" wie sich ein Leser mokiert.
Schön hierbei: der feine zum Schmunzeln anregende Humor.
80 Grad von mir

04.12.2007 14:35:55
Richard.H

Hallo zusammen! Also ich fand das Buch garnicht mal so übel,sicher zwischen dem 1 Abschnitt und dem letzten Abschnitt vieleicht manchmal etwas trocken,aber insgesamt gesehen war das Buch typisch geschrieben im Stile von Minette Walters.Es gehört nicht zu den besten Krimis die ich bis jetzt gelesen habe,aber trotzdem kann ich dieses Buch weiterempfehlen.

02.12.2007 13:35:31
mumi

Nach 100 langatmigen Seiten habe ich das Buch in Altpapier geworfen!
Die eigentliche Geschichte wird in den Hintergrund gedrängt, dafür dreht sich alles plötzlich um diese Familie. So extrem uninteressant und langweilig...einmal "Walters" nie wieder "Walters"!

06.11.2007 17:54:33
Maggie47

Bisher mochte ich Minette Walters immer recht gerne aber mit diesem Werk hat sie werder sich, noch dem Leser einen Gefallen getan.
Die eigentliche Geschichte um Conny und Psycho gerät immer wieder ins Hintertreffen.
Schade

19.09.2007 14:59:05
Emily306

Anfangs fand ich es schwer, mich einzulesen, aber dann gefiel mir das Buch zunehmend besser, war teilweise auch spannend. Der Schluss hat mich dann doch wieder enttäuscht. Wie von Ham schon erwähnt, das Familendrama hätte man sich sparen können. Alles in allem hatte die Story keinen wirklichen Tiefgang. An die alten Bücher von Minette Walters kommt auch dies nicht heran, ist aber lesbar.

08.05.2007 20:10:10
Ham

Alles in allem eine große Enttäuschung... .
Die Geschichte um Conny Burns kommt überhaupt nicht in Fahrt und das Familiendrama in Dorset ist bestensfalls eine Gemeinheit, aber nicht besonders spannend.
Ich habe die "alten Geschichten von Mrs. Walters verschlungen, aber alle neueren Werke sind die investierte Zeit nicht wert. Es wird wohl lange dauern, bis ich wieder einen ihrer Romane zur Hand nehme... 55°

07.05.2006 21:34:48
Conny Carmichael

Nach langer Zeit mal wieder ein bemerkenswerter Roman von Walters, den man nicht so schnell vergisst.
Die Irak Situation hier einzubauen , wobei hauptsächlich um zu zeigen das auch im Mantel vermeintlich weltbekannter Verbrechen andere untergehen und sich verschleiern lassen , ist bei mir gut angekommen.
Desweiteren wird eine ganz andere Art des Sadismus vorgeführt, nämlich die in häuslicher Atmosphäre und Seniorenkreisen, genauso brandaktuell wie ein Land im Krieg.
Ich finde die feministische Ader dieses Buches nicht übertrieben, da ist manche Ermittlerin im täglichen Umgang in ihrem Revier nervtötender als 2 Frauen die aus gemeinsamer Verletzung eine Stärke entwickeln und diese intelligent und konsequent ausspielen.
Emails und Mitschnitte aus Akten zu verwenden finde ich durchaus erfrischend, die Tabellenwiedergaben von Rhyme finde ich da um einiges unsinniger.
Mit diesem Buch ist Frau Walters bei mir jedenfalls wieder ins Rampenlicht gerückt, es bleibt abzuwarten ob Frau Walters weiterhin im Dunst kleiner britischer Dörfer tobt,ode vielleicht doch wieder einmal noch einen Schritt weitergeht und weltmännisch noch intensiver andere Regionen /Örtlichkeite in ihre Romane einbeziehen wird.

26.04.2006 12:50:46
Kornelia

Ich kann die positiven Meinungen leider nicht teilen. Für mich war die neue Walters eine große Enttäuschung. Trotz des scheinbar aktuellen Themas (Irak-Krieg) ist es kein Polit-Thriller, trotz des Kammerspiels im zweiten Teil kein psychologischer Spannungsroman. Alles ist vorhersehbar und damit langweilig, die Figuren platt, unecht und überzeichnet - Frau Pilcher lässt grüßen. Und auf die feministischen bzw. pseudofeministischen Auslassungen hätte ich auch gern verzichtet. Außedem würde ich gern wissen, ob Frau Walters eigentlich noch ohne Einschübe schreiben kann, so wie damals, zu Zeiten von "Im Eishaus" ...