Kennedys Hirn

Erschienen: Januar 2006

Bibliographische Angaben

  • Stockholm: Leopard, 2005, Titel: 'Kennedys hjärna', Originalsprache
  • München: Der Hörverlag, 2006, Seiten: 5, Übersetzt: Axel Milberg
  • München: dtv, 2008, Seiten: 396
  • München: dtv, 2010, Seiten: 398
  • München: Der Hörverlag, 2011, Seiten: 5, Übersetzt: Axel Milberg

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Peter Kümmel
Zu viele Fragen, zu wenig Antworten

Buch-Rezension von Peter Kümmel Dez 2005

Die typische Schreibweise von Mankell mit seinen kurzen prägnanten Sätzen ist auf Anhieb erkennbar, und es dauert nur wenige Seiten, bis einen die Faszination, die von den Romanen des schwedischen Autors ausgeht, gepackt hat.

Eine Frau als Protagonistin ist selten bei Mankell: Louise Cantor ist 54 Jahre alt und Archäologin. Die Schwedin, zur Zeit bei Ausgrabungsarbeiten in Griechenland tätig, ist auf dem Weg in ihre Heimat, wo sie einen Vortrag halten soll. Sie freut sich schon darauf, ihren Sohn Henrik zu besuchen, der in Stockholm lebt. Doch als sie ihn in seiner Wohnung aufsuchen will, findet sie ihn tot im seinem Bett. Louise kann nicht fassen, was passiert ist und ist am Boden zerstört. Trauer, Verzweiflung, Entsetzen - keiner kann diese menschlichen Tiefpunkte so hautnah vermitteln wie Mankell.

Für Louise Cantor ist von Anfang an klar: Henrik ist umgebracht worden. Wieso sonst soll ein junger Mann, der nie krank gewesen ist, tot in seinem Bett liegen? Das Ergebnis der Obduktion lässt lange auf sich warten - und ergibt, dass Henrik an einer Überdosis Schlafmittel gestorben ist. Die Polizei schließt den Fall als Selbstmord ab. Aber die Polizei hat nicht den Instinkt einer Mutter und weiß auch nicht, was Lousie weiß: Henrik hat immer nackt geschlafen. Wenn er nun mit einem Schlafanzug bekleidet aufgefunden wird, dann muß ein Fremder seine Hand im Spiel gehabt haben.

Ein Leben wird nachvollzogen

Mit den Dingen, die Louise in Henriks Wohnung findet, kann sie wenig anfangen. Mappen mit mysteriösen Schriftstücken, Zeitungsausschnitte und ähnliches. Briefe von schwarzen Frauen, die sterbenskrank sind. Artikel über das Gehirn des ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy, das nach dessen Obduktion angeblich verschwunden ist. Alles Dinge, für die Louise keine Erklärung hat.

Henriks Vater Aron, Louises geschiedener Mann müsste benachrichtigt werden. Doch niemand weiß, wo er zu finden ist. Sein letztes Lebenszeichen kam aus Australien. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion fliegt Louise nach Sydney, wo ihr der Zufall hilft und sie Aron schnell entdeckt. Gemeinsam versuchen die beiden nun Henriks Leben zu verfolgen. Eine Information führt sie nach Barcelona, wo Henrik offenbar eine Wohnung besaß. Die Figur des Henrik, der nie als Lebender in der Handlung auftreten durfte, wird zur zweiten Hauptperson. Überall ist seine Gegenwart spürbar. Die Plätze, die Louise aufsucht, sind die gleichen, an denen ihr Sohn gewesen ist. Die Personen, die ein Rolle spielen, haben Henrik gut gekannt.

Nach und nach merkt Louise, wie wenig sie überhaupt von ihrem Sohn wusste. Es entwickelt sich nun eine Art Schnitzeljagd, die ihre Hinweise mehr oder weniger aus einzelnen hingeworfenen Brocken bezieht, die tröpfchenweise kommen, wenn sich sonst nichts mehr fortbewegt. Jede Person, die etwas weiß, gibt von ihrem Wissen immer nur so viel preis, dass sich damit wieder ein paar Seiten füllen lassen. Genau wie in ihrem Beruf als Archäologin muß Louise die einzelnen Scherben, die sie findet, zu einem Ganzen zusammensetzen. Manchmal gelingt dies, so daß nur wenige Bruchstücke fehlen, doch ab und zu sind eben nur einzelne Fragmente von einem ehemals Ganzen übrig geblieben.

Mankell übertrifft sich selbst in Melancholie

Ein Buch, das wirklich spannend beginnt und genügend Potential bietet für einen atemberaubenden Thriller. Die zahlreichen Schauplätze der Handlung sind grandios und könnten unschiedlicher nicht sein. Wer alle Orte des Geschehens noch einmal Revue passieren lassen möchte, der findet sie auf Seite 392 explizit aufgelistet. Doch je mehr Louise in der Welt umherirrt und je mehr Fragen auftauchen, um so mehr verflacht die Handlung. Gedanken der Protagonistin werden immer wieder als einzelne Absätze eingeschoben und ziehen die Story künstlich in die Länge. Trauer als Stilmittel über die gesamte Strecke eines Romans hinweg - das wird für jeden Leser irgendwann zu viel.

Nach und nach schläfern die unnatürlichen Dialoge ein. Die interessanten Charaktere vom Anfang des Buches (Aron und Louises Vater Artur) müssen leblosen Figuren weichen, die so schnell wieder verschwinden wie sie aufgetaucht sind und mit nichtssagenden Phrasen um sich werfen. Figuren, die man in dieser Art und Weise von Mankell gar nicht kennt.

Melancholische, depressive, sensible Bücher schreiben - darin übertrifft sich Henning Mankell eigentlich nur selber. In "Kennedys Hirn" verbindet er seine bisherigen schriftstellerischen Tätigkeitsfelder Schweden und Afrika, vereinigt Verbrechen mit sozialkritischen Betrachtungen. Da Mankell selber in Maputo lebt, kann man von einer realistischen Beschreibung der erschreckenden Zustände in Mozambique ausgehen. Auch die skandalösen Dinge, die in den verborgenen Laboratorien geschehen, könnten durchaus wahr sein, obgleich sie in diesem Roman Fiktion sind. Leider fehlen Angaben über Fakten, die als historisch verbürgt erscheinen sollen, im Nachwort.

Ein Flop für den typischen Wallander-Leser

Dieses Nachwort des Buches sollte man zuerst lesen, um die Intention des Autors zu verstehen. Es dämpft apriori hohe Erwartungshaltungen. Alleine der Satz "Ein Roman kann auf Seite 212 oder 397 enden, doch die Wirklichkeit geht unvermindert weiter" trifft es leider auf den Punkt: Man hat wirklich nichts verpasst, wenn man das Buch nicht zu Ende liest. Mankell darf sich gerne seinen Zorn von der Seele schreiben. Mit den Machenschaften, die er beschreibt, hat er sicher auch den Zorn bei dem ein oder anderen Leser geweckt, doch sollte ein im Zorn geschriebenes Buch nicht den Zorn des Lesers über dieses Buch hervorrufen. Eine schriftstellerisch gute Leistung wie in seinen Afrikaromanen, wie in seinem letzten Roman "Tiefe" kann ich Henning Mankell hier leider nicht zugestehen. Ein Plot, in dem einzelne Fragen offen bleiben, mag Sinn machen. Nicht immer ist alles zu erklären, gerade wenn es um Verschwörungstheorien in großem Ausmaß geht. Wenn jedoch so gut wie alle Fragen ungeklärt bleiben, dann ist das für den Leser allen guten Absichten zuwider schlicht und einfach unbefriedigend.

"Kennedys Hirn" wird sicher seine Liebhaber finden. Nur sollte man vor dem Lesen des Romans wissen, was man davon erwartet. Für den typischen Krimileser, der Wallander will, ist das Buch eindeutig ein Flop. Wer Mankells Afrikaromane liebt, der könnte schon eher daran Gefallen finden. Wem es aber reicht, auf ein interessantes Thema gestossen zu werden, gute Ansätze vorgelegt zu bekommen, über die man selber nachdenken kann, wer gerne in fremde Kulturkreise eintaucht und ein Freund von traurigen Büchern ist, der kann hier bedenkenlos zugreifen.

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Letzte Kommentare:
06.03.2018 21:10:00
RRS

Wir (meine Frau und ich) haben die Hörbuchversion gewählt.
Die Geschichte ist spannend erzählt, die Spannbreite des Sprechers hätte jedoch nach unserem Geschmack allerdings größer sein können.
Das unbefriedigende Ende des Buches erweckt den Eindruck, dass es wohl eine Fortsetzung geben muss. So finde ich die Geschichte jedenfalls unvollendet.
Auf einer Skala von 1 bis 6 geben wir daher lediglich eine 3.

17.08.2015 14:24:32
Red Adair

ich finde, dass es sich um einen guten "Mankell" handelt, insbesondere die Idee, eine Frau als Hauptperson in den Handlungsstrang einzubauen, toll.
Manchmal tritt die Spannung etwas auf der Stelle, schweift ab aber alles in allem eine lesenswerte Angelegenheit, obwohl es deutlich "bessere" Mankell'sche Ausgaben gibt.

02.01.2015 19:26:59
Michael Kraus

Gutes Buch, sehr guter Film ! Der Film wird in den USA und Kanada verkauft, mit dem Hinweis, das sie nicht ausgeführt werden dürfen. Kann es sein, das unsere Pharma Industrie es verhindern wil ??? Die DVD ist in Deutschland verboten. HALLO, schläft da jemand ? Also steckt "Wahrheit" in diesem brisanten Film.

25.11.2013 22:24:19
Sacha Hefermehl

Als Hörbuch fand ich die Geschichte recht flüssig, ab und an etwas ausscheiffend erzählt. Wer aber einen Wallander erwartet, wird eventuell enttäuscht sein.
Dennoch ein richtiger Mankell!
Habe mir die verschiedenen Ort der Geschichte im Netz angesehen und doch so einiges dazugelernt.
Keine Sekunde kam es mir in den Sinn, abzubrechen.

28.09.2013 18:32:04
etaner

Habe den 1. Teil des Films gesehen und mich danach um das Buch bemüht. Die deutsche Übersetzung hat mir nach bereits 5 Seiten abgelöscht. In der englischen Übersetzung habe ich mich durchgerungen, das Buch zu Ende zu lesen.Die Grundidee, Aufmerksamkeit auf widrige Zustände zu lenken ( Aids - Big Pharma - Menschenverachtung und Gewinnsucht ) und damit den Leser zum Nachdenken anzuregen, fand ich gut.
Im Film scheint es mir wesentlich besser gelungen zu sein, die Geschichte spannend und etwas glaubwürdiger zu erzählen.
Wenn das Buch den üblichen Schreibstiel Mankell's widerspiegelt, nimmt es mich Wunder, wie er zu einem "Erfolgsauthor" geworden ist. Ich persönlich werde mich durch kein 2. Buch dieses Authors quälen.

01.09.2013 21:43:52
fkuzfchgc b

blöb blöb blöb was für ein depressiver roman, nichts für leser die spannung erwarten.
es gibt eindeutig bessere bücher. ich musste mir dieses buch auf einer autofahrt anhören und bin nicht eingeschlafen weil es so schön ist sondern weil es einfach langweilig war. vlt gefällt es einigen lesern, mir nicht.

01.03.2012 00:30:08
Anfangsverdacht

Herr je,
es geht doch hier doch hier um zunächst einen Menschen, nämlich Louise.
Die verdient doch um die 90° so wie sie geschildert ist.
Danach geht es um ihren Mann des Lebens.
Auch der gut geschildert.
Folgt ihr Sohn. Da wird es vielleicht ein wenig schwieriger her von der Glaubwürdigkeit, der Lebendigkeit.
Aber, sie kannte ihr Kind ja anscheinend auch nicht.
Die schwarzen Frauen, die spanische, doch alle nicht unglaubwürdig. Vielmehr doch lebendig. Für den Leser.
Die Schauplätze doch wohl auch.
Und wer bitte schafft es so subtil über junge Frauen, Mädchen, Kinder zu schreiben, die gegen Geld gefickt wurden? Wahrscheinlich werden.
Es ist unsinnig bestimmte Forderungen an Kriminalliteratur ständig zu stellen.
Der Text muss in sich schlüssig sein.
Und von glaubwürdig Menschen handeln.
Glaubwürdig heißt, für den Leser erfahrbar. Und das ist gegeben.
Das ist ein guter Roman.
Ihm gelingt auch mit wenigen Worten,
diese möglicherweise stattgefundenen
Experimente an Menschen lebendig, fühlbar zu machen ohne in Sensationsgier, Gewaltgeilheit und ähnliches abzugleiten. Genauso wie bei den jungen Frauen, die für Geld sich verkaufen. Müssen. Das ist tiefe Literatur. An den Stellen gar eindringliche, große. Das gilt es zu fühlen, verstehen, würdigen.

31.12.2011 18:27:44
Kathrine

Ich kann mich der Rezension größtenteils anschließen- tatsächlich war der Anfang des Buches sehr vielversprechend und die Armut und Verzweiflung in den dargestellten afrikanischen Schauplätzen geradezu erschreckend greifbar- der Handlungsverlauf aber erschreckend schlecht. Gewisse Geschehnisse waren gänzlich unmotiviert (Autopanne?), wie bereits von anderen Lesern bemerkt kam die Hauptperson viel zu oft mit dem Leben davon, die Dialoge artifiziell, Henriks Gedankengänge schwer nachvollziehbar- und die letzten Seiten wirkten als hätte der Autor noch schnell ein paar Handlungsstränge auflösen müssen. Offene Fragen hin oder her, der Leser sollte schon das Gefühl haben, dass wenigstens der Autor ein leise Ahnung hat, was den nun eigentlich passiert ist.
Trotz teilweise sehr schöner Sprache und typischen Mankell Stil würde ich das Buch nicht weiterempfehlen.

17.12.2011 20:33:26
Psychologische Struktur

Spannend ist das Buch allemal. In großen Teilen auch auswühlend, aber man könnte das Buch auch nur episodenweise lesen , jedes Kapitel steht irgendwie so für sich, und zugegeben was die Geschichte mit KENNEDYS HIRN zu tun hat, ist mir auch shr schleierhaft. Warum hat das etwas mit dem Tod des Jumgen zu tun, letztlich. Natürlich ist es durchaus spannend, offene Fragen selbst zu beantworten, aber , obwohl das Buch wirklich spannend geschrieben ist, bleiben zu viele Fragen offen und zu viele aufgetischte Fakten ungeklärt, ja und zum schluß tritt noch ein schwarzer unbekannter aus dem Nebel...wer könnte das wohl sein. Ein Kunstgriff, der ein Buch oder einen Film immer irgendwie spannend erscheinen lassen will.Da hab ich mich kurz gefragt, warum hab ich das jetzt alles gelesen...Das Interessante und wirklich Aufwühlende sind in der Tat die Afrika Sequenzen, derenwegen sich das Lesen durchaus lohnt.
Aber sicher nicht Mankells bester Krimi

24.07.2010 17:09:24
adrian fischmann

Das Buch ist schlecht. Es vergeht Zeit und
passiert nichts. Man hat das Bedürfnis weiter zu blättern ohne wirklich zu lesen, sondern flüchtig nur ein Blick auf die Seiten zu werfen. Eigentlich typisch für die Bücher von mankell. Eigentlich gibt Mankell selber zu, dass er manchmal schreibt nur um die Seiten "aufzufüllen".

11.04.2010 17:31:23
Reader

Ich kann den Unmut verstehen, den dieser Roman bei vielen ausloest, aber ich teile ihn nicht. Mir gefiel das Buch ausgezeichnet, obwohl ich mich trotzdem schwer tun wuerde es ungeschraenkt zu empfehlen, denn es ist tatsaechlich langsam. Ich finde gefallen an der Langsamkeit, kann allerdings nachvollziehen, dass die Mehrheit bei solch einem brisanten Thema mehr Spannung erwartet.Wie bereits hier oft angemerkt, fehlen viele Antworten. Aber gerade das macht das Buch so spannend. Wer einmal die angeschnittenen Themen wie Kennedys Hirn, die Entstehung von HIV und die Rolle von Pharmakonzernen googelt, wird auf einige interessante Fakten und auch Theorien stossen, die den Hintergrund fuer die Geschichte liefern. Hiermit hat Mankell etwas Grossartiges geleistet, er hat naemlich meine Neugier geweckt und ich habe selbst ein wenig nachgeforscht.Ich vertrete auch die Ansicht, dass nicht alles ausgesprochen werden muss. Verzweiflung, Trauer und Wut kann man auch einfach mal im Raum stehen lassen, ohne zu kommentieren, zu werten oder gar den Versuch zu unternehmen, diese in Nichts aufzuloesen.Kritikpunkte fand ich allerdings trotzdem. Zum Einen kommt es mir so vor als ob Mankell wenig Ahnung von Computern und Internet hat. Das fand ich schon sehr deutlich zu erkennen bei dem Krimi "Die Brandmauer" (ein ausgesprochen furchtbar gewaehlter Titel, meines Erachtens). Ich frage mich, ob seinem Editor diese Makel nicht auffallen und ob niemand gegenliest und auf Fehler aufmerksam macht.Zum Anderen ist es mir schleierhaft, wie Louise staendig entkommen kann, waehrend die anderen um sie sterben wie die Fliegen. Aber das ist wohl eines der ungeloesten Raetsel, die man einfach so hinnehmen muss.Alles in Allem war Kennedys Hirn fuer mich ein gelungener Roman, der die Neugierde und den Forscherdrang weckt.

07.04.2010 15:35:21
Alex

Durch dieses Buch hat Mankell es geschafft, zumindest ein oberflächliches Interesse für Afrika zu wecken, was für mich zuvor ein weißer Fleck auf dem Globus war. Die Melancholie und Trauer, die das Buch scheinbar in die Länge ziehen sind durchaus berechtigt - Hallo, die Frau hat ihren Sohn verloren!!!

Es gibt in der Tat große Schwächen in der Story (Arons Tod und warum wird die Person kurz vor Ende des Buches erst getötet, als sie mit Louise spricht und nicht schon vorher? Damit Louise es auch wirklich mitbekommt? Unlogisch).

Viele Charaktere sind jedoch auch wunderbar gelungen, zum Beispiel der des schwedischen Konsuls Lars Hakansson. Was treibt ihn wirklich an, was unterscheidet seine Absichten von seinem wirklichen Handeln?

Am schlimmsten zu ertragen sind teilweise die Dialoge besonders am Ende des Buches. Man liest und liest und denkt: "Aha, im Prinzip sehr interessant, mit Hintergedanken, fast philosophisch" und dann liest man nochmal und es fällt einem auf: So redet einfach kein Mensch, schon gar nich Schweden und Afrikaner die sich untereinander ja auf Englisch verständigen müssen.

65° sind durchaus angemessen.

06.01.2010 15:28:55
Anja

Kennedys Hirn war mein erster Roman von Mankell und ich habe mich riesig auf das Buch gefreut. Ich wurde maßlos enttäuscht. Wie schon oben in der Rezi beschrieben verliert sich die Story in der Gedankenwelt von Louise.
Mich konnte dieser Roman weder fesseln noch begeistern.
Schade, ich hatte merh vom schwedischen Starautoren erwartet.

30.12.2009 13:40:57
Zeta09

Ich finde das Buch sehr spannend und sehr lesenswert, weil die Protagonistin sehr real wirkt, sie macht sich übers Geld Gedanken, handelt hastig und unbedacht, denn wie wir will sie wissen, was passiert ist.

Das Ende des Buches ist keinesfalls unbefriedigend - wenn dann nur für den Leser, der von dem Autor eine bestimmte "Performance" erwartet. Ich meine allerdings, dass es einem Autor freisteht, sein Buch enden zu lassen wie er will. Dieses Ende greift meine Gedanken auf und lässt mich nicht alleine dastehen...wer würde angesichts dieses Elends keinen Zorn empfinden?

Zudem erinnert es einen daran, dass das geschilderte Leid Realität ist und keine Fiktion. Hätte Mankell das Buch anders enden lassen, hätte man es wohl abgehackt, doch dieses Ende mit dem Nachwort des Autors bestätigt einem, dass dies die Welt ist in der wir leben. Ob es Experimente gibt oder nicht, das Leid der Menschen in Afrika ist echt.

28.09.2009 18:49:58
Dr.Dieter Rohnfelder

Natürlich kein Krimi, sondern ein Afrika-Roman, und natürlich sind die mosambikanischen Szenen authentisch geschrieben. Trotzdem langatmig und zum Teil unrealistisch (der Tod Aarons!). Zu viel bleibt vage, wird nur angedeutet, in den Raum gestellt, nicht aufgelöst. Als Kritik am Missbrauch armer Afrikaner durch Pharma-Multis ist John Le Carré´s "Der ewige Gärtner" wesentlich besser. Von mir nur 62 Grad.

07.09.2009 14:08:21
Catalina

Ich bin entäuscht von einigen hier. Ein Buch muss nicht immer alle Fragen beantworten und es muss auch nicht immer wie in der Realität dargestellt sein. Wenn einer diese Einstellung hat, sollte er garnicht erst Lesen. Dieses Buch hat mit Wallander nichts zu tun und sollte damit in keinster Weise verglichen werden. Wer Henning Mankell kennt, versteht auch "Kennedys Hirn". Wer es nicht verstanden hat, beim ersten lesen wird es nie verstehen. KH ist eines der besten Bücher die Mankell geschrieben hat. Der Mann versteht das Land, manche wissen nicht mal wo es auf der Weltkarte zu finden ist. Alle, die gedacht haben, das dieses Buch Wallander ähnelt, sollten Mankell lieber nicht mehr lesen.

29.01.2009 18:43:54
Werner Muth

Was Henning seiner Leserschaft mit diesem abstrusen Machwerk vermitteln wollte, darüber denke ich noch ein wenig nach.
Aber diese dilettantischen, möchte fast sagen hilflosen Fehler im Aufbau der Story lassen mich vermuten, dass er (wie einst ein Herr Konsalik) inzwischen schreiben lässt.
Bestsellerautoren müssen halt jährlich ein bis zwei neue Werke "produzieren" so lange die Hype noch anhält (die Bücher noch kritiklos wie warme Brötchen gekauft werden).
Nur ein Beispiel:
Die gesamte spanische Polizei sucht nach Aaron, der von einem Kirchenbesuch nicht zurückkehrt.
Bald darauf wird Aaron durch ein schwedisches Fahndungsersuchen sogar weltweit gesucht.
Nix passiert. Aber Luise erhält eines Tages (anonym ?) seinen Odbuktionsbefund.
Na ja. Da ist dem Schreiber noch geschwind etwas eingefallen um die letzten 3 - 4 der dem Verleger versprochenen Seiten zu füllen.
Kurzum: Ich bin bekennender Mankell-Fan. Und ich habe hier selbstverständlich keine Wallander-Episode erwartet. Die Anklage, die Henning hier rüberbringen wollte (Verhältnis der "Zivilisierten" zu den afrikanischen Menschen, kaltschnäuziges Profitdenken der globalen Pharma-Multis),
ist auch bei mir angekommen.
Aber, dieses Buch hätte er besser selbst noch einmal probelesen sollen.
Was der Stuss mit JFKs Hirn in dieser Story sollte ??
Ich werde es wohl nicht mehr ergründen.

28.01.2009 07:22:59
Zhurasg Nar

Ein Krimi ist das nicht, spannend ist dieses Buch auch nicht, also, was ist es? Ein Sachbuch kommt dem noch am Nahesten, doch dafür ist die Geschichte zu fiktiv.
H.M. hat den roten Faden vergessen, die ganze Geschichte schwappt mal hierhin und mal da hin und zwischendurch wird gefachsimpelt.

Tiefgang? Fehlanzeige. Die Afrika Problematik wurde und wird von anderen Autoren wesentlich intelligenter gehandhabt. Und was Kennedys Hirn mit der ganzen Sache zu tun hat, ich habs nicht verstanden. Da ging nur eine Schublade auf, und dann wieder zu.

Fazit: Langweilig ist dieses Buch nicht, dafür schreibt H.M. zu gut, aber besonders viel Mühe hat er sich auch nicht gegeben. Aber lest doch selbst, denn pure Zeitverschwendung ist es auch nicht.

28.12.2008 14:36:44
Rauchbauer Sonja

Für mich persönlich war dieses Buch das Beste, das ich jemals gelsen habe. Es war spannend bis zum Schluss und manchmal kamen einem sogar die Tränen, wenn man liest wie es in Afrika zugeht. Ich meine hier wird Menschen, wie der Aids Virus eingepflanzt nur um ein Heilmittel zu finden. Die schwarzen Menschen in diesem BUch sind nicht mehr wert als ein Tier. Und natürlich ist auch die Geschichte mit Hendrik sehr berührend: Eine Mutter die verzweifelt ist und endlich den wahren Grund für den Tod ihres Sohnes erfahren möchte. Ich kann nur sagen ich würde dieses Buch jedem empfehlen, der Afrika und Geschichten über Afrika lesen und auch mitfühlen will. Kurz und knapp ein echtes Buch zum mitfühlen und mitfiebern.

23.08.2008 18:06:51
H. P. Wagner

Auf Seite 316 bin ich nun angekommen, und ich überlege, ob ich das Buch nicht weglegen soll. Die langatmig ausgewalzten Trauerempfindungen der Louise Cantor lähmen das Leserinteresse. Damit verliert der Roman an Spannung, die der Titel verspricht.Im Gegensatz zu den wunderbaren Wallander-Romanen, wirken die handelnden Personen blaß. Warum...? Mankell kennt halt seine Schweden, doch zu wenig "seine" Afrikaner. Es bleibt ein Risiko, über etwas zu schreiben, was man - trotz aller Liebe zu einem fremden Land - nicht genau kennt, nicht genau kennen kann.

16.08.2008 18:37:14
Susanne Falkenberg

Ich bin nicht eigentlich ein Mankell-Fan, weiß aber seine Bücher zu schätzen. Auf eine spannende Ferienlektüre hatte ich mich eingestellt, wäre aber alternativ auch über ein sozialkritisches Werk erfreut oder von einer Politroman gerne überrascht worden. Nichts dergleichen trifft jedoch zu, und ich habe mich eher durch das Buch gequält. Zum Teil unsinnige Dialoge, Personen, deren Profil kaum je greifbar wurde und das andauernde "Plötzliche", das die Protagonistin dieses oder jenes fühlen, denken oder machen ließ, sowie schließlich eine stets postulierte Steigerung von Schmerz und Trauer, die der Handlung aber doch nicht recht zu entnehmen und somit der Hauptfigur nicht wirklich zu glauben war, lassen für mich das Buch hart an der Grenze des Banalen vorbeischrappen. Schade.

13.08.2008 23:13:13
hapesu

Woher nimmt sich der Rezensent eigentlich das Recht, dieses Buch so hochnäsig abzuqualifizieren ? Schon allein der Vorschlag, es halbgelesen wegzulegen, zeigt, dass herr Kümmel offenbar nicht begriffen hat, dass es sich hier eben nicht um einen typischen Wallander-Krimi handelt, bei dem zum Schluss alle offenen Fragen geklärt sind und das Gute über das Böse gesiegt hat. Dieses Buch ist bis zur letzten Seite hochgradig spannend geschrieben ! Normalerweise "verschlinge" ich einen Krimi in wenigen Tagen ( sofern es sich nicht um einen 800-Seiten-Wälzer von Elizabeth George handelt... ) Für dieses Buch habe ich jedoch mehr als zwei Wochen gebraucht, weil für mich das Grauen, welches Henning Mankell meisterhaft beschreibt, nur in kleinen Dosen zu ertragen war.

06.08.2008 18:28:12
Falk

Also, ich bin ein großer Wallander-Fan und hatte bisher von Mankell als Autor stets eine hohe Meinung. "Kennedys Hirn" hat mich allerdings wirklich sehr enttäuscht: eine Geschichte, ohne annährend ein richtiges Ende (was sich bereits aus dem Nachwort ergibt). Ich fühle mich ziemlich an der Nase herumgeführt und würde das Buch am liebsten wieder umtauschen - sein Geld war es jedenfalls nicht wert! Nein, Herr Mankell, so geht man nicht mit seinen treuen Fans um.

04.08.2008 15:53:18
Henuk

Bekannterweise ist die Kurt-Wallander-Reihe beendet. Es dürfte keine Ergänzung zu erwarten sein. Dieses Buch hat meiner Meinung nach auch nicht der "Krimiautor" Henning Mankell geschrieben, sondern der "Nicht-Krimiautor" Henning Mankell, der aus seiner zweiten Heimat Mosambik "berichtet". Es ist ein durchaus gelungenes sozialkritisches Buch, das zum Nachdenken anregen soll. Wie der Titel des Buches den Käufer zunächst vermuten läßt, geht es eben nicht um das Hirn Kennedys, sondern allenfalls um das Hirn Henrik Cantors. Die Mutter versucht den tragischen Tod ihres Sohnes aufzuklären, in dem sie Ermittlungen anstellt um zu begreifen, was ihr Sohn erlebt und gedacht hat. Im Ergebnis ein hervorragendes Buch.

31.07.2008 20:57:52
theili

Wenn man ein Buch von Henning Mankell liest, ist die Erwartungshaltung jeweils sehr hoch. Dieses Buch konnte diese Erwartungen nur zum Teil erfüllen.
Die Geschichte ist teilweise zu langatmig, die Hauptfiguren niemals so fesselnd wie in der Wallander-Reihe. Die Geschichte über Kennedys Hirn taucht auch nur am Rande auf.
Die Schauplätze hingegen haben mich sehr angesprochen.
Mankell ist jedoch nach wie vor einer der Besten!

19.07.2008 21:30:43
Andrea Schurig

Warum müssen immer alle Geschichten ein Ende haben? Viele Dinge bleiben doch auch im wirklichen Leben offen und unerklärt, weil unerklärbar.
Ich bin ein großer Mankelle-Fan und das Buch hat mich in seiner düsteren Gegenwartsskizierung sehr gefangen genommen-wieder einmal.Das Ende hat mich natürlich-wie alle anderen wahrscheinlich-verblüfft, aber ich halte das Offenlassen aller, aber wirklich aller, Handlungsstränge für ein legitimes Mittel, um den Leser ,und den Autor wohl auch, thematisch noch ein wenig "nachschwingen" zu lassen.Mir persönlich gefällt diese Variante eines Mankell-Endkapitels recht gut.

11.07.2008 17:01:47
Klaus Alofs

Tja, schlich und ergreifend langweilig, so mein Fazit zum Werk von.H.Mankell.
Der Titel läßt Spannung erwarten, jedoch schafft das Buch es nie diese auch zu erfüllen.Fragen werden gestellt, Antworten gibt es kaum welche.
Bin bestimmt nicht der Leser für anspruchsvolle Romane und erhofft doch ein wenig Unterhaltung im Stil von Wallander Romanen.Die habe ich leider nicht bekommen.Sicherlich, ganz schlecht ist es auch nicht, aber es ist wohl nur für einen bestimmten Leserkreis interesant, der auf diese Thematik anspringt.
Wo gibt s den nächsten Wallander ?

11.07.2008 17:00:41
Klaus Alofs

Tja, schlich und ergreifend langweilig, so mein Fazit zum Werk von.H.Mankell.
Der Titel läßt Spannung erwarten, jedoch schafft das Buch es nie diese auch zu erfüllen.Fragen werden gestellt, Antworten gibt es kaum welche.
Bin bestimmt nicht der Leser für anspruchsvolle Romane und erhofft doch ein wenig Unterhaltung im Stil von Wallander Romanen.Die habe ich leider nicht bekommen.Sicherlich, ganz schlecht ist es auch nicht, aber es ist wohl nur für einen bestimmten Leserkreis interesant, der auf diese Thematik anspringt.
Wo gibt s den nächsten Wallander ?

23.06.2008 14:58:29
Peter Hannemann

Das Buch hat einen Anfang, viele Handlungen aber kein richtiges Ende - und das sollte nicht sein! Trotzdem habe ich es fast in einem Zug gelesen, wahrscheinlich in der Hoffnung, dass noch etwas Spektakuläres geschehen würde. Schade, Herr Mankell!
Und was war eigentlich mit Kennedy's Hirn?

17.06.2008 22:10:35
Dirk

Henning Mankell gelingt es zum wiederholten Male den Leser mitzunehmen. Er beschreibt den quest von Louise Aufklärung zu finden mit Hingabe bis zur Erschöpfung. Er stellt Fragen und überlässt einen Teil der Beantwortung dem Leser selbst.
Handwerklich meisterlich in der Strukur mit vielen Schauplätzen und einer wahren Vielzahl an authentischen&wohlgeformten Charakteren lässt Mankell den Leser an seinem Zorn Teil haben.
Ein wunderbarer Spannungsbogen am Ende läuft so offen aus wie ein seichter Strand.
Melancholisch-anspruchsvoller Hochgenuss für Novemberabende!

17.06.2008 14:30:48
Guenter Merk

Bis zum Schluss habe ich drauf gewartet, dass sich die vielen Handlungsstraenge noch zu einem sinnvollen Ganzen buendeln. Leider nicht. Ich konnte es kaum glauben, dass ein Mankellroman so im Plakativen stecken bleibt und sich wie ein Drehbuch liest. Und warum "Kennedys Hirn"? Damit man in Erwartung eines Krimis das Buch kauft? Afrika und die Entwicklungs-"Hilfe" waren Stoff genug fuer einen Thriller. Aber so nicht!

16.05.2008 16:36:10
clare1512

Das war nichts.
Schade, man hätte mehr aus dem Thema machen können.
Hab das Buch leider geschenkt bekommen, ansonsten würde ich es sofort verkaufen.
Mußte mich zwingen, es fertig zu lesen.
Kann ebenfalls Herrn Kümmel nur voll zustimmen.

14.05.2008 18:41:36
Gunnar

Mir hat besonders eine Kleinigkeit an dem Roman gefallen: dass nämlich Louise Cantor die Enkelin von Sara Frederika, der Protagonistin aus Mankells "Tiefe", ist. Sehr hübsche, beiläufige Verbindung.

14.04.2008 14:48:51
Kasia

Ich hoffe, dass die Leser, die gerne ein bestimmtes Buch lesen möchten, sich nicht nur von den Kommentaren auf der KC leiten lassen.
Dass dieses, meiner Meinung nach, hervorragendes Buch hier so schlecht abgeschnitten hat, ist echt schade.
Ich habe es gerne gelesen und es hat mich richtig gepackt. Ich bin auch sehr schnell vorangekommen, denn es liest sich sehr flüssig. Die Geschichte ist interessant und ich mag die Person der Louise. Ich kann und will für meinen Teil das Buch unbedingt weiterempfehlen.
Super-Buch von einem Super-Mankell.
Absolut lesenswert!
Auch, dass er über die Problematik, die in Deutschland nicht unbedingt die größte Beachtung findet, nämlich das Thema AIDS in Afrika aufklärt, finde ich informativ und gut. Es werden Schicksale beschrieben und packen einen wirklich. Deswegen gibt´s von mir 94%!

10.04.2008 16:37:45
Ida

Mir hat das Buch nicht wirklich gefallen, da es viele Fragen aufwirft, aber keine Antworten darauf gibt. Ich habe mich sehr über das offene Ende des Buches aufgeregt, da noch einmal Spannung aufgebaut wird, aber dann ganz abrupt endet. Es gab einige sehr Spannende Stellen, bei denen ich nicht aufhören wollte zu lesen. Dennoch war das Buch für mich zu langweilig, da oft Stellen auftauchten, die überflüssig waren. Es gab auch oft Momente, in denen ich das Buch einfach gegen die Wand werfen wollte, weil ich keine einzige Antwort auf die gestellten Fragen bekam. Ich hätte dieses Buch freiwillig nicht gelesen, aber ich musste. Ich würde es nicht noch einmal lesen.

22.02.2008 22:11:31
verena

habe mich auch sehr über das buch geärgert. es werden alle möglichen handlungsstränge angefangen und enden dann irgendwie, ohne zu einem auch nur halbwegs logischen ende zu führen. die personen bleiben nebulös, das nervt mit der zeit. hätte der herr mankell nochmal überarbeiten sollen, um dann aus seinen abstraktionen sowas wie ein buch zu schreiben. die geschichte ist auch sowas von unwahrscheinlich, allein schon, wie louise aaron findet und wie sie immer wieder auf freundinnen des sohnes stößt. schade um die eigentlich skandalöse geschichte, die dahinter steht. die ist mutmaßlich realistischer, als wir uns hier in europa vorstellen wollen. organ- und menschenhandel ist schließlich ein lukratives geschäft, ebenso die wissenschafltiche forschung für hiv-mittel. verena

08.02.2008 11:43:56
BubbleTea

Kann die Rezension von Herrn Kümmel eigentlich nur unterschreiben und brauche dem nichts hinzuzufügen.
(Hätte schlauerweise vor dem Buchkauf ein paar Rezensionen lesen sollen.)

28.12.2007 20:47:09
Hanife

Das Buch hat mir extrem gut gefallen. Am Anfang habe ich mir gedacht, pua viele Seiten, aber wie ich begonnen hab zu lesen, dachte ich nicht mehr so. Es ist sehr spannend und interessant.

12.08.2007 13:44:35
Smokey

Gratulation Herr Mankell!

Das ist das ERSTE Bucht, dass ich NICHT zu Ende gelesen habe.
Bin aber fast bis zur Mitte gekommen.

Äußerst schade um das Geld.

13.07.2007 19:14:38
joggermattes

Vorab: wer einen Mankell im Stile eines Kommissars Wallander lesen möchte, sollte die Finger von dem Buch lassen! Die Geschichte selbst erscheint mir an einigen Stellen und insgesamt nicht ganz logisch, dennoch ist sie durchaus spannend. Während man in Mankells Wallander-Krimis schon hin und wieder die düstere Gesamtstimmung aus dem ständig verregneten Wetter und dem ebenso oft depressiv-übermüdeten Wallander erkennen kann, so tropft aus "Kennedys Hirn" die Schwermut nahezu in dicken Tropfen. Fast alle Dialoge bestehen aus Metaphern und (pseudo-)philosophischem Genörgel. Meiner Meinung nach gelingt es Mankell dabei nur unzureichend, die angesprochenen, ohne Zweifel dramatischen, sozialen und politischen Probleme aus der Romanhandlung in die greifbare Betroffenheit des Lesers zu übertragen. Aus meiner Sicht kein Muss-Buch. Mankell - bleib bei Wallander!

24.02.2007 12:25:35
Sid

Es ist gut, dass ich vorher "Ich sterbe, aber die Erinnerung lebt " von H.M. gelesen habe. Wer sich mit der globalen Gesundheitspolitik zum Thema HIV auseinander setzt, versteht den Rahmen und die Tiefe dieses aufrüttelnden Romans. Hier ist das wahre Leben der Krimi. Eine Lösung wird dem Leser nichtr geliefert, weil es die auch (leider) nicht in der Realität gibt, und somit ist das offene Ende hier begründet.
Mankell zeigt dem Leser die Richtungen, wohin er blicken soll - aber nicht mit dem gehobenen Zeigefinger. Der spannende Roman geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Und das ist gut so!
Herzlichen Glückwunsch, Herr Mankell.

19.01.2007 21:05:06
Sandra

Das Buch hat mich jetz nicht so gefesselt. Habe schon sehr viele Bücher von Mankell gelesen. Aber ich glaube ich bin von ihm nur die Wallander Romane gewohnt, deswegen fand ich das Buch nicht so interessiert. Muss man nicht unbedingt gelesen haben das Buch.

02.12.2006 19:56:39
justusjonas

Dieses Buch muss man NICHT gelesen haben.
Die Fragen, die am Anfang aufgeworfen werden bleiben leider bis zum Schluß unbeantwortet.
Das Thema AIDS und speziell die Problematik der AIDS Kranken in armen Ländern wie Afrika und deren Ausbeutung wäre eigentlich packend und aufrüttelnd. Leider hat Mankell es nicht geschafft es so zu verpacken.
Insgesamt ein enttäuschendes Buch.

13.07.2006 16:18:00
beowulf

Nachtrag:
Vielleicht liegt es ja doch an Herrn Butt, als am Übersetzer?? Aber die anderen Mankells sind doch alle in den 90ern zu bewerten, da kann es kaum daran liegen.

13.07.2006 16:15:42
beowulf

Mankell entschuldigt sich für einen Zorn, der bei mir als Leser nicht ankam. Die Traurigkeit kleistert alle anderen Emotionen zu und die kleinen Wellen die da hervorgerufen werden, kann man nicht als Wut oder Zorn, nichtmal als klassische Empörung bezeichnen. Der Plot läuft ohne Überraschungen auf des offene Ende los, der Vorhang zu die Heldin lebt und verschwindet im off....
Schade um die eigentlich brisanten Themata, schade um die beabsichtige Aufrüttlung für die AIDS- Opfer in Afrika, aber ein Buch, dass ohne den Autorennamen Mankell niemand gelesen, geschweige denn gekauft hätte, wird durch den Namen auf dem Buchumschlag vielleicht zum Bestseller, aber nicht zu einem guten oder empfehlenswerten Buch.
Fazit:Finger weglassen, maximal die (unvermeidlich kommende) Taschenbuchausgabe von einem Freund leihen, damit man mitreden kann.

13.07.2006 15:41:39
jpammann

Eigentlich liebe ich alle Mankell Bücher und habe auch eins nach dem anderen verschlungen, doch Mankells, von mir heiss ersehnte > ist mit Abstand das langweiligste Buch. Es fehlt die typische Atmonsphäre eines Wallanders und der Beginn verläuft ziemlich harzig und ist zu lang.

30.05.2006 12:29:00
Niklas

Ich habe den Eindruck, dass Mankell seinen Zenit überschritten hat,es geht bergab.Das Buch ist vom Thema her sicherlich nicht schlecht,aber die Handlung gefällt mir nicht so sehr.Immer wieder wird über Louises Niedergeschlagenheit oder Angst berichtet.So spannend ist das Buch übrigens auch nicht.Ich stimme mit der KC-Bewertung genau überein.

13.04.2006 13:19:55
apricum

Interessant - ich sehe vieles sehr ähnlich wie Peter Kümmel.
Hier meine Zeilen dazu, die ich vor gut einer Woche in meinem Weblog veröffentlichte:

Nicht ganz der Mankell, den ich liebe. Zu vieles bleibt vage, zu viele Fragen offen.
Obgleich, das Höllentempo, in welchem die Geschichte vorwärts drängt, verteilt über drei Kontinente, die Jagd nach all den ungeklärten Fragen, mich so gefangen nahm, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte, blieb dieser Mankell bei weitem hinter meiner Erwartungshaltung zurück.

Es war wohl vor allem ein Buch für Mankell selbst, der seit einigen Jahren in Moçambique lebt. Man spürt förmlich seine eigene Wut gegenüber den vielen Ungerechtigkeiten, unter denen der afrikanische Kontinent leiden muss. Wieviel ist ein Menschenleben wert?

Was bleibt ist ein erschreckend trostloses Gefühl, dass dieses Buch viel mehr Wahrheiten enthält, als uns Mankell mit seinem Nachwort und der Rede von Fiktion, mit auf den Weg gibt.

12.04.2006 01:29:05
Andreas Theune

Ich habe durch die Wallander Reihe mich erstmal intensiever mit skandinavischen Krimis beschäftigt, die Afrika Bücher Mankells sehr gemocht und war deshalb sehr zuversichtlich als ich die Inhaltsangabe von Mankells neuen Roman gelesen habe. Von Tiefe war ich sehr enttäuscht und habe das Buch nichmal zu Ende gelesen.
Kennedys Hirn beginnt zunächst relativ vielversprechend, da Mankell es wie kein anderer Krimiautor versteht Stimmung aufzubauen. Zu Beginn glaubt man auch eine durchaus interessante Handlung aufgetischt zu bekommen, zumal Mankell in seinen Wallanderkrimis immer wirklich gute Täter präsentieren konnte.

Leider bleibt die gute Stimmung und die Beschreibung der Handlungsorte aber das einzige was ich bei Kennedys Hrin wirklich überzeugend finde.
Mit zunehmender Komplexität der Handlung nimmt leider auch deren glaubwürdigkeit ab. Das handeln der Charaktere nimmt immermehr abstand von glaubwürdigen Nachforschungen. Viele Dinge werden angeschnitten ohne letztendlich vertieft zu werden. Zum Teil wagt sich Mankell auch deutlich zu weit auf das Gebiet der Verschwörungstheorien.

Ein offenes Ende mag in diesem Buch sinnvoll sein um die Aussage zu unterstützen. Etliche Handlungsfäden allerdings einfach im verlauf der Geschichte nicht aufzulösen ist aber schon schwach.

Der Hauptkritikpunkt ist für mich letztendlich nichteinmal die übertriebene Verwendung der Verschwörungstheorien, sondern die Unglaubwürdigkeit der meisten handelnden Figuren. Mankell schafft es nicht wie in seinen früheren Werken die Personen glaubwürdig zu machen. Besonders der ermordete Sohn bleibt für mich unverständlich obwohl die Geschichte sich um seine Entdeckungen dreht.

Die Entwicklung bei Mankells Romanen macht mir in letzter Zeit wirklich keinen Spass. Man kann nur hoffen, dass der Autor wieder zu den Stärken seiner Wallander oder früheren Afrikaromane zurückfindet.

Trotz aller Kritik kann man das Buch letztendlich lesen ohne sich zu stark dazu zwingen zu müssen, ein gutes Werk ist es aber nicht.

10.04.2006 07:22:07
Gilli

Ich bin nicht der Meinung der vorigen Rezensionen: Obwohl ich ein großer Fan der Wallander Krimis bin hat mich dieser Roman gefesselt und gepackt. das offene Ende ist auch okay, es läßt sich nicht immer alles restlos aufklären und verstehen, auch wenn wir das zumidnest in der Welt der Bücher so gerne hätten. Und- ist es nicht gerade sehr häufig das Tun und Handeln unserer Kinder das uns so maßlos erstaunen kann und das wir eben auch nicht immer restlos vertstehen und nachempfinden können? Die Figur der Mutter, die unter allen Umständen wissen will warum und wie ihr Sohn gestorben sit ist für mich absolut glaubwürdig! Ein tolles Buch - für mich.

12.03.2006 18:28:13
Jutta

Das Buch begann spannend und verhieß ein guter Mankell Roman zu werden... Leider war ich, nachdem ich das Buch ausgelesen hatte, enttäuscht... Das Ende blieb doch recht offen. Auch die Titelwahl finde ich seltsam und die Handlungen von Louise ebenfalls. :-( Auch die Situation der Menschen in Südafrika finde ich zu wenig beleuchtet. Schade!

02.03.2006 16:19:24
Frank Peter

Das Buch ist ohne Zweifel über weite Strecken spannend geschrieben. Hatte es fix ausgelesen. Gestört haben mich aber die Figuren und ihr Handeln. Sie scheinen zu fiktiv, zu unrealistisch. Man nimmt sie Mankell nicht ab. Kein Mensch verhält sich so.
Das Ende ließ für mich zu wünschen übrig. Er wusste wohl nicht mehr weiter.