Der Malteser Falke

Erschienen: Januar 1951

Bibliographische Angaben

  • New York: Alfred A. Knopf, 1930, Titel: 'The Maltese Falcon', Originalsprache
  • Nürnberg: Nest, 1951, Seiten: 302, Übersetzt: Peter Fischer, Bemerkung: Krähen-Bücher
  • Zürich: Diogenes, 1974, Seiten: 234, Übersetzt: Peter Naujack
  • Frankfurt am Main: Das goldene Vlies, 1955, Seiten: 187, Übersetzt: Peter Fischer, Bemerkung: Ullstein-Bücher Nr. 57
  • München: Goldmann, 1973, Seiten: 219, Übersetzt: Peter Fischer
  • Berlin: Volk und Welt, 1978, Seiten: 276, Übersetzt: Peter Naujack
  • München: Süddeutsche Zeitung, 2006, Seiten: 220, Übersetzt: Peter Naujack
  • München: Goldmann, 1967, Seiten: 197, Übersetzt: Peter Fischer
  • Zürich: Diogenes, 2009, Seiten: 8, Übersetzt: Wiglaf Droste, Bemerkung: ungekürzt
  • Zürich: Diogenes, 2011, Seiten: 234, Übersetzt: Peter Naujack

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Sam Spade, ewig zynischer Privatdetektiv in San Francisco, wird von der schönen Brigid um Hilfe gebeten. Da geschehen zwei Morde. Sam sieht sich in den Fängen einer gefährlichen Verbrecherbande, die skrupellos nach einer Statuette sucht: Der mit Diamanten besetzten Figur des Malteser Falken.

"Ein großer Klassiker des Genres. Unvergeßlich, wie eine Blondine Sam Spade im Büro aufsucht und er sich auf die Suche nach einer Statuette begibt." (Facts)

"Hammett war als Stilist durchaus knapp, schroff, spröde und hartgesotten; aber er brachte immer wieder fertig, was überhaupt nur die allerbesten Schriftsteller schaffen. Er schrieb Szenen, bei denen man das Gefühl hatte, sie seien noch niemals beschrieben worden." (Basler Zeitung)

"Hammett hatte Nachfolger, wie Chandler. Er hatte keinen Rivalen." (Welt am Sonntag)

"Ein besonderer Leckerbissen für alle Krimi-Fans." (Die Weltwoche)

Der Malteser Falke

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Letzte Kommentare:
09.10.2009 20:53:09
Schrodo

Der Partner des Privatdetektivs Sam Spade ist erschossen worden. Obwohl Spade ihn nicht sonderlich mochte und zu allem Übel auch noch ein Verhältnis mit dessen Frau hatte, will er den Mord aufklären. Er entdeckt, dass eine ganze Gruppe von Gangstern auf der Suche nach dem Malteser Falken ist, einer kostbaren mit Edelsteinen besetzten Statue.
Logisch, dass Sam Spade, der Prototyp des ironisch – zynischen Kämpfers für die Gerechtigkeit, dabei natürlich kräftig mitmischen wird.
Das Buch erschien wohl erstmals in den 30er Jahren. So sind auch die Dialoge, einfach, knapp, treffend und auf das wesentliche beschränkt. Die Story ist spannend, gut durchdacht und stimmig. Wie immer bei solchen machohaften Hauptpersonen sind auch Mädels im Spiel, wie hier z.B. das zuckersüße Fräulein O’Shaughnessy, eine fabelhafte Intrigantin die versucht den guten Sam um den Finger zu wickeln. Ob sie das schafft, und wie cool der coole Sam da bleiben kann?

02.08.2009 00:03:16
Larry Dimmick

Sam Spades Geschichte ist eigentlich eine Tragödie. Er unterscheidet sich von Philip Marlowe nur insofern, dass dieser oft melancholisch und bitter ist. Hammett gestattet seinem Charakter Spade keine besonderen menschlichen Regungen und so kann man Raymond Chandlers Urteil, Hammett habe sich nie wirklich auf seine Figuren eingelassen nachvollziehen. Spade bleibt also eine Skizze seines Autors, mit wenigen menschlichen Zügen, aber dafür mit einer zynischen Art ausgestattet, die ihn die Geschichte des Falken bestehen lässt. Spade braucht diesen Umgang um in seiner Zeit durchzukommen.

26.01.2008 18:33:15
Stefan83

Dashiell Hammetts dritter Roman „Der Malteser Falke“ gilt nicht nur als einer seiner besten, sondern auch als (im Verbund mit den Werken Raymond Chandlers) Inbegriff des hard-boilded Detektivromans. Die Hauptfigur Sam Spade ist bis heute wohl eine der bekanntesten der Krimiszene, was sie natürlich nicht zuletzt der gelungenen Darstellung Humphrey Bogarts in der Verfilmung verdankt. Spade ist ein harter Knochen mit Macho-Allüren, der mit Frauen außerhalb des Betts nicht wirklich umgehen kann und sich weder von Leichen noch von persönlichen Schicksalsschlägen beeindrucken lässt. Ihm fehlen schlichtweg die sentimentalen Anwandlungen von Chandlers Figur Philip Marlowe. Fälle wie Klienten werden mit eiskalter Präzision angepackt und mit tiefschwarzem Zynismus betrachtet. So verwundert es auch nicht, dass der Tod seines Partners Spade ebenso wenig berührt wie die Hilfegesuche der bildschönen Brigid. Job ist Job, Ausnahmen werden keine gemacht. Hammett hat mit „Der Malteser Falke“ eine Story auf Papier gebracht, bei der der eigentliche Handlungsfaden sich desöfteren im Gewirr der undurchschaubaren Figuren verliert. Die Statue der maltesischen Ordenritter, welche nicht nur titelgebend sondern auch Grund für all die Querelen ist, gerät dabei immer mehr in den Hintergrund. Das ist aber auch größtenteils unerheblich, da es Hammett dafür meisterhaft schafft, die Atmosphäre des San Franciscos der 30er Jahre einzufangen und den beteiligten Charakteren, trotz der Kürze ihrer Auftritte eine realistische, authentische Tiefe zu verleihen. Man glaubt förmlich (auch ohne den Film selbst je gesehen zu haben) die harten Männern mit ihren Hüten und langen Mänteln durchs Bild stolzieren, ihre Zigaretten glühen zu sehn. Dies ist insofern erstaunlich, da sich der Autor mit bildreicher Sprache zurückhält und sich nicht in weit ausschweifenden Beschreibungen verliert. Dafür hapert es allerdings an anderer Stelle. Obwohl der Plot was die vielen Wendungen und Überraschungen betrifft durchaus das Potenzial dafür hätte, vermag richtige Spannung leider nur wenig aufzukommen. Insgesamt ist „Der Malteser Falke“ ohne Zweifel ein kurzweiliger, literarischer Klassiker, der in erster Linie durch seine knallharte Hauptfigur und die meisterhafte Dialoggestaltung überzeugt, das Prädikat eines Spannungsromans aber nur streckenweise verdient hat. Chandler bleibt in dieser Hinsicht, obwohl er sich selbst als Schüler Hammetts gesehen hat, die bessere Wahl.

16.01.2008 10:44:40
DETNO

Den überwiegend sehr positiven Bewertungen meiner Vorschreiber/innen kann ich mich leider nicht anschließen. Ich habe das Werk im Rahmen der SZ-Krimi-Reihe gelesen und kann nur feststellen, dass nach diesem 1. Band aus dieser Serie weitere folgen, die viel eher einen Kult-Status haben. Sam Spades konnte mich als "Typ" ebenso wenig fesseln wie der Schreibstil von Dashiell Hammett.

Aber die Geschmäcker sind eben verschieden, und das ist auch gut so.

25.11.2007 23:11:23
xwillaxwonkax

Einfach besonders. "Der Malteser Falke" hat seinen Kult- und Klassikerstatus absolut verdient.
Klar - nicht vergleichbar mit Büchern des 21. Jh., und doch ist es eine Kunst, ein Buch zu schreiben, das noch so viele Jahre später gelesen und geliebt wird. Diese Kunst beherrscht Dashiell Hammett wie kaum ein anderer - mit dem Schaffen Sam Spades, der mich als simpler Charakter schon fasziniert hat, hat er wortwörtlich Geschichte geschrieben!

24.09.2007 02:10:36
lev25

Hammet zu beschreiben ist nicht einfach. Wo andere Schriftsteller mit Malern zu vergleichen sind, die an einer realitätsgetreuen Nachbildung der Wirklichkeit arbeiten, da ist Hammet der Bildhauer der eine nahezu haptische Wirklichkeit erschafft. Dreidimensional und sehr atmosphärisch sind seine Szenen. An Hammst dürfen sich auch Autoren außerhalb des Kimi-Genres messen. Bei ihm ist der Weg der Genuß. Dabei gerät auch eine Handlung wie bei "Der Malteser Falke" zur Nebensächlichkeit.

16.08.2007 23:48:52
L25

Ein klassischer Männerroman mit knallhartem Handlungsstrang. Warscheinlich nicht für Frauen oder zu verkopfte Kerle geeignet. Verdient nach wie vor absolute Höchstnoten.

12.04.2007 11:16:13
Fabian

Natürlich wirkt dieser Roman auf den ersten Seiten etwas veraltet,doch man sollte bedenken,dass dieser Roman mit seinen Protagonisten damals in keinem Fall das Klischee für einen Dedektiv war.Spade und auch Marlowe,Hammer und Archer waren damals ein Novum für den Leser und wie auch schon in einer früheren Rezension erwähnt geradezu schockierend für den Leser von abgetakelten Briten Krimis wie denen von Christie usw.Dennoch ist Dashiell Hammett auch heute noch für mich einer der besten Autoren,zusammen mit Schreibern wie Chandler,Macdonald oder auch Mickey Spillane und wesentlich unterhaltsamer als irgendein schlecht recherchierter Kirchen-Thriller von Dan Brown.

30.01.2007 13:37:42
Werner Schmidt

Dashiell Hammett, der desillusionierte Autor, schreibt in Sam Spade hinein seine eigene Biographie. Leicht ist es für die Söhne eines Mankell, den "Malteser Falken" rückblickend zu Makulatur zu kritisieren. Aber zu seiner Zeit war Hammett revolutionär, ähnlich den schwedischen Ehepaar Sjöwall/Wahlö, deren Kommissar Beck von Jahr zu Jahr folglich von Roman zu Roman sich ständig stärker konfrontiert sieht mit einer Gesellschaft, die nicht mehr die seine ist, die er nicht versteht. Vergleichbar möglicherweise nur noch mit dem bitteren Spott, der Häme und Ironie eines Manuel Vazquez Montalbán.
Dashiell Hammett hat das Genre neu erfunden. Chandler und Ellroy sind ihm - jeweils für ihre Epoche - ebenbürtig.

26.10.2006 13:34:24
Shellingford

Dieser Roman ist absolut nicht mein Geschmack! Es ist selten, dass ich für ein zweihundert Seiten starkes Buch länger als eine Woche brauche, aber wenn, dann lege ich das Buch ratlos aus der Hand. Wo kommt denn hier Spannung her? Die ganze Zeit wird nur auf irgendwelchen dunklen Machenschaften herumgeritten, obwohl eine Lösung kaum in Sicht kommt. Ich dachte, wenn ich einen Klassiker des Genres lese, komme ich auf meine Kosten, aber hier trifft das bestimmt nicht zu. Wäre das Ende wenigstens halbwegs überraschend gewesen, hätte ich dem Werk ein paar Pluspunkte zugeschrieben. Doch auch dieses enttäuscht durch einen unsinnig langen Dialog, wo man hofft, dass er bald zu Ende ist.

03.08.2006 10:58:33
Herrmeister Faramir/Fabian

ich finde diesen krimi kann keiner mehr erreichen ,selbst Chandler hat das mit "the long goodbye " nicht erreicht .Sam Spade bleibt unübertroffen,da dieser im gegensatz zu Marlowe
und Archer nicht depressiv ist und auch keine Gnade mit den Leuten hat die er verachtet.(Wilmer Cook). Selbst die Frau
die ihn liebt( in Gestalt der Brigid O`Shaugnessy) lässt er wegen
ihrem Mord an seinem Partner Archer nicht entkommen, deshalb meine ich,dass er sich nur im äußeren mit Marlowe und Archer vergleichen lässt.

24.06.2006 11:46:05
Tobias Grodde

Klassikerstatus wieder anerkannt!

Natürlich kommt einem die Handlung "irgendwie bekannt" vor - auch wirken die Dialogie leicht antiquiert oder die Mimik-Beschreibungen überzogen - ABER als das Buch 1930 das Licht der Welt erblickte waren diese Kritikpunkte den Lesern völlig unbekannt - einige fanden das Buch sogar "schockierend".

Mag sein, dass das Thema "ausgelutscht" erscheint(James Ellroy beweist eigentlich das Gegenteil!), aber die Klassiker finden sich in den heutigen Werken wieder und wer sich für Originale interessiert, ist hiermit gut bedient!

Klar, wer den Film schon 10 x gesehen hat, dem wird auch irgendwie das Buch bekannt vorkommen.

Grüße,
Tobias

21.04.2006 23:02:44
Fabian

der beste "schwarze Krimi" überhaupt ,und meiner Meinung nach können es neue Schriftsteller sowieso nicht mit den "Altmeistern" wie Macdonald und Chandler sowie eben auch Hammett aufnehmen.Der "Malteser Falke" ist übrigens auch als Hörbuch eine gute Investition.

27.04.2005 11:49:04
Lundegaard

Klassikstatus aberkannt:
Hammett treibt seine langweiligen Klischee-Figuren (Detektiv = Held; Frauen = lieben ausnahmslos Detektiv...) auch in dem banalsten Dialog durch einen Mimik-Wahn der selbst einem grimassenschneidenden Hongkong-Film gegenüber ausser Konkurrenz stehen dürfte – das ist wirklich zu viel des Guten. Die antiquierte Übersetzung und die absolut Standard-Handlung ohne das gewisse Etwas, machen aus diesem Buch weder ein gutes, geschweige denn einen Klassiker.

23.08.2004 20:01:27
Agent Calavera

Der absoltue Krimi-Klassiker! Nicht weil es so früh endstand, sondern weil die schreibweise und das Verhalten von Sam Spade so characteristisch für diese Art von Krimi sind! Ein echtes Muss für alle Krimi-Fans auch wenn man den Film evntuell schon gesehen hatt. Spade agiert so, wie man sich wünscht, er solle agieren. Das Ende des Buches ist ach characteristisch für Hammet-Erzählungen.

Im Bezug auf Sashmans: Ich bin tatsächlich ach über Interesse an Film-Noirs an Dashiell Hammet insgesamt (nicht direkt an dieses Buch) gekommen, sogar über diese Seite (Google-Suche nach berühmten Filmtiteln, schon landet man hier bei den Literaturvorlagen)... Ich denke, dieses Bch ist eíne Verkörperung all der wnderbaren Elemente die einen am Film-Noir faszinieren können.. absolut empfehlenswert!

12.06.2004 00:11:09
Sashman

Ich interessiere mich erst seid kurzem für Krimis, bzw. den Film Noir und habe mir das Buch gekauft, weil ich in das Genre hinein schnuppern wollte. Sam Spade ist ein sehr interessanter Charakter, eben typisch schwarz-weiss.. weder wirklich der gute Kerl, aber auch nicht der schlechte Mensch. Kann das Buch echt empfehlen!

06.11.2003 20:59:45
Rolf

Sam Spade, leicht schmierig wie das Milieu in dem er agiert,wird für immer der Archetypus des literarischen Privatdetektivs bleiben."Der Malteser Falke"(den Hammett nicht für sein bestes Buch hielt)ist eines der wenigen Meisterwerke des Krimi-Genres.