Von hier an wird´s gefährlich

Erschienen: Januar 1974

Bibliographische Angaben

  • Zürich: Diogenes, 1974, Seiten: 255, Übersetzt: Fritz Güttinger
  • New York: Random House, 1970, Titel: 'Beyond this point are monsters', Seiten: 213, Originalsprache
  • Zürich: Diogenes, 1981, Seiten: 255

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Jörg Kijanski
Nach vierzig Jahren noch immer ein Lesespaß

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Sep 2005

Robert Osborne lebt zusammen mit seiner Frau Devon auf einer kleinen Farm in Kalifornien. Als er nach einem gemeinsamen Essen am Abend des 13. Oktober 1967 nach seinem Hund Maxie sehen will, kehrt er jedoch nicht wieder zurück. Eine groß angelegte Suchaktion der Polizei ergibt keine Spuren, die Rückschlüsse über Roberts Verbleib bieten. Es finden sich lediglich größere Blutspuren in der Kantine, die den mexikanischen Saisonarbeitern auf der Farm vorbehalten ist, welche auf eine Messerstecherei schließen lassen. Wenig später wird ein blutverschmiertes Schmetterlingsmesser gefunden, am nächsten Morgen der tote Maxie.

Seit dem spurlosen Verschwinden von Robert ist inzwischen ein Jahr ins Land gegangen und so möchte Devon ihren Mann nun für tot erklären lassen. Da eine Verschollenerklärung erst nach sieben Jahren möglich ist, kann bei einem solchen Verfahren vor Gericht nur dann ein Erfolg erzielt werden, wenn erstens gewichtige Punkte für den Tod der Person sprechen und zweitens ebensolche Gründe dargelegt werden können, wonach deren Abwesenheit aus welchen Gründen auch immer, mit dem Charakter der Person nicht vereinbar ist. Aber warum sollte Robert plötzlich verschwinden? Er war mit Devon glücklich verheiratet, hatte eine eigene Farm und ein sicheres Auskommen. Zudem war Devon in glücklichen Umständen.

Unter der Leitung von Oberrichter Porter Gallagher wird der Fall neu aufgerollt und so müssen zahlreiche Zeugen die Ereignisse rund um den 13. Oktober noch einmal darstellen. Alles scheint für Devon nach Plan zu laufen, denn die damaligen Ereignisse scheinen klar zu sein. Es gab einen Streit mit zwei oder mehreren der mexikanischen Saisonarbeiter, der tödlich endete, zumal am nächsten Tag alle Arbeiter spurlos verschwunden waren. Nur Agnes, die Mutter von Robert, weigert sich beharrlich, an den Tod ihres einzigen und geliebten Sohnes zu glauben…

Der Roman Beyond this Point are Monsters erschien bereits im Jahr 1970 und so stellt sich zunächst die Frage, ob die Handlung heute überhaupt noch funktioniert? Schließlich gibt es ja beispielsweise bei der Spurensuche inzwischen geradezu revolutionäre Entwicklungen. Und dennoch, der Plot "funktioniert" nach vierzig Jahren nahezu uneingeschränkt, da sich der größte Teil der Handlung im Gerichtssaal abspielt.

Die Zeugen geben recht detailliert die Ereignisse des Vorjahres wieder und so scheint der Fall eine einfache Sache für Oberrichter Gallagher zu sein. Dieses denkt sich auch der Leser, wären da nicht immer wieder diese kleinen, äußerst feinen Nadelstiche der Autorin. Roberts Vater starb nach einem tragischen Unfall, nachdem er - offenbar stark angetrunken - von seinem Traktor stürzte. Robert war zu der Zeit gerade fünfzehn Jahre alt und musste in der Folge für zwei Jahre in ein Internat. Danach sagte man ihm eine recht intensive Beziehung zu seiner Nachbarin Ruth Bishop nach, obwohl diese mehr als doppelt so alt wie Robert war. Eines Tages stürzte Ruth nach schweren Regenfällen in einen Bach und ertrank. Ein weiterer tragischer Unfall in Roberts Leben, wobei nie geklärt werden konnte, warum Ruth einen Koffer bei sich hatte und ob sie auf dem Weg zu Robert war.

Die inzwischen achtzehnjährige Carla gibt dem Leser ebenfalls Rätsel auf, denn diese war damals bei den Estivars, Osbornes Gutsverwalter, als Hausmädchen angestellt und machte offenbar den drei ältesten Söhnen der Familie schöne Augen. Der damals ermittelnde Polizist Valenzuela schien ebenfalls auf sie aufmerksam geworden zu sein, denn auffallend oft besuchte er nach Roberts Verschwinden den Gutsverwalter. So scheint jede der handelnden Personen ein kleines Geheimnis mit sich zu tragen, was die Sache wohl doch nicht ganz so einfach macht, wie es oberflächlich den Anschein hat.

 

»Ihr Tod war ein Unfall?« »So steht’s auf dem Totenschein.« »Und wie steht’s bei dir?« »Mir schien es immer eine besonders ausgefallene Todesart, mitten in einer Wüste zu ertrinken.«

 

Gekonnt führt die mitunter zum Schmunzeln anregende Meisterin des "American Way of Life and Death" ihre Leser in die Irre und präsentiert auf den letzten Seiten eine überraschende Schlusspointe. Margaret Millar galt bereits zu Lebzeiten - und dies gilt auch heute noch - zu den First Ladys of Crime. Die preisgekrönte Autorin ist über fünfzehn Jahre nach ihrem Tod noch immer lesenswert, wenngleich die Sprache mitunter nicht mehr ganz zeitgemäß ist.

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Letzte Kommentare:
21.06.2011 16:05:08
Anfangsverdacht

Margaret Millar hat in diesem Roman die reduzierteste Sprache, die möglich ist. Sie ist dabei in der Lage, zahlreiche Charaktere zu entwerfen ohne das der Leser nachdenken müßte wer ist wer.
Beides ist ein nicht so häufiges Gut.
Dies ist sozusagen ein unspektakulärer Kriminalroman, der durch den Verlauf der Gerichtsverhandlung immer mehr Einblick gewährt. Wobei mir die Unaufgeregtheit gut gefiel.

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