Liebe Mutter, es geht mir gut...

Erschienen: Januar 1967

Bibliographische Angaben

  • New York: Random House, 1955, Titel: 'Beast in View', Seiten: 249, Originalsprache
  • Zürich: Diogenes, 1967, Seiten: 237, Übersetzt: Elizabeth Gilbert
  • Zürich: Diogenes, 1975, Seiten: 237
  • München: dtv, 1980, Seiten: 159
  • Beltershausen: Verlag und Studio für Hörbuchproduktionen, 2001, Seiten: 4, Übersetzt: Renate Kohn
  • München: Süddeutsche Zeitung, 2006, Seiten: 166
  • Zürich: Diogenes, 2008, Seiten: 237

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Jörg Kijanski
Mit reichlich Wortwitz garniert hervorragende Psychogramme

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Sep 2005

Helen Carvoe, 30, lebt einsam und zurückgezogen in einem Hotelapartment von dem Vermögen ihres verstorbenen Vaters. Eines Tages wird sie von einer ehemaligen Freundin, Evelyn Merrick, angerufen, welcher ihr anbietet, bei ihren Finanzen behilflich zu sein. Gleichzeitig sagt sie, dass sie Helen in ihrer Kristallkugel sehen würde, verletzt und mit blutigem Gesicht. Helen legt auf, doch als sie kurz darauf stürzt und sich im Gesicht Verletzungen zuzieht, wendet sie sich in ihrer Panik an den Vermögensverwalter ihres Vaters, Paul Blacksheap, und bittet diesen, besagte Evelyn zu finden, die sich damit gebrüstet hat, demnächst als Aktmodell berühmt zu werden.

Blacksheap braucht nicht allzu lange um herauszufinden, dass Evelyn auch andere Menschen telefonisch kontaktiert, um diese mit ihren Ängsten zu konfrontieren. Doch in ein richtiges Wespennest stößt Blacksheap erst, als er Helens Mutter Verna nach Evelyn befragt und von ihr erfährt, dass Helen einst mit Douglas, Helens Bruder, verheiratet war. Die Scheidung erfolgte damals allerdings unmittelbar nach der Hochzeitsnacht. Kurz darauf, erhält auch Verna einen Anruf von Helen, die ihr mitteilt, dass Douglas homosexuell veranlagt sei und dass es zu entsprechenden Handlungen käme, während Douglas vorgibt, bei dem Fotografen Terola Unterricht zu nehmen. Verna ist völlig konsterniert und stellt Douglas zur Rede, der seine Neigung nur widerstrebend zugibt. Verna beschließt, Terola umgehend einen Besuch abzustatten. In seiner Verzweiflung beginnt Douglas Selbstmord. Terola wird kurz darauf mit einer Schere erstochen aufgefunden...

Margaret Millar schrieb diesen Roman bereits in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts und galt lange Zeit als "witzigste Analytikerin des American Way of Life and Death". In "Liebe Mutter, es geht mir gut..." gelingen der Autorin mit reichlich Wortwitz garniert hervorragende Psychogramme ihrer Protagonisten. Wie die sich anbahnende Katastrophe immer Nähe an Helen heran kommt, während gleichzeitig Blacksheap verzweifelt auf der Suche nach Evelyn ständig dem Geschehen hinterher rennt, zieht den Leser auch heute noch in seinen Bann.

Geradezu furios dann aber das für Margaret Millars Romane typische Finale, in dem ein einzelner Satz ausreicht, um dem Plot ein völlig neues Gesicht zu geben. Bewundernswert (gerade) für die damalige Zeit, wie grandios Millar es schafft, die Beziehungen innerhalb der Familie Clarvoe zu skizzieren. Die völlig zurückgezogen lebende Tochter und ein homosexuell veranlagter Bruder, die beide auf ihre Weise ständig mit ihrer exzentrischen Mutter im Clinch liegen, die Reaktion der Mutter auf Douglas Eingeständnis seiner Homosexualität bis hin zu dem Kernmotiv des Plots, welches hier natürlich nicht genannt werden darf, sind die besonderen Merkmale, welche diesen Roman auch heute noch gut lesbar gestalten.

Natürlich fehlt es gelegentlich etwas an Action, die Handlung verläuft selbst in den Phasen, in denen tatsächlich mal was passiert, sehr ruhig, sehr verhalten ab und insbesondere die Wortwahl kommt einem zeitweise altbacken vor. Wenn man sich jedoch, ähnlich wie bei historischen Romanen, versucht in die 50er Jahre hineinzuversetzen, dann stört auch nicht die Überlegung, sich im Kino zwei "Großfilme" anzusehen und man vergisst darüber hinaus, dass dieser Plot in Zeiten des Handys wohl nicht mehr möglich wäre.

Für Freunde klassischer Krimis eine klare Empfehlung

Liebe Mutter, es geht mir gut...

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Letzte Kommentare:
16.08.2015 20:00:26
Susanna

Dies ist ein solider psychologischer Kriminalroman, in dem ein Mord ziemlich spät vorkommt und zudem nicht die Hauptsache ist, sondern eher ein Nebenprodukt. Sehr gute Dialoge, die Wortwahl ist etwas altmodisch, aber man muss bedenken, dass er in den 50er Jahren geschrieben worden ist. Die Figuren sind hervorragend in nur wenigen Sätzen quasi nebenbei beschrieben, nur einige Gedankengänge der Figuren sind eher klischeehaft. In der hier gezeigten Welt sind alle Figuren glaubwürdig, obwohl sie ansonsten zu überzeichnet und bizarr wären. Einzig den Sinneswandel von Blackshear konnte ich nicht nachvollziehen.
Wahrscheinlich ist aufgrund unserer heutigen Erfahrungen mit Krimis in allen Medien die Auflösung nicht mehr so überraschend. Dennoch eine Empfehlung.
80%
Ich werde garantiert noch weitere Romane der Autorin lesen.

05.11.2009 14:20:59
NomisBlackPearl

Naja, das Buch ist lesbar aber nicht unbedingt der Brüller.
Geschichte ist etwas seicht und man kommt relativ schnell hinter den Ursprung und des Rätsels Lösung.
Gott sei Dank hat es nur 166 Seiten.
Auch der schreibstil ist gewöhnungsbedürftig und meiner Meinung nach schwer zu lesen.,
Werde es mit 55% bewerten.

22.04.2008 07:15:20
DETNO

Eine interessante Story mit etlichen kaputten Typen. Die Spannung leidet aber etwas darunter, dass man schon nach der Hälfte des Buches ahnt, wie sich die Geschichte auflösen wird.
Und genau so kommt es auch.
Lesenswert.

02.01.2008 16:04:30
Yumeka

Also ich hab dieses Buch zu Weihnachten bekommen und fand es einfach klasse!!!
Dieser Charme vermischt mit einer ausgeglügelten Story !
Habs verschlungen XD

17.07.2006 21:44:44
Fabian

Das Buch habe ich vor etwa einem
halben Jahr gelesen,ebenso wie den Fall Galton und finde,dass Macdonald interresanter geschreiben hat als seine Frau,allerdings ist dieser Roman auch der einzigste den ich von Magaret Millar gelesen habe... Vielleicht versuche ich nochmal bald eins von ihr...

15.06.2006 22:00:46
Rolf Wamers

Irgendwann fragt sich jeder: wer war der bessere Krimi-Auor, sie oder er, Margaret Millar oder Ross Macdonald? Die Antworten werden geteilt ausfallen. Mein Rat: Lest die beiden besten Bücher (Liebe Mutter... und Der Fall Galton) und urteilt selbst.
Immerhin hat die Konkurrenz der beiden im selben Genre (entgegen dem Sermon der Diogenes-Werbeabteilung auf einigen Klappentexten) ihre Ehe bis fast zum Zerreißen belastet, und das war dann einer der Gründe für das kurze tragische Leben der einzigen Tochter Linda.

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