Der Schatz

Erschienen: Januar 2005

Bibliographische Angaben

  • München: dtv, 2005, Seiten: 240, Originalsprache

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Peter Kümmel
Überzeugt durch realitätsnahe Darstellung

Buch-Rezension von Peter Kümmel Aug 2005

Wie leben eigentlich Kriegsberichterstatter? Was sind das für Menschen? Welches sind ihre Motive, sich in Gefahr zu begeben?

Andreas Albes ist selber Reporter und war bereits in vielen Ländern wie Irak, Afghanistan und Kosovo tätig. Nun legt er einen Roman über einen Journalisten im Irak vor. Da sollte man apriori davon ausgehen, dass Herr Albes durch seine eigenen Erfahrungen nah an der Realität geblieben ist.

Chaotische Zustände im Irak

Sein Protagonist ist Michael Bellow, ein junger Journalist, der zuvor nur für den Lokalteil seiner Zeitung schreiben durfte und nun in dem überraschenden Angebot, aus dem Irak berichten zu dürfen, seine große Chance sieht. Der Krieg ist zwar schon so gut wie zu Ende, doch die Zustände danach unterscheiden sich auch nicht großartig von denen zur Zeit des Krieges. Die Journalisten haben sich in heruntergekommenen Hotels einquartiert und leben von Informationen aus zweiter Hand über terroristische Anschläge. Die meiste Zeit verbringen sie mit Warten auf berichtenswerte Ereignisse, die sie sich mit Bier trinken und kiffen vertreiben. Reporter mit fester Anstellung können ein recht zufriedenstellendes Leben führen, freischaffende wie Michaels französischer Freund Philippe haben da schon wesentlich mehr Probleme und ab und an nicht mal das Geld für ein festes Dach über dem Kopf.

Als die beiden Freunde zusammen in einem türkischen Bad sind, belauscht Michael das Gespräch zweier Deutscher. Dabei geht es um die Plünderung von einheimischen Museen, um die Schätze nach Europa zu schmuggeln. Der Schatz von Nimrud soll ihr großer Coup zum Abschluß ihrer Aktivitäten werden. Michael wird hellhörig und wittert einen Scoop, eine journalistische Sensation, die ihn groß herausbringen könnte. Zusammen mit Philippe und Arkan, einem einheimischen Taxifahrer, den er fest engagiert hat und der ihm als Dolmetscher dient, beginnt er zu ermitteln. Seine Recherchen führen ihn über eine deutsche Hilfsorganisation, die im Norden des Irak ein Krankenhaus errichten will in ein kleines besetztes Dorf.

Schwarze Schafe bei den Hilfsorganisationen

Albes´ Roman ist zwar kein schriftstellerisches Glanzlicht, aber überaus unterhaltsam. Nicht nur, dass man sich ein Bild über die Berichterstatter aus dem Irak machen kann. Nein, man erfährt auch so einiges über Hilfsorganisationen. Da gibt es nämlich außer den seriösen auch einige schwarze Schafe. Und wie man selber mit dem Anschein der Gemeinnützigkeit in die eigene Tasche wirtschaften kann, erklärt der Autor so:

"Sie gründen eine Hilforganisation und beginnen Spenden zu sammeln. [...] Jeder Euro, den Sie einnehmen, ist steuerfrei. Sie geben sich als Präsident ein Gehalt von... Sagen wir mal: zehntausend Euro. Ihre Frau stellen Sie als Vizepräsidentin an. Die verdient fünftausend Euro. Sie gehen nach Bagdad, kaufen eine Villa, die der Hauptsitz Ihrer Organisation ist, und einen großen Jeep als Dienstfahrzeug. Sie überreichen regelmäßig Schecks an Schulen oder Krankenhäuser, und alle paar Wochen reisen Sie nach Deutschland und machen auf Abenteurer."

Das Leben ist ein Spiel

Mit Michael Bellow hat der Autor einen überaus realistischen Protagonisten erschaffen. Kein Held, kein Übermensch, sondern einfach ein junger Kerl, der keine Verpflichtungen hat und sein Leben leicht nimmt. In der Hoffnung auf Erfolge geht er Risiken ein, verfügt über eine gehörige Portion Mut, aber auch über genauso viel Angst. Die anderen Charaktere unterscheiden sich ebenfalls nicht großartig von Bellow. Alles junge Leute, die nicht groß über ihre Entscheidungen nachdenken, sondern in den Tag hineinleben.

Das Buch liest sich nett und flüssig, doch die Spannungskurve bleibt über den gesamten Verlauf hinweg flach. Unsere Helden werden zwar gelegentlich mal mit Waffen bedroht, doch irgendwie nimmt man alles nicht so ernst. Das Leben scheint mehr ein Spiel zu sein. Und mit ein paar hundert Dollar kauft man eben das, was einem gestohlen wurde, wieder zurück. Selbst der Showdown ist nicht mehr als ein laues Lüftchen.

"Der Schatz" überzeugt durch seinen ungewöhnlichen Handlungsort und seine realitätsnahe Darstellung, so richtig zu fesseln aber vermag er nicht.

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