Nacht der Abrechnung

Erschienen: Januar 2006

Bibliographische Angaben

  • New York: Duton, 2005, Titel: 'A Killing Night', Seiten: 289, Originalsprache
  • München: Knaur, 2006, Seiten: 408, Übersetzt: Helmut Splinter

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Wolfgang Weninger
Nur ein schwacher Aufguss unter der feuchtheißen Luft Südfloridas

Buch-Rezension von Wolfgang Weninger Jul 2005

Junge Kellnerinnen, hübsch, alleinstehend und ein bisschen einsam wollen gelegentlich auch verwöhnt werden. Und wenn dann so ein gestandenes Mannsbild in seinem Streifenwagen Interesse zeigt, fallen die bedauernswerten Damen reihenweise auf den Polizisten herein. Der jedoch schon beim geringsten Widerspruch heiß läuft und im Endeffekt deren vergewaltigte Leichen in den Sümpfen Südfloridas entsorgt, wo sich höchstens noch ein hungriger Alligator für sie interessiert.

Detective Sherry Richards ermittelt. Obwohl bislang noch keine Leiche aufgetaucht ist, findet sie Zusammenhänge, die ihr zwar offiziell keine Vollmacht zum Eingreifen bieten, aber sie hat einen Verdacht, wer hinter dem Verschwinden der Thekenkräfte stecken könnte. Es soll ein ehemaliger Polizist sein, der seine Dienstmarke abgegeben hat und jetzt für einen Sicherheitsdienst arbeitet. Seine Ex-Frau hat ihn schon ein Mal wegen familiärer Tätlichkeiten angezeigt und es wurde ebenso wegen einer Vergewaltigung an einer jungen, behinderten Frau ermittelt. Drei Kollegen des Mannes hatten gestanden, aber ihm konnte nichts nachgewiesen werden. Und er lungert abends in den diversen Bars herum und kannte mindestens zwei der verschwundenen Mädchen.

Max Freeman hat seine Hütte in den Sümpfen verlassen und aalt seinen Detektivbody am Strand in einem Haus, dass seinem Freund und Arbeitgeber, dem Rechtsanwalt Billy gehört. Momentan hat er nur einen Fall am Laufen, der sich mit Schadensersatzforderungen von philippinischen Seeleuten beschäftigt, die bei einer Kesselexplosion an Bord eines Kreuzfahrtschiffes Verbrennungen erlitten hatten. Folglich hat Max Zeit für Detective Richards, mit der er in einem vergangenen Fall kurzzeitig liiert war, den mutmaßlichen Frauenmörder und Ex-Kollegen ein wenig unter die Lupe zu nehmen. Aber je mehr er schnüffelt, um so mehr entkräftigt sich der Verdacht gegen den Ex-Cop. Und Max ist überzeugt, dass ein Anderer der Übeltäter ist, also machen die beiden Ex-Polizisten gegen den Willen von Detective Richards gemeinsame Sache, denn eines ist sicher ... irgendwo lauert ein Serienkiller.

Jonathon King lässt also zum vierten Mal in "Nacht der Abrechnung" seinen Sumpfdetektiv Max Freeman auf den Krimileser los. Und um gleich ein Fazit an den Anfang zu stellen: auch in dieser Geschichte gelingt ihm die erzählerische Dichte des Erstlings "Das Messer im Sumpf" keineswegs, denn wenn Max Freeman außerhalb der Sümpfe agiert, fehlt der spektakuläre Hintergrund der Landschaft, und übrig bleibt ein Ex-Bulle, der nichts Besonderes zu bieten hat.

Mittlerweile hat man sich an die Personen gewöhnt. Max Freeman, der sich fit hält, der hart austeilt und genauso hart einsteckt, der immer Zwei und Zwei richtig zusammen zählt und ansonsten meistens Andere observiert, bis das Rätsel gelöst ist, hat im gesamten Thrillerverlauf mit Ausnahme einer Schlägerei recht wenig an Arbeit zu leisten. Dass er im Endeffekt den Fundort der verschollenen Leichen und den Täter findet, ist wenig aufregend und vorhersehbar.

Der Anwaltsfreund Billy lebt seinen Lebensstil, stottert sich durch die Gegend und einziges Highlight ist sein Auftritt vor dem Richter, aber auch dabei muss er sich nicht unbedingt anstrengen und wäre er nicht der Arbeitgeber unseres Sumpfhelden, könnte man die Figur getrost weglassen.

Sherry Richards verzettelt sich in Emanzipationsattacken und spielt ihre Weiblichkeit längst nicht so gekonnt aus, wie sie das in Tödliche Fluten getan hat. Ohne ihren Anstoß zur Ermittlung gäbe es zwar die "Nacht der Abrechnung" nicht, aber ansonsten verblasst die Polizistin deutlich.

Ein wenig Spannung kommt nur auf, wenn der unbekannte Polizist sein nächstes Opfer brutal vernascht und anschließend entsorgt. Der Rest des als "Thriller des Monats" aus dem Knaur-Verlag gekennzeichneten Buches ist leider nur ein schwacher Aufguss unter der feuchtheißen Luft Südfloridas, dem das Lokalkolorit leider völlig fehlt und in dem ein Evergladesoriginal à la Nate Brown diesmal überhaupt nicht vorkommt. Für mich ist der vierte Fall auf Grund mangelnder Spannung und fehlender Atmosphäre daher höchstens schwacher Durchschnitt.

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