Tödliche Fluten

Erschienen: Januar 2005

Bibliographische Angaben

  • New York: Dutton, 2004, Titel: 'Shadow Men', Seiten: 261, Originalsprache
  • München: Knaur, 2005, Seiten: 338, Übersetzt: Helmut Splinter

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Wolfgang Weninger
Besser zum Erstling greifen

Buch-Rezension von Wolfgang Weninger Jul 2005

Anno domini 1923. Der Tamiami Trail wird durch die Sümpfe Floridas gebaut. Das unwegsame Gelände durch die Everglades fordert den Menschen, die hier in der Hoffnung auf das große Geld am Straßenbau beschäftigt sind, das Letzte ab. Auch Cyrus Mayes und seine beiden Söhne schuften wie Zwangsarbeiter. Die körperlichen Strapazen und die unmenschliche Behandlung sind jedoch zu viel für sie. Sie flüchten. Doch das kann die Baugesellschaft nicht zulassen, und ein gedungener Killer beendet die Flucht mit drei Schüssen.

Achtzig Jahre später findet der Urenkel von Cyrus Mayes in der Aussteuertruhe seiner Urgroßmutter Briefe, und er möchte die Wahrheit wissen, weshalb er sich an den Anwalt Billy Manchester wendet. Dieser hat schon in zwei früheren Fällen mit dem Ex-Polizisten und nunmehrigem Privatdetektiv Max Freemann zusammengearbeitet und auch für diese Recherchen zieht er wieder den ortskundigen Ermittler zu Rate. Freeman lebt nach seiner Kündigung im Polizeidienst mitten in einer Hütte in den Everglades, die nur mit einem Kanu erreichbar ist und nur wenige Annehmlichkeiten des modernen Lebens bietet. Und auch in dieser Hütte scheint er nicht sicher zu sein, denn irgendjemand versucht, das von Sümpfen umgebene Einsiedlerdomizil abzufackeln.

Max Freeman und Billy Manchester versuchen zu eruieren, welche Baufirmen vor achtzig Jahren als Bauträger fungiert haben und ob deren Nachfolgefirmen noch Personalakten von damals in ihren Archiven haben. Doch die Rechtsanwälte dieser Unternehmen sehen das gar nicht gerne und versuchen ihrerseits, jegliche Ermittlung zu unterbinden. Max Freeman bleibt nichts Anderes übrig, als den alten Sumpfhaudegen Nate Brown zu aktivieren, der sein Leben lang das Überleben in der unwirtlichen Atmosphäre praktiziert hat und jeden Fleck innerhalb der Mangrovenwälder kennt. Unter Einsatz ihres Lebens beginnen Max und Nate die Spurensuche in den tödlichen Fluten ...

Jonathon King führt uns in "Tödliche Fluten" zum dritten Mal in die fremde und unwirtliche Welt der Everglades und auch das Team um Max Freeman hat sich nicht geändert. Schon in der Rezension von Kings Erstling "Das Messer im Sumpf" hat unser Rezensent Peter Kümmel angemerkt, dass der Roman vor allem von den ungewöhnlichen Schauplätzen lebt und die unheimliche Atmosphäre der Everglades einen starken Kontrast zum amerikanischen Großstadtleben bietet. Daran hat sich auch in diesem Nachfolger nichts geändert. King lässt seine Hauptdarsteller wieder munter in den Sümpfen hantieren.

Bei den Verfolgungsjagden in den Sümpfen wird Jonathan King allerdings zum Wiederholungstäter und viel mehr als diese feuchten Actionsequenzen hat der Autor dann auch nicht zu bieten, denn die Handlung ist auf Grund dessen, dass der Übeltäter von Beginn an bekannt ist, zwar logisch durchgezogen, aber weder überraschend, noch besonders originell. Als spannungsführende Elemente bleiben also doch nur die gefährlichen Sumpfpassagen mit dem Haudegen Nate Brown und die bieten nicht wirklich Neues. Würde man jedoch gerade diese packend geschilderten Abenteuerelemente weglassen, bliebe kaum etwas übrig, was das Lesen dieses Romans rechtfertigen könnte.

"Tödliche Fluten" ist ein handwerklich sehr ordentlich nachgelegter Thriller, der alle Merkmale aus "Das Messer im Sumpf" aufweist, aber spannungsmäßig leider nicht im selben Ausmaß an das schreiberische Debüt des Autors heran kommt. Dieses Buch ist absolut kein Muss für den Thrillerfreund, aber wer an den Vorgängern Gefallen gefunden hat und Lesespaß am schaurigen Ambiente in den Sümpfen findet, der wird sich auch diese durchschnittliche Lektüre aus dem Knaur Taschenbuchverlag nicht entgehen lassen. Wer mit Jonathan King noch keine Bekanntschaft geschlossen hat und dies tun möchte, der sollte besser zum Erstling greifen.

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Letzte Kommentare:
06.05.2008 13:30:19
Daniel

ich lese das buch gerade und kann nicht mehr aufhören
voll spannend
ich empfele euch alle vier bände zu lesen man kann nämlich aus allen zusammen das vorherige leben von max freeman herrausfinden
zum beispiel über diesen einen fall mit den toten denen die augen herausgechnitten werden nachdem sie umgebracht wunden
voll gruselig

29.02.2008 19:12:16
Kerstin

Ein "Cold Case" hält Max auf Trab, denn der Enkel eines Arbeiters von 1923 möchte wissen, ob sein Urgroßvater in den Everglades womöglich ermordet wurden. Mit Hilfe seines Anwaltsfreundes und eines alten Einsiedlers fängt Max zu ermitteln an, doch irgendjemand will, dass er diesen alten Fall ruhen lässt. Eine kalte Spur wird wieder heiß und der smarte Detektiv stochert akribisch in der Vergangenheit und wird nebenbei noch an seinen eigenen gewalttätigen Vater erinnert, also ... ab in die Everglades!

24.01.2006 10:45:22
Humam Bourzoufi

Die Fluten waren nicht tödlich - Jonathon King erzählt in seinem dritten Buch von den Everglades, einem riesigen Sumpfgebiet in Florida, von dem Leben damals, in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts, und heute.
Damals wurde die erste Straße quer durch die Sümpfe gebaut, ein mörderisches Unterfangen für die Arbeiter.
Heute, 80 Jahre später, soll Max Freeman, Expolizist und Privatdetektiv, den Tod dreier Männer untersuchen (ein Vater und seine beiden Söhne), die bei dem Bauprojekt ums Leben kamen.
"Atemlose Spannung", wie auf dem Einband behauptet wird, kommt bei diesen Nachforschungen nicht auf: Interessant, aus der Sicht von Krimifans, wird es erst ab Seite 270, allerdings hat das Buch nur 339 davon.
Das erste Werk von King (Das Messer im Sumpf) war für mich ein ungewöhnlicher, fesselnder Roman, ein Krimi im wahrsten Sinne des Wortes. Das vorliegende Buch lebt dagegen hauptsächlich von zwischenmenschlichen Beziehungen, Erinnerungen und der Atmosphäre einer einmaligen Landschaft, wobei, fast schon beiläufig, der Tod besagter Männer aufgeklärt wird.
Freunde von spannungsgeladenen, aktionsreichen Handlungen werden das Buch langweilig finden. Wer jedoch an einer Führung durch die beeindruckende Szenerie der Everglades und dem Beziehungsgeflecht sympathischer Charaktere interessiert und auch bereit ist, dafür einige Längen in Kauf zu nehmen, wird diesen leisen Krimi sicherlich mögen.
Der Titel "Tödliche Fluten" ist nicht nachvollziehbar, "Shadow Men" (so das Original) passt da schon eher.
via amazon.de: nicolefrnks Meinung zu »Tödliche Fluten« 02.10.2005
Die blutigen Straßen der Everglades - Die Gesamtgeschichte ist eigentlich ganz gut erdacht, auch wenn einige Handlungsstränge etwas arg konstruiert und zusammengeschustert wirken. Doch leider gelingt es dem Autor nicht seinen Handlungsfiguren wirklich Leben einzuhauchen und so bleiben sämtliche Akteure die gesamte Handlung hindurch hölzern und unnahbar. Davon ist selbst der "Ich"-Erzähler, Privatdetektiv Max Freeman, nicht ausgenommen und dem setzen auch diverse Rückblenden in sein früheres Leben kein Ende. Leserische Akzente setzen vor allem die gekonnt geschilderten Naturbetrachtungen der Everglades, in denen ein großer Teil der Handlung spielt.