Bleiche Knochen

Erschienen: Januar 2004

Bibliographische Angaben

  • London: HarperCollins, 2000, Titel: 'Dead Alone', Seiten: 326, Originalsprache
  • München: Droemer Knaur, 2004, Seiten: 504, Übersetzt: Karl-Heinz Ebnet
  • München: Knaur, 2006, Seiten: 504
  • Augsburg: Weltbild, 2008, Seiten: 445

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Wolfgang Weninger
Ein grundsolides Debüt

Buch-Rezension von Wolfgang Weninger Jul 2005

Detective Inspector Jessie Driver ist der Mad Max unter den Ermittlern in der Dienststelle West End Central. Jung und forsch lässt sie sich von ihren männlichen Kollegen nicht ins Bockshorn jagen und prescht auf ihrem Motorrad von Tatort zu Tatort. Und dieser könnte bei ihrem nächsten Einsatz gar nicht schlimmer sein. In den übelriechenden Schlammmassen an einem ehemaligen Treidelpfad der Themse sichten rudernde Mädchen blankpolierte Knochen. Nur widerwillig hilft man Jessie bei der Sichtung der Leiche, der noch dazu der Kopf fehlt, so dass eine Identifizierung reichlich unwahrscheinlich erscheint. Einziges Kuriosum ist eine tote Qualle mit einer Nummer, die sich bald als Brustimplantat von Verity Shore herausstellt, der durchgeknallten Ehefrau der Popikone P. J. Dean.

Verity, bestens bekannt aus allen Klatschspalten, war Sex & Drugs & Rock´n´Roll nicht abgeneigt und hatte eine besondere Affinität zu Hochprozentigem, weshalb sie, wie Jessie Driver heraus findet, von ihrem eigenen Ehemann, wie eine Gefangene gehalten wurde, aber immer wieder entkommen konnte. Bis zu ihrem gewaltsamen Tod. Diesen ereilt auch die bildende Künstlerin Eve Wirrel, deren Hinrichtung grauenvoll inszeniert wird. Und zwischen Verity, P. J. Dean und Eve Wirrel gibt es Verbindungen ...

Gay Longworth, Amerikanerin mit Wohnsitz in London, hat mit "Bleiche Knochen" ihren Erstling auf den deutschen Buchmarkt geworfen und wurde schon 2002 für die englische Ausgabe "Dead alone" von der Sunday Times postwendend als "Die neue Königin des Thrillers" geadelt. Zu Recht?

Die Ausgangsidee eines Mordes, bei dem der Täter durch seine Inszenierungen der Untaten mit der Polizei spielt, ist nicht unbedingt neu. Eine egozentrische Ermittlerin, die prinzipiell tut, was sie will, ohne auf ihr Team zu hören, ist auch nicht das Gelbe vom Ei. Und die schillernde Welt der Schönen und Reichen, denen außer dem Geltungsdrang nichts heilig ist, und denen kein Mittel zu gering erscheint, um ja in den Medien präsent zu sein, ist nicht erst seit Frau Longworth Schauplatz grässlicher Untaten.

So ergibt sich auf 500 Seiten nichts grundlegend Neues. DI Jessie Driver ist eine gelungene Romanfigur, die dem Leser fast auf Anhieb sympathisch ist und in deren Dickkopf genügend Grips zu finden ist, um einen reichlich konstruierten Fall hakenschlagend zu lösen. Dabei könnte dieser Krimi einen Schuss Humor gut gebrauchen, denn der von Karl-Heinz Ebnet übersetzte Text ist bisweilen ziemlich trocken, obwohl gerade die Charakterisierungen diverser Nebendarsteller zum Fabulieren einlädt.

Die Spannung geht auf und ab. Dort wo wirkliche Action enthalten ist, weiß die Autorin in atmosphärischer Dichte die Handlung laufen zu lassen, was von ihrer sprachlichen Begabung zeugt. Dazwischen allerdings gerät sie in Plauderton, besonders wenn Jessie wieder einmal von Zweifeln geplagt wird, und dann müht man sich beim Lesen über die Seiten, was gottlob nicht allzu oft passiert.

"Bleiche Knochen" ist ein grundsolides Debüt, das manchen arrivierten Autor blass aussehen lassen kann. Für mich reicht es allerdings noch nicht zur Krone der Thrillerkönigin, allerdings könnte bei einer Steigerung durchaus eine Thronanwartschaft zu erringen sein. Übrig bleibt ein Kriminalroman, der sich leicht über den Durchschnitt erhebt und es wert ist, beachtet zu werden. Als halbwegs spannende Urlaubslektüre kann man dieses Buch jederzeit in seinen Koffer einpacken und ein paar unterhaltsame Lesestunden verbringen.

Bleiche Knochen

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Letzte Kommentare:
16.02.2012 08:33:51
elke teichmann

Das ist wirklich eines der schlechtesten, konfusesten und dämlichsten Bücher, welches ich je gelesen habe. Es wirkt, als wollte die Autorin alle Ideen und Gedanken, die ihr je durch den Kopf gegangen sind, in einem Werk "verwursteln". Die Haupprotagonistin ist eine Abklatsch dessen, was wir schon in Dutzenden Krimis getroffen haben - ach es gäbe eine Menge zu kritisieren. Querlesen hat gereicht und ab in die Tonne!

10.11.2010 12:04:02
Chrisu

In der Themse wird eine Leiche gefunden - ohne Kopf, ohne Gliedmaßen und das Skelett, die Knochen sind ganz sauber und bleich. Außerdem werden zwei tote Quallen gefunden, die sich bei genauer Betrachtung als Silikonkissen herausstellen. Aufgrund der Nummer auf den Kissen konnte herausgefunden werden, wessen Gebeine da gefunden wurden. Es handelt sich um die Ehefrau des berühmten Popstars P.J. Dean. DI Jessie Driver gerät bei den Ermittlungen zwischen zwei Fronten. Sie fühlt sich zu P.J. hingezogen und glaubt auch daran, dass er mit der Ermordung seiner Frau nichts zu tun hat, aber auf der anderen Seite wird er trotzdem als Verdächtiger gesehen, da er nicht mit offenen Karten spielt. Und es werden noch weitere Frauen ermordet aufgefunden und alle haben einen gemeinsamen Nenner - sie stehen in der Öffentlichkeit und die Medien berichten über sie.
Der Anfang dieses Thrillers ist sehr gut aufgebaut. Die Handlung wird immer wieder in eine Sackgasse geführt und Jessie Driver zweifelt schon an ihren Fähigkeiten dieses Verwirrspiel zu entschlüsseln. Außerdem finde ich die Rivalität unter den Kollegen gut und wirklichkeitstreu dargestellt und dass dabei aber trotzdem der Weg zur Zusammenarbeit gefunden wird.
Ein wahnsinnig spannendes Buch.

16.07.2009 17:55:32
Mariahsjack

Alles in Allem fand ich das Buch ganz gut. Im Grunde schon sehr Spannend geschrieben, auch wenn es zwischendurch zu etwas langatmige Passagen kommt. Anhand der vielen Charaktere, muss ich sagen das es der Autorin doch gelungen ist, alle so zu beschreiben, dass man sie sich bildlich gut vorstellen kann.
Zwar fand auch ich das Buch recht klischeehaft und etwas übertrieben was die Hauptprotoganistin angeht, aber sie war mir dennoch sympatisch und man muss ja auch nicht immer was gegen Klischees haben ;-)
Der Nachfolger "Haut und Knochen" wird definitiv von mir gelesen!

16.07.2009 17:54:59
Mariahsjack

Alles in Allem fand ich das Buch ganz gut. Im Grunde schon sehr Spannend geschrieben, auch wenn es zwischendurch zu etwas langatmige Passagen kommt. Anhand der vielen Charaktere, muss ich sagen das es der Autorin doch gelungen ist, alle so zu beschreiben, dass man sie sich bildlich gut vorstellen kann.
Zwar fand auch ich das Buch recht klischeehaft und etwas übertrieben was die Hauptprotoganistin angeht, aber sie war mir dennoch sympatisch und man muss ja auch nicht immer was gegen Klischees haben ;-)
Der Nachfolger "Haut und Knochen" wird definitiv von mir gelesen!

16.01.2009 13:21:49
Queen

Also es ist bei mir schon einige Jahre her das ich dieses Buch gelesen habe. Es ist ein gut geschriebener Krimi. Gut es ist ein bißchen viel Klischee-Kost, aber das macht das Buch unterhaltsamer. :-) Ich fand es trotzdem bis zum schluß spannend. Diese ganzen verstrickungen in den Familien, die Verbindungen zwischen den einzelnen Figuren war wirklich gut geschrieben.
Ich würde den Krimi jederzeit weiterempfehlen.

08.06.2008 13:57:17
Krimi-Tina

Gay Longworth gehört in diese Riege der Autorinnen, die ein Buch schreiben, indem sie die momentan angesagten Versatzstücke , wie blutiges Verbrechen, bisschen forensische Pathologie , problembeladene Protagonisten die irgendwas aus ihrer Vergangenheit nicht nur mit sich herumschleppen sonder vor sich hertragen.Gerne garniert mit etwas aufgesetztem Emanzipationsgehabe. Der stumpfblöde Macho, normalerweise Polizist, der es einfach nicht lernt, dass Frauen nicht nur barfuß hintern Herd gehören, ist in dieser Art Buch scheinbar Pflichtprogramm. Die echten Feministinnen unter den Krimi-Autroen bekämen Anfälle. So bescheuert und offentsichtlich kommt Frauenfeindlichkeit heutezutage nicht mehr vor.
Gay Longworth hat alle Zutaten beisammen, was rauskommt, ist aber leider selbst für diese Art Krimi unterdurchschnittlich. Der Plot hat scheunentorgroße Löcher in der Logik, die Protagonisten agieren allesamts derart unglaubwürdig, dass man sich wirklich fragt, ob die von der örtlichen Laienspiel Truppe gestellt wurden. 50 %

03.05.2008 20:18:05
Chris.

absolute Zeitverschwendung, alles niedriger als 35°. Was haben sich Autor und Verlag dabei nur gedacht?, frage ich mich dann. Nö, das Buch hat nichtmals einen Platz im Regal verdient. Bye, bye und bitte kein Wiedersehen.

---> zu 100% von den FAQ der KC übernommen und das aus gutem Grund, denn es trifft ziemlich genau meine Gedanken.
Das Buch strotzt nur so vor Klischees und die Protagonistin ist völlig überzogen gezeichnet, Superwoman lässt grüßen

02.07.2007 14:27:00
Meps

"Bleiche Knochen" ist spannend geschrieben. Meiner Meinung nach ist es lesenswert, aber wer Nervenkitzel erwartet, wird bestimmt enttäuscht.
Dennoch würde ich das Buch weiterempfehlen, weil die Autorin einen wiedererkennbaren schreibstil hat und ihre haupt- und nebenfiguren, egal wie "böse" sie sind, beim Leser beliebt macht.

06.10.2006 13:13:18
Verena

Ich habe dieses Buch inzwischen zum zweiten Mal gelesen und war wieder gefesselt von diesem Buch. Ich würde sagen, das dies ein wirklich gelungener Krimi ist. Durch die vielen Handlungssträngen, die Gay Longworth perfekt zusammen führt, ist das Buchg sehr spannend. Ein Muss für Krimi-Fans vor allem für Fans von den Büchern und deren Handlung von Tess Gerritsen.

06.10.2006 11:46:54
Claudia

Ich habe das Buch eher zufällig gekauft und mochte es danach kaum noch aus der Hand legen!
Besonders die letzten Seiten haben mir eine schlaflose Nacht bereitet!

16.09.2006 12:59:04
Sandy

Dieses Buch ist sehr empfehlenswert! Spannend bis zur letzten Minute. So wie ein Buch eben sein muss. Aber bildet euch selbst ein Urteil über dieses Buch. Ich fande es auf jeden Fall klasse.

27.08.2006 15:07:52
Jasmin

Für mich ist ein guter Krimi dann ein guter Krimi, wenn es viele Verdächtige gibt und man bis zur letzten Minute nicht weiß, wer es denn nun gewesen ist. Das ist hier eindeutig gegeben und deshalb fand ich "Bleiche Knochen" richtig klasse. Und vor allem keine Minute langweilig!

10.05.2006 20:10:34
Sandra Wypich

Ich kann mich dem Kommentar von Muupes nur anschließen. Es wurde so ziemlich jedes Klischee aufgegriffen, dier weibliche Detektive ist natürlich supersexy und fährt Motorrad, wird von den männlichen Kollegen gemobbt, steckt Tampons in Schußwunden, kann Arterien mit Kulis flicken usw. also das ist ziemlich Laue Kost, erinnert an Krimi-Groschenromane.

02.01.2006 16:45:45
Mila

Ich kann zu dem Buchen nur sagen , dass es einfach super ist! Ich konnte es ebenfalls kaum aus der Hand legen, weil es eben so spannend ist und man endlich die Lösungen , die einem häppchenweise geliefert werden, auf seine Antworten bekommen will.
Auch der Nachfolger dieser Reihe ist eine gute Anknüpfung an das erste Buch. Ich hoffe auf weitere Werke. Insgesamt würde ich in jedem Fall sagen, dass das Buch empfehlenswert ist!

07.07.2005 17:51:38
Muupes

Selten so gelangweilt!
Die ersten Seiten waren recht vielversprechend, aber dann verfällt die Autorin in plumpe Effekthascherei.

Die Personen sind dermaßen stereotyp dargestellt (der scheue und geheimnisvolle Rockstar, seine Ehefrau, die sich im Rahmen der "Luder"-Fraktion auf irgendwelchen Möchte-Gern-Promi-Parties rumtreibt, die toughe Überflieger-Polizistin, die sich gegen arrogante und frauenfeindliche "Kollegen" durchsetzt, usw.), dass man meint, man schaut sich eine billige Polizei-Serie auf RTL 2 an.

Trotz des leicht durchschauenden Verlaufs hat mich die Auflösung überrascht und mich zumindest etwas entschädigt.

07.07.2005 09:07:23
Helga

Ein ganz hervorragendes Erstlingswerk, das sehr gut aufgebaut ist. Es ist spannend mit sehr vielen Details, die aber überraschenderweise nicht stören, sondern einfach nur ein besseres Bild vermitteln.

Auch die einzelnen Personen wurden sehr gut gezeichnet, mit ihren Vor-, aber auch genauso mit ihren Nachteilen. Es gibt viele Möglichkeiten, wo man denkt, man hat den Mörder entdeckt, aber auch genauso viele um sie wieder zu verwerfen und vielleicht doch jemand anderen zu verdächtigen?

Eine sehr sympathische Protagonistin, die nicht nur mit Mordfällen, sondern dadurch auch mit drastischen Familiengeschichten konfrontiert wird.

Ich hoffe sehr, dass dieses Buch der Beginn einer Serie ist. Ich konnte es kaum aus der Hand legen und kann es wirklich empfehlen.