Das Rätsel von Flatey

Erschienen: Januar 2005

Bibliographische Angaben

  • Reykjavík: Mál og menning, 2002, Titel: 'Flateyjargáta', Seiten: 284, Originalsprache
  • Bergisch Gladbach: BLT, 2005, Seiten: 347, Übersetzt: Coletta Bürling
  • Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2007, Seiten: 346

Couch-Wertung:

88°

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
 50° 100°

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

1 x 91°-100°
2 x 81°-90°
0 x 71°-80°
0 x 61°-70°
0 x 51°-60°
0 x 41°-50°
0 x 31°-40°
0 x 21°-30°
0 x 11°-20°
0 x 1°-10°
B:91
V:2
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":1,"84":0,"85":0,"86":0,"87":0,"88":0,"89":0,"90":1,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":1}
Thomas Kürten
Wo die Zeit still steht

Buch-Rezension von Thomas Kürten Jun 2005

Als ich das Buchcover zum ersten mal sah, dachte ich, so sah doch damals das Gasthaus auf Flatey aus. Dann las ich den Titel und war mir sicher: Das Gesthusið Vogur ist auf dem Foto abgebildet. Ein seltener Zufall, dass ein Rezensent den Ort der Handlung eines Kriminalromans kennt, sogar gut kennt, denn Flatey, die winzige Insel im Breiðafjörður, ist mir von einer Reise in 2002 hervorragend in Erinnerung geblieben. Großzügig geschätzt ist die Insel 2km lang und 500 Meter breit; die Fahrt mit der Fähre über den Fjord im Westen Islands dauert ca. zweieinhalb Stunden und ziemlich auf halber Strecke liegt das flache, grasbewachsene Flatey. Und was verwunderlich ist, auf der Insel befindet sich ein kleines Dorf, alte Holzhäuser, eine Kirche, ein Friedhof. Nirgends mutet Island noch so ursprünglich, unverfälscht an wie hier, weshalb auf Flatey auch immer wieder historische Filme gedreht werden. In Deutschland konnte man vor etwa 20 Jahren in dem ZDF-Weihnachts-Sechsteiler "Nonni und Manni" die Häuser sehen. Heute ist das Dorf nur noch im Sommer bewohnt, wenn die Menschen vom Festland die freundliche Jahreszeit nutzen und zum Fischen oder zur Vogeljagd für ein paar Wochen auf die Insel ziehen. Aber über Jahrhunderte gab es hier eine intakte Dorfgemeinschaft, die von dem wenigen, was die Natur hier bieten kann ein kärgliches Leben führte.

Hervorragende Verbindung von alten Sagas und modernem Leben

Flatey ist den Isländern insbesondere ein Begriff, weil die wohl prachtvollste mittelalterliche Schriftensammlung des Landes mehrere Jahrhunderte hier aufbewahrt wurde und daher ihren Namen "Flateyjarbok" bekam, ehe man sie im 17. Jh. dem dänischen König schenkte. Diese Handschriftensammlung spielt in Ingolfssons Roman eine zentrale Rolle. Seit 1971 ist sie wieder in Island, die Handlung des "Rätsels von Flatey" spielt jedoch davor, 1960, zu einer Zeit, da die Insel auch noch dauerhaft bewohnt war.

Bauer Valdi vom Hof "Endenkate" (der armseligsten Hütte auf Flatey) fährt mit seinem senilen Vater und seinem Sohn zur Insel Ketilsey, einem kargen Eiland, auf dem er Eiderdaunen und Vogeleier sammeln darf. Es ist ihre erste Überfahrt in diesem Jahr und sie entdecken die fast vollständig verweste Leiche eines Mannes. Nachdem relativ bald klar wird, dass es sich bei dem Toten um einen dänischen Handschriftengelehrten handelt, der im vergangenen Jahr Flatey besucht hatte, interessiert Kjartan, den Vertreter des Bezirksvorstehers viel mehr, wie der Mann auf das kleine, unbewohnte Ketilsey gelangte. Zusammen mit Grimur, dem Gemeindevorsteher auf Flatey, versucht er recht holprig und unerfahren die Hintergründe von den Inselbewohnern zu erfahren. Gleichzeitig darf in Reykjavik der wohl arbeitscheueste Kriminalpolizist des Landes versuchen, mehr über den Aufenthalt des toten dänischen Professors Gaston Lund im Vorjahr zu erfahren. Verbindungen zu seiner Reise, die der Däne unter falschem Namen antrat, scheinen durch die Forschungsarbeit am Flateyjarbok in Kopenhagen in den Jahren vor dem zweiten Weltkrieg zu bestehen.

Am Ende eines jeden Kapitels erfährt der Leser zunächst näheres über die Entstehung der antiken Handschriftensammlung. Ein Mann und eine Frau unterhalten sich über das Flateyjarbok und lange rätselt der Leser, wer sich da überhaupt unterhält. Auch als die beiden mit der Lösung eines Rätsels "Ænigma Flateyensis" beginnen, das in Bezug zu dem Tod des Professors zu stehen scheint, weiß man noch nicht, wer in dieser Nebenhandlung agiert.

Erzählkunst

Ingolfsson ist Bauingenieur beim isländischen Straßenbauamt. Das Schreiben ist für ihn - wie für so viele Isländer - nicht mehr als ein Hobby. In welcher Manier er jedoch von dem Inselleben zu berichten weiß, von der Entfremdung der Einsamkeit und dem Vernichtungsfeldzug moderner Kommunikation, das lässt einen erfahrenen Schriftsteller vermuten. Wie geschickt er es dann auch noch vollbringt, dass sich die zwei Handlungsstränge in der Chronologie der Ereignisse gegenseitig überholen, gleichzeitig dabei aber die Spannungskurve hochgehalten wird, ist umso erstaunlicher.

Action und wilde Verfolgungsjagden - das kann man auf einem so abgeschiedenen Inselchen nicht erwarten. Brutalität allerdings lässt der Autor beinahe in jedem Kapitel einfließen, wenn er Passagen aus den alten Sagas zur Lösung des Rätsels anführt. Wie die Recken im finsteren Mittelalter ihre Klingen geführt haben, das ist schon einen Asbach Uralt wert. Aber mal ganz im ernst, auch der Tod beider Männer, die im Gang der Handlung ins Gras beißen müssen, weist erstaunliche Parallelen zu historischen Morden aus dem Flateyjarbok auf.

Ingolfsson verzichtet darauf, einen tragischen Serienhelden a la Erlendur (vgl. Nordermoor, Todeshauch, etc. von Arnaldur Indridasson) zu kreieren. Die ermittelnden Polizisten bleiben Randfiguren, Kjartan ist den Nachforschungen nicht gewachsen. Dennoch bekommen zugleich die Inselbewohner Profil. Es ist das Gesamtbild, was bei diesem Roman einfach stimmt, die Einheit von gutem Erzählstil, mysteriöser Handlung, Bezug zur Historie und stimmigen Charakteren. Und deshalb macht "Das Rätsel von Flatey" einfach Spaß.

Deine Meinung zu »Das Rätsel von Flatey«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
03.08.2018 14:15:51
HerculePoirot2002

Tja, ein gelungener Krimi, würde ich sagen!
Ich war beim Lesen immer wieder erstaunt, das Wort "Schreibmaschine" zu finden, und nicht den "Computer". ;-)
Man taucht einfach in die Nostalgie ein, die mit einem Hauch von Inselleben und malerischen Landschaften gewürzt wird.
Ich hätte mir vielleicht gewünscht, dass die Rolle des Polizisten Dagbjartur etwas größer angelegt worden wäre, denn in ihm spiegelt sich der zwar etwas gemütliche aber gutmütige Ermittler wieder, der gut in das Gesamtbild passt. Doch leider bleibt diese Figur (meiner Meinung nach) nur eine eher bescheidene Randfigur, die letztendlich von Ingmundur und Lukas verdrängt wird... Aber das ist auch nicht sehr schlimm, denn die Geschichte bleibt trotzdem lesenswert.
Zuletzt noch: Ich empfehle die Ausgabe der Edition Novia (sporadisch bei Aldi, 2 Euro), allein schon wegen des Covers.

14.07.2016 17:04:47
Thomas Eisinger

Wer beim Beginn des Lesens dieses Buches nicht von einer gewissen Sehnsucht erfasst wird - diesen Landstrich zu besuchen- sollte nicht weiter lesen- denn einen spannenden Kimi wird er (sie) vergebens suchen.
Das Land und seine verschrobenen Einwohner, die See und Islands alte Geschichten sind das Gerüst, mit dem das Kleine Haus -"Das Rätsel von Flatey"- erbaut wird.
Kein sonniger Malle Urlaub, sondern kühle, windige nordische Mystik.

27.08.2014 01:00:23
Brigitte M

Da ich vor kurzem auf der Insel Flatey war, kann ich Ort und Handlung super umsetzen und fühle mich mitten im Geschehen. Auch mit den Sagas habe ich mich während meiner Reise befasst, zum Flateyjarbok gibts in der Kirche beeindruckende Malereien und daher empfinde ich den Roman sehr gelungen, spannend und authentisch. Die ideale Ergänzung zu meiner Reise.

11.09.2012 23:36:00
fex2911

Ich habe das Buch gerade auf Englisch fertig gelesen, und ich bin - nicht enthusiastisch, aber froh, dass ich über diesen Titel zufällig gestolpert bin. Ich hatte schon andere Bücher, bei denen ich es kaum erwarten konnte, endlich weiter zu lesen, das war hier nicht so, aber die ganze Erfahrung beim Lesen war so angenehm unaufgeregt, eine gewisse Spannung, ohne dass diese die Personen und Handlung unerbittlich vor sich hertreibt, die Beschreibung der knorzigen Leute auf der Insel, das Leben dort, das Fehlen von 100%en Hauptpersonen (jeder trägt irgendwie zur Geschichte bei) - alles war hier ein bisschen anders, zumindest für mich, der mit "Nord-Krimis" noch nichts zu tun hatte. Die Lösung des ganzen wirkt auf mich am Ende etwas konstruiert, aber der gute Eindruck insgesamt besteht.

29.05.2010 14:32:56
Kasia

Wenn ich die Bewertungen hier so lese, dann bekomm ich fast ein schlechtes Gewissen, weil ich das Buch so schlecht bewerten muss. Also 80° kann ich dafür nicht geben... Höchstens 45°...
Die Geschichte hat mich überhaupt nicht gepackt. Ich habe, da es ein Island-Krimi ist (und ich die skandinavischen Krimis fast allen anderen vorziehe), ziemlich viel auf dieses Buch gesetzt und gedacht, dass ich da einen guten Kauf getätigt habe.
Aber ich hätte mir die 8 Euro sparen können...
Die Geschichte zog sich wie Kaugummi, war für mich überhaupt nicht spannend (das Ende vielleicht noch, aber sonst leider nicht) - Das Buch schien kein Ende zu haben, obwohl es nicht so dick ist...
Ich mochte die Teile des Flateyjarbok nicht und finde das Rätsel auch nicht logisch (was ja nichts heißen muss, weil jeder nun mal seine Favouriten hat...).
Das Einzige was für mich von Interesse war das waren die abenteuerlichen Speisen von früher und die Lebensweise der Menschen auf so einer kleinen Insel.
Wer es gerne lesen möchte - ich stelle mein Exemplar vorerst gerne zur Verfügung... :-)

21.05.2009 23:05:38
Blume

Habe mich wochenlang wenig für das Buch begeistern können, weil mir einfach die Spannung fehlte. Diese kam erst im letzten Viertel des Buches auf, welches ich dann aber innerhalb kürzester Zeit vor Neugierde auf das Ende verschlang. Dieses enttäuschte mich dann aber etwas: Meiner Meinung nach hätte die Vergangenheit der verschiedenen Charaktere auf einen ereignisreicheren Schluss zulaufen können.
Trotzdem versprüht das Buch einen gewissen Charme. Die Beschreibung der teils urigen, teils jungen und gelangweilten Inselbevölkerung war sehr interessant, ebenfalls wie deren Gewohnheiten, und kulturelle Geschichte. Ich kann mir denken, dass Island-Fans eine sehr große Freude an dem Buch hätten.

13.01.2009 14:29:05
Monika Prinz-Häusler

Ich habe dieses Buch durch Zufall in die Hände bekommen und es nicht mehr weggelegt bis ich es zu Ende gelesen habe.
Ein spannender Krimi der Lust auf mehr macht.
Es braucht keine Action um einen guten Krimi zu schreiben.
Ich würde auch gerne diese archaische Landschaft kennen lernen, so hat mich die Beschreibung vom Land und den Menschen faziniert

09.06.2008 21:54:50
Hans Joachim Müller

Es stimmt, dass das "Rätsel von Flatey" nicht vor Action strotzt. Trotzdem ist es eine sehr dichte Beschreibung eines nur wenige Tage umfassenden Zeitraums auf der Insel, in dem so viel vorkommt, dass einem die Dauer der Handlung viel länger erscheint. Hinzu kommen die zugleich holzschnittartigen wie fein gezeichneten Charaktere der Inselbewohner und die detaillierte Darstellung ihrer Lebensumstände. Auch die beiden ineinander verwobenen Handlungsstränge tragen sehr viel zur Leselust bei.
Mein Tipp: Wer das Buch zur Seite gelegt hat, sollte es fertig lesen. Es lohnt sich.

09.06.2008 21:54:46
Hans Joachim Müller

Es stimmt, dass das "Rätsel von Flatey" nicht vor Action strotzt. Trotzdem ist es eine sehr dichte Beschreibung eines nur wenige Tage umfassenden Zeitraums auf der Insel, in dem so viel vorkommt, dass einem die Dauer der Handlung viel länger erscheint. Hinzu kommen die zugleich holzschnittartigen wie fein gezeichneten Charaktere der Inselbewohner und die detaillierte Darstellung ihrer Lebensumstände. Auch die beiden ineinander verwobenen Handlungsstränge tragen sehr viel zur Leselust bei.
Mein Tipp: Wer das Buch zur Seite gelegt hat, sollte es fertig lesen. Es lohnt sich.

29.12.2007 17:08:44
Helga Robinson

Auch ich bin Island-Fan, ohne dort gewesen zu sein.
Nach Arnaldur Indridasons Büchern ist dieses wirklich recht zäh.
Ich werde es im Schnelldurchgang fertiglesen.

22.05.2007 20:48:50
Antoschka

Ein wunderbares Buch, das einem einen Einblick in die verschrobene Inselwelt Islands gibt, die einem sonst verborgen bleibt. Die kriminelle Handlung steht dabei nicht im Vordergrund und wird manchen Krimifans enttäuschen.

09.05.2007 18:09:22
Claudia

Obwohl ich ein Island - Fan bin ( zugegeben, ohne bisher dort gewesen zu sein ), finde ich diesen Krimi eher lanweilig und überbewertet. Auch nach über 3 Monaten und im xten Anlauf konnte ich mich nicht durchringen, ihn zu Ende zu lesen ( 3/4 habe ich schon ). Am besten fand ich noch die Beschreibung von Land und Leuten ( farbig und gut gelungen ). Aber der Plot reißt mich nicht vom Hocker, der/ die Ermittler bleiben sehr farblos und wie Abziehbilder. Die Personen reagieren zum größten Teil nicht wie "richtige Menschen" und ihre Gefühle und Motive bleiben im dunkeln.

19.07.2006 10:06:44
pet

Der Plot an sich ist nicht schlecht konstruiert, doch nach über hundert Seiten Einleitung hat manch einer das Buch schon in die Ecke gepfeffert. Wirklich interessant wurde es erst nach der Sache mit dem Blutadler. Aus den teilweise dort recht verschrobenen Charakteren hätte man mehr machen können. So gibts von mir nur 60°

21.03.2006 12:27:43
jeb

Ein sehr gelungenes Buch, auch wenn die Geschichte manchmal etwas konfus ist. Toll ist aber, wie die einzelnen Menschen, deren Lebensumstäde und die Natur geschildert werden. Wer etwas für den herben Norden über hat, wird es verschlingen.

27.12.2005 09:34:26
mase

Gut, ich habe das Buch zu Ende gelesen. Wirklich gefesselt hat es mich dennoch nicht. Spannung kam bei mir nie auf. Einzig die Neugier, die der Autor durch seine Erzählweise aufrecht erhielt, ließ mich das Buch beenden. Nach dem Fund der 2. Leiche kommt erst etwas Fahrt in die Geschichte.

Vielleicht kommen die sehr guten Kritiken dadurch zustande, dass meine Vorschreiber Island Fans sind?

01.08.2005 20:25:00
Dr. Marianne Händschke

Da ich gerade in Island war und im Westen - leider - nur bis Stykkisholmur gekommen bin habe ich dieses Buch mit wachsender Begeisterung verschlungen, nicht nur weil es eine spannende Geschichte erzählt, sondern auch weil es die Atmosphäre dieses Landes, dieser von Naturgewalten, Einsamkeit und Entbehrungen geprägten Menschen hervorragend nachzeichnet. Und ich werde nicht das letzte Mal in Island gewesen sein, denn jetzt will ich auch etwas mehr von den Menschen und ihrer Beziehung zur Natur und vor allem zu ihren Sagas, die noch immer im heutigen Leben eine Rolle spielen, erfahren. Und ins Nationalmuseum gehen und das Flateyjarbok anschauen. Ich hoffe, von diesem Autor noch weitere Romane /Krimis lesen zu können!

28.07.2005 15:00:34
Jürgen Uphoff

Ein Buch, wie es nicht alle Tage erscheint. Die Personen werden so gut dagestellt, dass man man als Leser ein genaues Bild vor Augen hat. Auch die Geschichte ist so spannend, dass ich nicht aus Hand legen wollte bis zur letzten Seite. Für jeden der sich mal mit Islandkrimis beschäftigen möchte, ist dies der perfekte Einstieg.

03.07.2005 16:37:53
NBo

Die norwegischen und schwedischen Krimiautoren haben Konkurrenz bekommen. Island, die kleine Insel im Nordatlantik wartet mit glänzenden, und hier zu Lande noch gänzlich unbekannten, Autoren auf. Viktor Arnar Ingólfssons ist einer von ihnen. Sein „Das Rätsel von Flatey“ bietet nicht nur Spannung, sondern auch einen tiefen Einblick in die Psyche der Isländer.

Seehundjäger finden den verwesten Leichnam eines Mannes. Der Tote, so werden die Untersuchengen ergeben, ist ein Forscher, ein Handschriftenexperte aus Kopenhagen. Niemand kann sich vorstellen was der Mann auf einer der unbewohnten Insel in den Westfjorden wollte. ...doch dann findet sich in seinen Taschen der Zettel mit einem geheimnisvollen Buchstabencode.

Viktor Arnar Ingólfssons schafft isländische Atmosphäre. So charmant und lebhaft, wie die Beschreibungen der Dorfältesten und doch so überzeugend wie ein guter Reiseführer erzählt er von den Marotten und Ticks einer handvoll Inselbewohner. Ingolfssòn dringt tief in Islands Geschichte vor. Nicht nur weil er so treffend das Inselleben in den 60er Jahren wiedergibt, vor allem auch, weil er von einer mittelalterlichen Handschrift berichtet. „Flateyjarbók“, oder „das Buch von Flatey“ ist eine 450-seitige, prächtig kolorierte, handgeschriebene Chronik aus dem 14. Jahrhundert. Noch bevor die entstellte Leiche eines zweiten Mannes gefunden wird, stellt sich heraus, das es einen mysteriösen Zusammenhang zwischen dem Jahrbuch und den beiden Toten gibt.

Ein großartiges Buch, dass alle Erwartungen erfüllt und nicht mit skurrilen Charakteren geizt.