Die Schatten und der Regen

Erschienen: Januar 2005

Bibliographische Angaben

  • Stockholm: Bonnier, 2004, Titel: 'Skuggorna och regnet', Seiten: 455, Originalsprache
  • München: btb, 2005, Seiten: 380, Übersetzt: Christel Hildebrandt
  • Augsburg: Weltbild, 2006, Seiten: 380
  • München: btb, 2007, Seiten: 380

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Peter Kümmel
Wie weit kann man zählen?

Buch-Rezension von Peter Kümmel Jun 2005

Krimi-Couch-Volltreffer Dezember 2005

Manchmal ist der Lesespaß größer, wenn man völlig unbedarft an ein Buch heran geht - ohne vorher den Klappentext zu lesen. "Die Schatten und der Regen" ist so ein Buch, bei dem das Vergnügen darin besteht, sich die Zusammenhänge schrittweise zu erarbeiten, Lücken nach und nach zu schließen und dabei immer wieder Überraschungen zu erleben.

Deshalb will ich auch nicht viel über den Inhalt verraten. Håkan Nesser verfolgt den Lebensweg zweier Menschen - David und Viktor - von ihrer Kindheit an, die sie in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wie Brüder verbrachten, bis in die Gegenwart. David war ein durchschnittlicher und typischer schwedischer Jugendlicher, Viktor dagegen ein Außenseiter mit ungewöhnlichen Begabungen und ebensolchen Schicksalsschlägen, der unter den Vorurteilen der Bevölkerung zu leiden hatte.

Ein Mosaik aus Episoden unterschiedlicher Art

Diesen beiden Protagonisten verleiht der Autor auch seine Stimme und lässt sie nacheinander etwa 90% des Romans jeweils aus ihrer Sicht die wichtigsten Ereignisse in ihrem Leben erzählen. Und wie Nesser das macht, ist einzigartig. Er versetzt sich quasi in seine Charaktere hinein und bietet zwei Abschnitte, die so unterschiedlich sind, als wären sie von verschiedenen Schriftstellern verfasst. Zunächst hat David das Wort. Er beginnt seine Erzählung als 53-jähriger, der gerade seine Ehefrau verlassen hat. Dann rekonstruiert er sein bisherigeriges Leben, springt dabei in den Zeiten hin und her und lässt ein Mosaik aus Episoden der unterschiedlichsten Art entstehen, in dem weitere ungewöhnliche, besser gesagt skurrile Charaktere auftauchen.

So wie Bengt-Olle Farin, der im Januar beginnt, einen Wacholder zu zeichnen und im März nach dreizehntausendsechshundertzweiundsechzig Nadeln fertig wird. Nach der vierten Klasse war seine schulische Ausbildung beendet. Oder der nervöse Persson. Seinen richtigen Vornamen benutzte niemand. Ständig war er mit Statistiken über alles und jedes beschäftigt. Und wenn jemand fragt: "Wie weit kann man zählen?", dann war der nervöse Persson in seinem Element. Mit der Antwort "Bis unendlich" gibt er sich nicht zufrieden. Nein, er zieht sich eine halbe Stunde zurück und präsentiert eine genaue Zahl als Lösung, die er zudem auch noch gut begründet herleiten kann. Beeindruckend dabei, wie Nesser die Naivität der Charaktere als positive Eigenschaft darstellt.

Als David schließlich seinen Bericht beendet - natürlich genau an der Stelle, wo der Leser entscheidende Aufklärung erwartet -, bleiben nicht nur große Lücken, sondern auch ein wichtiges Ereignis bleibt ungeklärt.

Gestopfte Löcher und neue Aspekte

Doch dann ist Viktor an der Reihe, die Ereignisse aus seiner Sicht zu schildern. Sein mathematisches Denken verlangt es von ihm, das, was er mitzuteilen hat, in genau hundert Paragraphen einzuteilen. Und auch er springt in der Zeit herum. Dabei kann er nicht nur einzelne Löcher stopfen, sondern aus seiner Perspektive bekommen auch einzelne Episoden plötzlich einen ganz anderen Aspekt und der Leser muß seine vorgefasste Meinung über Viktor revidieren. Doch als er nach hundert Paragraphen zum Ende kommen muß, wird ihm klar, dass nichts daraus geworden ist, seine Fragezeichen zu klären. Stattdessen haben sie sich noch gehäuft.

Aber dem Autor bleiben noch dreissig Seiten übrig, um letzte Fragen aus einer dritten Perspektive zu klären.

Als "literarische Krimis" werden die neueren Werke des schwedischen Autors gerne bezeichnet. Ungeachtet einer genaueren Definition dieses diskussionswürdigen Ausdrucks finde ich die Bezeichnung recht treffend, sofern man sich darunter einen anspruchsvollen Roman vorstellt, der auch Bezug nimmt auf Verbrechen. Dieser "Krimiteil" steht aber hier wohlgemerkt nicht im Vordergrund, sondern dient sowohl als Aufhänger, als zentraler Scheidepunkt sowie als Abschluß eines einzigartigen Werkes. Und er zeigt, wie Verbrechen das Leben von mittelbar und unmittelbar beteiligten Person in die ungewöhnlichsten Bahnen lenken können.

Sensationelle Entwicklung des Autors

Die schriftstellerische Entwicklung von Håkan Nesser in seiner erst gut zehn Jahre andauernden Laufbahn ist für mich geradezu sensationell. Vergleicht man die faden ersten Romane seiner Van Veeteren-Reihe mit "Die Schatten und der Regen" oder dem ebenfalls hervorragenden "Und Piccadilly Circus liegt nicht in Kumla", so ist dies ein Unterschied wie Tag und Nacht. Nesser bietet mittlerweile einen sprachlichen Ausdruck, mit dem er es nicht nur schafft, seinen Charakteren Tiefgang zu verleihen, sondern auch den Leser die oft zwischen Lachen und Weinen schwankende Stimmung der Romanhandlung deutlich spüren zu lassen.

Wer jedoch Hochspannung und Action braucht, der wird hier vergeblich suchen. Zweifellos enthält das Werk Spannung, jedoch auf eine eher subtile Art und Weise.

Die Schatten und der Regen

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Letzte Kommentare:
11.04.2016 19:33:07
katrin_is_great

Ich habe dieses Buch vor 15min aus der Hand gelegt...und ich bin, mal wieder, begeistert! Auch wenn es bei Nesser nicht immer solch eine Art Krimi ist, wie man eben einen Krimi erwartet, so wünschte ich mir bei ihm manchmal, das Buch würde nie enden. Die Figuren und deren Geschichte, die Nesser für sie erschafft, sind einfach wunderbar.
Ein melancholisches Buch über gescheiterte Persönlichkeiten und einen Mord. Jede einzelne Person in diesem Buch ist für sich unfassbar stimmig.
Auch wenn dieser Krimi (so wie viele von Nesser) völlig spannungsfrei ist, so werden die Fäden am Ende immer enger gesponnen und jede offene Frage ist am Schluss beantwortet.

11.02.2015 18:37:18
irm backhaus

habe mir das Buch in der Bücherei geliehen und bemerkt, daß ich es schon früher gelesen haben muß, aber ich lese es seit gestern in einem durch, es ist so schön und dabei diese typische lakonische Jungensprache, Ich habe viel gelacht, dann wieder kamen die Tränchen...Also werde ich mir jetzt das Buch kaufen, um es zu besitzen. Ich kann nur jedem empfehlen.LESEN SIE ES

13.09.2014 14:50:39
aksak

Tolles Buch, absolut lesenswert. Ein literarischer Kriminalroman, dem ich mich nur schwer entziehen konnte. Der Perspektivenwechsel in der Mitte ist großartig.
Nur hab ich nicht verstanden, warum der Titel "Der Schatten und der Regen" heißt. Regen?? Kann mich mal bitte jemand aufklären, vielen Dank!!

22.11.2012 16:53:16
Margit Frei

Am Anfang ist Durchhaltevermögen gefragt, bis man drauf kommt, wie die Akteure zusammen passen. Dann jedoch baut sich die Spannung auf, man kann das Buch nicht mehr weglegen. Die Lösung ist teilweise überraschend, teilweise lässt sie sich nach dem Zusammentreffen von Viktor und David nach fast 30 Jahren erahnen. Ein tolles Buch, das die Trostlosigkeit der Jugend, die zum Teil hervorragende Voraussetzungen hätte, gut zeigt, und auch, wie Talente verschwendet werden.

13.08.2012 13:20:18
lesenchris

Von diesem Hakan Nesser bin ich vollauf begeistert. Die Protagonisten sind tiefgründig und nachdenklich beschrieben. Jeder der Hauptakteure ist auf seine Art mit dem Leben fertig geworden, bzw. hat unter dem Einfluß der Tat sein Leben fortgesetzt. Genaue Beschreibungen sowohl der Gefühle als auch die Gedanken der handelden Personen sind auffällig gut ausgearbeitet und lassen am Ende den Krimi, der kein Krimi im herkömmlichen Sinne ist, auf die vorher beschriebene Art und Weise zu Ende gehen. Eine wirklich dramatische Geschichte ohne Happy End. Sehr gelungen!

18.06.2012 18:38:00
Daline

GROSSARTIG, EINFACH GROSSARTIG!!! mehr kann man nicht sagen.
Eine so intensive, ruhige und gleichzeitig aufwühlende Geschichte habe ich selten gelesen.
Es ist kein Krimi im klassischen sinn, und daher ist vielleicht auch die ein oder andere erwartung enttäsucht, aber wenn man vorurteilsfrei rangeht, bekommt man eine wunderbare melancholische und doch hoffnungsvolle Geschichte über das Leben an sich.
Leider gibt es keine englische Übersetzung, so dass ich das buch nicht meinen amerikansichen Freunden empfehlen kann...

28.10.2008 11:34:08
Joy

Eigentlich ist es David. Die Hauptfigur. Weder zu Liebe noch zu Mitleid fähig, was er in seiner Familie nie erfahren hat, hat er zu Viktors Elend beigetragen. Fehlendes Rückgrat, Bosheit und Neid. Ja, er fühlt sich schuldig, aber gestehen kann nicht - bis zuletzt. Und er ist schuldig: an dem Fast-Tod einer Seele. Ebenso wie frömmelnde oder autoritäre Lehrer, die brutalen Stigmatisierungen der Altersgenossen, die Vorurteile der bürgerlichen Kleinstadt. Armer, armer Viktor, armer Persson, armer Bengt-Olle!
Ihr seid die Opfer, wie Sara - die Opfer der Oberflächlichkeit des Einzelnen und der Gesellschaft. Man könnte heulen...

13.09.2008 12:59:52
mase

Ein Mordfall, der 30 Jahre zurückliegt wird aufgearbeitet. Aus drei Perspektiven und in mehren Zeitzonen zieht Nesser langsame beschauliche Kreise um das damalige Verbrechen. Langsam wird der Leser an der Mord herangeführt und Nesser zieht diese Kreise immer enger. Aus Gesprächen mit Anwohnern und Zeitzeugen entwickelt sich dem Leser allmählich ein Bild des Verbrechens, aber Nesser lässt nie zu, dass es zu leicht und zu schnell durchschaut wird. Das ist der eigentliche Reiz dieser Geschichte. Es wird nicht versucht einen Mordfall zu lösen, sondern es werden einfach nur Tatsachen, Vermutungen und Hinweise aus der Vergangenheit erzählt. Jedes Kapitel spielt in einer anderen Zeit der letzten 30 Jahre und Seite für Seite findet wieder ein Puzzleteil der Vergangenheit an seinen Platz, bis auf den letzten Seiten der Fall aufgelöst wird. Völlig unspektakulär und ohne Spannungsbogen.

Nessers Bücher ausserhalb der VV-Reihe sind alle irgendwie besonders und anders und nicht leicht kategorisierbar. Viel weniger Mord und Totschlag als bei Agatha Christie und auch psychologisch nicht so dicht wie bei z. B. bei Karin Fossum, aber hervorragend erzählt.

26.07.2008 12:23:48
evachen89

Ich kann mit diesem Buch nicht so wirklich etwas anfangen. Auch wenn fast alle anderen krimi-couch.de-User anderer Meinung sind.

Ich habe das Buch immer und immer wieder weggelegt, dazwischen andere Bücher gelesen, weil mir "Die Schatten und der Regen" einfach nicht so zugesagt hat. Ich habe mich beinahe durchgekämpft durch das Buch, habe nämlich immer auf die Spannung gehofft, die - wie ich finde - bis Seite 200 kaum bzw. fast garnicht vorhanden ist.

Kann auch sein, dass ich durch die vielen Unterbrechungen auch das Interesse an der Handlung verloren habe. Jedenfalls trifft dieses Buch meinen Geschmack nicht.

17.03.2008 01:56:46
Rolf.P

Mit "Die Schatten und der Regen" legt Hakan Nesser einen bewegenden, bemerkenswerten Kriminalroman vor, der viel mehr ist als nur ein "Krimi".
In diesem Roman geht es nicht um Kriminalität im Sinne von Etwas-Böses-Tun, sondern um psychosoziale Vorgänge in einer Kleinstadt in den siebziger und achtziger Jahren. Die Spannung bringen nicht Ereignisse von außen in die Geschichte, sondern das, was sich im Innern der Personen abspielt, und die Frage, was denn tatsächlich damals passiert ist. Für zusätzliche Unterhaltung sorgen die teils bizarren Figuren, deren Anekdoten und Metamorphosen nicht selten für Lachanfälle sorgen.
Außergewöhnliche Protagonisten, eine einfühlsame, verjährte Geschichte aus einem anderen Blickwinkel bzw. aus mehreren Blickwinkeln. Selbst den Täter zu erraten halte ich für fast unmöglich. Es bedarf keiner spektakulären Situationen, um die Spannung zu halten, sondern diese wird alleine durch die fesselnde Erzählweise erreicht.
Für mich ist es ein großartig geschriebener Roman, den ich uneingeschränkt weiterempfehlen möchte.

15.02.2008 20:01:25
maureen

Das Buch hat mir sehr sehr gut gefallen!
Der Krimi rückt bei diesem Werk in den Hintergrund aber es ist total spannend und super geschrieben!
Die Zeitsprünge und die Charaktere waren sehr gut getroffen.Er hat sich sehr herausgemacht der Herr Nesser!
Ich hab schon fast alle gelesen von ihm aber dieses war irgendwie ganz anders.

10.11.2007 23:02:51
Peter Grooterhorst

Ein wunderbares und vielschichtiges Buch! Es gibt natürlich den für einen Krimi obligatorischen Mord, aber eigentlich ist es ein Buch über die Schwierigkeiten, erwachsen zu werden und im Leben Fuß zu fassen, die für die Hauptfigur kaum zu bewältigen sind. Allerdings hat Hakan Nesser in das Päckchen, das er zu tragen hat, auch enorm schwere Steine hineingepackt: Beide Eltern tot, hochbegabt in einer Kleinstadt in den 60er Jahren, zwar durchaus zur Empathie fähig, aber an sozialen Kontakten eigentlich nicht interessiert, dann durch einen Unfall ausgelöste Sprachlosigkeit, die völlige Entwurzelung nach seiner Flucht. Und diese Häufung von seltenen Umständen macht die Geschichte auch wieder unglaubwürdig und gibt ihr fast schon etwas märchenhaftes. Die Hochbegabung war erkannt, und keiner der Lehrer kümmert sich für den eltern- und mittellosen Jungen um ein Stipendium oder eine seinen Fähigkeiten adäquate Ausbildung. Er ist durchaus zu Freundschaften und Liebe fähig, interessiert sich aber über Jahre nicht für irgendwelche Beziehungen. Die Einsamkeit mag nirgendwo auf der Welt so groß sein wie in New York, aber über 15 Jahre so für sich zu bleiben, ist menschenuntypisch. Ebenso wie der Charakter der Hauptfigur ist sein Lebensweg schon sehr merkwürdig und romanhaft, wie es in einem Roman ja auch sein darf und sollte. Die drei anderen wichtigen Figuren sind dagegen wie aus dem Leben gegriffen, ihre Entwicklung teils traurig (Maria und David), teils ernüchternd (Persson). Ich als Leser habe mein Recht genossen, mich mit den Figuren in meine eigene Vergangenheit zurückzuversetzen und selbst auf die Reise zu begeben. Langweilig fand ich das Buch nie, habe es kaum zu Seite legen können und werde sicher noch weitere Bücher von dem Autor lesen.
Peter

10.09.2007 15:48:45
petra2302

ein wunderschön erzähltes buch. auf den ersten seiten dachte ich zwar es sei "nur ein roman",dann wurde es plötzlich zum krimi und endete als thriller. ein buch das sehr berührt und das nicht nur frauen, es ist auch was für männer.

10.09.2007 15:18:16
Marion

hakan nesser beweist mit diesem buch einmal mehr und eindeutig, dass er es wahrlich nicht verdient hat, mit anderen schriftstellern aus skandinavien verglichen zu werden.

die schatten und der regen ist ein gesamtkunstwerk. eine faszinierende erzählung, fesselnd, spannend und sprachlich so wunderschön und punktgenau umgesetzt, wie ich es selten vorher gelesen habe.

100 punkte.

24.08.2007 22:52:37
Maike Witzlinger

Ich muss ein großes Kompliment an Herrn Nesser aussprechen ein wirklich fesselnder Krimi!!! Ich konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen weil es mich so in seinen Bann gezogen hat, wirklich brilliant geschrieben!!! Mir hat der wechsel zwischen den Zeitzonen sehr gut gefallen und wie das Teenagerleben beschrieben wurde wirklich sehr interessant!!!

Nochmals ein großes Kompliment an Herrn Nesser!!! Das war übrigends das erste Buch dass ich von Herrn Nesser gelesen habe und ich kann sagen dass ich noch ein paar Krimis von Herrn Nesser lesen werde

17.08.2007 16:59:59
Kristina

Wiedermal ein überaus gelungener Nesser! Durch die Van Veeteren-Reihe auf ihn aufmerksam geworden, bin ich begeistert von seinem Stil, der den Leser sofort in eine neue Welt eintauchen lässt. Ohne viel Aufwand beschreibt Nesser Menschen, Geschehnisse und Landschaften mit so einer Leichtigkeit, die einem das Gefühl gibt das alles zu kennen.
Das bei diesem Buch der Mord und die Aufklärung nicht im Mittelpunkt stehen ist völlig in Ordnung, da er ein spannedes Bild von zwei Menschen schreibt und so auch den Mord aus versch. Perspektiven sieht.
Für Krimifans die viel Action und Höchstspannung benötigen, vielleicht nicht ganz zu empfehlen. Für Nesser-Fans jedoch ein absolutes MUSS!

17.08.2007 13:51:11
Roger

Sorry,
ich kann mich leider nicht meinen Lese-kollegen anschließen.
Ich war sicherlich auch die ersten hundert Seiten fasziniert, wie man so wenig Handlung doch so interessant schreiben kann, aber verd. nochmal, ein Krimi sollte dann doch schon mal auch spannend werden.
Fehlanzeige.
Auch die Auflösung dann war mehr als entäuschend.
Mag ja sein, dass ich wiegesagt von einem Krimi doch etwas mehr erwarte.
Besonders, wenn er von herrn Neser geschrieben ist.
Und ich habe schon einige Bücher (sicherlich nicht alle) von ihm gelesen.
Mein Fehler war wahrscheinlich, dass ich bisher nur vanVeteren-Krimis gelesen hatte.
Da bin ich halt ein anderes Spannungsniveau gewohnt.

Zum Schluß noch ein Zitat von Barbara,
dass das Buch ziemlich trifft, ob wohl ich von einem noch nie gehört habe.
Zum Glück!!!
"Ein fast schon poetischer Krimi, die Handlung rückt beinahe schon in Hintergrund - absolut empfehlenswert!!
Wie gesagt, dass meint Barbara.
Nichts für ungut,
euer Roger

20.06.2007 19:44:05
Dieter Hesse

Eines der besten von Hakan Nesser. Mich hat insbesondere fasziniert (und über weite Strecken auch amüsiert) wie er den Gedanken und Taten von Jungen und Jugendlichen Ausdruck verleiht.
Ein wahrlich tiefgründiges Buch, das meherere Charaktere subtil und treffend darstellt und dabei auch noch ein Krimi ist.

08.06.2007 12:53:38
Jörg

Ein großes Buch.

Was mich an Nesser wundert, ist wie er es schafft ein Thema so oft und so gut zu variieren. Wie schon in "Kim Novak" und in "Piccadilly Circus" reist ein Mann in seine Heimat, erzählt von seiner Kindheit und Jugend in der schwedischen Provinz der 50er/60er Jahre, berichtet von einem, natürlich ungeklärten, Mord der 30 Jahre zurückliegt und am Ende wird eine überraschende Lösung präsentiert.

In sofern nichts neues, aber genau wie die oben genannten früheren Bücher ist auch "Die Schatten und der Regen" ganz wunderbar. Liebevoll und spannend erzählt, es macht einfach Spaß! Eigentlich ist es fast schade, daß man die Atmosphäre der schwedischen Provinz in den 60ern nicht erlebt hat. Schwedische Leser werden bestimmt an so manches erinnert werden...

Ich finde es nicht ganz so stark wie "Kim Novak", aber das ist ja auch eines meiner "einsame Insel Bücher", trotzdem gebe ich 90°

09.03.2007 22:38:32
k\'aran

Ein ganz wunderbares Buch - ich finde, es ist sein Bestes!
Was für eine Liebe erlaubt Nesser hier, aus dem bitteren Fallen aufzusteigen!Nun wird aus der Asche endlich ein Phoenix > Gratulation und herzlichen Dank, Hakan Nesser!!!

07.02.2007 14:04:17
Barbara

Ein fast schon poetischer Krimi, die Handlung rückt beinahe schon in Hintergrund - absolut empfehlenswert!!

Übrigens finde ich Hakan Nesser viel, viel besser als Henning Mankell - ich habe von beiden alle Bücher gelesen - der "Sieg" geht eindeutig an Hakan Nesser!

23.09.2006 10:16:11
Kasia

Ich habe alle Bewertungen zu diesem Buch gelesen und habe dann meinen "ersten Nesser" hinter mich gebracht.
Und, was soll ich sagen? Ich bin ein großer Fan geworden! Ich habe mich direkt mit anderen Büchern eingedeckt und hoffe, dass diese auch so gut sind.

Diese Geschichte ist mir sehr nahe gegangen. Verschiedene Menschen, die sehr einsam sind. Eine Tragik, die keiner verdient hätte, aber die wahrscheinlich in der einen oder anderen Form in einem Leben da ist.
Hauptpersonen, die man trösten möchte, weil sie so unglücklich und verloren scheinen.
Ich konnte dieses Buch nicht aus der Hand legen und habe es dann auch direkt weiterempfohlen.
Eins der besten Bücher, die ich in der letzten Zeit gelesen habe.

26.04.2006 14:27:16
Christian

Bisher das Beste aus der Feder Nesser´s!
Der unterscheidliche Schreibstil bei der Darstellung des Lebens der beiden Protagonisten ist genial und gleichzeitig faszinierend!

Mein Kompliment!

12.03.2006 18:32:55
Stefan

Große Literatur. Die Geschichte ist fesselnd, faszinierend und auch zuweilen deprimierend. Jenseits der Story sind die Einsprengsel - teils intellektuell brilliant, teils anrührend und romantisch - eine besondere Stärke.

06.03.2006 14:18:39
Markus Holl

Eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe.
Man könnte meinen, alles konzentriert sich auf die Lösung der Tat um die es eigentlich geht, doch viel mehr zeigt das Buch Schatten und Abgründe im menschlichen Zwischeneinander und in den Seelen einzelner...gehört neben "Die Schwalbe, die Katze, die Rose und der Tod", "Kim Novak badete..." une "Piccadilly Circus liegt nicht in Kumla" zu meinen Top4 von Hakan Nesser.

Gruß, Markus

25.12.2005 22:43:29
Hans

Für mich eins der besten Bücher, die ich in diesem Jahr gelesen habe. Ist ja eigentlich gar kein Krimi sondern eher Psychogramme zweier Protagoniste. Es geschieht zwar ein Mord, den es auch aufzulösen gilt. Diese Auflösung geschieht dadurch, dass die Zeit vor und nach dem Mord aus zwei verschieden Perspektiven der Protagonisten erzählt wird wobei man tiefe Einblicke in ihre Psyche erhält (Asperger Syndrom?). Vor allem im zweiten Teil lösen sich viele Dinge in einer überraschenden Weise durch die Erzählperspektive des zweiten Protagonisten auf. Auf den letzten Seiten kommt die Erzählperspektive einer dritten Person hinzu, die dann auch zum Täter führt.
Ich finde diese Buch einfach genial und spannend und habe es mit Freude gelesen. Ich lese auch gene Gerritsen oder Slaughter aber der Nesser spielt in einer ganz anderen Liga. Aber ist eben auch wie immer alles Geschmacksache. Kann diese Buch uneingeschränkt weiterempfehlen.

09.12.2005 21:06:08
M. Grosch

Kein Van Veeteren. Keine Spannung. Bis zur Hälfte hat sich das Buch erheblich in die Länge gezogen. Danach kam man der Auflösung langsam etwas näher. Ich finde es eher enttäuschen. Trotz dessen bleibe ich Nesser-Fan. Lieber noch einmal "Kim Novak.." lesen.

25.09.2005 17:48:01
Bjoern

Das Buch ist im eigentlichen Sinne gar kein Kriminal Roman. Es geh ähnlich wie in "Kim Novak badet..." um die gute alte Jugendzeit. Wie wir uns verändern in der Jugendzeit, das manches unausgesprochen bleibt, das manches falsch verstanden wird. Ein sehr melancholisches Buch, mit einem fiesen Wechsel der Sicht des Erzählers. Es hat mich schon sehr stark an "Kim Novak badet..." erinnert. Ein gutes Buch, aber nicht das Beste von Mr. Nesser.

24.08.2005 17:22:16
Bea

Die ersten Seiten fehlte mir van Veeteren und seine Mannschaft, doch dann riss mich die Geschichte der Protagonisten vollkommen mit. Nesser wechselt die Erzählperspektive von David, dem Freund-Bruder, zu Viktor, dem Mörderkind und zu letzt zu Maria, der unwilligen Fast-Schwester, geht dabei immer wieder durch alle Zeiten und erzählt doch flüssig und zielgerichtet.

Wer hat das junge Mädchen Sara damals wirklich erschlagen? Das Bild des wahren Mörders entsteht erst nach vielen, vielen Perspektiven und ist doch nicht fassbar. Mehrere Leben sind durch diesen Mord so nachhaltig aus der Bahn geraten, dass man die Ausmaße des Mordes erst auf den letzten Seiten wirklich begreift.

Ein fast lyrisches Buch über Menschen, drei Morde und den Auswirkungen, am ehesten vergleichbar mit Nessers *Kim Novak*. Nicht vom Plot oder von den Personen her, sondern vom Stil.

Ich bin außerordentlich beeindruckt und empfehle das Buch jedem, der Lust hat sich auf die Reise ins Innere zu begeben.

Kein Thriller oder Kriminalroman direkt, und doch spannender als jeder andere.