DreadfulWater kreuzt auf

Erschienen: Januar 2005

Bibliographische Angaben

  • Toronto: Harper Flamingo, 2002, Titel: 'DreadfulWater Shows Up', Seiten: 233, Originalsprache, Bemerkung: als Hartley GoodWeather
  • Zürich: Unionsverlag, 2005, Seiten: 320, Übersetzt: Monika Blaich & Klaus Kamberger

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Wolfgang Reuter
Marke Ethno? Weg mit den Schubladen!

Buch-Rezension von Wolfgang Reuter Jun 2005

Thumps DreadfulWater war ein guter Cop indianischer Abstammung in einer Stadt an der kalifornischen Küste, bis eines Tages ein Serienmörder seine Geliebte und deren Tochter ermordete. Der Täter wurde nie gefunden, was sich Thumps als eigenes Versagen nicht verzeihen konnte. Er quittierte den Polizeidienst und zog sich in das Chinook-Reservat, einer Hochebene in den westlichen Rocky Mountains, gleichsam zurück zu seinen indianischen Wurzeln und lebt dort als Landschaftsfotograf ein beschauliches Leben.

In dieser Gegend, mitten in der Wildnis, wurde auch Buffalo Mountain Resort gebaut, ein luxuriöse Erholungszentrum mit Kasino, und es steht kurz vor seiner Fertigstellung. Dieses Projekt ist Teil einer Vision der eingeborenen Indianer von wirtschaftlicher Unabhängigkeit. Jedenfalls der Mehrheit von ihnen, denn als Wahlkampfthema in den Stammeswahlen kamen zwar genügend Stimmen zusammen, aber das Ganze führte zur Spaltung des Stammesrates in Gegner und Befürworter.

Claire Merchant, zeitweilig die Geliebte von DreadfulWater, ist hauptverantwortlich für das Projekt, und just ihr eigener Sohn Stanley ist Aktivist der Red Hawk Society, einer Organisation, die das Projekt bekämpft.

Da taucht im Buffalo Mountain Resort eine Leiche auf: Ein Computerfachmann der Firma Genesis Data Systems, die das Computer- und Sicherheitssystem installierte, durch das nicht nur alle Spielautomaten gesteuert werden, sondern auch die gesamten Geldtransaktionen laufen. Der Hauptverdächtige ist Stanley, doch der ist verschwunden. Claire wendet sich an Thumps und bittet ihn, Stanley noch vor dem Sheriff zu finden. Thumps DreadfulWater spürt, wie ihn seine Vergangenheit als Cop einholt, und eher widerwillig macht er sich an die Arbeit...

Ein eingeborener Detektiv im Indianerland - da mag sich so mancher denken: Schon wieder ein Krimi der Marke "Ethno". Doch so einfach kann man dieses Buch nicht schubladisieren. Es stimmt schon: Thomas King, selbst ein halber Cherokee, engagiert sich für die Anliegen der Indianer, in seiner Literatur und seinen vielseitigen Tätigkeiten an verschiedenen Universitäten der USA und Kanada.

Natürlich fühlt man auch das spezifische Lokalkolorit, King hat ein Gespür für Landschaftsimpressionen, Naturstimmungen, und einzelne verschrobene indianische Charaktere. Vorurteile der weißen Amerikaner gegenüber den Indianern, Rassismus, soziale Ungerechtigkeiten klingen immer wieder an, doch sie stehen nie vordergründig da, King vermeidet offenbar bewusst Klischees wie "gute Indianer" und "böse Weiße". Die Spaltung der Indianer untereinander ist sehr gut dargestellt.

Nach einer eher gemütlichen ersten Hälfte nimmt das Tempo zu und man kann das Buch eigentlich nicht mehr aus der Hand legen.

DreadfulWater ist ein interessanter Ermittler, mit seiner tragischen Vorgeschichte, seinen intimen Kenntnissen der indianischen Eigenheiten, seinen Selbstzweifeln und seinem trockenen Humor. Eigentlich ein Großstadtmensch, lebt er mit seiner skurrilen Katze Freeway als Single in der Wildnis der Prairie und der Wildnis seines Haushaltes. Seine Arbeitsweise dagegen ist sehr genau, er sammelt alle Indizien, bis er sie zu einem fertigen Puzzle zusammenlegen kann, was der Leser mit Interesse verfolgen kann.

Dabei kommt Thumps schon öfters dem Sheriff in die Quere, doch letztenendes ist das gegenseitige Verhältnis auch von Respekt geprägt.

Thomas Kings erster Kriminalroman, "DreadfulWater kreuzt auf", ist nicht der übliche "Ethno-Schinken", sondern einfach ein guter Krimi, solides Handwerk, leicht und flüssig erzählt, mit Humor und Spannung. Dieses Buch ist eine Empfehlung für Freunde leichter, spannender Lesekost der besonderen Art.

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