Das Dorf der weißen Witwe

Erschienen: Januar 2005

Bibliographische Angaben

  • New Delhi: Penguin Books, 2004, Titel: 'The Village of Widows', Originalsprache
  • München: Droemer, 2005, Titel: 'Das Dorf der weißen Witwe', Seiten: 352, Übersetzt: Anke und Eberhard Kreutzer
  • München: Knaur, 2008, Titel: 'Fluch der weißen Witwe', Seiten: 384

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Wolfgang Weninger
Eine Faszination, der sich der Leser nicht entziehen kann

Buch-Rezension von Wolfgang Weninger Apr 2005

Tatort Delhi. In der Botschaft Madagaskars wird ein homosexueller Botschaftssekretär mit einem Dolch aus Eis ermordet. Natürlich sollte davon möglichst wenig an die Öffentlichkeit sickern und der Botschaft betraut seinen Freund und Schachpartner Jay Samorin mit den Ermittlungen.

Jay Samorin, berühmter Cartoonist mit langen, schwarzen Haaren und einer Silbersträhne darin, ist nicht nur Zeichner, sondern auch vertraut mit den asiatischen Kampfsportarten. Er wurde von seiner Tante groß gezogen, denn sein Vater soll seine Mutter bei einem Eifersuchtsdrama getötet haben und dafür gehängt worden sein.

Ihm gegenüber steht die Ermittlerin der örtlichen Polizei, Anna Khan. Die beinharte Frau hat im Kampf gegen die Mujaheddin ihren Geliebten verloren und das Töten von Terroristen befriedigt ihr offenbar angeknackstes Gemüt. Eine simple Recherche im Politikermilieu ist ganz und gar nicht nach ihrem Geschmack.

Beide stoßen bei ihren Ermittlungen immer wieder über den Künstler Dhiren Dan, den Jay Samorin schon seit der Schule in schlechten Erinnerungen hat und die Mutter einer Freundin von Anna Khan scheint vom Arzt Dr. Dubey systematisch mit Krebsviren verseucht zu werden. Und bei Dr. Dubey handelt es sich um einen Protege von Dhiren Dan, der ihm hilft, eine Klinik für Witwen zu unterstützen.

Notgedrungen müssen sich Jay Samorin und Anna Khan verbünden, was ihnen mit der Zeit gar nicht so ungelegen kommt. Doch die Suche in der Vergangenheit kann tödliche Überraschungen für beide bringen.

Ravi Shankar Etteth, Karikaturist bei der in Delhi erscheinenden Zeitung "India Today" hat mit Das Dorf der weißen Witwe seinen zweiten Roman geschrieben, der nunmehr in der Übersetzung aus dem Englischen von Anke und Eberhard Kreutzer, im Droemer-Verlag als Hardcover erschienen ist.

Die 352 Seiten starke Geschichte ist zwar von seinem Handlungsablauf als Krimi zu werten, aber Etteth betätigt sich in seinen Beschreibungen mehr als Ästhet und Poet. Seine Beschreibung von Land und Leuten, Sitten und Gebräuchen ist verantwortlich dafür, dass der Fortgang der Geschichte sehr oft abschweift und mehr einem kulturellen Reisebericht gleicht, was stets für eine Unterbrechung der ohnehin nur mäßigen Spannung sorgt.

Die drei Hauptfiguren Jay Samorin, Anna Khan und Dhiren Dan erinnern in ihrer Charakterisierung stärker an ein japanisches Animé als an einen kriminalistischen Roman, da sie stellenweise sehr stark überzeichnet sind. Supermenschen dieser Art sind in der hierorts ansässigen Krimiklientel nicht vertreten und geben dem Buch ein exotisches, aber doch abstraktes Flair.

Der eigentliche Mordfall ist schnell gelöst. Die Geheimnisse um die Herkunft des Jay Samorin bedingen zwangsläufig zahlreiche Rückblenden in dessen Jugend und auch der ungeübte Krimileser wird bald die Geschichte und die darin verwobenen Schicksale erahnen, so dass die angepeilten Überraschungsmomente und die Spannung relativ schnell einem "Aha-Effekt" weichen.

Dennoch strahlt dieser Roman eine Faszination aus, der sich der Leser nicht entziehen kann, wenn er erst in die Atmosphäre Indiens mit ihren unterschiedlichen Gesellschaftsstrukturen eindringt. Die blumige Sprache des Autors und sein Vermögen Bilder einer fremden Kultur zu zeichnen, fesseln deutlich mehr, als es der Handlungsablauf vermag. Die Stärke von Ravi Shankar Etteth liegt wahrscheinlich in seinem durch das Zeichnen geschulten Auge und seinem journalistischen Können, diese Sichtweisen seiner Heimat auch prägnant in Worte umzusetzen. Wer bereit ist, Spannung gegen Exotik einzutauschen, dem kann man diesen Roman wärmstens empfehlen.

Das Dorf der weißen Witwe

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Letzte Kommentare:
14.02.2008 10:30:26
tassieteufel

Das Buch ist für mich kein Krimi im eigentlichen Sinne, der Mord
an dem Diplomaten wird nach ca. 80 Seiten recht unspektakulär
aufgeklärt, von diesen 80 Seiten ist noch ungefähr die Hälfte
den gedanklichen Rückblicken der beiden Protagonisten
Samorin und Anna Kahn gewidmet. Der abrupte Wechsel von der
Krimihandlung in die Vergangenheit der Beiden war ziemlich
anstrengend zu lesen.Danach geht es in dem Buch hauptsächlich
um das Lüften eines dunklen Familiengeheimnisses von Samorin
Die exotische Kulisse von Indien von Sitten und Gebräuchen wird
von dem Autor wunderbar mit fast poetsichen Worten beschrieben
aber da hätte man auch einen Reisebricht lesen können!
So kommt kaum Spannung auf, selbst Samorins dunkles
Familiengeheimnis, von dem man schon ahnen kann, wo es hin-
führt, wird am Ende recht unspektakulär aufgelöst.
Auch im dritten Handlungsstrang, in dem Anna Khan einen
amerikanischen Arzt der ein Heim für Witwen betreibt und einige
seiner Patient (u.a. auch Annas Schwiegermutter) bewußt mit
Krebsviren infiziert um dan deren Geld zu kommen,wird es kaum
spannend, auch hier plätschert die Geschichte nur so dahin.
Fazit: der Autor beschreibt wundervoll Kultur und Land, aber
unter einem Krimi stelle ich mir doch etwas anderes vor