Tiefe

Erschienen: Januar 2005

Bibliographische Angaben

  • Stockholm: Leopard, 2004, Titel: 'Djup', Originalsprache
  • München: Der Hörverlag, 2005, Seiten: 4, Übersetzt: Leonard Lansink, Bemerkung: gekürzt
  • München: Der Hörverlag, 2007, Seiten: 4, Übersetzt: Leonard Lansink
  • Augsburg: Weltbild, 2006, Seiten: 365

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Peter Kümmel
Tiefe als Metapher für den Abgrund des Bösen

Buch-Rezension von Peter Kümmel Feb 2005

Schlicht und einfach Tiefe - das schwedische Djup bringt es noch kürzer auf den Punkt - betitelt Henning Mankell seinen Roman um einen Seevermesser zur Zeit des ersten Weltkriegs. Dabei steht die Tiefe an sich und insbesondere die Tiefe des Meeres als Symbol für das Unergründliche der menschlichen Seele.

Im Mittelpunkt des Romans steht Lars Tobiasson-Svartman, Kapitän ohne Kommando und Seevermessungsingenieur. Geboren als Lars Svartman hat er nach dem Tod des ungeliebten Vaters seinen Namen ändern lassen und den Geburtsnamen seiner Mutter als Schutz zwischen seinen Vornamen und den Namen des Vaters stellen lassen.

Militärischer Geheimauftrag vor der Schärenküste

Diesen Namen Lars Tobiasson-Svartman führt der Autor bei jeder Erwähnung vollständig auf und schafft so eine Distanz zwischen dem Leser und seinem Protagonisten, der allmählich auch die Nähe zu sich selber verliert und sich immer fremder wird. Distanzen - Maße in jeglicher Hinsicht sind es, die das Leben von Lars Tobiasson-Svartman von klein auf bestimmt haben, zu denen er eine besondere Beziehung entwickelte. Und so war es fast unausweichlich, dass er den Beruf des Vermessungsingenieurs erlernte. Sein kostbarster Besitz ist sein Koffer mit einem Messinglot aus dem 18. Jahrhundert, das er immer bei sich trägt und das ihm Sicherheit gibt, wenn er es fest umklammert.

1914 führt ihn ein militärischer Geheimauftrag mit dem Panzerschiff Svea in den Kalmarsund vor die schwedische Schärenküste. Der Erste Weltkrieg ist im Gange. Das Land Schweden bezweifelt, dass es seine Neutralität wahren kann. So sucht die schwedische Marine neue Fahrwasser für die immer größer werdenden Schiffe. Mit dieser Aufgabe wird der junge Kapitän viele Woche lang beschäftigt sein. Seine Frau Kristina Tacker wartet derweil in der Stockholmer Wohnung auf seine Rückkehr.

Kein Entkommen aus dem Lügengeflecht

Sein Leben nimmt eine unerwartete Wendung, als er auf einer kleinen Schäre auf ein einsames Haus stösst, in dem die junge Sara Fredrika nach dem Tod ihres Mannes völlig einsam lebt. Er verliebt sich auf den ersten Blick in sie. Solange sein Schiff vor der Küste liegt, rudert er, sooft es seine Arbeit zulässt, im Morgengrauen zu ihr. Er erzählt ihr, er sei ebenfalls Witwer. Seine Frau und seine Tochter seien bei einem Unfall ums Leben gekommen. Die erste Lüge zieht weitere nach sich. Durch einen Betrug nach seiner Rückkehr schafft er sich die Möglichkeit, wieder zu der Schäre zu reisen, um Sara Fredrika wiederzusehen. Als er sieht, dass Sara nicht alleine ist, sondern sich ein Soldat in deutscher Uniform in ihrem Haus befindet, erwacht rasende Eifersucht in ihm.

Wer Henning Mankell bisher von seinen Wallander-Romanen kannte, weiß, dass er auch die Sicht des Bösen, das Geschehen aus dem Aspekt des Täters gut beschreiben kann. Hier hat er die Gelegenheit ergriffen, diese Sichtweise nicht nur sporadisch einfließen zu lassen, sondern langsam zu entwickeln und über den gesamten Zeitraum des Romans bis zur Eskalation zu begleiten. Er nimmt sich viel Zeit, die Gefühlswelt seines Protagonisten dem Leser näherzubringen. Trotz seiner bekannten Schreibweise mit kurzen Sätzen vermag er damit enorm viel auszudücken. Etwas zerrissen wirkt der Text manchmal durch die vielen kurzen Abschnitte, denn die 365 Seiten hat der der Autor in insgesamt über 200 Kapitelchen zerlegt.

Subtile Spannung trotz simplem Plot

Die Psychostudie eines Mannes mit ihrer subtilen Spannung erinnert stark an Patricia Highsmiths Ripley, der sich ebenfalls immer tiefer in Unwahrheiten verstrickte, bis er seinem Lügengeflecht nicht mehr entrinnen konnte.

Henning Makell beweist hier einmal mehr, welch variantenreicher Schriftsteller er ist. In Tiefe hat der schwedische Erfolgsautor einen simplen aber dennoch überaus raffinierten Plot entwickelt, der den Leser trotz zeitweise dahin dümpelnder Handlung stets bei der Stange hält und ihn immer mehr in seinen Bann zieht.

Tiefe

Tiefe

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Letzte Kommentare:
10.07.2018 20:05:16
Tom

Ich habe das Buch für den Urlaub gekauft und einen Wallander erwartet.
Zum Glück die Zusammenfassung nicht gelesen.
Spannend erzählt, Charaktere, bei denen gleich das Kopfkino angeht.
Aber ein echter Mankell.
Nicht die Größe wie "Das Parfüm" oder "Schlafes Bruder" aber ungewöhnlich, unerwartet und spannend.
Ein gewisses Interesse für die Seefahrt vorausgesetzt.

08.01.2017 08:16:58
Margit

Ich habe alle "Kurt Wallander" Krimis mit Begeisterung verschlungen.
"Tiefe" habe ich auf Seite 40 abgebrochen.
Ich bin enttäuscht und gelangweilt und werde das Buch nicht weiterlesen.
WallanderWallanderWallanderWallander
WallanderWallanderWallanderWallander
WallanderWallanderWallanderWallander.
Ruhe in Frieden

03.04.2016 19:27:33
Irm Bungarten

Habe das Buch 2006 im Krankenhaus gelesen.
Superspannend, hat mich total von meiner
Krankheit abgelenkt.
2014 habe ich es als Taschenbuch bei einem
Bücherbasar entdeckt und nochmal gelesen.
Das ist ganz hervorragend geschrieben, man
steht mitten im Geschehen, sieht alles vor
sich und kann sich das ganz genau vorstel-
len, wie es abgelaufen ist.
Sehr empfehlenswert.

22.08.2013 21:15:24
killingjoke

also ich bin erstaunt das relativ viele hier das buch so "toll" fanden.
ich bin eingroßer fan von Mankell,aber
"Tiefe" ist meiner Meinung nach mit Abstand
sein schlechtestes Buch.
es war schwierig zu lesen,da weder Handlung noch der Hauptakteur zu überzeugen wissen.
ich fand schon während des lesens nach ein paar seiten ein großes desinteresse
und hab mich durch das buch "durchgekämpft" und muß sagen das ich die ganze Geschichte dermaßen uninteressant fand

sorry aber nur 25 &%

09.04.2009 10:16:20
Heike

Ich las schon viele Romane aba ich finde das war der beste.Er schreibt wie es ist nicht wie es sein könnte und seine Charaktäre leben im Buch.Ich habe auch ''das Geheimniss des Feuers '' gelesen es wird in diesem buch die Armut beschrieben und wie sie übers überleben kämpfen. man merkt richtig wie gut es uns geht und wie schlecht es schon einem 2 jährigen kind geht. Henning Mankell schreibt mit Gefühl und das find ich Großartig an ihm.Ich will alle Bücher von ihm die in Deutsch übersetzt worden sind lesen.Das was in dem Buch ''das Geheimniss des Feuers'' passiert, ist größtenTeils echt. Man kann sich nicht vorstellen das so etwas grausames in echt passiert seien soll.Bei allen Büchern von Henning Mankell spürt man etwas lebhaftes etwas wahres etwas das dich zum nachdenken bringt etwas was dir schon mal so änlich geschahr und alles das lässt mich ins staunen versetzten was dieser Mann für ein Talent hat. Jedes Buch ist so anders und doch so gleich jeder Charakter ist anders und jeder Autor hat was doch HENNING MANKELL ist einzigartig. Er ist ein so ein toller Mann er hats im Blut gute Bücher zu schreiben, er hats einfach im Blut und das weis ich zu schetzen das es nur einmal auf der Welt solchen autor gibt also lies ich seine Bücher bis es ihn nicht mehr gibt.

Diese worte kamen von einem 11 jährigen Kind das seine Bücher liebt.

16.10.2008 15:48:58
Joy

Ich habe seit Tiefe keinen Mankell mehr gelesen. Zu tief die Abgründe, in die man hier tauchen muss, zu hautnah der Wahnsinn der Hauptfigur, der schließlich in den Wahnsinn der Ehefrau mündet..
Ein psychisch kaum erträgliches Buch um ausgelebte Egoismen und die Folgen eines vollständigen Verlustes an Empathie.

12.06.2008 11:00:38
tedesca

Also, ich war erstaunt, das Buch bei den Krimis vorzufinden, da hätte ich es nicht eingereiht.

Nichtsdestotrotz ist es auf seine besondere Art so faszinierend, dass man es nicht mehr aus der Hand legt, auch wenn man die Hauptfigur unsympathisch findet und einen das ganze Gerede über Schiffe usw. langweilt.

Mankell beweist hier, dass er wirklich schreiben kann, auch wenn die Geschichte nicht gefällig ist. Die düstere Stimmung überträgt sich automatisch auf den Leser und lässt ihn nicht mehr los. Ich finde, dass das ein Buch ist, das man gelesen haben sollte, wenn man Mankell nicht nur als Krimiautor sehen will.

15.05.2008 14:20:26
Roswitha

Mal vorweg: ich konnte ab der Mitte des Romans ungefähr nicht mehr aufhören zu lesen. Woran das lag? Keine Ahnung. Die ständig präsente Atmosphäre des Meers vielleicht, die Frage, wie man so eine Handlung enden lässt, oder die, wie viele Leichen man in so eine Handlung einbauen kann, ohne dass es abgeschmackt wird. Die Hauptfigur fand ich furchtbar! Fragt sich, warum man dann weiterliest, obwohl sie nicht nur sehr unsympathisch, sondern meiner Ansicht nach auch ziemlich schlicht gestrickt ist. Alle Figuren in dem Roman sind mehr oder weniger seltsam. Vielleicht, weil Tobiasson-Svartman sie so sieht. Ich war jedenfalls froh, als ich Kapitel 206 hinter mir hatte.

25.03.2008 09:13:18
Kasia

Kriminalroman = literarisches Werk, das die Geschichte oder die Aufklärung eines Verbrechens zum Gegenstand hat.
Das habe ich gestern dem Lexikon entnommen, denn ich habe mich gefragt, ob es sich bei "Tiefe" überhaupt um einen Krimi handelt. Wo man doch hier, z. B. "Die italienischen Schuhe" nicht bewerten kann. Aber "Tiefe" MUSS ein Krimi sein, denn es hat die Geschichten von Verbrechen zum Gegenstand.
Was kann ich denn über "Tiefe" sagen?
Der Einstieg ist mir schwer gefallen. Boote und Marine und sogar der Krieg interessieren mich nicht sonderlich.
Die Hauptperson, Lars, ist ein Mensch, mit dem ich niemals etwas zu tun haben würde. Ich konnte und wollte mich nicht in ihn hineinversetzen, weil er schlecht ist.
Wie immer beschreibt Mankell die "Tiefen" eines Menschens sehr detailliert.
Es ist nicht mein Lieblingsbuch von Mankell. Es ist düster und schwierig.
Es ist schwer verdaulich. Aber ich würde es zum Lesen empfehlen. Warum auch nicht? Geschmäcker sind ja verschieden...

05.11.2007 07:47:27
Annette

Zugegeben, der Anfang der Handlung bedarf des Einlesens, aber es lohnt sich weiterzulesen. Ganz allmählich führt Mankell den Leser hin zu den Tiefen menschlichen Seins, die er teileise drastisch aber gekonnt darstellt. Mich hat schockiert, zu was der Protagonist alles fähig ist, aber wie Mankell einst in einem Interview sagte, die Realität ist wesentlich schlimmer als das was ich schreibe. Mir hat besonders gut seine metaphorische Schreibweise gefallen. Der Protagonist, der immer wieder versucht "auszuloten", aber dabei sich selber immer fremder wird und sich von seiner eigenen Mitte immer weiter entfernt. Auf der Suche nach seinem Lebensweg verliert er sich immer mehr in den endlosen Dimensionen zwischen Weltall und der Tiefe des Meeres und findet sich schlussendlich überhaupt nicht mehr zurecht. Ein total unausgewogener innerlich sich völlig verfremdeter und zerissener Mensch, der sich nur zu helfen weiß, in dem er sich mit äußerster Brutalität und Lügengeschichten fortbewegt, im Glauben auf diese Weise das zu erlangen, wonach er sich sehnt. Eine gescheiterte Existenz, die durch Blindheit und Unvermögen sich selbst und leider damit auch andere in die Tiefe hinabzieht. Ich fand den Roman spannend und kann ihn sehr empfehlen für Leser, die Sinn und Hintergründe von Mankells Ideen und Denkweise "tiefer" erfassen könnne.

17.09.2007 15:39:50
petra2302

"einblick auf tiefsten grund einer dunklen seele." KEIN schönes buch, aber eins das man lesen sollte . es überträgt auf den leser eine düstere stimmung, denn man verstrickt sich mit dem " helden" und seinen lügen, aus denen es letztendlich keinen ausweg mehr gibt. und damit sinkt man langsam aber stetig in den abgrund.

06.09.2007 17:24:55
ca

"tiefe" ist schwer einzuordnen, oberflächlich eine sehr einfache handlung. die geschichte ist aber im kontext des ersten weltkrieges recht kreativ verpackt. man kann mitfühlen wie der protagonist im laufe des plots sich selbst immer fremder wird. irgendetwas an diesem buch hat mich aufgewühlt - und das kann man nicht von vielen büchern sagen...

31.08.2007 18:34:58
black_rose_of_triton

Mit Komissar Wallender konnte ich zum Schluss nichts mehr anfangen. Trotzdem habe ich dieses Buch gelesen und bereue es nicht. Gutes Psycho-Drama um Liebe und Einsamkeit. Steigert sich nach der Hälfte des Buches stark. Mehr davon Herr Mankell. Und lassen Sie ihre Kommissare in der "Tiefe" verschwinden.

03.06.2007 21:11:33
WILDFLOh

Immer wieder lese ich der Anfang wäre zu zäh und langweilig. Nonsense. Mankell führt einen meiner Meinung nach eher zügig durch das Geschehen.
Das ganze Buch bietet gerade mal Stoff für einen langen Abend...
Die Story gefiel mir sehr gut, da der Ablauf und der Backround der Geschichte nicht vorhersehbar ist. Ein Mensch verliert sich und der Leser nimmt daran teil - mit unter sehr intensiv!
Schade das Mankell schon in einer Schublade gehalten wird. Wallander - weicht er ab, sind die Leser nicht flexibel genug.
Ich habe das Buch gerne gelesen und kann es nur empfehlen. Harter Stoff für eine lange Winternacht!!!

03.06.2007 21:10:01
WILDFLOh

Immer wieder lese ich der Anfang wäre zu zäh und langweilig. Nonsense. Mankell führt einen meiner Meinung nach eher zügig durch das Geschehen.
Das ganze Buch bietet gerade mal Stoff für einen langen Abend...
Die Story gefiel mir sehr gut, da der Ablauf und der Backround der Geschichte nicht vorhersehbar ist. Ein Mensch verliert sich und der Leser nimmt daran teil - mit unter sehr intensiv!
Schade das Mankell schon in einer Schublade gehalten wird. Wallander - weicht er ab, sind die Leser nicht flexibel genug.
Ich habe das Buch gerne gelesen und kann es nur empfehlen. Harter Stoff für eine lange Winternacht!!!

28.05.2007 18:38:34
Sonja

Also ich hätte das Buch wohl auch nicht zu Ende gelesen, wenn es nicht von Mankell gewesen wäre. Der Anfang war wenig vielversprechend und langweilig :-( Das war gegen Ende etwas anders und ich wollte einfach wissen, wie er so eine Geschichte zu Ende gehen lässt. Insgesamt würde ich aber auch sagen, dass es nicht eines seiner guten Bücher war oder ist.

14.05.2007 19:47:37
Georg

Wer hier eine Fortsetzung der Wallander-Romane erwartet wird sicherlich enttäuscht. Wer jedoch bereit ist sich auf das Buch einzulassen wird spätestens in der zweiten Hälfte von der psychologisch raffinierten Spannung gefesselt sein. Ein Roman, der sehr zum Nachdenken anregt und auch sehr nachdenklich stimmt: Abstände als Schutz, Lügen und Träume werden gleichermaßen beschrieben.

08.05.2007 20:41:20
KRISTINE

Ne, also wirklich nicht, das geht mir jetzt zu weit - Lars Tobiasson-Svartmann erinnert mich nun gar nicht an Tom Ripley. Dies Lügengeflecht mag ja die Verbindung sein, aber erstens bringt Ripley sich ja nicht gleich selbst um die Ecke und zweitens - und das ist für mich der gravierende Unterschied - sind für mich athmosphärisch Welten dazwischen, die sind doch unterschiedlich wie Tag und Nacht!
Patricia Highsmith hat mit Ripley eine Figur geschaffen, die trotz Ihrer gesammelten "Untugend" einen solchen Charme besitzt, dass ich diesen Ripley trotz allem immer wieder mochte - diese Ambivalenz hat eine gewisse Leichtigkeit. Mankell präsentiert mit diesem Seevermesser einen Unsympathen par excellence, den ich nicht eine Sekunde mögen konnte; was ja, warum auch immer, beabsichtigt sein mag. Ich mag Mankell sehr gerne lesen, sowohl Wallander, als auch andere Romane von - aber das war für mich nur Schwere, und das muss Tiefe ja nicht sein.ob das auch automatisch tiefgründig ist.? Ich kann nicht beurteilen, ob etwas literarisch wertvoll ist, ich weiß nur, wie wertvoll es für mich ist!

20.02.2007 18:12:02
Harry Bensom

Mankell lesen ist immer ein Gewinn, so dachte ich bisher. Dieser Roman ist ihm nur ansatzweise gelungen. Die ersten 100 Seiten haben mich sehr gelangweilt. Danach wurde es interessanter, aber begeistert bin ich insgesamt überhaupt nicht. Da lese ich doch z.B. Im Auge des Leoparden noch einmal - kein Vergleich!

28.01.2007 14:03:35
Simone

ich bin ein absoluter mankell-fan, aber als ich "tiefe" gelesen habe war ich doch ein bischen enttäuscht. es war lange nicht so anspruchsvoll wie seine anderen romane. zwar leicht zu lesen und auch unterhaltsam, aber am ende hatte man das gefühl, die zeit um dieses buch zu lesen hätte man sich auch sparen können....

11.07.2006 17:47:12
Jakob C.

Zu Beginn fand ich es schwierig, in die Geschichte einzusteigen. Erster Weltkrieg, Schiffe, die See - nicht gerade Themen, die mich täglich beschäftigen. Allerdings wurden mit der Zeit die Abgründe der kranken Psyche des Protagonisten immer deutlicher, und ich musste das Buch mehr oder weniger an einem Stück durchlesen. Eine höchst gelungene Abwechslung zu den zahlreichen Wallander-Romanen, die sich meiner Meinung nach mit der Zeit totliefen.

22.06.2006 16:51:35
Fischstäbchen

Es ist etwas her, dass ich Tiefe gelesen habe, aber es hat mich durchaus fasziniert. Ein gutes Buch lebt nicht nur von Handlung, Mankell weiß wie meines Erachtens nach kein Zweiter Beschreibungen und tiefgründige Gedankengänge formulieren. Selbst, wenn mich die Thematik nicht unbedingt aus den Socken reißt, hat mich der Stil und die Gedankengänge vollends überzeugt.

Bücher müssen geschrieben sein, dass sie einem auf der Zunge vergehen beim Genuss. Das ist hier gegeben und dafür braucht man weder Wallander noch einen Haufen Mörder.

19.02.2006 17:41:00
Tim

Mankells schwächster Roman. Dass er seine Hauptdarsteller immer mit Vor- und Nachnamen nennt, schafft unnötig Distanz zwischen Leser und Figuren. Überhaupt: Man wird mit keinem der Darsteller richtig warm, kann sich mit keinem identifizieren. Es ist kein Sympathieträger dabei. Die Geschichte ist langatmig erzählt, mit vielen kruden Bildern und Vergleichen, die bei zunehmender Lesedauer immer anstrengender werden. Sollte "Tiefe" ein Versuch Mankells sein, sich nach seinen trivialen, aber stest spannenden und stilistisch einwandfreien Wallander-Krimis nun als poetischer Literat etablieren zu wollen, dann ist dieser Versuch in meinen Augen gründlich misslungen. Schade!

30.01.2006 14:59:27
Bettina

Ich kann mich den Lobeshymnen hier einfach nicht anschließen. Ich finde, dass Buch ist einfach trist und langweilig. Man wartet ständig darauf, dass sich irgendetwas Spannendes tut und wird enttäuscht. Generell würde ich dieses Buch nicht als Krimi einstufen.....Jedenfalls musste ich mich zwingen es fertig zu lesen. Gähn!!! Obwohl ich ein Fan von Mankell bin (nicht nur vom Kommissar Wallander)

18.09.2005 15:40:15
Dreiser

"Tiefe" ist Mankells stärkster und tiefgründigster Roman. Mich interessieren bei Mankell eher die Personenbeschreibungen als die Kriminalfälle. Es fällt mir nur ein skandinavischer Schriftsteller ein, der Menschen besser beschreibt - der im Alter leider etwas wirre Knut Hamsun.

Ich hoffe Mankell knüpft bei seinem neuen Roman dort an, wo "Tiefe" aufhört.
Gruss Dreiser

09.09.2005 19:02:02
Lasse

Fantastisch! Was für ein Buch – so muss ich meine Stellungnahme wohl beginnen, denn ich empfand „TIEFE“ – offensichtlich im Gegensatz zu einigen anderen der hier eher gespaltenen Leserschaft – trotz all der Bestseller als Henning Mankells absolut stärksten Roman. Ich habe mich sowohl für die Wallander-Serie, die Afrika-Romane wie auch sämtliche seiner Jugendbücher riesig begeistern können, aber „TIEFE“ mit seiner literarisch wertvollen, bildreichen und doch so einfach ausdrucksstarken Sprache, seiner Perfektion im Zusammenspiel der Worte und der nebenbei fast unerträglichen, TIEFgründigen Spannung ist in meinen Augen sein Meisterstück und macht ihn selbst zu einem der ganz großen der Gegenwartsliteratur.

Dies ist kein leichtgestrickter Liebesroman à la Rosamunde Pilcher, hier geht es im Grunde um ein psychologisch perfekt inszeniertes tragisches Menschenschicksal, schon früh ausgelöst durch die indiskutable Distanz im eigenen Elternhaus, der Unterlegenheit in der Ehe, dann Besessenheit und eine Art Geborgenheit beim Annähern der im Grunde ähnlich einsamen Sara Frederika, zunehmende Lügen und sogar tödlicher Eifersucht zur Sicherung dieses Ruhepols am Ende der Welt und die Ausweglosigkeit innerhalb des selbstgeschaffenen Lügengeflechts einer Scheinwelt, die ihn selbst – und somit den Leser mit – letztendlich in die TIEFE reißt. Eingebettet in die Kulisse der malerischen, aber doch so düsteren und launischen ost-schwedischen Schärenwelt lässt sich die immer dunkler werdende Seelenstimmung perfekt an Landschaft, Natur und Wetterszenerie festmachen.

Jedes Wort „sitzt“! Selbst bei scheinbar absoluten Nebensächlichkeiten, wie z.B. dem langen, aber laufend wiederkehrenden Hausnamen des Hauptdarstellers, Tobiasson-Svartman. So wie der nachträglich mit aufgenommene Name der Ehefrau ursprünglich den Abstand zur traumatischen Erinnerung an den Vater schaffen sollte, drückt er durch seine ständige Präsenz in den Augen des Lesers nach und nach eine ähnliche Distanz in Bezug auf seine eigene, immer mehr aus den Fugen geratene Umwelt aus.

Lehrer sollten dieses Buch unbedingt in ihren Lehrplan aufnehmen, denn es garantiert eine schier unglaubliche Vielfalt an Metaphern, Interpretationsgrundlagen und Diskussionsansätzen.

Im dramatischen Finale, auf das ich nur so brannte – da es nach dieser Vorgeschichte einfach würdig sein musste und natürlich ist – bekommt das Lügen eben genau das, was es verdient, nämlich die totale Vernichtung. Unsere immer verlogener wirkende eigene Welt sollte daraus lernen können, denn auch sie balanciert teilweise auf TIEFEN Abgründen.

09.07.2005 20:55:12
Sabine

Als ich während des Lesens von "Die Tiefe" gefragt wurde, ob es wieder ein Krimi von Mankell ist (ich war so ca. im letzten Viertel), musste ich kurz mal überlegen...Nein-ich finde es passt nicht in die Krimi-Rubrik. Ausser, man betrachtet die dunklen Abgründe einer nicht fassbar gestörten Seele als Krimi ansich. Ich habe es verschlungen und immernoch klingt es nach - wie meistens beim Lesen von Mankell. Jede neue Seite stellte ich mir ununterbrochen die Frage: Was wird er tun - was wird sie tun -....
Und zudem noch ein rundes Ende - in meinen Augen.
Sehr zu empfehlen.
Sabine

21.06.2005 12:23:26
Rudolf Horster

Den durchaus positiven Meinungen hier kann ich eigentlich nur beipflichten. Mit einer Einschränkung allerdings. Und zwar hinsichtlich der stilistischen Eigenart Mankells: nämlich die der stereotypen Wiederholung des kompletten Namens (und für deutsche Ohren sowieso Wortungetüms) "Lars Tobiasson-Svartman". Deren erster "Höhepunkt": Seite 34, Zeilen 22-26 ...

20.05.2005 19:39:40
Peter Poprawa

Mit diesem Buch wird Mankell ganz sicher in die Reihe der nordischen Klassiker aufgenommen. Er beschreibt eine Seelenreise wie wir sie von Ibsen, Strindberg oder aus Bergman-Filmen kennen. Wir werden hineingezogen in die Tiefe des menschlichen Abgrunds, sehen die Kongruenz von Liebe und Hass. Wir bewahren aber Distanz zu Lars Tobiasson-Svartman schon deshalb, weil der Name - klug gewählt – ein Stolperstein im Lesefluss bleibt. Hier haben wir es mit einem Mankell zu tun, der – so scheint es – noch nie etwas von einem Kommissar Wallander gehört hat. Beide Erzählweisen liegen so weit auseinander, dass es Wallander-Fans schwer haben werden mit diesem Buch. Das macht aber nichts. Ich rate ihnen, Ystad ruhig einmal zu verlassen und sich schöner, tiefer Literatur zu nähern. Nicht dass ich die Wallander-Romane nicht mag, oh nein, sie sind großartig. Mankell hat gewusst, dass er sich wie Shakespeare dem Krimi bedienen muss, um gesellschaftskritischen Stoff an die breite Masse zu bringen. Wir dürfen ihm dankbar dafür sein. Alle Wallander-Fans sollten sich die Frage selbst beantworten, ob sie Geschichten über Ausländerfeindlichkeit, Wirtschaftskriminalität oder Gewalt gegen Frauen ohne den Meister des inszenierten Todesfalls und seinem Protagonisten aus Schonen gelesen hätten. Sehen Sie! Und wenn Mankell ein großes Buch schreiben will, vielleicht über eine Geschichte, in der er unser aller Seelenleben auslotet, braucht er keinen Wallander mehr. Er nimmt einen Lars Tobiasson-Svartman, der uns Seite um Seite, Satz um Satz an unsere eigenen kleinen und großen Lügen erinnert. Danke, Henning Mankell, für dieses schöne Buch!

19.05.2005 10:23:15
Silke

n seinem neuen Roman geht es Mankell sinnbildlich um die Abgründe der menschlichen Seele. Wie der Meeresvermesser Lars Tobiasson-Svartman sein Lot sorgsam in die unergründlichen Tiefen des Meeres hinab gleiten lässt, so langsam und distanziert entwickelt Mankell die Geschichte eines Mannes, der immer mehr in seinen Wahn hinab gleitet und an seiner Einsamkeit und Kommunikationsunfähigkeit letztendlich zu Grunde geht. In der typisch melancholischen Art Mankells, die wir schon an seinen Wallander-Krimis mochten, beschreibt er das Meer, das Wetter und die menschliche Grausamkeit auf seine Weise. Wer Mankell mag und in die schwedische Melancholie eintauchen kann, für den ist die Roman unbedingt empfehlenswert. Und wenn dann auch das Wetter mitspielt und uns ein verregnetes Wochenende beschert, ist das Leseerlebnis perfekt. silke.schroeder@unterhaltung-themenguide.de

24.04.2005 11:45:04
nicolai

Dieses Buch ist zu den anderen mankellromanen schwer einzuordnen, weil es von Grund auf anders ist, als die walanderromane, die ich zwar alle liebe und überaus gerne gelesen habe, die aber auch oft zu ähnlich miteinander waren. Deshalb bin ich froh, dass mankell nun ein solches buch hingelegt hat; so schnell habe ich noch keinen roman von ihm durchgelesen, denn die Schreibweise und der Spannungsaufbau sind hier noch kompakter und einfach besser, weil wenige lücken, als in den meisten walanderromanen (ausgenommen "weiße Löwin"). Dennoch würde ich mir wünschen, dass die lindawallandereihe fortgesetzt wird. Verstehen kann ich nicht, warum dieses Buch von einigen überhaupt nicht angenommen werden kann!

20.04.2005 15:40:45
Renato

Auch ich bin ein grosser Mankell Fan. Mir fällt auf, dass dieses Buch die Fan-Gemeinde spaltet. Ich schliesse mich aber voll und ganz der Meinung von C. Jungers an, Mankells schwächstes Buch bisher. Es ist weder fesselnd noch spannend geschrieben, so musste ich mich zwingen, es zu Ende zu lesen.

07.04.2005 19:16:00
Frank

Das Buch ist fein geschrieben und zeigt einmal mehr die Vielseitigkeit Mankells, auch wenn es in der Tat von der Anlage her sehr an Mr. Ripley erinnert - aber warum nicht? "Der talentierte Mr. Ripley" war nicht nicht nur ein guter Krimi, sondern auch gute Literatur, und "Tiefe" ist ebenfalls beides; weiter fällt auf, dass Mankell seine neueren Werke mit viel mehr Lust und stilistischer Akribie verfasst als die letzten "Wallanders". Die oben abgedruckte Kritik ist im Übrigen ebenfalls okay - aber Leute, 1914 war nicht der zweite Weltkrieg...! Da staune ich doch ein bißchen und hoffe mal auf ein Versehen... :-)

02.04.2005 22:17:49
C. Junger

Auch ich bin ein Mankell-Fan aber ich kann mich der Kritik der anderen Leser absolut nicht anschließen und mir tut es leid, das ich aufgrund dieser Kritiken das Buch überhaupt gekauft habe. Für mich ist dieses Buch das absolut schwächste von H. Mankell.

28.03.2005 18:39:24
Hedda Wieland

Dieses Buch führt uns in die
Abgründe der menschlichen
Seele. Kalt wie das Eis in den
Schären beginnt ein Mensch
sich und seine Mitmenschen
iin einen tödlichen Sog hineinzu-
ziehen. Ein völlig neuer
Mankell, was wiederum zeigt,
wie vielseitig dieser Schrift-
steller ist, losgelöst von
Wallander gelingt ihm hier
ein völlig anderes literarisches
Kabinettstück.

21.03.2005 12:48:45
Michael

Dies ist ein wirklich phantastisches Buch. Meiner Meinung nach das beste Buch, das Henning Mankell je geschrieben hat. Es ist zwar anders als die Wallander-Romane, aber das heisst nicht, das es schlechter ist. Es ist nur anders. Und wer sich darauf einlässt, wird mit einem unglaublich spannenden, fesselnden und berührenden Leseerlebnis belohnt.

15.03.2005 13:10:46
Carmen Wallburg

Ich bin absoluter Mankell-Fan, egal, ob Krimi oder Afrika. Aber hier wollte ich bereits nach den ersten 50 Seiten das Buch schon fast zur Seite legen. Das war nicht mein "Mankell", wie ich ihn kannte!! Wortwahl, Satzkonstruktionen: sehr strange. Aber dann ließ mich das Buch nicht mehr los, packend, spannend, teilweise schwierig umzusetzen. Hier zeigt Mankell eine ganz andere Seite. Man spürt geradezu die psychische Beklemmung, die sich von Seite zu Seite aufbaut, man spürt die Tiefe. Unbedingt lesen!!!!