Ice Ship

Erschienen: Januar 2002

Bibliographische Angaben

  • München: Droemer, 2002, Seiten: 527, Übersetzt: Klaus Fröba
  • München: Knaur, 2004, Seiten: 527
  • Bergisch Gladbach: Lübbe Audio, 2008, Seiten: 6, Übersetzt: Thomas Piper
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Er ist größer und schwerer als alle seine Vorgänger - und härter als Diamant: Ein geheimnisvoller Riesenmeteorit soll hinter dem Rücken der chilenischen Behörden auf einer Insel im südlichen Eismeer geborgen und dann abtransportiert werden. Dass der Kapitän des speziell ausgerüsteten Schiffes eine Frau ist, mindert die zunehmenden Spannungen bei der gefahrvollen Expedition nicht. Bald erweist sich die in alten Mythen prophezeite Warnung, der Stein bringe Unheil, als nur zu wahr. Nach grässlichen Unglücksfällen und der Verfolgung durch einen Zerstörer der chilenischen Marine, dessen Kommandant gute Gründe hatte, den Gringos zu misstrauen, treiben nur wenige Überlebende in Rettungsbooten auf hoher, eisiger See ...

Seit es menschliche Wesen gibt, erforschen sie den Himmel. Und immer weiter bewegt sich der menschliche Forscherdrang, hinaus in die weiten Fernen unendlicher Galaxien. Doch gelegentlich fällt auch ein Stück aus den unendlichen Weiten des Alls zur Erde, durchdringt als Feuerball die Atmosphäre und trifft mit unendlicher Wucht unseren schönen Planeten. Und dies seit Millionen von Jahren.

Viele Plätze solcher Naturereignisse hat der Mensch schon entdeckt und erforscht, sei es in der eisigen Kälte der sibirischen Tundra oder viel naheliegender im Nördlinger Ries. Doch der neue Thriller "Ice Ship" von Douglas Preston und Lincoln Child entführt uns in eine abgelegene und unwirtliche Gegend vor die Küste Feuerlands, auf die (fiktive) Insel Desolatión, nahe des 60. Südlichen Breitengrates zwischen Feuerland und der Antarktis. Dort sucht Nestor Masangkay, seines Zeichens Meteoritenjäger, nach den Spuren eines Meteoriten, der auch in den uralten Erzählungen der hiesigen Ureinwohner seinen legendären Platz hat. Und Nestor findet diesen geheimnisvollen Eindringling aus dem All, aber er büßt dafür mit seinem Leben.

Schauplatzwechsel. Kalahari-Wüste.

Auch hier ist ein Meteoritenjäger auf der Suche. Sam McFarlane, der einstige Partner Nestor Masangkays, will mit seinen angeheuerten Buschmännern gerade zu einer gefährlichen Expedition aufbrechen, als ein Hubschrauber zur Landung ansetzt, dem einer der reichsten Männer der Welt entsteigt. Palmer Lloyd ist Sammler. Aber nicht irgendeiner. Er beabsichtigt das spektakulärste Museum der Welt zu errichten. Und er hat durch seine Scouts von der Entdeckung Masangkays erfahren. Diesen Meteoriten muss er haben, koste es, was es wolle und dazu benötigt er die Hilfe von Sam McFarlane.

Gemeinsam mit einer Firma, die für viel Geld Unmögliches möglich machen soll, beginnt eine Expedition, wie es sie noch nie gegeben hat. Top Secret ist die Vorbereitung, um ein Schiff zu bauen, das unter widrigsten Wetterbedingungen heimlich einen Meteoriten bergen soll, dessen Dichte mehrfach höher ist, als jedes uns bisher bekannte chemische Element und der damit so schwer ist, dass ihn nur spezielle Vorrichtungen je von seinem Platz unter der Erdoberfläche entfernen können.

Aber es sind nicht nur technische Probleme, die sich Sam McFarlane und der Crew entgegenstellen. Politik und persönliche Ressentiments, Zweifel und menschliche Unzulänglichkeiten sind weitere Punkte mit denen der Leser konfrontiert wird, bis ..... nun ja, das Ende wird natürlich nicht verraten.

Und dieses Ende ist von Dougles Preston und Lincoln Child so angelegt, dass man sich durchaus eine Fortsetzung vorstellen kann, wie es beim Vorgänger"Attic" war, der zwar eine eigenständige Handlung hatte, aber doch an den Technothriller "Relic" anknüpfte. Verglichen mit diesen beiden Büchern gehen Preston und Child diesmal einen gewaltigen Schritt in eine neue Richtung, die nicht mehr von Polizeiarbeit mit wissenschaftlichem Touch geprägt ist, sondern die Charaktere der Handlung von Anfang an zu sehr zweifelhaftem Tun drängt, hart an der Grenze der Legalität. Keiner der Personen handelt aus hehren Motiven, jeder hat irgendwie Dreck am Stecken oder macht als dies nur, um Geld oder Ansehen zu gewinnen. Und wer nicht will, wird kurzerhand erpresst oder gekidnappt.

Es wäre kein Thriller der beiden Starautoren, würden sich nicht zahlreiche Leichen über die 527 Buchseiten wälzen, aber das Grauen der Vorgänger wird dabei nicht erreicht. Und das ist gut so, denn dadurch gewinnt dieser Lesestoff, trotzdem er Fiktion ist, deutlich an Glaubhaftigkeit. Und gerade weil man sich jede Einzelheit als gegeben vorstellen kann, baut sich in diesem Buch eine gewaltige Spannung auf, die dazu zwingt, das Buch erst nach der letzten Seite aus der Hand zu legen. Der Schluss lässt einige Fragen offen, aber vielleicht, weil hier die Fortsetzung bereits eingeplant ist.

Allemal muss man diesem hervorragendem Buch aus dem Droemer-Verlag, das Klaus Fröba aus dem Amerikanischen übersetzt hat, ein "sehr empfehlenswert" verpassen und die 22,90 Euro, das es etwa bei amazon.de kostet, sind für alle, die nicht auf die Taschenbuchausgabe warten wollen, durchaus gut investiert. Sicherlich erwirbt man damit ein Buch, das man mehr als einmal lesen mag.

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