Der Tag der Katze

Erschienen: Januar 1988

Bibliographische Angaben

  • New York: Scribner, 1983, Titel: 'Metzger´s Dog', Seiten: 314, Originalsprache
  • München: Goldmann, 1988, Seiten: 253, Übersetzt: Friedrich A. Hofschuster
  • München; Zürich: Piper, 2004, Seiten: 253

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Wolfgang Reuter
Das Vergnügen an dieser Lektüre ist zeitlos

Buch-Rezension von Wolfgang Reuter Jan 2005

Leroy Charles Gordon, genannt "Chinese" Gordon, lebt mit seinem Kater "Dr. Henry Metzger" in Los Angeles. Gemeinsam mit seiner Freundin Margaret und seinen Kumpanen Kepler und Immelmann lebt er von gelegentlichen Gaunereien, wobei er sich seine Kenntnisse als ehemaliger Söldner der USA zunutze macht.

So ist es für ihn etwa kein Problem, eine original M-39-Flugzeugkanone aus ihren Einzelteilen zu rekonstruieren und in seinen Lieferwagen einzubauen. Die braucht er für seinen nächsten Coup: Dem Mafioso Jorge Grijalvas wurden bei einer Razzia Kokain im Werte von über 1 Million Dollar abgenommen und der Universität von L.A. zu Forschungszwecken übergeben. Chinese Gordon fackelt nicht lange und holt sich das Rauschgift.

Doch gleichzeitig stößt er dort instinktiv auf brisante Papiere, deren Bedeutung er zunächst nicht erkennt. Mit Hilfe seiner Freundin Margaret zeigt sich jedoch, dass es sich um geheime Pläne zur psychologischen Kriegsführung im Südamerika handelt, speziell für eine eventuelle Machtübernahme in Mexiko. Auftraggeber ist offensichtlich die CIA. Damit ist Gordon seine nächste Einnahmequelle klar: Erpressung der CIA. Und das Spiel beginnt ...

"Der Tag der Katze" wurde eigentlich schon 1983 geschrieben, die deutschsprachige Ausgabe erschien 2004. Doch das ist eigentlich nur Statistik, denn das Vergnügen an dieser Lektüre ist zeitlos.

Thomas Perry schreibt elegant, witzig, mit leichter Feder. Hauptfigur und Sympathieträger ist Chinese Gordon, der sich als überaus schlauer und erstaunlich kenntnisreicher Ganove erweist, seine Aktionen haben Humor und Esprit, sind aber immer äußerst effizient. Er kennt die Vorgänge in der CIA genau, so gelingt es ihm immer wieder, diese Organisation bloßzustellen und in eine tiefe innere Krise zu stürzen.

So nebenbei legt er in kürzester Zeit die Millionenstadt Los Angeles lahm, und wie er das macht, ist schon sehr köstlich zu lesen. Eigentlich auch eine intelligente Kritik an den Mechanismen der Zivilisation.

Sein Gegenspieler ist Ben Porterfield. Doch der hat zunächst mit der Inkompetenz seiner Vorgesetzten zu kämpfen. In fast peinlicher Weise stolpert die CIA von einer Panne zur nächsten. Dieses Buch ist in erster Linie eine Satire auf die CIA. Die Katze ist Gordon, die Maus ist die CIA. Es ist der Tag der Katze, Gordon ist ein Gewinnertyp.

Perry hält sich nicht lange auf mit Personenbeschreibungen, er entwickelt seine Figuren aus ihren Handlungen, die meist nicht vorhersehbar sind. So ist immer Platz für überraschende Wendungen.

Die Spannung kommt in diesem temporeichen Thriller nie zu kurz, und humoristische Einlagen über Gordons Alltag mit Kater und einem später hinzugekommenem Hundemonster sind ein gelungenes Element in dieser ironischen Kriminalkomödie.

"Der Tag der Katze" ist ein spannendes Buch, welches ohne Anstrengung leicht unterhalten kann.

Der Tag der Katze

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Letzte Kommentare:
03.08.2011 12:56:27
vifu

Gerade hab ich mit Bedauern den "Tag der Katze" bendet! Wunderbar, dies war mein sechster Perry-Roman und auch der Beste. Hier besticht nicht nur die übliche hohe Spannung in irgendeinem speziellen Handlungssplot, sondern diesmal ist die pure Satire schon Grund genug für die Leseempfehlung. Ich saß manchmal und hab laut gelacht, nicht nur wegen Kater oder Hund!
Wenn Bewertung dann unbedingt 85 Punkte!!