Der Geruch des Todes

Erschienen: Januar 2004

Bibliographische Angaben

  • London: Michael Joseph, 2003, Titel: 'Nothing like the night', Seiten: 409, Originalsprache
  • München: Droemer Knaur, 2004, Seiten: 509, Übersetzt: Marie-Luise Bezzenberger
  • München: Knaur, 2005, Seiten: 509

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Jörg Kijanski
Das Buch peitscht den Leser voran

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Dez 2004

 

"Eine junge Frau wird mit 50 Messerstichen ermordet. Zunächst deuten alle Indizien auf das Werk eines religiösen Fanatikers".

 

So zu lesen auf der Buchrückseite und schon hier findet sich ein erster Fehler, denn einen "religiösen Fanatiker" sucht man in diesem Buch vergebens! Dafür findet man dank eines stellenweise unsauberen Lektorats unnötige Fehler bei Rechtschreibung und Satzbau, mitunter fehlen vereinzelt ganze Wörter. Von diesen rein äußerlichen Ärgernissen abgesehen, liefert David Lawrence mit seinem vorliegenden Buch einen durchaus lesenswerten Psychothriller. Der Roman spielt in London, allerdings in einem Teil Londons, den kein Tourist kennen dürfte und vermutlich auch nicht kennen möchte. Junkies, Prostituierte, Drogendealer und ähnliche Zeitgenossen sind die Randfiguren einer Story, bei der es nur am Anfang um die Frage "Wer war der Täter" geht. Noch bevor man bestimmte Personen als in Frage kommende Täter ein- oder ausgeschlossen hat, nimmt der Autor die Lösung vorweg. Dies tut der Spannung jedoch keinerlei Abbruch und es ist durchaus beeindruckend, wie zahlreiche (Neben-)Handlungsstränge immer wieder in die Ursprungsstory eingebettet werden.

Stella Mooney, die Hauptfigur des Romans, lebt zwar mit ihrem Lebensgefährten zusammen, fühlt sich aber zunehmend zu einem anderen Mann hingezogen. Während sie mit Hilfe einer Psychologin versucht ihr Privatleben neu zu sortieren, wird die Leiche einer Frau gefunden, die mit über 50 Messerstichen brutal ermordet wird (was erfreulicherweise einmal nicht bis ins letzte Detail dargestellt wird; im Gegensatz zu Hayder, McDermid, Slaugter und Co.). Die Tote Janis lebte mit ihrer Freundin Stephanie zusammen, deren Freund Mark wiederum ein Verhältnis mit (der von ihm schwangeren) Janis hatte. Somit scheint das Rätsel schnell gelöst und Mark als Täter festzustehen, doch alsbald ergeben erste DNS-Analysen das offensichtlich zwei Täter am Werk waren - ein Mann und eine Frau. Somit gerät auch Stephanie kurzzeitig in Verdacht, möglicherweise mit Mark die gemeinsame Freundin ermordet zu haben. Doch nachdem die DNS-Vergleichstests abgeschlossen sind, fallen beide durchs Raster und die Suche des Ermittlerteams geht von vorne los. Da geschieht ein zweiter Mord und Stella und ihr Team stehen vor weiteren Rätseln, denn zwischen den Opfern gibt es keine erkennbaren Zusammenhänge und außerdem scheinen die Täter ihre Opfer gekannt zu haben, denn Hinweise auf einen gewaltsamen Zutritt zu deren Wohnungen fehlen ebenfalls.

Um in ihrem Fall weiter zu kommen, wendet sich Stella in ihrer Not an einen Spitzel, der sie geradewegs in einen herunter gekommenen Wohnblock und dort in einen Hinterhalt führt. Der Block ist ein eigener Kosmos, in dem die Klein- und Großkriminellen den Ton angeben und Polizisten gänzlich unerwünscht sind. Zwei Männer versuchen dann auch sogleich, Stella anzugreifen und nachdem sie den ersten Täter in Notwehr umgebracht hat, gelingt ihr nur mit Mühe die Flucht aus dem Wohnviertel. Kurz darauf wird der Spitzel von den eigenen Leuten umgebracht und alles was Stella verbleibt, ist ein Hinweis auf einen Nachtclub, in welchem sich ein Mann auffällig für eine der Tänzerinnen interessiert haben soll. Das zweite Opfer hatte in diesem Nachtclub gearbeitet.

Dass David Lawrence ein erfolgreicher Drehbuchschreiber (laut Verlag) sein soll, merkt man dem Buch jederzeit an. Kurze und schnelle Szenenwechsel, mit immer neuen dramaturgischen Wendungen peitschen den Leser voran. Obwohl man im ersten Moment natürlich enttäuscht ist, dass die Spannung nach der Täter-Frage früh vorweggenommen wird, ergeben sich im weiteren Verlauf dennoch zahlreiche Überraschungen, so dass bis zum Finale der Spannungsbogen erhalten bleibt. Dabei werden vor allem immer wieder Szenen, welche zunächst mit der Story nichts zu tun haben, später sehr gekonnt in die eigentliche Handlung eingebettet. So findet man sich (nur beispielhaft) plötzlich in den Vorbereitungen zu einem Raubüberfall und im weiteren Verlauf ergibt sich, dass ein geplanter Zugriff auf die Täter daran scheitert, dass die Polizisten durch eben diesen Raubüberfall im entscheidenden Moment abgelenkt werden.

Die Thematik "Täterduo" ist mir bislang noch nicht begegnet, so dass mir leider ein Vergleich mit anderen Thrillern bzw. Autoren schwer fällt. Wer eine Vorliebe für Serientäter und düstere Umgebungen hat, findet mit dem Buch kurzweilige und actionreiche Unterhaltung. Auch wenn man sich an Stella, die Ermittlerin, erst gewöhnen muss (ihre Termine bei der Psychologin, der häufige Griff zum Alkohol etc.), wünscht man sich am Ende doch mehr von ihr zu erfahren. Der erste Teil, der Stella Mooney-Reihe erscheint im Herbst 2005 unter dem Titel Der Kreis der Toten - und darauf darf man gespannt sein!

Der Geruch des Todes

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Letzte Kommentare:
06.06.2011 20:31:35
Mariechenkäfer

ich find das buch richtig spannend. ich hatte vorher hennig mankells "wallanders erster fall" gelesen. und ich war dankbar nach diesem langatmigen langweiligen buc endlich wieder ein buch in der hand zu haben, wo man sich freut, abends endlich ins bett zu können, um noch zu lesen. ich fand auch die polizistin absolut ok und ihr beziehungsdrama hat keineswegs die erzählung gestört oder war gar langweilig. ich kann es nur empfehlen!

25.10.2008 21:20:02
Kelig

Das Buch ist schon spannend, so dass ich es bis zum Ende lesen wollte/ musste. Ich fand allerdings die Beziehungskrise von der Detektivin ziemlich öde und auch etwas nervig. Die Frau selber ist nicht uninteressant, aber ihre Bettgeschichte(n) schon. Sowie der überflüssige Traum mit den toten Babys.
Wie Dino bin ich vom Ende etwas enttäuscht.

02.08.2006 17:08:52
dino

Das Buch fing recht gut an, wurde dann mittendrin aber ziemlich langatmig, so daß ich mich zum Weiterlesen direkt zwingen mußte. Und gelohnt hat es sich für mich aúch nicht. Das Ende fand ich auch ziemlich blöd, alles war irgendwie so unfertig.
Schade um die vergeudete Lesezeit.

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