Die Nacht des einsamen Träumers

Erschienen: Januar 2002

Bibliographische Angaben

  • Mailand: Mondadori, 1999, Titel: 'Gli arancini di Montalbano', Seiten: 343, Originalsprache
  • Bergisch Gladbach: Lübbe, 2002, Seiten: 379, Übersetzt: Christiane v. Bechtolsheim
  • Bergisch Gladbach: BLT, 2003, Seiten: 381

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Peter Kümmel
Abwechslungsreiche Stories um den unnachahmlichen Commissario

Rezension von Peter Kümmel Nov 2003

 


"Dottore, sind sie es wirklich selber persönlich?"

 

Diesen Spruch kennt jeder, der bereits einen Montalbano-Roman des Sizilianers Andrea Camilleri gelesen hat. So pflegt sich Catarello, der etwas naive Mitarbeiter von Commissario Salvo Montalbano am Telefon zu melden, wenn er wieder mal in aller Frühe eine wichtige Meldung zu machen hat und seinen Chef aus dem Bett holt. Catarello ist meine Lieblingsfigur in den Montalbano-Romanen. Bei seiner herrlich umständlichen Ausdrucksweise hat man immer etwas zu lachen. Auch in dem Band von Erzählungen "Die Nacht des einsamen Träumers" kriegt man obigen Spruch wieder des öfteren zu hören.

Zwanzig Geschichten à zwanzig Seiten

Insgesamt zwanzig Geschichten bekommt der Leser geboten, im Schnitt knapp zwanzig Seiten lang, und einen Fall davon löst besagter Catarello sogar selber ganz persönlich. Und wer die bisherigen Montalbano-Romane gelesen hat, der wird auch einige alte Bekannte wiedertreffen wie z.B. Signora Clementina Vasile Cozzo, bei der der Commissario nie ein Essen ausschlagen würde.

Recht unterschiedliche Fälle warten hier auf Montalbano. Nicht immer ist es ein Mord, den er aufzuklären hat, manchmal sind es auch ganz banal scheinende Dinge. So verschwindet plötzlich der Kasten, in dem die Aufgebote des Standesamts aushängen. Oder es wird in ein Haus eines Mannes eingebrochen, der nichts wegwirft, nicht einmal seine eigenen Exkremente. Die Beute ist ein Karton mit den gesammelten Kronkorken der Bierflaschen, die der Mann in einem Jahr getrunken hat. Und dann ist da noch eine ganz spezielle Story, in der der Erfinder von Montalbano sogar selber auftritt.

Montalbano als Quasi-Holmes

Und der Commissario löst die Fälle, denen es an Originalität wahrlich nicht mangelt, in seiner unnachahmlichen Art und Weise. Teilweise muß er sich dafür noch nicht mal aus dem Haus bemühen, sondern schafft es, ganz einfach durch nachdenken auf die manchmal verblüffende Lösung zu kommen.

"Die Nacht des einsamen Träumers" ist eine der besten mir bekannten Sammlung von Krimi-Kurzgeschichten. Da ist kaum ein schwächerer Ausreißer dabei. Auf nur wenigen Seiten schafft es der Autor, die Charaktere bildlich darzustellen, so daß sich der Leser unversehens mitten im Geschehen wiederfindet. Und die abwechslungsreichen Stories sind allesamt logisch durchdacht und bieten oft erstaunliche Überraschungen.

Die Nacht des einsamen Träumers

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