Porträt einer Dame im Auto mit Brille und Gewehr

Erschienen: Januar 1967

Bibliographische Angaben

  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1967, Titel: 'Porträt einer Dame im Auto mit Brille und Gewehr', Seiten: 185, Übersetzt: Gottlieb Knecht
  • Paris: Denoel, 1966, Titel: 'La dame dans l´auto avec des lunettes et un fusil', Originalsprache
  • Berlin: Aufbau, 2006, Titel: 'Die Dame im Auto mit Sonnenbrille und Gewehr', Seiten: 235
  • Zürich, Baden-Baden: Elster, 1997, Titel: 'Die Dame im Auto mit Sonnenbrille und Gewehr', Seiten: 223

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Jörg Kijanski
Psycho-Thriller-Klassiker aus dem Jahr 1966

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Jul 2004

Die 26-jährige Sekretärin Dany Longo soll in Paris über Nacht für ihren Chef ein umfangreiches Manuskript abtippen, dass dieser am nächsten Tag bei einer Firma in der Schweiz vorstellen möchte. Am nächsten Morgen bittet sie ihr Chef, ihn und seine Familie zum Flughafen nach Orly zu begleiten, um nach deren Abflug den Wagen, einen Thunderbird, wieder nach Hause zu fahren. Dany stimmt zunächst nur widerwillig zu, doch nachdem sie sich vom Flughafen bereits auf der Rückfahrt befindet entschließt sie sich kurzerhand ihren Lebenstraum zu verwirklichen: Einmal das Meer sehen. Auf ihrer Fahrt in Richtung Süden kommt sie zunächst durch einen kleinen Ort, in dem sie eine alte Frau anspricht, da sie bei dieser heute Morgen ihren Mantel vergessen habe. Wenig später lässt sie den Wagen an einer Tankstelle voll tanken und auch der Tankwart erinnert sich an Dany, da er ihr am Morgen die Rücklichter des Autos repariert hat. Dabei fuhr sie allerdings jeweils in entgegen gesetzter Richtung - nach Paris. Während sie den Waschraum aufsucht wird sie plötzlich von einem Unbekannten überfallen, ihre linke Hand schwer verletzt.Abends lernt Dany einen Mann kennen mit dem sie kurzerhand die Nacht verbringt. Im Laufe des nächsten Tages nutzt dieser allerdings eine kleine Ablenkung aus, um Dany den Wagen zu stehlen. Dany verfolgt seine Spur und findet den Wagen in Marseille wieder. Doch wie kommt plötzlich eine männliche Leiche in den Kofferraum?

Während Dany versucht das Rätsel um den toten Mann, der durch zwei Brustschüsse getötet wurde, zu lösen, wird eines immer deutlicher. Alle Spuren führen zu ihr selbst...

1967 erschien die deutsche Erstausgabe unter dem Titel "Porträt einer Dame im Auto mit Brille und Gewehr" und gilt seither als Klassiker des Krimi-Genres. Der Autor Sebastien Japrisot wurde hierzulande vor allem bekannt durch die Verfilmung seiner Romane "Weekend im Tresor" (Filmtitel "Du kannst anfangen zu beten"), "Ein Mörderischer Sommer" und "Mord im Fahrpreis inbegriffen", aber auch der hier zu besprechende Titel wurde bereits verfilmt. 1970 war es soweit, die Hauptrollen spielten Samantha Eggar und Oliver Reed.

Porträt einer Dame im Auto mit Brille und Gewehr

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Letzte Kommentare:
19.06.2011 15:47:16
Isidor Huber

Liebe Freunde der Südsee
Ich weiss nicht, wie der Roman auf Deutsch rüberkommt, auf Französisch ist er unschlagbar. Nichts da von schwerfälliger Sprache, kein Wort ist zu viel oder zu nwenig, alles macht Sinn. Vom Medaillon von Dany\'s Vater (einziges Überbleibsel des Vaters) mit der Darstellung einer Frau, die einem Jahrmarkt-Kraftprotz gleich ihre Ketten zerreisst (wunderbares Portrait von Daby selbst!) bis hin zur wundervollen Mise en abyme der zwei blonden Frauen im Swimming-Pool des Hotels in Cassis, welche an sich die ganze Story resumieren, alles hat seinen Platz. Ich lese und lese den Text wieder, und jedes Mal erkennt man eine neue Genialität von Japrisot. Und das Französisch mit den wiederkommenden Passagen der irekten Rede in der indirekten Rede, einfach unüberbietar. Abgesehen davon: schon ger
¨merkt, adass die meisten Charaktere wieder in "Blutiger Sommer" auftauchen? Von der kurzsichtigen jungen Beauty über den gelähmten Vater bis hin zur EVa Braun (Dany\'s Mutter, die man wgen einer Affäre mit einem Deutschen Soldaten rasierte ?) Ich gäbe eine Million für ein Gespräch mit Japrisot, leider ist er schon gestorben.

19.06.2011 15:46:53
Isidor Huber

Liebe Freunde der Südsee
Ich weiss nicht, wie der Roman auf Deutsch rüberkommt, auf Französisch ist er unschlagbar. Nichts da von schwerfälliger Sprache, kein Wort ist zu viel oder zu nwenig, alles macht Sinn. Vom Medaillon von Dany\'s Vater (einziges Überbleibsel des Vaters) mit der Darstellung einer Frau, die einem Jahrmarkt-Kraftprotz gleich ihre Ketten zerreisst (wunderbares Portrait von Daby selbst!) bis hin zur wundervollen Mise en abyme der zwei blonden Frauen im Swimming-Pool des Hotels in Cassis, welche an sich die ganze Story resumieren, alles hat seinen Platz. Ich lese und lese den Text wieder, und jedes Mal erkennt man eine neue Genialität von Japrisot. Und das Französisch mit den wiederkommenden Passagen der irekten Rede in der indirekten Rede, einfach unüberbietar. Abgesehen davon: schon ger
¨merkt, adass die meisten Charaktere wieder in "Blutiger Sommer" auftauchen? Von der kurzsichtigen jungen Beauty über den gelähmten Vater bis hin zur EVa Braun (Dany\'s Mutter, die man wgen einer Affäre mit einem Deutschen Soldaten rasierte ?) Ich gäbe eine Million für ein Gespräch mit Japrisot, leider ist er schon gestorben.

25.09.2007 21:01:04
kuerten

Die Idee für diesen nun schon 40 Jahre alten Roman ist einfach großartig. Ein kleines Naivchen will sich mit dem Auto vom Chef ein vergnügliches Wochenende am Meer machen und fährt schnurstracks in ihr Unglück. Dass sie dabei noch beginnt, an ihrem eigenen Verstand zu zweifeln, weil sie unterwegs immer wieder Menschen begegnet, die sie am Vortag in genau entgegengesetzter Richtung haben fahren sehen, obwohl sie fest daran glaubt in Paris gewesen zu sein, macht das Rätsel noch verzwickter.
Wunderbar erzählter Klassiker des französischen Kriminalromans. Nicht nur ein Geheimtipp, sondern für mich einer der ganz großen Psychothriller.

27.01.2007 15:15:44
Anja S.

Gaaaaaaanz wunderbar!!! Dieses kleine Buch, obwohl vor 40 Jahren geschrieben, ist ein raffiniert konstruierter Psychothriller mit vielen ueberraschenden Wendungen, der sich immer noch gut liest und sehr spannend ist. Werde mir jetzt noch weitere Buecher von Herrn Japrisot besorgen.

10.01.2007 23:23:11
Micha

Obige Besprechung glaubt man gerne, wenn man "Falle für Aschenputtel" und "Lauf wenn du nicht schießen kannst" gelesen hat- einfach gut, aber nicht unbedingt leicht konsumierbar!

19.11.2006 11:22:11
Lilith

Alle, denen die Auflösung in Fitzeks "Therapie" zu platt war, sollten unbedingt dieses Buch lesen. Es entwickelt einen ähnlichen Sog, weil sich die Ereignisse überschlagen und zunehmend unerklärlicher werden, aber die Auflösung ist absolut genial und völlig überzeugend. Ein wirkliches Psychodrama, das auch ohne verstümmelte Leichen eine großartige Spannung aufbaut. Für mich ein kleiner Geheimtipp.