Die Katze, die nicht sterben wollte

Erschienen: Januar 2004

Bibliographische Angaben

  • Stockholm: Norstedt, 2000, Titel: 'Katten som inte dog', Seiten: 362, Originalsprache
  • München: Goldmann, 2004, Seiten: 384
  • München: btb, 2005, Seiten: 378

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Jörg Kijanski
Spannung? Keine Spur

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Jun 2004

Das Cover wirbt mit dem Zitat "Eine der besten Krimiautorinnen Schwedens" und auf der Rückseite ist zu lesen "Sie ist die Einzige in Schweden, die es mit Minette Walters aufnehmen kann". Nein, bei der Vielzahl an skandinavischen Autoren/innen, mit denen der deutsche Büchermarkt in Folge des noch immer grassierenden Mankell-Fiebers derzeit überschwemmt wird, kann es so schlecht um Schwedens Literaturlandschaft dann doch nicht bestellt sein. Hoffentlich liest die gute Frau Walters nicht diesen Vergleich, sie würde vermutlich auf der Stelle tot umfallen, was nun in der Tat wirklich schade wäre. Doch der Reihe nach...

Beth und ihr Mann Ulf machen Urlaub in einem abgelegenen Sommerhaus von Beths Eltern. Als sie diese in deren Wohnung besuchen erfahren sie, dass zwei Strafgefangene aus einem Gefängnis ausgebrochen sind und sich noch auf der Flucht befinden. Zurück im Sommerhaus hört Beth Geräusche aus dem angrenzenden Schuppen und will - angetrunken und mit einer Axt bewaffnet - der Sache auf den Grund gehen. Als sie den Schuppen öffnet sieht sie dort einen Mann und schlägt kurzerhand zu. In der Annahme in Notwehr gehandelt und einen der flüchtigen Straftäter erschlagen zu haben, beschließen Beth und Ulf am nächsten Tag der Polizei den Vorfall zu melden, doch im Autoradio erfahren sie, dass die beiden entflohenen Häftlinge bereits wieder im Gefängnis sitzen. Sie begraben kurzerhand den unbekannten Mann und hoffen, somit die Tat vertuschen zu können...

"Der Mann" hilft gelegentlich seinem Nachbarn Holger bei diversen Arbeiten auf seinem Hof und hat dabei auch das ein oder andere Techtelmechtel mit Kaarina, die bei Holger wohnt. Eines Tages reicht ihm Holger einen Schuhkarton, in dem sich mehrere Katzen befinden und bittet "den Mann" diese zu erschießen. Bei einem Blick in den Karton entwischt dem Mann die titelgebende Katze, bevor er sein Werk vollendet. Dann passiert lange Zeit nahezu gar nichts (außer das erklärt wird, warum der Mann sich im falschen Moment in dem Schuppen aufhält), bis den Mann der bereits angesprochene Axthieb (erstmals auf Seite 39) ereilt. In der Folge werden Beth und Ulf vorgestellt - mit zahlreichen, mitunter nervtötenden Rückblenden - bis hin zu den Ereignissen, die dem Axthieb unmittelbar vorausgingen, welcher auf Seite 94 erneut erfolgt. Und dann kommen sage und schreibe rekordverdächtige rund 280 (!!) Seiten auf denen die Krimi-Handlung (sofern man überhaupt von einem Krimi oder ähnlichem sprechen möchte) keinen einzigen Schritt voran kommt, bis auf Seite 371 dann das erwartete Finale eingeläutet wird, über das es sich schon gar nicht lohnt, ein Wort zu verlieren.

In der Zwischenzeit erfährt der Leser ausführlich, warum es in der Beziehung zwischen Beth und Ulf kriselt (Ulf fühlt sich zunehmend zu seiner Ex und deren gemeinsamen Sohn hingezogen), wie die Kindheit von Beth und deren Schwester Juni verlief (nicht immer von Interesse), dass Beth ihre Zwillinge unmittelbar nach der Geburt verlor, ihre Mutter an Demenz leidet und so weiter und so weiter. Beth greift zunehmend zur Flasche und kann ihren Beruf als Lehrerin bald kaum noch wahrnehmen, schiebt aber auf Nachfrage (eingebildete) Herzprobleme vor. In Wahrheit träumt sie regelmäßig von ihrer Tat und davon, dass es doch Notwehr gewesen war, ja gewesen sein muss (was in Wirklichkeit ebenfalls nur ihrer Einbildung entspricht). Auch ein gemeinsamer "Urlaub" mit Ulf und Juni entwickelt sich zum Fiasko, ohne - selbstredend - für den eigentlichen Plot von Interesse zu sein.

Man muss es so klar schreiben: So unterhaltsam Inger Frimansson in die seelischen Abgründe ihrer Protagonistin einzuführen vermag, für einen Krimi ist das hier besprochene Werk eine Frechheit, da zu keinem Zeitpunkt auch nur ansatzweise Spannung aufkommt. Und genau hier unterscheidet sich Frimansson von Minette Walters dann doch ganz gewaltig.

Die Katze, die nicht sterben wollte

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Letzte Kommentare:
02.01.2007 18:38:11
kristine

tja, also...ich fand nicht einmal die Beschreibung der seelischen Abgründe von Beth unterhaltsam, zähes pseudo-psychologisches Selbstmitleid, das irgendwie klebrig war. Ich kannte von I.Frimansson nur "Der Beschützer", was ich zwar auch nicht besonders spannend fand, aber nett und die Psychologie war hier nicht so extrem überladend und etwas differenzierter.
"Spannung" war für mich nur vorhanden, indem ich das ganze Buch hindurch auf eben Jene wartete und mich letztendlich über mich selbst geärgert habe, dass ich bis zum Ende gelesen habe!

BEHIND THE DOOR
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