Picknick für eine Leiche

Erschienen: Januar 2004

Bibliographische Angaben

  • München: Goldmann, 2004, Seiten: 288, Übersetzt: Sabine Maier-Längsfeld
  • New York: Berkley Prime Crime, 2002, Titel: 'Gunpowder green', Seiten: 244, Originalsprache

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Wolfgang Weninger
Viel zu harmlos

Buch-Rezension von Wolfgang Weninger Mai 2004

Seitdem sich Theodosia Browning, die Betreiberin des Indigo Tea Shops, als Hobbydetektivin in "Tod beim Tee" betätigt hat, ist bereits einige Zeit verstrichen. Momentan zelebriert sie mit ihren ausgefallenen Teekreationen und ausgefallenen Gourmet-Häppchen das Picknick in White Point Gardens an der Spitze der Charlestoner Halbinsel, wo die alljährliche Segelregatta stattfindet. Alles was Rang und Namen hat ist hier vertreten und einer der örtlichen Honoratioren, Oliver Dixon, darf den Schlusspunkt setzen, in dem er den Zieleinlauf der siegreichen Jacht mit einem Schuss aus einer historischen Pistole anzeigt. Doch das alte Stück explodiert und Mr. Dixon sinkt vor Theodosia getroffen zu Boden. Damit nicht alle das schreckliche Ereignis ansehen müssen, breitet Theodosia ein weißes Tischtuch über den Leichnam, bis die Polizei eintrifft und ihre Untersuchungen aufnimmt.

Auch Theodosia beginnt zu grübeln. Wer kann die Pistole manipuliert haben? Wer hasst den frisch vermählten Oliver so sehr, dass er ihn so energisch ins Jenseits geschickt hat? Vielleicht die eigene Ehefrau, die jetzt eine reiche Witwe ist? Finden sich vielleicht auf dem Tischtuch forensische Erkenntnisse, die den Täter oder die Täterin entlarven können? Miss Browning beginnt zu kombinieren ...

Der Wilhelm-Goldmann-Verlag beschert uns einen neuerlichen Band aus der Feder von Laura Childs, den Sabine Maier-Längsfeld als "Picknick für eine Leiche" aus dem Amerikanischen übersetzt hat. Das nur knappe 300 Seiten umfassende Buch enthält außer der Krimigeschichte um die begabte Amateurermittlerin Theodosia Browning auch einige Rezepte aus dem Indigo Tea Shop im Anhang, die hier allerdings nicht bewertet werden sollen.

Wie schon in "Tod beim Tee" lebt die Erzählung von Laura Childs vom gemächlichen Südstaatenambiente in Charleston. In der vorliegenden Erzählung gerät dieses allerdings nicht ganz so malerisch und stimmungsvoll. Auch die Atmosphäre im Indigo Tea Shop ist längst nicht so gelungen beschrieben, vielleicht auch, weil der Laden mit seinen sympathischen Angestellten Drayton und Haley bereits zu erfolgreich und hektisch geworden ist, so dass der Leser die Gemütlichkeit nicht nachvollziehen kann.

Gerry Schmitt, wie Laura Childs im bürgerlichen Leben heißt, kann im zweiten Band der Indigo-Tea-Shop-Serie, die im Amerikanischen als Tea Shop Mystery einen Riesenerfolg verzeichnet, leider die Qualität des Vorgängers nicht halten. War schon im Vorgängerband die Spannung eher auf mäßigem Niveau, so kommt in "Gunpowder Green", wie das Werk im Original heißt, praktisch überhaupt keine Spannung auf und selbst wenigen Seiten, in denen Miss Browning mit dem Mörder konfrontiert wird, wissen nicht zu beeindrucken.

Auch die humorvollen Dialoge zwischen dem Connaisseur Drayton und der Ladenkraft und Bäckerin Haley sind kaum vertreten und das Liebäugeln der Heldin mit eventuellen Heiratskanditaten fällt praktisch total aus. Gerade diese Elemente, die viel zum Flair in "Tod beim Tee" beigetragen haben, hat die Autorin nicht konsequent fortgeführt. Auch dem Charme des Städtchens Charleston und seiner malerischen Altstadt widmet sich Frau Childs nur mit mäßigem Erfolg, so dass unterm Strich ein eher langatmiger Kriminalfall geklärt wird, der nur hartgesottenen Fans der ehemaligen Marketingfachfrau als Lektüre empfohlen werden kann.

Auf Grund des ausgesprochen leichten und flotten Schreibstils erhält man mit "Picknick für eine Leiche" einen anspruchslosen Alltagsroman, ideal zum Entspannen zwischendurch, aber für den wirklichen Krimifan ist dieses Buch viel zu harmlose Kost.

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Letzte Kommentare:
15.03.2010 13:55:48
Karin

Ja, die Geschichten um Theodosia und ihren Teeladen sind harmlos. Aber mir reicht die Anspannung im Beruf und ich tauche zur Entspannung gerne in die kuschelige Athmosphäre der "Szene" Charlestons ein. Im Vordergrund stehen für mich die lebendigen, farbigen Beschreibungen von Land und Leuten und nach Studium der Karte von Charleston hat mich die Stadt und ihr Umfeld sehr neugierig gemacht - auch wenn ich niemals zu den Gästen der Gartenparties oder Regattaereignisse gehören werde.

28.04.2008 09:51:33
tassieteufel

Auch im zweiten Teil der Krimireihe begeben sich Theodosia und Co
wieder auf Mörderjagd, diesmal entpuppt sich ein scheinbarer Unfall
als feiger Mord und Theodosia kann gar nicht anders, als ihre Nase
in Dinge zu stecken, die sie eigentlich gar nichts angehen. Wie schon
im 1. Teil lebt das Buch hauptsächlich von der charmant-duftenden
Teeladenatmosphäre und den liebenswerten, teilweise schrulligen
Charakteren, gegen Ende wird der Krimifall dann sogar noch recht
spannend, vor allem weil man nicht so recht ahnt, wer aus dem Kreis
der Verdächtigen der eigentliche Schuldige ist.
Alles in allem eine gelungene Fortsetzung der Reihe, irgendwie
erscheint Theodosia einem als jugendliche Miss Marple und ich freue
mich auf jeden Fall, bei dem nächsten Teil wieder in die duftende
Teeladenatmosphäre eintauchen zu können, als nette Zugabe waren
am Schluß wieder ein paar leckere Rezepte dabei.