Die Frau mit den Regenhänden

Erschienen: Januar 1999

Bibliographische Angaben

  • München: Schneekluth, 1999, Seiten: 391, Originalsprache
  • Augsburg: Weltbild, 2002, Seiten: 488, Originalsprache
  • München: Droemer Knaur, 2001, Seiten: 488, Originalsprache
  • München: Knaur, 2003, Seiten: 488, Originalsprache
  • München: Droemer, 2007, Seiten: 488, Originalsprache

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Paris im Frühjahr 1867: Aus den dunklen Gewässern der Seine wird die Leiche eines Kindes geborgen. Für die Polizei steht fest: Die Mutter des Babys ist schuldig und muss zum Tode verurteilt werden. Aber warum verschwinden plötzlich Zeugen und Beweismaterial? Warum interessieren sich auf einmal die höchsten Regierungskreise für den Vorfall? 100 Jahre später beginnt eine junge Frau über die Hintergründe zu recherchieren.

Die Frau mit den Regenhänden

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Letzte Kommentare:
25.11.2018 14:07:08
pippa

erst langatmig, bedrückend und schwierig- man weiß nicht so recht, wo geht das hin.
Der Sprung 1867 und 1990iger ist erst nicht verständlich.
Wenn man dann neugierig durchhält,weil man diese Frage auflösen will, legt man dies Buch nicht mehr aus der Hand.
Faszinierend, es bliebt was hängen und es stimmt nachdenklich.
Zumindest packte es einen so, dass man selbst recherchiert und einen Beitrag schreibt.
Unter "meinem" Strich : empfehlenwert.

28.10.2018 08:56:35
Chika

Es scheint mir ein ziemlich künstliches Konstrukt zu sein - nicht ganz nach amerikanischem Muster, aber noch lange nicht europäisch. Erzählerisch wohl nicht unbedingt gelungen. Der Autor beschreibt langatmig Details, die das Lesen einfach erschweren, obwohl das Thema überaus interessant ist. Ich würde es vorziehen, mindestens 100 Seiten dabon weniger zu haben, dafür jedoch ein kompaktes Werk. Das Erzählen sollte man meiner Meinung nach bei den Arabern lernen.

03.04.2015 23:23:14
Rosi

Ich bin noch nicht sicher, ob ich das Buch zuende höre.
Dieses ewige hin und her - ohne dass man eine Orientierung darüber erhält, was das soll und wie die Geschichten zusammehängen verlangt mir viel Geduld ab - und vielleicht ist meine Zeit mit einem anderen Buch einfach besser und unterhaltsamer investiert.
Was hat die widerliche Rattengeschichte mit einem kleinen Jungen, Bruno mit der Bibliothek und die Vergangenheit mit der Gegenwart zu tun?
Ich bin etwas genervt!

30.09.2013 10:01:16
Buchhörer

Ein kurzer Nachtrag zu meinem vorherigen Beitrag:Eigentlich gehört Wolfram Fleischhauer nicht in die Rubrik "Krimi".Und wenn doch, dann nicht nur.Dafür sind seine Romane zu umfassend, zu vielschichtig, zu tiefgründig, zu gelehrt, zu wenig auf plakative Ereignisse und das Ermitteln eines Kommissars und zu viel auf subtlie Bobachtungen und die Innenschau der Figuren ausgelegt. Die sich im Dunkel durch ein Rätsel tasten, das sich nach und nach zu einem Gesamtbild fügt - oft zusammengesetzt aus längst Vergangenem und Gegenwärtigem. Schliesslich verknüpft mit einer ganz konkreten Realität.Nichts ist vergessen, alles hängt zusammen.Bei Fleischhauer werden Rätsel gelöst, nicht zwingend Morde aufgeklärt.Die Liebe zwischen seinen Hauptfiguren ist zu abgründig, zu widersprüchlich, zu sinnlich, zu leidenschaftlich, zu persönlich, zu poetisch, zu schicksalhaft für einen blossen Krimi. Und die Sprache, in der das beschrieben wird, ist es ebenfalls. Oft schwankend zwischen vulgärer Banalität und wunderbarer, zerbrechlicher, geheimnisvoller Poesie.In der Schwebe - unvergleichlich, unnachahmlich.Wie ich bereits schrieb: Diese Romane sind objektiv und rational wie auch subjektiv und emotional zugleich.

30.09.2013 01:02:53
Buchhörer

Hinweis: Ich habe meinen ersten Beitrag hier unter dem Namen "Knox Out" verfasst - in Anspielung auf Tom Knox und seinen zu Beginn durchaus lehrreichen, aber insgesamt aufdringlich reisserischen und brutalen Roman "Genesis Scret", der konfus in wilden Spekulationen endet und den ich nicht weiterempfehle.
Da ich nicht im Sinn habe, weitere Bücher von Herrn Knox zu lesen, ist mein Pseudonym nun überflüssig und wurde in "Buchhörer" geändert.
Und nun zu einem erfreulicheren Thema: Zu Wolfram Fleischhauers Romanen.


Nun habe ich sie also fast alle durch - die Bücher von Wolfram Fleischhauer (sein Erstling "Die Purpurlinie" fehlt noch (gibt's anscheinend nicht als Lesung), das Phantasie-Märchen "Die Verschwörung der Engel " lasse ich vorläufig weg).
Habe sie mir vorlesen lassen (Hörbuch) - strengt die Augen weniger an.

Und ich komme zum Schluss: Hier schreibt ein Ausnahmetalent.
Klar, niemand ist perfekt - es gibt immer etwas herauszupicken, herumzumäkeln, zu kritisieren. Am Schreiber wie am Leser (Selbstkritik!). Aber hier überwiegt das Positive. Bei weitem!

Für alle Bücher von ihm gilt: Man liest sie mit Gewinn.
Sie sind raffiniert kontruiert, substanziell, emotional, rational und doch geheimnisvoll. Sie berühren alle Sinne und lassen einen am Ende oft sprachlos zurück! (Geschichtliche) Fakten, Prosa und Poesie (vor allem, wenn sich da zwei 'Seelen' finden) sind nah beeinander. Photographisch präzise Beschreibungen der Umgebung wechseln ab mit psychologisch präzisen Beschreibungen des oft chaotischen Innenlebens der Romanfiguren. Beides in einer beeindruckenden Sprache. Die Geschichten entwickelt sich immer im Dialog - sei es der zwischen den Figuren oder der innere einer einzelnen, suchenden Figur. Sozusagen ein ständiges Abwägen zwischen verschiedenen Aspekten, zwischen verschiedenen 'Bis jetzt'-Erkenntnissen, um der Wahrheit allmählich näher zu kommen. Man taucht langsam ein, ist plötzlich gefangen, lernt dazu, fiebert mit und taucht am Ende ganz in Gedanken versunken wieder auf. Ein Lese-Erlebnis mit 'Nachbrenn'-Effekt!

Habe irgendwo im Netz gefunden, dass für zwei seiner Geschichten die Filmrechte bereits vergeben sind. An deutsche Film-Firmen.
Und kann nur hoffen, dass die Filmemacher einst mit Geschichte und Figuren so sorgfältig umgehen, wie sie es verdienen und wie Fleischhauer es in seinen Büchern tut.

Zum Roman " Die Frau mit den Regenhänden":

Das einzige seiner Bücher, bei dem ich zweimal Anlauf nehmen musste.
Beim ersten Mal bin ich in der nur langsam sich entspinnenden, zunächst verwirrenden Geschichte stecken geblieben. Und habe zu "Der verlorene Abend" gewechselt.

Aber nun habe ich es doch geschafft.

Und werde den Eindruck nicht ganz los, dass hier zwei Romane zu einem einzigen verschmolzen wurden, die zwar gewisse Berührungspunkte haben, aber auch unabhängig voneinander bestehen könnten.

Es ist eine faszinierende Erzählung mit einem faszinierenden Titel (der - es wurde schon erwähnt - auf das Gedicht "Somewhere I have never travelled" von E. E. Cummings zurückgeht, das mit den Worten endet (übersetzt): "... Niemand, nicht einmal der Regen, hat solch kleine Hände").

Und wenn ich hier doch noch eine kleinliche Kritik (angesichts des hohen Fleischhauer-Niveaus) äussern darf:
Diese Erzählung ufert für meinen Geschmack etwas zu stark aus. Sie mäandriert scheinbar ziellos dahin, von seitelangen Exkursen zu historischen Geschehnissen über endlose Spekulationen zu einem Ereignis 1867 bis hin zu einer rätselhaften Pariser Begegnung in unserer Gegenwart (bzw. jüngsten Vergangenheit), um schliesslich doch in ein unerwartetes, sehr konkretes, erschreckendes und bewegendes Ende zu münden.

Man braucht einen langen Atem, um dabeizubleiben, aber es lohnt sich!

Übrigens, wie denkt eigentlich Wolfram Fleischhauer selbst übers Schreiben?
Ein interessanter Link dazu: http://www.youtube.com/watch?v=AV9JZ7N-yW4

Ich habe den aktuellen Roman (Schweigend steht der Wald - Lese-Empfehlung!) ebenfalls bereits gehört und freue mich schon auf den nächsten in 2 bis 3 Jahren. Und frage mich dabei: Was machen wir nur, wenn Fleischhauer mal die Lust zum Schreiben vergeht ;-)

28.01.2009 19:50:22
Juergen

... ideal für den langen Flug oder die Reise nach Paris. Auf jeden Fall ist mit einer langen Lesenacht zu rechnen.
Es gibt ihn doch, den deutschen Kriminalautor, der erstklassig recherchierte Arbeit mit spannendem Plot abliefert, so daß man förmlich eingesogen wird in sein Buch.

Diesmal wird eine romantisch-geheimnisvolle Handlung in den späten Achtziger Jahren kunstvoll verflochten mit einem packenden Mordfall in Paris zur Zeit der Weltausstellung unter Napoléon III. Die besondere Qualität des Kriminalromanes kommt dadurch zustande, daß Autor Wolfgang Fleischhauer die Spannung geschickt aufbaut und stets psychologisch glaubwürdig schreibt. Das Ganze ist so raffiniert konstruiert, man kommt bis zuletzt nicht darauf, wer der Täter und was das Motiv ist.

Diesem Roman ist zusätzlich eine Portion Sozialkritik am französischen Staat und seiner Verwaltung beigemischt. Fleischhauer weist eine durch die Geschichte gehende Kontinuität von sozialem Desinteresse der französischen Regierung nach. Sein historischer Kriminalroman hat beängstigende Parallelen zu den aktuellen Jugendrevolten und ist daher plötzlich hochaktuell.

Fleischhauers Bücher sind eine Klasse für sich und ich bin noch nie enttäuscht worden.

18.06.2008 16:30:41
Teeshan

Das schlechte von Wolfram Fleischauer.
Zuerst beginnt man in der Gegenwart, dann Vergangenheit, wieder Gegenwart, wieder Vergangenheit. Was soll das?

26.01.2006 23:18:07
M.K.

Ich liebe dieses Buch. Es war ein Geschenk von einem sehr guten Freund. "Die Frau mit den Regenhänden" ist intelligent und emotional geschrieben worden. Ich würde es auf jeden Fall weiterempfehlen...

29.09.2005 13:39:45
Sofie Baumann

Ich war so begeistert von dem Buch "Drei Minuten mit der Wirklichkeit", dass ich auch "Die Frau mit den Regenhänden" gelesen habe. Allerdings habe ich es nicht in zwei Nächten geschafft, ich fand es anfangs sehr verwirrend, vielleicht weil ich nicht dran geblieben bin. Ich kam etwas durcheinander mit den vielen verschiedenen Namen. Trotzdem fand ich es irgendwann sehr spannend und auch die historischen Hintergründe haben mich interessiert. In etwa 1 1/2 Stunden werde ich dieses Buch meinem Literaturkurs vorstellen.

23.07.2005 13:33:56
Gertraud Keschvari

Ein spannender, erstklassig recherchierter Roman, eine Liebesgeschichte, so zart beschrieben, dass ich zu Tränen gerührt war. Wie dieses
Buch in der Kategorie "Krimi" landen konnte, ist mir ein Rätsel.
Danke, lieber Wolfram Fleischhauer, für dieses aussergewüöhnliche Lesevergnügen und auch für das Gedicht von E.E. Cummings,
das ich nicht aufhören kann zu lesen.

25.01.2005 16:25:58
Maren F

Ein großartiges Buch!
Es ist toll im Geiste durch das alte Paris zu schlendern und wenn einen die Geschichte einmal gepackt hat kann man mit dem Lesen nicht mehr aufhören! Auch die zusätzlichen historischen Hintergrundinformationen fand ich klasse - vor allem immer in Portionen die einem nicht das lesen vermmiest haben!

25.07.2004 01:19:45
SpeedQueen

Habe dieses Buch verschlungen und wurde dann angeregt, mehr ueber die ersten Jahre der AIDS-Epidemie herauszufinden, da mir AIDS erst so 1985/86 ins Bewusstsein kam. Daher habe ich anschliessend das Buch "And the Band played on" gelesen, zwar kein Krimi, aber dennoch sehr zu empfehlen.

13.06.2004 14:01:47
Anja S.

Ein weiteres wundervolles Buch dieses Autors. "3 Minuten mit der Wirklichkeit" hat mir zwar noch besser gefallen, aber dieses hier ist ebenfalls sehr klug erzaehlt, zu Herzen gehend (am Ende sind mir die Augen feucht geworden), beide Geschichten intelligent verwoben. Und auch hier wird der Leser am Ende wuetend auf die Regierung (aehnlich wie in "3 Minuten mit der Wirklichkeit"), die so einen Skandal wider besseres Wissen zu laesst.

28.02.2004 15:39:59
Gitta Edelmann

Beide Handlungsstränge sind spannend und wunderschön erzählt, dazu genial miteinander verwoben. Mehr möchte ich nicht verraten. Ich habe das Buch in zwei Nächten gelesen, dabei etwas über französische Geschichte gelernt und mit den Hauptpersonen gefühlt.
Erste Klasse!