Geh aus, mein Herz

Erschienen: Januar 2004

Bibliographische Angaben

  • Göteborg: Tre böcker, 1996, Titel: 'Gå ut min själ', Seiten: 272, Originalsprache
  • Berlin: List, 2004, Seiten: 384, Übersetzt: Angelika Kutsch
  • Berlin: List, 2005, Seiten: 349

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Peter Kümmel
Das meint Krimi-Couch.de: Unglaubwürdige Lösungsfindung und viele offenen Fragen

Buch-Rezension von Peter Kümmel Jan 2004

Bestialische Morde, melancholische Stimmung, Rassismus, brutale Neo-Nazis in Schweden, kindliche Grausamkeit, ein Alkoholiker als Protagonist - geballte negative Zutaten für einen düsteren Schweden-Krimi, der vor Pessimismus nur so strotzt.

Jonathan Wide, geschiedener Ex-Polizist, schlägt sich mehr schlecht als recht als Privatdetektiv durch. Keine zufriedenstellende Aufgabe für ihn, die hauptsächlich darin besteht, untreue Ehepartner zu beschatten. Nichts, was ihn geistig fordert. Kein Wunder deshalb, dass er mehr dem Alkohol zuspricht als es für ihn gut ist. Ausnahmsweise soll er mal eine verschwundene Ehefrau suchen.

Doch sein Auftrag ist beendet, bevor er richtig beginnt. Denn die gesuchte Dame wurde mittlerweile bereits ermordet aufgefunden. Augen, Ohren und Lippen wurden der Leiche abgeschnitten, anschließend wurde sie in eine Decke gehüllt. Zuständig für den Fall ist Wides ehemaliger Kollege Sten Ard. Da die Tote zufällig aus Wides Heimatort stammt, zieht Ard Wide zu den Ermittlungen hinzu. Kurze Zeit später wird eine zweite Leiche gefunden, ebenfalls auf die gleiche Art und Weise zugerichtet. Auch dieser Mann stammt aus dem Heimatort von Wide. Die beiden Toten gingen zwar nicht in die gleiche Schule, doch muß irgendwo in der Vergangenheit eine Verbindung existieren. Dann taucht ein Obdachloser auf, der im Schlaf von einem Unbekannten mit einer Decke zugedeckt wurde. Handelt es sich bei dem mysteriösen Wohltäter um den gesuchten Mörder?

Derweil hat sich Ards Kollegin Kajsa Lagergren mit tätlichen Angriffen von Neo-Nazis auf Geschäfte und Gaststätten von ausländischen Mitbürgern herumzuschlagen. Die beiden Stränge laufen über die gesamte Handlung hinweg parallel und man fragt sich, wo die Zusammenhänge sind.

Selten ist mir in Krimis eine unglaubwürdigere Idee zur Lösungsfindung begegnet. Da taucht irgendwann ein Gesicht vor Wides geistigem Auge auf. Ein Mann, den er irgendwo gesehen zu haben glaubt. Und dann sieht er ein Kinderbild, auf dem er diesen ihm unbekannten Mann wiederzuerkennen glaubt. Ich habe schon Probleme damit, Kinder- und Erwachsenenbilder von mir bekannten Personen richtig zuzuordnen, da erscheint mir dieses Szenario ziemlich an den Haaren herbeigezogen.

Nun, wie auch immer, über mehrmaliges richtiges Raten findet Wide schließlich den Täter. Doch wie man es von Edwardson zuweilen kennt, ist der Schluß ziemlich abrupt und es bleiben am Ende wieder viele Fragen offen. Motive werden nur angerissen, und um die nötigen Schlüsse zu ziehen muß man fast ein besserer Rätselrater sein als Edwardsons Protagonist.

Was ich beim Lesen oftmals als sehr störend empfunden habe, sind die langen Dialoge ohne Zwischensätze wie "sagte X" und ohne namentliche Ansprachen, so daß man gelegentlich gar nicht mehr weiß, wer nun gerade spricht und man dann den gesamten Dialog nochmals zurück verfolgen muß. Andererseits kann Edwardson jedoch gut die Gedanken seiner Charaktere vermitteln.

"Geh aus, mein Herz" ist als Krimi sehr schwach, zeigt aber übertrieben deutlich die Probleme eines Landes auf. Ob solch übertriebener Pessimismus notwendig ist, sei dahingestellt, zumindest bezieht Edwardson damit eindeutig Stellung.

Geh aus, mein Herz

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Letzte Kommentare:
10.08.2016 17:30:22
Rolf Graudejus

Mein erster 'Edwardson' war tatsächlich keine Meisterleistung. Sowohl P.K. als auch die meisten Vorredner haben recht: sperrig zu lesen, unglaubwürdige Lösungs-Findung, zu viel Füll-Material (Koch-Rezepte, Wegbeschreibungen und Nennungen von Strassennamen machen locker 50 Seiten aus), viel zu abruptes Ende. Insgesamt habe ich das Gefühl, der Autor hatte aus vertraglichen Gründen eine Deadline zu erfüllen und dann dieses Buch zusammengekleistert (egal, schwedische Krimis verkaufen sich immer).
Nicht empfehlenswert, ich lasse mich trotzdem nicht von weiteren 'Edwardsons' oder Schweden-Krimis abhalten. Besser gehts immer!

20.06.2016 14:47:17
Carolina

Ich bin drangeblieben und es hat sich nicht gelohnt!! Der Autor hat es nicht für notwendig gefunden zu sagen, WARUM der Täter gehandelt hat und was Schlimmes ihn eigentlich passiert ist. Der Schluss war so abrupt, dass ich mich vergewisserte, dass keine letzte Seite fehlte.

Eines ist sicher, nie mehr wieder ein Buch von diesem Autor!

09.06.2013 12:11:35
carrie 33

BIS SEITE 150 bin ich drangeblieben---aber dann musste ich mich verabschieden---sehr zäher erzählstil des autors---es wird nie richtig spannend.glaubt man jetzt geht es los---verfängt es sich wieder in nebenstänge die als seitenfüller dienen aber nicht der geschichte---so kommt man nicht vorran---also bin ich raus---das war der erste und der letzte roman den ich von-- äke edwardson versucht habe zu lesen...aber wie es so ist andere haben einen anderen geschmack und denen gefällt dieser roman evertuell.

14.08.2009 09:50:13
wild Chicken

Tja, ich habe das Buch versucht zu lesen, musste es allerdings wieder zur Seite legen. Mir ist die Geschichte einfach zu wenig ausführlich geschrieben, gerade am Schluss. Er lässt mir zu viele Fragen offen.
Ich habe schon besseres aus Skandinavien gelesen. Ich denke, dass war auch mein letzes Buch von Ake Edwardson.

22.12.2008 20:14:34
Markus

Es bleiben zum Schluß tatsächlich viele Fragen offen, so dass der Eindruck entsteht, die Originalfassung sei länger gewesen und der Lektor habe gekürzt. Das Wiedererkennen einer Zufallsbegegnung auf einem Kinderfoto ist kriminalistisch fragwürdig.
Hervorzuheben ist aber der spannende Schreibstil und die genaue Zeichnung der Hauptfiguren.

27.06.2008 15:47:54
dottie62

Der Thriller ging mir an die Nerven – nicht nur wegen der Brutalität, mit der die Opfer ums Leben kommen. Ake Edwardson lotet Seelenlagen aus, die der Täter, die der Ermittler; er zeigt auf, wie die Vergangenheit Spuren gegraben hat, wie sie einen Menschen beschädigen kann und von einem Moment zu andern das Handeln bestimmt.
Es war das erste Buch von Ake Edwardson, das ich gelesen habe, und es hat mich nicht so begeistert. Die Dialoge waren manchmal verwirrend, und die zwei Handlungsstränge werden erst am Schluss des Buches zusammengeführt.
Ein sehr düsterer Krimi, der nachdenklich macht.

07.01.2008 22:22:42
frolleinvomamt

Was mich ein bisschen gestört hat, waren die krampfigen Dialoge.
Was mich mehr gestört hat, war die schlechte Übersetzung; an einigen Stellen bin ich im Lesefluss aufgehalten worden, weil ich überlegt habe, was im Original wohl gestanden hat, denn in der Übersetzung war es schlicht unverständlich/unlogisch.
Insgesamt hat mir das Buch aber gut gefallen. Wide ist als Charakter durchkonzipiert, der Spannungsbogen wurde gut aufgebaut, und lose Enden habe ich nicht gefunden, außer eben dem skandinavischen Hang zum Pessimismus. (Dass die Neonazis am Ende nicht gefasst werden, ist kein Fehler des Buches, sondern ein Fehler der Realität.)

31.12.2005 12:34:02
Niklas

War mein erstes Edwardson-Buch und ich muss sagen,"Konkurrenz"(Spiegel) macht er Mankell nicht wirklich.Das Motiv und der Zusammenhang mit den rassistischen Anschlägen ist sehr an den Haaren herbeigezogen(da haben die Vorredner recht).Hinzu kommt viel Unnötiges(Kochrezepte etc.)und das Ende kommt zu plötzlich,Erklärungen hätten nicht geschadet.Entgegen allem Negativem gibts auch Positives:Wide(sympathisch) und Spannung(zumindest otegegen Ende).

14.06.2005 23:03:16
Koni

Insgesamt bestimmt ein gutes Buch. Allerdings sind am Schluss zu viele Fragen offen und auch der Schluss selbst... na ja. Und leider ist die Welt in dieser Story zu pessimistisch, wenn auch in den Ansätzen richtig und nennenswert!

27.03.2005 17:29:33
Jan

Das zweite Buch mit Detektiv Jonathan Wide ist wirklich ein sehr gutes. Wunderbar aufgebaut und wieder toll beschriebene Details waren wieder die Markenzeichen...
Trotz allem: Auf Edwardson muß man sich einlassen, sonst funktioniert er nicht. Nachdem ich vor zwei Jahren angefangen habe ihn zu lesen, habe ich nun alle Krimis mit Genuß gelesen und wurde auch nie wirklich enttäuscht...
Freuie mich schon auf den neuen Erik Winter-Krimi "Winterland" im Oktober!

24.03.2005 19:33:13
Sania

Das war mein erstes Buch von Edwardson und ich fand es sehr gut! Wer schon mal in Schweden war, kann sich in die Personen und auch die Landschaft sehr gut einfühlen (auch die Wegbeschreibungen, die mein Vorredener als unwichtig beschreibt, führen einem das schwedische Landschaftsbild deutlich vor Augen!). Sehr gut hat mir die Art und Weise des Erzählens gefallen, und wie die Gedanken der verschiedenen Personen dargestellt werden, spannend, fein und dennoch alltäglich.
Ich habe das Buch nicht mehr aus der Hand legen können!

21.01.2005 20:10:36
aristophanes

"Der Himmel ist leer. Oder noch schlimmer: Der Hass schwebt wie ein struppiger Adler über den Köpfen. Hier öffnet sich die Finsternis des Faschismus. Oder schließt sich. Das ist wahrhaftig nicht übertrieben, Sten."
"Und dagegen kämpfen wir mit unserem idiotischen Gutsein an."
"Ja. Unserer idiotischen Menschlichkeit. Das ist vermutlich das Einzige, was wir haben."
So also unterhalten sich schwedische Polizisten nach einem Stadionbesuch und der Autor möchte ins Feuilleton. Ein bißchen weniger Politpessimismus a la Sverige und ein bißchen mehr Souveränität in der Konstruktion der Handlung hätte dem Roman wohl gutgetan.

16.01.2005 17:30:18
Anna

Mein erster Roman von Ake Edwardson hat mich nicht begeistert.
Teilweise ist das Buch zu langatmig, denn wen interessieren unwichtige Kochrezept- Aufzählungen oder Wegbeschreibungen. Weiterhin finde ich die Schreibweise sehr kompliziert, was viel Konzentration und wenig Entspannung bedarf. Die Ermittlung von Wide ist ganz klever gemacht und verschafft dem Buch die Spannung. Die Verbindung zwischen den Anschlägen auf auslänidische Läden und der eigentlichen Geschichte des Buches finde ich sehr weit hergeholt und überflüssig. Die Charaktere werden meiner Meinung nach nicht besonders klar dargestellt, vieles, was die Personen ausmachen bleibt offen.
Vielleicht überzeugt mich Herr Winter mehr.

18.10.2004 22:14:39
A. Strobach

Hier scheint ein Fehler zu sein, dieses Buch ist das Erste mit Wide (lt. Verlag).
Hier versucht der Autor ein wenig auf Chandlers Spuren zu wandeln, doch ein Marlowe wird Wide nicht.
Aber irgendwie ist die Entwicklung in Richtung Winter trotz aller Unterschiede irgendwie erkennbar. Lesenswert und gut um die Zeit bis zum nächsten Winter zu verkürzen. Aber Coltrane paßt auch hier.

25.09.2004 22:48:20
Hannah

Wer die Krimis um Kommisar Winter als erstes gelesen hat, wird nicht sooo begeistert sein, aber ansonsten ist der Roman auf soliden "Kriminalsteinen" gebaut und durchaus lesenswert, besonders im Vergleich zum ersten Buch um Jonathan Wide