Sherlock Holmes Band 06 - Blutiger Schnee in Bloomsbury Hill
- Titania Medien
- Erschienen: Juli 2026
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Die verzweifelte Suche nach Mrs. Hudsons Cousine.
Mit „Blutiger Schnee in Bloomsbury Hill“ veröffentlicht Titania Medien nun die sechste Hörspieladaption ihrer überaus erfolgreichen „Sherlock Holmes – Die geheimen Fälle des Meisterdetektivs“ Reihe als e-book und als Taschenbuch. Als Vorlage diente hier Hörspiel-Fall 68 mit dem gleichen Titel aus der Feder von Amy Onn nach den Motiven von Sir Arthur Conan Doyle.
Die Handlung ist für einen Sherlock Holmes Fall eher typisch, auch wenn es sich ein wenig so liest, als wenn die Hauptfiguren von einem Schauplatz zum nächsten hetzen, ohne wirklich einen passenden Anhaltspunkt zu bekommen. Alles beginnt so…
Völlig aufgelöst steht eines Wintertages Mrs. Hudson in der Wohnung von Sherlock Holmes und Dr. Watson. Ihre Cousine Margery Mapleton hat vor geraumer Zeit eine Stelle als Haushälterin bei dem berühmten italienischen Archäologen Professor Marconi angenommen. Dieser Professor hat sich für seine Studien in ein abgeschiedenes Haus in der Nähe von Bloomsbury Hill zurückgezogen und ist seit einiger Zeit spurlos verschwunden. In dessen Arbeitszimmer konnte Inspektor Lestrade nach dessen Verschwinden Blutspuren finden und musste auch feststellen, dass mit dem Professor auch noch 8000 Lire verschwunden sind.
Dichter Schneefall und das seltsame Verschwinden eines renommierten Professors
Mrs. Hudson ist völlig verzweifelt, denn nicht nur Professor Marconi ist aus dem ihm von seinem Freund Lord Frederic Thornton anvertrautem Kavaliershaus verschwunden, sondern auch ihre Cousine Margery Mapleton. Während Holmes noch ein wenig herumalbert und anführt, dass Professor Marconi mit Margery vielleicht durchgebrannt sein könnte, verliert Mrs. Hudson die Geduld mit ihm. Watson kann die Wogen noch so gerade glätten und schon bald befinden sich Holmes und Watson in einem neuen und mehr als verwirrendem Fall.
Schon kurz darauf machen sich die beiden Freunde trotz Wind- und Schneegestöber auf den Weg nach Bloomsbury Hill. Neben dem Professor wohnt auch noch dessen Assistent Charles Rossiter im Kavaliershaus, den sie dort auch noch glücklicherweise antreffen. Dieser gibt ihnen auch mehr oder minder bereitwillig Auskunft über Professor Marconi und zeigt ihnen sogar das Zimmer des Professors, welches Holmes und Watson nach Spuren durchforsten möchten.
Bevor Holmes aber seinen analytischen Verstand einschalten kann, erscheint Inspector Lestrade auf der Bildfläche. Da er den Detektiv aber nicht vom Ermitteln abhalten kann, nimmt er dessen Hilfe gerne an. Es ist schon spät geworden, so dass die drei „Ermittler“ die Hauptarbeit auf den nächsten Tag verschieben wollen. In der Nacht wird jedoch der einzig weitere Gast des Hotels überfallen, in dem auch Holmes, Watson und Lestrade untergekommen sind. Dies soll nicht der einzige Einbruch und Überfall in der Umgebung bleiben. Holmes findet einen versteckten Hinweis und erkennt damit schnell ein Muster in den Überfällen. Gemeinsam mit seinen Mitstreitern stellt er den Verbrechern eine Falle – doch liegt er mit seiner Annahme richtig und wird er Professor Marconi und Miss Mapleton noch rechtzeitig finden?
Der nun schon sechste Band der Sherlock Holmes Hörspieladaptionen
Titania Medien ist es mit dieser für sich noch relativ neuen Sparte gelungen, die gut gemachten Hörspielfortsetzungen von Sir Arthur Conan Doyles Meisterdetektiv auch für Menschen zu öffnen, die Geschichten lieber lesen statt hören. Dabei setzen sie hier vor allem auf die eigenen Geschichten, die von Amy Onn (ein nettes Anagramm von Anonym) geschrieben und als Hörspiel veröffentlicht wurden.
Bei „Blutiger Schnee in Bloomsbury Hill“ ist die Hörspielvorlage noch gar nicht so lange her. Diesmal führt kein richtiger Mord den Detektiv und seinen Biographen in einen Fall, sondern das Verschwinden von Mrs. Hudsons Cousine. Dieser Zustand reicht schon, um eine gewaltige Kettenreaktion auszulösen und Holmes und Watson in einen Kriminalfall zu verstricken, der sich über mehrere Länder hinweg zieht. Genau an dieser Stelle liegt für mich in dieser Geschichte auch das Problem. Eigentlich sind die Geschichten von Sherlock Holmes immer gut nachvollziehbar und der „Aha“-Effekt am Ende verrät einem natürlich, dass man auf der falschen oder richtigen Fährte war. Dieses Gefühl hatte ich in dieser Geschichte nicht so wirklich.
Wie ich oben schon erwähnte, fühlt es sich ein wenig so an, als wenn die Figuren bei bitterster Kälte nur von einem Schauplatz zum nächsten hetzen und Holmes die ganze Zeit schon die Lösung in der Tasche hat. Dazu noch diese eher lächerliche Verschwörungsszene im Keller, bei der sich die Bösewichte völlig unglaubwürdig und ungeschickt angestellt haben. Das ist mir im Hörspiel so gar nicht aufgefallen.
Dennoch ist diese Geschichte ein relativ interessanter Kriminalfall, der durch seine vielen verschachtelten Handlungsstränge gar nicht so leicht zu durchschauen ist. Leider ist es aber mal wieder so, wie der gute Inspector Lestrade im Hörspiel sagt – Holmes hatte den Fall schon zu Beginn gelöst und allen anderen danach nur den Weg gezeigt.
Fazit
Der sechste Teil ist eher eine der schwächeren Geschichten der „geheimen Fälle des Meisterdetektivs“. Dennoch ist die Geschichte gut zu lesen und auch das Ende schlüssig. Für mich ist die Buchreihe eine schöne Ergänzung oder eine passende Alternative zur gleichnamigen Hörspielreihe von Titania Medien.

Amy Onn, Sir Arthur Conan Doyle, Titania Medien
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