Weißer Rausch (Die Lappland-Trilogie 1)

  • Droemer
  • Erschienen: Oktober 2026
  • 17
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Monika Wenger
80°1001

Krimi-Couch Rezension vonNov 2026

Weiß und eiskalt ist nicht nur Lapplands Winter.

„Weißer Rausch“ ist der erste Teil der Lappland-Trilogie von Anu Ojala. Darin ermitteln die Kriminalkommissarin Ronja Jentzsch und ihre Kollegen grenzüberschreitend in der finnisch-schwedischen Stadt Tornio-Haparanda. Im Privatleben kämpft Ronja mit allen Mitteln gegen die Einweisung ihrer demenzkranken Mutter in ein Pflegeheim und gerät dabei an ihre Grenzen. Zur gleichen Zeit häufen sich in ihrem Zuständigkeitsbereich die Todesfälle, die auf den Konsum einer ungewöhnlichen Droge zurückzuführen sind.

Zwischen zwei Fronten

Der Gesundheitszustand der Mutter macht Ronjas ohnehin schon schwieriges Leben noch komplizierter. Die Arbeit häuft sich, denn im Umfeld des Drogenhandels geschehen brutale Morde, die niemanden kalt lassen. Die Hinweise sind dürftig und immer wieder geraten die Ermittler in eine Sackgasse. Es ist eine zermürbende Arbeit. Was sie antreibt ist der unbedingte Wille, die Verbreitung der Drogen zu unterbinden und die Morde aufzuklären. Gerade als sich erste Erfolge einstellen, taucht der Staatsschutz auf und übernimmt die weiteren Nachforschungen. Eine frustrierende Situation für alle Beteiligten. In den Fokus der Ermittler gerät auch der Zollbeamte Kristian Maninnen. Doch ausgerechnet er liefert den Ermittlern eine vielversprechende Spur.

Realitätsnah und bedrückend

Der erste Band der Lappland-Trilogie ist ein packender Thriller, der schonungslos die harte Welt der Drogenabhängigen und die Gier der Dealer offenlegt. Innerhalb dieser Rahmenhandlung greift Anu Ojala außerdem die Themen häusliche Gewalt, Kindeswohl und Demenz auf. Alles zusammen ergibt eine bedrückende Geschichte. Dazwischen setzt die Autorin immer wieder kleine, warmherzige Szenen ein, die besänftigen. Nichtsdestotrotz beschreibt sie die brutale Realität in klaren Worten und mit bildhaften Szenen. Einzelne Figuren werden jedoch nicht vertieft behandelt. So etwa Kristian Maninnens gewalttätige Frau und die Hintergründe dafür. Oder die junge Emma, die für ihren Blog per Moped unterwegs ist und Polizeieinsätze filmt. Die Hauptfigur Ronja Jentzsch hingegen wirkt sympathisch und vermittelt Nähe.

Der Auftakt der neuen Reihe ist definitiv gelungen. Die Mischung aus nervenaufreibender Spannung und zwischenmenschlichem Alltag passt.

Fazit

Anu Ojala ist es mit ihrem Thriller gelungen, die harte Drogenrealität und den Polizeialltag treffend einzufangen. Aber die sehr detailliert beschriebenen Szenen und die Folgen für die Beteiligten sind schwer auszuhalten. Gerade wegen seiner Realitätsnähe und seiner sympathischen Hauptfigur ist es ein überzeugendes Buch.

Weißer Rausch (Die Lappland-Trilogie 1)

Anu Ojala, Droemer

Weißer Rausch (Die Lappland-Trilogie 1)

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