Tainted Love
- Pfaueninsel
- Erschienen: März 2026
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Die entschleunigte Nostalgie der 80er-Jahre und ein Kriminalfall.
Es ist heiss in diesem Sommer 1986. Der Wasserstand des kleinen Sees ist niedrig und nur deshalb taucht die Karosserie eines Sportwagens aus dem Wasser auf. Zwei Teenager melden den ungewöhnlichen Fund. Der Wagen muss sehr lange im See gelegen haben. Wahrscheinlich wurde er einfach entsorgt. Erst nach der Bergung des Fahrzeugs ergeben sich Anhaltspunkte, doch niemand geht von einem Verbrechen aus.
Keine Ruhe
Christine Lehmann übt ihren Beruf als Journalistin mit Leidenschaft aus. Sie ist interessiert und neugierig. Als sie von dem aussergewöhnlichen Fund im Waldsee hört, ist ihre Neugier geweckt. Mit Hilfe ihres Freundes Martin Ritter trägt sie Informationen zusammen. Die Polizei findet heraus, dass es sich bei dem Fahrzeug um einen Mercedes 300 SL handelt, der einer seit langem vermissten Holländerin gehört. Die Frau war zu Beginn der sechziger Jahre in der Gegend spurlos verschwunden. Da seitdem Jahre vergangen sind, ohne dass es Anhaltspunkte zu ihrem Verschwinden gab, untersucht die Polizei den Fall nicht weiter. Christine jedoch lässt der Vorfall keine Ruhe und sie forscht weiter. Je mehr Hinweise sie findet, desto grösser wird die Gefahr, denn sie stösst auf Anzeichen eines weiteren Vermisstenfalls.
Ungewohnt
In diesem Roman erlebt das Jahr 1986 ein Revival. Es werden viele Ereignisse aufgegriffen. Dazu gehören die Challenger-Katastrophe, Tschernobyl und die Anschläge der RAF, um nur einige zu nennen. Vincent Tal holt sie aus der Vergangenheit in die Gegenwart. Das gelingt ihm sehr realitätsnah. Dennoch bleibt er sachlich und legt den Fokus ganz klar auf die Handlung. Allerdings ist es kein Krimi, wie man ihn erwarten würde. Die Geschichte plätschert lange Zeit dahin, sodass man sich fragt, wo der eigentliche Kriminalfall steckt. Aber Tal lässt sich Zeit und beschreibt ausführlich das Leben in dieser Grenzregion, die Hitze des Sommers und die Beziehung der Hauptfiguren. Doch unterschwellig lauert das Ungewisse und wenn man es dann fast gar nicht mehr erwartet, nimmt plötzlich die Spannung zu und das Tempo steigt.
Fazit
Der Roman lebt vor allem von seiner Atmosphäre der 80er-Jahre und weniger von dem Kriminalfall. Wer rasante Verfolgungsjagden und blutrünstige Handlungen erwartet, wird hier nicht fündig. Vielleicht ist es aber gerade diese Trägheit, diese von der Sommerhitze beeinflusste Langsamkeit, die eine ganz andere Art der Unterhaltung bietet. Auf jeden Fall ist es Vincent Tal gelungen, viele Ereignisse dieser Zeit aufleben zu lassen und dabei hintergründig Spannung aufzubauen.

Vincent Tal, Pfaueninsel

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