Die Bibliothek
- Blanvalet
- Erschienen: August 2026
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Für das Herzstück einer Ideologie über Leichen gehen.
Die Paläografin Dr. Anya Brown ist noch sehr jung. Dennoch ist es ihr im Rahmen ihrer Doktorarbeit gelungen, die Fachwelt zu begeistern. Aufgrund ihrer außerordentlichen Fähigkeiten wird sie umworben und gerät dabei zwischen die Fronten zweier rivalisierender Frauenverbände.
Alte Manuskripte und ein Sticktuch
Anya Brown erhält ein fantastisches Stellenangebot vom Institut für Manuskriptstudien in St. Andrews, Schottland. Sie soll Zugang zu einer aussergewöhnlichen privaten Manuskriptsammlung erhalten und die Dokumente entschlüsseln. Dass ihre Vorgängerinnen im Institut auf mysteriöse Weise verschwunden sind, lässt Anya keine Ruhe. Sie beginnt mit ihren eigenen Nachforschungen.
Währenddessen wird bei Scotland Yard in der Abteilung Kunst- und Antiquitätenkriminalität der Abschied von Detective Sergeant Lilian Shapiro gefeiert. An ihrem letzten Arbeitstag will sie ihrer Kollegin Clio unbedingt noch etwas mit auf den Weg geben, das sie seit einiger Zeit beschäftigt. Es geht um zwei sehr mächtige, geheime Frauengruppen, die sich bekämpfen. Und die ein grosses Interesse an einem alten Sticktuch zeigen. Sie ist überzeugt, dass eine dieser Gruppierungen für einen Mord verantwortlich ist. Am nächsten Tag ist Lillian tot. Clio ist fassungslos. Sie will Lilians Hinweisen nachgehen und kreuzt dabei auch Anyas Weg.
Ohne Tiefe
Die Grundidee dieses Romans ist interessant. Ein Manuskript soll den Weg zum geheimnisvollen „Buch der Wunder“ weisen. Doch Gilly Macmillan hat sich zu viel vorgenommen. Was das Buch so besonders macht, wird nicht im Detail geklärt. Was hingegen sehr gut zur Geltung kommt, sind die unterschiedlichen Machtgelüste und die Intrigen. Man ist bereit, dafür über Leichen zu gehen.
Die Autorin wechselt immer wieder die Perspektive und lässt unterschiedliche Figuren aus ihrer Sicht erzählen. Trotzdem harmonieren die vielen Handlungsstränge nicht miteinander, wodurch die Geschichte oberflächlich bleibt. Das liegt auch daran, dass Clios Ermittlungen nicht im Mittelpunkt stehen. Im Zentrum steht Anya und ihr Abenteuer auf dem Weg zu den besonderen Manuskripten. So reihen sich die Ereignisse aneinander, ohne dass sie sich zu einer wirklichen Geschichte verbinden.
Fazit
Die unterschiedlichen Erzählstränge dieses Romans sind jeder für sich interessant. Da sie sich nicht miteinander verbinden, entsteht jedoch der Eindruck von mehreren Geschichten. Die Erzählung von alten Manuskripten, Bibliotheken und einer Reise nach Italien ist deshalb eher ein historischer Kriminalroman und kein Thriller im herkömmlichen Sinn.

Gilly Macmillan, Blanvalet

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