Das kalte Moor
- Atrium
- Erschienen: Februar 2026
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Relativ lange Anlaufphase und ein überraschender Schluss.
Seit 30 Jahren kann Polizeichef Wiking Stormberg den Verlust seiner Frau nicht verwinden. Im August 1990 brach sie mit Tochter Elin zum Beerensammeln auf und verschwand. Der Säugling wurde von Stichen übersät gefunden, doch von Helena nahm man an, dass sie im Moor untergegangen sei, denn ihr Leichnam blieb unauffindbar. Jetzt, mitten in der Pandemie 2020, bekommt Wikings Sohn eine kryptische Warnung zugeschickt – scheinbar von Helena geschrieben und mit dem ihr typischen Stern unterzeichnet. Für Wiking beginnt ein Albtraum: er ist schwer erkrankt und muss sich nun noch fragen, wer hinter diesem Brief steckt, was die Arbeit von Sohn Markus auf dem abgeriegelten Testgelände damit zu tun hat und ob seine Familie bedroht wird.
Liza Marklund schöpft aus dem Vollen
Der zweite Teil der Polar-Trilogie entführt uns in die Welt des Kalten Krieges, als sich die Mächte bespitzelten und bedrohten. Doch das wird erst nach einer langen Anlaufphase klar, in der sich Wiking unentwegt fragt, wer hinter dem Brief, dem noch ein zweiter folgt, steckt. In seinem Unterbewusstsein wird die schon lange existierende Frage, ob Helena vielleicht noch lebt, ihr Tod nur vorgetäuscht war, immer lauter. Marklund verknüpft in Rückblicken die Vergangenheit mit dem Jahr 2020 und das so raffiniert, dass man lange gar nicht glauben kann, was sich da auftut. Nach diesem etwas langwierigen Beginn, ist klar, was damals geschah und die Frage, was nun passieren wird, dominiert das Geschehen. Das produziert wesentlich mehr Spannung als der Krimi bis dahin bereithielt. Und der Schluss ist dann noch einmal mehr packend, denn er war so wirklich nicht zu erwarten.
Ein düsterer Nordic-Noir, wie aus dem Lehrbuch
Marklund hat es wieder einmal geschafft, einen ruhigen Krimi abzuliefern, der so dunkel ist, wie man es von einem Nordic-Noir nur erhoffen kann. Obwohl das Geschehen hauptsächlich im Sommer spielt, ist die Grundstimme düster. Die Bedrohung von mehr als einer Seite lässt kaum Freude im Plot aufkommen und die Entwicklung des Geschehens nimmt auch einen Verlauf in dunkle Zeiten. Dabei sind die Charaktere der Träger des Ganzen. Wiking liebt seine Frau noch immer, doch sie ist fort und was sich jetzt zusammenbraut, verbraucht seine ganze Energie. Seine Kinder werden auf ganz andere Weise gefordert und in das Geschehen eingebunden. Man trifft auf Bekannte aus dem ersten Teil der Trilogie, die auch hier wieder eine Rolle spielen. Und dann ist da noch die verschwundene Helena, der wohl komplizierteste Charakter dieses Buches. Ohne zu viel verraten zu wollen, kann man sagen, dass sie lange auf zwei Seiten stand und ihr wahres Ich verleugnen musste. Mit ihr lebt die wirklich dunkle Zeit des Kalten Krieges, mit der Bedrohung, der Spionage und den allgegenwärtigen Bespitzelungen wieder auf. Selbst wer diese Zeit nicht selbst erlebt hat, kann sich aufgrund Marklunds eindringlichen Schilderungen einen guten Eindruck davon machen.
Fazit
Ein Nordic-Noir, wie er sein sollte! Ruhig erzählt, mit ansteigender Spannung, einem düsteren Grundton und einem unglaublichen Ende. Liza Marklund versetzt uns mit „Das dunkle Moor“ in eine wirklich dunkle Phase der Geschichte, die noch immer Einfluss auf die Gegenwart hat. Man kann schon gespannt sein, wer im letzten Teil der Polar-Trilogie im Mittelpunkt stehen und was vor allem dann im hohen Norden passieren wird.

Liza Marklund, Atrium



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