Tod auf Hohenzollern
- Emons
- Erschienen: März 2026
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Mord hinter historischen Mauern.
In der Kapelle der Burg Hohenzollern wird ein Wachmann mit einer blutenden Kopfwunde tot aufgefunden. Entdeckt hat ihn Wolfgang Kramer, Schlossmeister auf der Burg, bei seinem täglichen Rundgang. Das gesamte Personal der Burg kennt sich, Wolfgang und der Tote, Sebastian, waren Schulkameraden und Kartenspielfreunde, zudem war der Tote Taufpate von Wolfgangs Tochter Hannah, die im Burgcafé arbeitet. Die herbeigerufene Polizei sieht keine Zeichen für ein Verbrechen und hält es für einen Unfall, doch Wolfgang ist misstrauischer.
In der Woche zuvor war ein weiterer Kamerad aus ihrer Gruppe verstorben und Wolfgang findet, dass das kein Zufall sein kann. Er beginnt zu ermitteln, obwohl ihm niemand glaubt, dabei zieht er seine Tochter Hannah in seine Recherchen hinein. Als Wolfgang dann auch noch eine seltsame Reparatur an einem historischen Glasbild entdeckt und zudem Hannahs Freundin Clara spurlos verschwunden ist, wird Wolfgang klar, dass sein Verdacht nicht nur Spinnerei ist.
Kein historischer Krimi
Obwohl es der Titel vermuten lassen könnte, handelt es sich bei „Tod auf Hohenzollern“ nicht um einen historischen Kriminalroman, sondern um einen Krimi, der heutzutage spielt und die historische Burg bei Sigmaringen nur als Kulisse für einen Mordfall dient. Yvette Eckstein hat nach ihrer bislang dreiteiligen Reihe um Kommissar Kranzfelder aus der Oberpfalz nun einen Einzelroman vorgelegt, in dem die altehrwürdige Burg tatsächlich eine wichtige Rolle spielt.
Da Wolfgang auf der Burg als Schlossmeister, eine Art Hausmeister, arbeitet, hat er auch die Schlüsselgewalt und dadurch jederzeit Zugang zu allen Räumen. So schleicht er durch die Räume der Burg und sucht zunächst in der Kapelle nach Hinweisen für seinen Verdacht. Verdächtig sind für ihn aber auch die Mitgenossen des gemeinsamen Stammtisches, dem er und das Opfer angehören. So sucht er die Kollegen nach und nach auf, zumal in der Woche zuvor bereits ein weiteres Mitglied ihrer Gemeinschaft verstorben ist. Hier erfährt Wolfgang, dass nicht alles immer so eitel Sonnenschein war, wie es schien, aber ob darunter ein Mordmotiv zu finden ist?
Familiäre Atmosphäre
Wolfgang ist ein Ermittler mittleren Alters, dem seine Tochter Hannah zur Seite steht. Die zwanzigjährige Hannah will in Kürze mit ihrer Schwester eine WG gründen und das heimische Nest verlassen. Auf der Burg will sie sich ein paar Euros dazuverdienen.
Als Fürst Karl Friedrich sein Kommen ankündigt, muss Wolfgang noch einiges auf Vordermann bringen, zumal ihnen der Schlossmanager Bachmeier im Nacken sitzt. Der ist um den guten Ruf der Burg besorgt und versteht leider keinen Spaß.
Von Anfang an hat man das Gefühl, dass auf der Burg - und drumherum - eher eine familiäre Atmosphäre herrscht, in der jeder jeden kennt; jedoch vielleicht nicht ganz so gut wie ursprünglich gedacht. Daher überrascht es nicht, dass auch Wolfgangs Familie in dem Roman Raum einnimmt, was gerade durch seine Schwiegermutter Marlies, mit ihrem schwäbischen Dialekt, für viel Lokalkolorit sorgt.
Viele mögliche Verdächtige
Dennoch plätschert der Roman gerade am Anfang vor sich hin. Der Verdacht, dass Sebastian nicht Opfer eines Unfalls wurde, sondern dass mehr dahinterstecken könnte, kommt irgendwie aus dem Nichts und wirkt daher nicht ganz schlüssig. Dass Wolfgang damit jedoch richtig liegen soll, ergibt sich erst nach und nach. Auch nimmt Wolfgangs Familie eine recht große Rolle ein, obwohl dies mit dem Fall nicht viel zu tun hat, sie muss aber wohl für das bereits erwähnte schwäbische Flair herhalten.
Erst ab der Hälfte wird der Fall dann doch noch spannend und nimmt an Tempo zu. Nach und nach erhellt sich der Nebel, der auf dem Cover des Buches sehr schön die Burg verdeckt; und durch das Verschwinden Claras kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu, bei dem man rätselt, ob er überhaupt mit dem vermeintlichen Mordfall zusammenhängt. Immerhin gelingt es der Autorin, hin und wieder Teile der Geschichte der Burg mit einzuflechten, die dem geneigten Leser noch ein wenig Wissen vermitteln.
Fazit
Der Krimi „Tod auf Hohenzollern“ bietet solide Unterhaltung, braucht aber etwas, bis er in Fahrt kommt. Auch sind die Handlungen nicht immer rational erklärbar und die Dialoge doch sehr modern gehalten. Dennoch vergehen die 230 Seiten aus dem Emons Verlag schnell und man hat etwas über die Burg Hohenzollern erfahren, was vielleicht die Neugier weckt, selbst einmal das altehrwürdige Gemäuer zu besuchen.

Yvette Eckstein, Emons

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