Kaltes Versprechen (Ein Fall für Krølle und Rebekka Just 1)
- Aufbau - Taschenbuch
- Erschienen: Juli 2026
- 7


Die Mischung aus harter Realität, raffinierter Handlung und dosiertem Humor passt.
Der Auftakt der neuen Thrillerserie mit den Ermittlern Rebekka Just und Krølle verspricht Spannung und hält, was er verspricht. Zu dem ungleichen Paar gesellt sich eine weitere Polizistin und Rechercheexpertin aus dem BKA Berlin, Lone Geising. So ungewöhnlich wie ihre Ermittlungsansätze sind, so gegensätzlich sind auch ihre Charaktere.
Ein mysteriöser Sturz
Rebekka Just ist vom BKA Berlin zum LKA Hamburg gewechselt. Dem Wechsel vorausgegangen war ein sexistischer Vorfall einer Berliner Kollegin, der kleingeredet wurde. Rebekkas Unterstützung kam nicht gut an. Ein Ortswechsel war deshalb unvermeidlich. Kaum ist sie in Hamburg angekommen, wird die Kriminalpsychologin Hannah Jakob tot aufgefunden. Sie war nicht nur eine Kollegin, sondern auch eine geschätzte und versierte Dozentin. Nun ist sie in ihrem eigenen Haus die Treppe hinuntergestürzt und gestorben. Auf den ersten Blick sieht alles nach einem tragischen Unglücksfall aus. Noch laufen die rechtsmedizinischen Analysen, doch Rebekka erhält bereits einen ersten Hinweis, der darauf hindeutet, dass es sich möglicherweise doch nicht um einen Unfall gehandelt hat.
Eigenwillige Charaktere und ein langsamer Start
Was diesen Thriller auszeichnet, sind die völlig unterschiedlichen Figuren, die sich bei den Ermittlungen jedoch überraschend gut ergänzen. Katharina Peters hat sich dafür eine taffe und regeltreue Polizistin ausgedacht. Unterstützt wird diese von einem zwielichtigen Geheimdienstagenten und einer Rechercheexpertin. Besonders gut gelungen sind die Beschreibungen der verschiedenen Arbeitsweisen. Krølle agiert im Hintergrund und ist nur sich selbst verpflichtet. Sein Handeln wirft öfter Fragen auf, auch weil er zu Gewaltausbrüchen neigt. Im Gegensatz dazu versuchen die beiden Polizistinnen gesetzeskonform zu handeln. Katharina Peters macht durch sie deutlich, wie schmal der Grat zwischen Recht und Unrecht sein kann. Und der gezielt eingesetzte Humor sorgt für eine gewisse Leichtigkeit.
„[…] Doch ihm war klar, dass selbst ein Typ wie Schmied, der sich beim Verteilen der Intelligenz mit einer homöopathischen Dosis begnügt hatte, einen Zusammenhang herstellen würde […]“
Die Autorin wechselt häufig die Perspektiven zwischen den Hauptfiguren. Dadurch werden ihr Denken und ihre Beweggründe sehr gut erkennbar. Dies ist einerseits ein Vorteil, andererseits wiederholen sich einzelne Beschreibungen mehrfach und verlangsamen den Handlungsfortschritt. Später nutzt Peters dann zusätzliche Sichtweisen weiterer Personen, die für Abwechslung und mehr Spannung sorgen. Die Vorgeschichte und das Verweben der Handlungsstränge kosten Zeit. Die Auflösung hingegen kommt unerwartet rasch.
Zu Beginn ermitteln Rebekka, Lone und Krølle einzeln und müssen sich erst als Team finden. Diese Herausforderung meistern sie in diesem Fall mit Bravour, und man darf gespannt sein, wie sie in Zukunft weiter zusammenarbeiten.
Fazit
«Kaltes Versprechen» von Katharina Peters ist ein vielsprechender Serienauftakt. Die eigenwilligen Charaktere und der raffinierte Plot überzeugen, trotz kleiner Tempoeinbussen zu Beginn.

Katharina Peters, Aufbau - Taschenbuch

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