Verschworen
- Kiepenheuer & Witsch
- Erschienen: September 2025
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Spannende Ermittlungen mit enttäuschendem Ausgang.
Elma ist zurück aus der Babypause. Und gleich am ersten Tag muss sie zu einem grausigen Tatort: In einem Ferienhaus liegt ein brutal erstochener Mann, an der Wand über ihm ein Zitat aus einem Kirchenlied. Es gibt Hinweise, dass dieser Mord mit einem tragischen Fall aus der Vergangenheit zusammenhängt, was die Ermittlungen nicht gerade erleichtert. Doch das Team aus Akranes gibt alles, auch wenn es emotional wird, was gerade Chef Hörður ziemlich mitnimmt, der noch mit der Trauer um seine verstorbene Frau zu kämpfen hat.
Rückkehr zu alter Stärke
Mit „Verschworen“ setzt Eva Björg Ægisdóttir die „Mörderische-Island“-Serie rund um Ermittlerin Elma fort. Und anders als im Vorgängerband, ist jetzt wieder von Anfang an Spannung garantiert. Die Verbindung in die Vergangenheit ist erst nur sehr vage, wird aber im Laufe der Ermittlungen immer konkreter. Die Frage, was damals im Jugendcamp wirklich geschah, zieht sich durch das ganze Buch. Hinzu kommt die Suche nach einer Frau, die es extrem gut versteht, unentdeckt zu bleiben. In diesem Zusammenhang lässt die Autorin Rückblicke in die Zeit kurz vor dem Mord zu, die das Geschehen noch packender machen. Es ist wirklich sehr erfreulich, dass Eva Björg Ægisdóttir nach den etwas schwächeren dritten und vierten Bänden der Serie zu alter Stärke zurückgefunden hat.
Privates im Hintergrund
Das Leben geht weiter – auch für die Mitglieder der Kriminalpolizei von Akranes. Während sich Elma und Sævar über Töchterchen Adda freuen, tut sich Hörður schwer, den Tod seiner Frau zu verkraften. Das macht die Ermittler wieder einmal sehr menschlich. Doch das Private spielt sich im Hintergrund ab und dient nur als Ergänzung. Im Vordergrund stehen die Ermittlungen und die Probleme, die mit diesen einher gehen.
Das Ende enttäuscht
Während im Vorgängerband „Verlassen“ der Plot eher langatmig war und erst zum Schluss hin Fahrt aufnahm, ist es in „Verschworen“ gerade umgekehrt. Die Ermittlungen sind packend, immer mehr kommt ans Licht, was nicht so richtig zusammenpasst. Die Verbindung in die Vergangenheit verdichtet sich immer mehr und man ist wirklich gespannt, wie alles zusammenhängt. Doch die Auflösung enttäuscht. Hier hätte sich Eva Björg Ægisdóttir etwas mehr einfallen lassen können. Ziemlich plötzlich ist für Elma & Co. alles offensichtlich, nur die Leserschaft fragt sich noch so einiges. Warum alles ausgerechnet jetzt passiert, ist nur eine Frage, die nicht plausibel beantwortet wird. Und so bleibt leider doch ein bisschen ein fader Nachgeschmack, trotz spannendem Plot.
Fazit
Ein spannender Plot mit einem vielleicht für einige enttäuschenden Ergebnis erwartet die Leserschaft in „Verschworen“, dem 5. Band der „Mörderische-Island“-Serie. Aber es geht weiter mit Elma und ihren Kollegen und uns bleibt die Hoffnung auf eine packende Fortsetzung, in der dann wirklich alles passt.

Eva Björg Ægisdóttir, Kiepenheuer & Witsch

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