Geliebte Schwester - Dein Leben sollte meins sein
- Penguin
- Erschienen: April 2026
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Harmloser Wohnungstausch mit Folgen.
Tasha und ihr Mann Aaron sind Eltern von Zwillingen, weshalb ihre Zeit als Paar sehr knapp bemessen ist. Das Angebot einer Auszeit wird daher dankbar angenommen. Sie reisen nach Venedig, wo Tashas Schwester Alice und ihr Ehemann Kyle eine Wohnung besitzen. Doch ein tragisches Ereignis macht ihre Rückkehr nach England nötig.
Folgenschwerer Haustausch
Tasha und ihre ältere Schwester Alice führen ganz unterschiedliche Leben. Während Tasha als Hausfrau und Mutter meist glücklich ist, arbeitet Alice als Biochemikerin und führt ein finanziell unabhängiges und angenehmes Leben. Ihr Vorschlag, auf die Zwillinge aufzupassen, damit Tasha und Aaron ein paar gemeinsame Tage verbringen können, klingt vielversprechend. Doch das Gefühl der Unbeschwertheit währt nur kurz. Kaum in Venedig angekommen, fühlt Tasha sich beobachtet. Ein Unbekannter verfolgt sie durch die engen Gassen der Serenissima. Der Ausflug in die Lagunenstadt endet jäh: Alice und Kyle werden in Tashas Haus überfallen. Kyles Kopfverletzungen sind tödlich.
Viele Wendungen
Der Thriller «Geliebte Schwester» von Claire Douglas lebt von seinen vielen Wendungen und irreführenden Spuren. Was als harmloser Wohnungstausch beginnt, entpuppt sich als unheimlicher Krimi. Es sind die unausgesprochenen Familiengeheimnisse, die langsam an die Oberfläche drängen und sich nicht mehr zurückhalten lassen. Die wechselnden Perspektiven beleuchten die Details. Allerdings lässt sich die Autorin dabei Zeit. Das macht die Geschichte interessant und spannend. Irritierend sind hingegen die zahlreichen Fährten, die ins Leere laufen und nicht zu Ende erzählt werden. Dadurch verliert die Geschichte immer wieder an Tempo. Dennoch bleibt die Dramatik bestehen, denn mit jedem gelüfteten Geheimnis schwindet das Vertrauen und alte Wunden brechen erneut auf.
Die Erzählung lebt unter anderem von den unterschiedlichen Sichtweisen. Den Hauptteil bestreitet Tasha als Ich-Erzählerin. Daneben erzählen Alice, Jeanette und Bonnie von den Ereignissen. Allerdings wirken die Figuren distanziert und ihr Handeln bleibt teilweise rätselhaft. Auch wenn die Handlung in diesem Buch nicht einem temporeichen Thriller entspricht, ist für Spannung gesorgt.
Fazit
In Claire Douglas’ Geschichte geht es um einen grossen Verlust innerhalb einer Familie und das nachfolgende Schweigen. Dabei ist es der Autorin wichtig, darauf hinzuweisen, dass Geheimnisse nicht immer aus Bosheit entstehen, sondern aus dem Drang zu schützen. Vor allem in Familienangelegenheiten. Vor diesem Hintergrund ist es eine interessante und leicht lesbare Lektüre mit psychologischen Ansätzen.

Claire Douglas, Penguin

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