Sherlock Holmes Band 03 - Der verschwundene Grafensohn
- Titania Medien
- Erschienen: Oktober 2025
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Wer hat den jungen Henry entführt?
An einem verregneten Tag in der Zeit von Doktor Watsons „grauer Phase“ kann nichts seine Laune erhellen. Weder die kleinen Scherze seines Freundes Sherlock Holmes, noch seine Lieblingskekse. Diese wurden natürlich von Mrs. Hudson wieder selbst gebacken, sind aber auch nur ein kleiner Trost gegen den Schmerz des Dahinscheidens seiner Frau.
Als Mrs. Hudson aber einen Brief aus Wien präsentiert, ändert sich das ganze Schlagartig. Graf Friedrich Schönburg bittet den Meisterdetektiv um Hilfe. Sein Sohn ist entführt worden und es fehlt jede Spur von ihm. Wie konnte das geschehen und warum hatte man davon noch nichts in den Zeitungen gelesen? Holmes und Watson beschließen kurzerhand nach Wien zu fahren, um den Fall zu lösen.
Der seltsame Entführungsfall beim Wiener Adel
Auf dem Anwesen des Grafen angekommen lassen sich Holmes und Watson zuerst einmal berichten, was geschehen ist. Das Kindermädchen hat im eingezäunten Garten mit Henry, dem nun verschwundenen Jungen, gespielt; nachdem sie ein neues Spielzeug aus dem Haus geholt hatte, war der Junge plötzlich verschwunden.
Verdächtige für die Kindesentführung gibt es einige. Das Kindermädchen war es aber definitiv nicht, da sie über jeden Zweifel erhaben ist und auch nicht fahrlässig gehandelt hat. In der Verwandtschaft des Grafen gibt es aber mit dem Sohn seiner Cousine Maria Josefa ein schwarzes Schaf, welches möglicherweise hinter dieser Entführung stecken könnte. Karl Victor wäre nämlich der Erbe, wenn Henry nicht geboren worden wäre.
Schnell wird der Plan gefasst, dass Sherlock Holmes und Watson, der in der Verkleidung als ein entfernter Verwandter aus England auftritt, mit seinem besten Freund endlich einmal die Verwandtschaft auf dem Festland besuchen möchte. Bevor es aber so weit kommen kann, erhalten die beiden Freunde vom Kindermädchen noch einen anderen möglichen Hinweis. Henry hat gerne mit dem Sohn des Aufsehers der nahen Lagerhäuser gespielt, was der Graf natürlich nicht weiß. Doch wer ist nun der wahre Täter, da es erneut mehrere Verdächtige gibt?
Neue Fälle aus den Geheimarchiven des Meisterdetektivs
Mit „Der verschwundene Grafensohn“ veröffentlicht Titania Medien nun schon den dritten Band mit einer Buchadaption der überaus beliebten Hörspielreihe „Sherlock Holmes – Die geheimen Fälle des Meisterdetektivs“. Hierbei handelt es sich um einen besonders wichtigen Fall, da die Zeit drängt. Nicht nur muss der Junge wiedergefunden werden, auch müssen die vermeintlichen Erben sowie die Presse noch für einige Zeit hinters Licht geführt werden, da es sonst zu einem Skandal beim Wiener Adel kommen könnte.
Dabei handelt es ich bei der Geschichte nicht nur um eine komplette Kopie der Hörspielerzählung von Amy Onn. Für das Buch beziehungsweise E-Book wurden noch einige weitere wichtige Aspekte in den einzelnen Kapiteln hinzugefügt, welche die ganze Handlung ein wenig runder und geschmeidiger erscheinen lassen. Namen wurden verändert und auch das Ende wurde angepasst, so dass es nicht zu diesem überhasteten Finale wie im Hörspiel kommt. Im Buch hatten die Macher deutlich mehr Zeit für die Erzählung.
Mir persönlich gefällt dieser neue Versuch von Titania Medien ausgesprochen gut. Mit den Romanen kann man nun eine ganz andere Zielgruppe ansprechen und selbst die Personen, die die Hörspiele schon kennen, werden durch die leicht veränderte und erweiterte Erzählung auf ihre Kosten kommen. Interessant wird es an der Stelle, wenn man sich das Hörspiel parallel mit dem Lesen des Buches anhört, da man dann wirklich genau die Stellen herausfinden kann, die geändert wurden.
Fazit
„Der verschwundene Grafensohn“ ist eine facettenreiche Erzählung mit mehreren Verdächtigen. Jeder kann, keiner muss es zwangsläufig gewesen sein. So entwickelte Amy Onn daraus ein klug durchdachtes „Whodunit“ mit Sherlock Holmes und Doktor Watson in der Hauptrolle.

Amy Onn, Sir Arthur Conan Doyle, Titania Medien
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