Eisblau
- HarperCollins
- Erschienen: Juli 2025
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Wenigstens der Anfang war spannend.
Die Serie rund um Sarah Fuchs spielt in Finnland. Zu diesem Land hat Autor Tobias Quast mehr als eine Beziehung – seine Frau ist Finnin, sie wohnen in Helsinki und er liebt Salmiakki, Saunabier und Kaffee. Nach „Weißglut“ (2024) wird Sarah nun schon zum zweiten Mal mit einem Mord konfrontiert. Was bei dieser Frau nichts anderes bedeutet, als dass sie Ermittlungen auf eigene Faust anstellt.
Der letzte Tango
Sarah Fuchs reist zum bekannten Tango-Festival nach Tampere. Den ersten Tanz genießt sie mit Arrtu, bis dieser tot zusammenbricht. Seine letzten Worte sind: „Der … der Mann auf dem See“. Sarah wäre nicht Sarah, wenn sie das so stehen lassen würde. Sie macht sich auf die Suche nach der Bedeutung dieses kryptischen Satzes und ist sich bald sicher, dass Arrtu keines natürlichen Todes starb. Doch die Polizei verweigert jede Ermittlung. Sarah bleibt nichts anderes übrig, als selbst nachzuforschen und bringt sich damit in große Gefahr.
Ein spannungsarmer Krimi
Man muss sagen, Tobias Quast hat den Anfang richtig gut hinbekommen. Der Mann auf dem Eis, der plötzlich verschwunden ist und der mysteriöse Tod von Arrtu bringen richtig Spannung ins Spiel. Doch dann ist abrupt Schluss damit. Sarahs Ermittlungen ziehen sich wie Gummi in die Länge. Nebensächliches nimmt viel zu viel Raum ein und redundante Dialoge dehnen sich ins Unendliche. Selbst Vorkommnisse, die durchaus packend sein könnten, sind es nicht. Der recht einfache Stil und die pauschalen Charaktere tun ihr Übriges um die fast 500 Seiten sehr lang werden zu lassen. Der Schluss klärt natürlich alles auf, ist aber nicht sehr realistisch und begeistert somit auch nicht.
Eindimensionale Figuren
Sarah ist an Wohlstand gewöhnt. Als Ex-Frau eines bekannten Fußballers trägt sie Luxusmode und Schuhe mit den entsprechenden Markennamen. Doch sie wird verwegen und kombiniert eine Jogginghose mit einer Chanel-Bluse und Heels von Louboutin. Sie kann warmherzig aber auch verbissen sein. Mehr ist zu der Protagonistin eigentlich nicht zu sagen. Ihr Gegenstück ist ihre quirlige Freundin Ilvi, die aber leider auch keinen Tiefgang besitzt. So geht es auch den Nebencharakteren. Die Polizisten sind entweder korrupt oder „schwanzgesteuerte Lurche“, die Bösen sind eindeutig böse und die geistig nicht ganz so fitten auch nur das. Die Figurenzeichnung bewegt sich immer nur an der Oberfläche und kann damit das Buch auch nicht aus der Masse der veröffentlichten Krimis herausheben.
Fazit
Ein Buch, das spannend beginnt, aber mehr auch nicht. Wer eine wirklich packende Krimi-Serie lesen möchte, dürfte bei anderen Autoren besser aufgehoben sein.

Tobias Quast, HarperCollins


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