Moorland (1) - Die Zwillinge
- Knaur
- Erschienen: März 2026
- 16


Wenig fesselnder Beginn einer neuen Serie.
Ex-Soldat und Abenteurer Andreas Winkelmann übte schon mehrere Berufe aus, bevor er Autor wurde. Seit 2007 veröffentlichte er, auch unter Pseudonym, mehrere Thriller-Reihen und Stand-Alones. Jetzt hat er eine neue Serie begonnen, in der das „Namenlose Moor“ eine große Rolle spielt.
Die Zwillinge und das Moor
Die Zwillinge Jana und Nike wollen im Moor Aufnahmen für ihren TikTok-Kanal aufnehmen, doch sie kehren nicht nach Hause zurück. Eine Suche in Dunkelheit und Kälte geht los. Es ist der erste Fall für Melia Gold nach Rückkehr in ihr Heimatdorf. Und er entpuppt sich als sehr knifflig. Eines der Mädchen taucht plötzlich wieder auf, aber ohne Erinnerungen an das was geschah. Von dem anderen Mädchen werden verstörende Aufnahmen veröffentlicht und eine gefundene Kamera lässt Schlimmes ahnen. Dann spitzt sich die Lage zu, Melia gerät unter Druck und muss zudem noch eine andere Herausforderung annehmen.
Zu viele Probleme und Geheimnisse
Gerade Geheimnisse sind in jedem Thriller willkommen. Doch hier sind es eindeutig zu viele. Andreas Winkelmann gibt wirklich Jedem und Jeder wenigstens eins mit. Das ergänzt er dann auch noch mit jeder Menge Probleme, mit denen sich die Beteiligten herumschlagen müssen. Das ist der Overkill an Komplikationen und Andeutungen, der den Thriller eher verlangsamt als anspornt. Die Spannung leidet dadurch von der ersten Seite an. Sie wird auch noch durch den langatmigen Stil ausgebremst, der einfach zu sehr ins Detail geht und Wiederholungen liebt. Dass ein Moor gefährlich ist und unheimlich sein kann, weiß man eigentlich, begreift es als Unwissender aber spätestens nach der zweiten Ausführung. Dazu kommt der regelrecht aufgeblasene Plot, der nicht gerade durch Logik glänzt und ein Schluss, der dem Ganzen die Krone aufsetzt. Natürlich wird ein Rätsel offengelassen, denn Melia Gold soll ja noch weiter ermitteln.
Die Neue
Melia Gold ist jung, geschieden und hat ein Geheimnis. Das wird nach vielen Andeutungen im Laufe des Geschehens deutlich. Ansonsten bleibt die Neue im Polizeirevier relativ farblos, wie alle anderen Beteiligten übrigens auch. Hier muss Winkelmann noch einiges zulegen, damit Gold ein Profil bekommt und nicht untergeht. Auch hätte er sich die Andeutung einer sich anbahnenden neuen Liebe sparen können, die den Thriller noch weiter in den unteren Bereich der Mainstream-Literatur-Skala ansiedeln lässt.
Fazit
Andreas Winkelmann muss noch ganz schön zulegen, damit die neue Serie packend wird. Sowohl inhaltlich als auch in der Personendarstellung ist noch viel Luft nach oben. Doch animiert das noch offene Rätsel zum Weiterlesen und eine zweite Chance hat auch jeder verdient.

Andreas Winkelmann, Knaur


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