Finstere Schatten - Ein Fall für Maud O’Connor
- C. Bertelsmann
- Erschienen: Februar 2026
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Geschehen kommt nicht in Schwung.
Nancy hatte einen Zusammenbruch und leidet an psychischen Problemen. Jetzt muss sie auch noch in eine ihr völlig unbekannte Gegend von London umziehen. Die Wohnung ist klein und abgewohnt, im Haus schreit ständig ein Baby und die laute Musik lässt Nancy auch nicht zur Ruhe ankommen. Dann wird auch noch die unter ihnen wohnende Nachbarin erhängt aufgefunden. Nancy macht das sehr zu schaffen und ihr Zustand verschlechtert sich, auch weil sie der Überzeugung ist, dass es kein Selbstmord war. Durch ihren Freund Felix erfährt sie keine Unterstützung, doch die Polizistin Maud O‘Connor glaubt ihr.
Keine Höhepunkte in der ganzen Geschichte
Nicci French ist das Pseudonym des Autorenpaares Nicci Gerrard und Sean French. Ihre zahlreichen Thriller und Krimis sind Bestseller, die international gelesen werden und über acht Millionen Mal verkauft wurden. Eigentlich gelten sie als Garanten für Spannung, doch dieses Mal lässt die vergeblich auf sich warten. Das Thema einer psychisch Kranken, der keiner glaubt, existiert so lange, wie es Thriller gibt. Vielleicht hätte man, durch den ein oder anderen Weg damit umzugehen, Höhepunkte oder Wendungen und damit Spannung schaffen können, doch alles geht seinen bekannten Gang.
Die Ermittlungen im Fall der toten Frau sind genauso zäh. Zwar kommt immer mehr ans Tageslicht, doch viel zu lange passiert auch hier nichts. Was dann zum Schluss als Lösung präsentiert wird, ist so haarsträubend, wie langweilig. Nach den immerhin über 470 Seiten fragt man sich deshalb, warum man nicht auf sein Gefühl gehört und das Buch frühzeitig genug weggelegt hat.
Zwei Fälle in einem Buch
Neben den Ermittlungen zum angeblichen Suizid der jungen Frau, wird auch noch das Thema von Gewalt gegen Frauen behandelt. Felix nimmt Nancy nicht ernst, bevormundet sie und versucht Kontrolle auszuüben. Dafür missbraucht er auch die eigentlich fürsorglichen Nachbarn. Das endet für Nancy in der ultimativen Katastrophe. Selbst als sie die Notleine zieht, lässt Felix nicht von ihr ab. Dieses Dilemma steht eigentlich im Vordergrund, während die Suche nach der Wahrheit durch Maud O‘Connor mehr oder weniger im Hintergrund abläuft. Vielleicht hätten sich Nicci French auf ein Thema konzentrieren sollen. So wurde daraus leider nur ein, wohlwollend beurteilt, sehr durchschnittlicher Krimi, aber auf keinen Fall ein Thriller, wie es auf dem Cover steht.
Fazit
Für Fans von Nicci French natürlich ein Muss. Allerdings muss man bereit sein, ein ziemlich abgenutztes Thema erneut lesen zu wollen und sich mit einem Schluss zufrieden geben, der enttäuscht. „Finstere Schatten“ ist spannungsfrei und ohne Höhepunkte und damit kein Thriller, bestenfalls ein Beziehungsdrama.

Nicci French, C. Bertelsmann

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