Krakenkind (Berling und Pedersen 4)

  • Penguin
  • Erschienen: März 2026
  • 1
Krakenkind (Berling und Pedersen 4)
Krakenkind (Berling und Pedersen 4)
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Carola Krauße-Reim
68°1001

Krimi-Couch Rezension vonJul 2026

Noch einmal zurück in die Vergangenheit“´.

Maria Grund setzt ihre Serie rund um Sanna Berling fort. Und wieder geht es zurück in deren Vergangenheit in Augu, Småland. Einige Jahre sind seit den Vorfällen aus „Krähentochter“ vergangen. Sanna hat sich als Polizistin in Augu etabliert, doch sie will, der Liebe wegen, nach Gotland umziehen. Bevor es dazu kommt, wird allerdings eine schon ältere Frau brutal vergewaltigt. Sanna kann jetzt nicht so einfach abreisen. Sie beginnt zu ermitteln und stößt in ein Netz aus Lügen, Geheimnissen und schrecklicher Taten.

Die Ermittlungen sind langwierig

Der Covertext verspricht Spannung. Wer die vorhergehenden Bücher kennt, weiß aber, dass man bei Maria Grund auch Geduld mitbringen muss. Hier werden die Ereignisse gründlich aufgedröselt. So auch in „Krakenkind“, das im gewohnt knackigen Stil gehalten ist. Die Spannung fällt im Mittelteil ab, weil die Ermittlungen einfach nicht vorwärtskommen, doch dann ergeben sich Ansätze, mit denen man nicht gerechnet hat und die Spannung nimmt wieder zu. Der Schluss bietet Entsetzen und eine Wendung, die den Titel des Buches erklärt und die zum ganzen vorhergehenden Geschehen passt.

Dicke Bretter werden gebohrt

Man sollte sich auf Einiges gefasst machen. Die Themen, die Grund hier anspricht, sind alles andere als leicht verdaulich. Doch sie sind heute leider noch so aktuell, wie im Sommer 1996. Vielleicht wäre sogar eine „Trigger Warnung“ auf dem Cover angebracht. Die Ermittlungsmethoden und technischen Voraussetzungen sind der Zeit entsprechend und katapultieren uns zurück in eine Welt, als es noch Disketten als Datenträger gab und Mobiltelefone Zukunftsmusik waren. Und sie versetzt uns in die Zeit der Jugoslawienkriege, als viele Menschen völlig traumatisiert flüchten mussten.

Ständig wechselnde Perspektiven

Der Lesefluss findet sich erst im Laufe der Geschichte ein, wenn man die Handelnden etwas besser kennengelernt hat. Wir begleiten in jedem, der teils sehr kurzen Kapitel, eine andere Person. Das verwirrt anfangs, baut aber nach und nach Neugier auf. Was geschieht mit den einzelnen Personen und wie sind sie verbunden? Es werden Familientragödien ans Tageslicht kommen und gesellschaftliche Probleme offenbar. Leicht ist die Lektüre deshalb nicht und gerade die Lage der Kriegsflüchtlinge ist erschreckend und macht nachdenklich.

Fazit

Maria Grund hat einen Thriller mit schwankender Spannung und schweren Themen abgeliefert, der ihre Fans bei der Stange hält. Da er abermals in Sannas Vergangenheit angesiedelt ist, wissen wir noch immer nicht, wie es mit ihr in der Gegenwart weitergeht. Bleibt also die Hoffnung auf den nächsten Fall, dann hoffentlich wieder zusammen mit Eir.

Krakenkind (Berling und Pedersen 4)

Maria Grund, Penguin

Krakenkind (Berling und Pedersen 4)

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