Rauhnächte

  • Penguin
  • Erschienen: November 2025
  • 4
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Monika Wenger
67°1001

Krimi-Couch Rezension vonJan 2026

Identitätssuche inmitten uralter Rituale und Bräuche.

Pia Winter hätte nie gedacht, dass ausgerechnet dieses Weihnachtsfest eine so grosse Veränderung mit sich bringen würde. Beim Lauschen erfährt sie, dass sie adoptiert wurde. Pias Welt gerät aus den Fugen.

Auf der Suche nach den eigenen Wurzeln

Als Pia ein Streitgespräch ihrer Eltern belauscht, erfährt sie, dass sie vor achtzehn Jahren adoptiert wurde. Jetzt wird auch klar, weshalb sie sich immer als Aussenseiterin gefühlt hat.
Auf der Suche nach ihren familiären Wurzeln reist Pia an den Heimatort ihrer leiblichen Mutter. Doch bereits bei ihrer Ankunft spürt sie die ablehnende Haltung der älteren Dorfbewohner. Ihr abweisendes Verhalten deutet an, dass Pia Schuld am Tod ihrer Mutter hätte. Doch sie war damals schliesslich erst vier Jahre alt. Was also steckt hinter den beiläufig ausgesprochenen Vorhaltungen? Pia versucht, den mysteriösen Andeutungen auf den Grund zu gehen. Allerdings geschehen immer öfter unheimliche Dinge. Die Einheimischen bringen diese mit den Bräuchen der Rauhnächte in Verbindung.

Sagen und Bräuche

Die Rauhnächte bilden den mystischen Rahmen der Erzählung. Auf der Suche nach Antworten trifft die Protagonistin in dem Heimatdorf ihrer Mutter auf Aberglauben und eine uralte Sagenwelt. Ein krasser Gegensatz zu München, wo sie aufgewachsen ist. Ellen Sandberg erzählt Pias Geschichte abwechselnd auf zwei Zeitebenen. Im Mittelpunkt steht dabei vor allem die Identitätssuche der jungen Frau. Dabei deckt sie einen Ermittlungsfehler auf und stösst auf ein gut gehütetes Familiengeheimnis.

Die Geschichte beginnt schleppend. Ausführlich beschreibt die Autorin die Auswirkungen des belauschten Gesprächs auf Pia. Es dauert eine Weile, bis die Erzählung spannend wird. Allerdings ist der Schreibstil nicht durchgehend packend und die vielen Wiederholungen stören. Auch die Hauptfigur überzeugt nicht. Ihr fehlt es an Charisma und ihr Verhalten ist zeitweilig naiv. Es fehlt ihr an Kontur und Tiefe. Schade, denn das nötige Potenzial wäre im Grunde vorhanden, konnte aber nicht überzeugend umgesetzt werden.
 
Wie die Autorin eingangs erwähnt, hat sie die ursprüngliche Geschichte von Inge Löhnig mit dem Titel «Die Flammen flüstern dein Lied» umgeschrieben und angepasst. So ist aus einem Jugendbuch ein Thriller geworden. Allerdings ist die Urfassung noch immer spürbar und die Spannung wird im Grunde nur durch die Sagen der Rauhnächte erzeugt.

Fazit

«Rauhnächte» von Ellen Sandberg ist die passende Lektüre für die Tage zwischen den Jahren. Durch die Beschreibungen der Rituale und Bräuche taucht man in die alpenländische Sagenwelt ein, wodurch die Rauhnächte eine besondere Bedeutung erhalten. Auch wenn die Geschichte noch viel von seiner ursprünglichen Form als Jugendbuch erkennen lässt, kann sie unterhalten, ist aber für echte Thriller-Fans eher ungeeignet.

Rauhnächte

Ellen Sandberg, Penguin

Rauhnächte

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