Die Psychiaterin - Wurde ihr der Job zum Verhängnis?

  • Heyne
  • Erschienen: Juli 2026
  • 4
Die Psychiaterin - Wurde ihr der Job zum Verhängnis?
Die Psychiaterin - Wurde ihr der Job zum Verhängnis?
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Sabine Bongenberg
85°1001

Krimi-Couch Rezension vonAug 2026

Wenn man denkt, man kennt es – und es kommt anders.

Für Tricia und Ethan, die ganz frisch verheiratet sind, hängt der Himmel voller Geigen. Das Einzige, was ihnen zum großen Glück noch fehlt, ist ein Haus, in dem sie Wurzeln schlagen und eine Familie gründen können. Es trifft sich fantastisch, dass ihre Maklerin eine tolle Immobilie im Angebot hat. Sie steht seit mehreren Jahren leer und blickt auf eine eigenartige Geschichte zurück, verschwand doch seine Eigentümerin, die Psychiaterin Dr. Adrienne Hale ohne irgendeine Spur zu hinterlassen.

Trotz eines anrückenden Schneesturms fährt das junge Paar zur Besichtigung und stellt alsbald fest: Die romantische, einsame Lage des Hauses hat auch einige Nachteile. So gibt es hier kein Netz, ein normales Telefon ist nicht angeschlossen und die nächste Nachbarschaft ist kilometerweit entfernt. Im Schnee eingeschlossen, müssen sich Tricia und Ethan in das unvermeidliche fügen: Sie müssen in dem fremden Haus übernachten.

Jetzt aber werden die Dinge wirklich eigenartig. Im Kühlschrank finden sich Lebensmittel, die offensichtlich erst kürzlich angeschafft wurden, gelegentlich sind eigenartige Geräusche zu hören und auch die Beleuchtung im Haus scheint über ein Eigenleben zu verfügen, schalten sich doch Lampen ohne ihr Zutun an oder aus. Noch beunruhigender sind allerdings die Hinterlassenschaften, die Adrienne Hale in einem gut versteckten Kellerraum zurückließ. Hier finden sich Hunderte von Kassetten, auf denen die verschwundene Psychiaterin Gespräche mit ihren Patienten aufzeichnete. Mehr aus Langeweile hört sich Tricia die neuesten Kassetten an und langsam reift in ihr ein ungeheuerlicher Verdacht: Wurde die Psychiaterin etwa von einem ihrer Patienten ermordet und ist Tricia möglicherweise diesem Täter näher als sie denkt?

Ein Bestseller nach dem anderen

Die US-amerikanische Autorin Freida McFadden hat in letzter Zeit einen spannenden Bestseller nach dem anderen produziert. Sie erzählte von Hausmädchen, von der seltsamen Kollegin, der rachsüchtigen Ehefrau oder auch vom Lehrer und begeisterte ihre Leserschaft mit spannenden Thrillern. Jetzt widmet sich McFadden der Psychiaterin Adrienne Hale, deren Spuren sich in ihrem alten Haus finden - und schon sitzt der/die Leser*in in einer spannenden Geschichte und mag den Roman kaum aus der Hand legen.

Bei aller Spannung muss man aber zugeben, dass McFadden die altbewährten Spannungsstränge zieht: Da ist Tricia, die sich absolut heftig in den dominanten Ethan verknallt und vor laut Liebesblindheit einige „Red Flags“ nicht sehen will. Da ist natürlich das einsame Haus, der Schneesturm, kein Handyempfang und seltsame Vorkommnisse. Man denkt sich „Ach, das ist doch alles nichts Neues“ und stürzt sich wie eine Verhungernde darauf, denn auch das Altbekannte ist immer noch fürchterlich spannend.

Die altbewährten Mechanismen der Spannung

McFaden treibt dann auch die Handlung in einem irren Tempo weiter und dann ist doch alles auf einmal ganz anders als gedacht. Damit würde der Roman dann auch eigentlich die Höchstpunktzahl verdienen. Aaaaber – wenn man aus dem ganzen Tempo einmal ausgestiegen ist und vielleicht doch noch einmal über die Handlung nachdenkt, dann merkt man, dass da doch so ein paar Sachen sind, die der Handlung zuliebe ein wenig geglättet wurden. Blickt man jetzt auch noch auf die letzten Romane zurück, macht sich ein wenig der Eindruck breit, dass aus diesen Werken einiges neu zusammengemischt wurde – wenn auch das Ergebnis unbestritten spannend ist. Dennoch – manchmal wünschte ich mir so ein kleines bisschen eine neue Richtung oder eine neue Idee.

Fazit

Freida McFadden kann es einfach: Auch aus einem zweiten Aufguss und mit vielen bewährten Zutaten kann sie einen hochspannenden Thriller brauen. Dennoch – ein bisschen neuer Pep würde noch ein bisschen mehr Würze bringen.

Die Psychiaterin - Wurde ihr der Job zum Verhängnis?

Freida McFadden, Heyne

Die Psychiaterin - Wurde ihr der Job zum Verhängnis?

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